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Facebook, Bilder und Urheberrecht: Problem und (fehlende) Lösungen

Preview-Bilder bei facebook & Co

Preview-Bilder bei facebook & Co

 Zur Zeit geistert wieder eine Abmahn-Sau durch die Blogosphäre: wer einen Beitrag bei facebook teilt oder liked, begibt sich potentiell in Gefahr, wegen des Preview-Thumbnail-Bildes abgemahnt zu werden. Als erster hat Anwalt Schwenke darüber berichtet. Nun hat jeder Angst, sich die Finger zu verbrennen, folglich verbreitet sich die Meldung wie ein Buschfeuer. Die einen sagen: nie wieder in Social-Media teilen oder liken, oder am besten gleich den facebook-Account löschen, andere sagen: nie wieder Bilder von Fotoportalen einbinden (was das Gericht letztlich dazu sagt, ist allerdings noch offen). Dabei gibt es aus meiner Sicht mindestens zwei Lösungen, das zu umgehen. Beide sind einfach, wenngleich noch nicht optimal. Aber immerhin…

Lizenz-Bilder - Was beachten?

Lizenz-Bilder – Was beachten?

Das Problem an sich habe ich schon vor Monaten angesprochen, siehe „Lizenzfreie Bilder/Fotos – Was beachten? (Infografik)„. Wenn man als Blogger eine Bildlizenz bei einem Stockphotoportal erwirbt, dann ist es vollkommen korrekt, das Bild auch im Artikel zu nutzen. Aber: man erwirbt die Lizenz nur für den Artikel, nicht für das Teilen bei facebook und Co. Logisch, denn wer sich bei Social-Media-Portalen anmeldet, unterschreibt in den Bedingungen, dass man selber alle Rechte an dem zur Verfügung gestellten Material inne hat (das wiederum erlaubt es facebook & Co., dieses Material komplett zu monetarisieren). Problematisch wird es also dann, wenn ein lizensiertes Bild aus einem Blogartikel bei facebook und Co. geteilt wird. Selbst wenn es nur als Thumbnail vorliegt, so ist es doch zu sehen. Es ist zweifelhaft, dass ein deutsches Gericht diesen Fall so einschätzt wie seinerzeit beim Thumbnails-Urteil, bei dem es Google und anderen Suchmaschien gestattet wurde, verkleinerte Darstellungen (Thumbnails) zu nutzen.

Kurzum: wer lizensierte Stockphotobilder in Social-Media-Portalen teilt, begibt sich in die Gefahr, dafür abgemaht zu werden. So wie jetzt geschehen. Als Blogger sollte man also mindestens die Nutzer darauf hinweise, welche Bilder sie nicht teilen dürfen. Aber führt das nicht dazu, dass man sicherheitshalber gar nicht mehr teilen mag?

Was passiert technisch im Hintergrund?

Was passiert technisch im Hintergrund? Die meisten Social-Media-Plattformen versuchen, die Bilder der Website auszulesen. Google+ nimmt in aller Regel das erste große Bild, facebook das „Opengraph-Bild“. Opengraph (im HTML-Meta-Quelltext „og:“) ist ein „Microformat“, dass die Strukturierung von Inhalten vereinfachen soll. Auch das Opengraph-Preview-Bild ist das erste, wenn es eine ausreichende Bildgröße hat.

Lösung 1: via htaccess alle externen Bild-Verwendungen verhindern

Die eine Möglichkeit hat Viktor Dite schon angeregt: einfach alle Bilder sperren. Das kann man via htaccess machen, und zwar indem man dort folgenden Code einfügt:

<IfModule mod_rewrite.c> 
RewriteCond %{HTTP_REFERER} !^.*DEINE-DOMAIN\.de.*$ [NC] 
RewriteRule ^.*\.(gif|jpg|png|jpeg)$ 
http://yourdomain.com/400x400/000/fff&text=not+allowed [NC,R,L] 
</IfModule>

Leider hat diese Variante den Nachteil, dass man damit für alle Bilder in allen externen Zusammenhängen nur dieses eine Dummybild angezeigt wird. Also auch zum Beispiel für die Google Bildersuche. Wer auch eigene Bilder erstellt, für den ist das natürlich keine Option. Denn das ganze Potential aus der Bildersuche geht damit von heute auf morgen flöten.

Lösung 2: Social-Media-Preview-Bild als Punkt am Anfang (funzt nicht)

Die zweite Lösung ist etwas holperig, aber dafür flexibler geht nicht, schade :-). Ich lasse die Idee trotzdem mal stehen, vielleicht hilft sie anderen beim Weiterdenken:

Wie kann man verhindern, dass da ein Bild erscheint, dass aus einem Stockphoto-Portal stammt? Ganz einfach: indem man vorher ein eigenes Bild zeigt. Und wenn man keine Muße hat, für jeden Beitrag ein eigene Bild zu erstellen, dann sollte man wenigsten ein Standard-Bild haben, dass man in jedem Artikel dafür benutzt. Damit dieses Bild nun vor allen anderen gezeigt werden kann, ohne dass es den Lesefluss stört, kann man es nach der Erstveröffentlichung einfach auf einen Punkt verkleinern. Da bei einigen Plattformen die Bildgröße für das Vorschaubild eine Rolle spielt, sollte es auch ein großes Bild sein. Für diesen Artikel habe ich das mal exemplarisch angelegt. Ich habe ein Bild erstellt, in dem nur „tagSeoBlog – Jetzt lesen“ steht. Dieses Bild habe ich hochgeladen und binde es nun als erstes Element, also noch vor dem ersten Wort, in den Artikel ein. Allerdings wird es per CSS auf „unsichtbar“ geschaltet. Nach dem Veröffentlichen habe ich dann von Hand die Bildgröße auf 1 x 1 Pixel gestellt. Man sollte dabei auf folgendes achten:

  • Bildgröße auf 1 x 1 Pixel einstellen
  • keine Bildbeschreibung
  • als Alttext nur ein Leerzeichen! (Grund: das Bild ist für Sehbehinderte nicht relevant)
  • kein Bildtitel

Bei Quellcode dieses Artikels steht also vor dem ersten Wort folgendes:

<img style="float:left; visibility:hidden" 
src="http://www.tagseoblog.de/images14/tagseoblog-jetzt-lesen.jpg" 
alt=" " width="800" height="625" />

Update! Leider wird dieses Bild nicht als OpenGraph Bild gewählt, auch wenn es in Original-Größe angezeigt wird. Bleibt also nur …

Lösung 3: Bild des OpenGraph per Plugin bestimmen

Die dritte Lösung fehlt leider noch – zumindest habe ich sie nicht gefunden: ein Plugin, mit dem man das OpenGraph-Bild selber bestimmen kann. Bei allen von mir getesteten Plugins hat das nicht geklappt: meist kollidierte es mit irgendwelchen anderen Plugins. Aber es sicherlich nur eine Frage der Zeit, und wer sich damit auskennt, sollte sich dazu mal Gedanken machen. Wer schon eines kennt und im Einsatz hat: bitte gerne in die Kommentare.

Nur, wenn man auch Stockphotos benutzt

Das Gute an der genannten Variante ist, dass man sie für jeden Artikel einzeln anlegen kann. Wenn man ein einem Artikel nur eigene Bilder oder Fotos verwendet, dann kann man sich das sparen. Denn natürlich ist und bleibt ein individuelles Preview-Bild in Social-Media Timelines ein Eyecatcher und damit Klickfaktor.

Übrigens: rückwirkend Bilder bei facebook zu löschen ist nach wie vor schwierig. Alle Social-Media-Plattformen legen von den Preview-Bildern Kopien an. Klar, laut Bestimmungen dürfen sie das ja auch. Und selbst wenn man das fragliche Bild im Blogartikel löscht, bleibt es, wenn der Artikel einmal geteilt oder gelikt wurde, weiterhin in dem Social-Media-Pool erhalten. Man muss es selber aktiv löschen (siehe: Bilder-Löschen: facebook ändert das System, aber … ), was bei fleißigen „Teilern“ wohl eine echte Herkules-Aufgabe wird, zumal man ja gar nicht weiß, welche Thumbnails man nicht hätte nutzen dürfen. Ein Elend, dieses Social-Media-Internet …

Update 2 (von Pixeldreher): Lösung für das Facebook-Urheberrecht Problem mit Bildern bei WordPress Websites

Siehe auch…

Weiterlesen?

Bilder bei Facebook & Co

Bilder bei Facebook & Co

 

Kategorie: Bildersuche News   Autor: Martin Mißfeldt

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14 Kommentare zu "Facebook, Bilder und Urheberrecht: Problem und (fehlende) Lösungen"

  1. Nikolas

    Du könntest auch noch allen stockphoto-Bildern einen eigenen Präfix „stockphoto-“ geben, so dass sie „stockphoto-image-1234.jpg“, „stockphoto-image-234.jpg“ etc. heißen. Dann wendest du deine erste Lösung mit dieser RewriteRule an:

    RewriteRule ^stockphoto-.*\.(gif|jpg|png|jpeg)$ http://yourdomain.com/400×400/000/fff&text=not+allowed [NC,R,L]

    Dann hast du das „Zugang verboten“-Bild nur bei Stockphotos, während deine eigenen Bilder bei Facebook etc. ganz normal angezeigt werden.

  2. Samuel

    Frage. Ist es bei fotolia wirklich notwendig (Beispiel, ich baue eine Seite mti 30 Texte), kaufe Bilder bei Fotolia, dass ich JEDES Bild mit Copyrightvermerk notiere? Reicht nicht allgemein „Fotos Copyright by Fotolia.com“?

  3. Alex

    Hi,

    Ich denke das Thema wird dieses Jahr recht groß werden. Eine passende Lösung hab ich da leider auch noch nicht gefunden.

  4. cruiser

    >> Ist es bei fotolia wirklich notwendig (Beispiel, ich baue eine Seite mti 30 Texte), kaufe Bilder bei Fotolia, dass ich JEDES Bild mit Copyrightvermerk notiere?

    Nicht Fotolia ist der Urheber, sondern der jeweilige Ersteller…

  5. Woodi

    @Samuel: Die Fotolia-Bestimmungen sind schwammig, was Bilder für Webprojekte angeht. Im Grunde sollte eine kleine Pdf-Datei auf der Impressums-Seite reichen mit dem Vermerk zu den Urhebern bzw. Fotografen. Dies gilt dann aber wohl nicht für das soziale Teilen der Bilder auf den bekannten Plattformen. Das ist wiederum ein anderes Thema und wird wie Alex sagt dieses Jahr bestimmt ein vieldiskutiertes Thema. Für mich ist das ganze mittlerweile ein zu heisses Eisen. Fotolia schiesst sich mit solchen „Lizenz-Bestimmungen“ selber ab und eignet sich eher für Printmedien. Facebook sollte mit seinen Nutzerfeindlichen AGBs eh boykottiert werden. Am besten fährt man meiner Meinung, wenn man die Bilder bzw. Grafiken selber erstellt. Falls kein Bild vorhanden oder erstellbar ist, einfach eine ansehnliche Text-Grafik mit passenden Hintergrund auf Photoshop erstellen. Spannend ist auch, dass in der Schweiz wenig solche Fälle bekannt sind (zumindest mir). In Deutschland scheint sich hier eine regelrechte Abmahn-Wirtschaft entwickelt zu haben. Wie sieht das eigentlich in Österreich aus?

  6. Samuel

    @Woodi: Dank, dir. Aber was ist nun, wenn eine Agentur wirklich k.A. 100 Webseiten erstellt und Bilder bei Fotolia kauft. Ist es dann wirklich notwendig unter jedem Bild / Text, oder im Impressum den Autor zu veröffentlichen? Die Bildlizenzen wurden ja gekauft und wenn es nicht für Facebook, etc. genutzt wird, ist es doch nicht unbedingt zwingend notwendig, oder? Finde jedenfalls nichts bei Fotolia, wo explizit steht „Bite vermerken“. Kommt mir alles etwas spanisch vor. :(

  7. Constantine

    Ich stehe schon wieder mit sovielen Fragezeichen vor der Thematik :-D Das verunsichert einen Hobbywebmaster wie mich total. Wenn man also seine Artikel in Social-Media-Kanälen verbreiten möchte, dann nur noch OHNE Foto (wenn gekauft von Stockagenturen?).

    Nervt halt tierisch, aber gehört wohl zum Geschäft dazu?

    Man kann nur hoffen, dass man nicht abgemahnt wird *bibber* für Fälle aus der Vergangenheit.

    Da fällt mir (und dazu muss ich dann wohl mal bei Pixeldreher schauen), dass organische likes von echten Besuchern dann doch mit Foto geteilt und geliked werden, weil die sich einfach nicht die Mühe machen (warum auch) Fotos nicht mitzuteilen. Oh man…

  8. Christian

    Also der Artikel hat mich jetzt schon ein wenig stuzig gemacht. Habe mir vorher noch nie so wirkliche Gedanken darüber gemacht. Bin immer sehr leichtgläubig mit der Benutzung von Fotos umgegangen.

    Man wird einfach dazu gezwungen Bilder von sogenannten Stockagenturen zu kaufen richtig?.

    Werde in Zukunft wohl jetzt ein wenig vorsichtiger sein.

  9. Manfred

    hmm…

    die Frage die sich mir stellt ist eher wenn ich auf meiner Seite die User dazuanrege meine Beiträge (Bsp. Blog) zu liken, sharen etc. wie kann ich dann hingehen und sagen es wäre eine Urheberrechtsverletzung meine Bilder zu nutzen … immerhin vordere ich ja die User auf meine Seite auch in Ihrem Social Netzwerk zu verteilen … also ganz so einfach sehe ich das nicht mit der Abmahnung des Bildeigentümers …

    • Speedy

      es geht um Urheberrechte an Stockphotos und nicht um die Rechte von selbsterstellten Bildern. Urheberrechte an Stockphotos liegen leider nicht bei Dir.

      kürzlich gab es auch auf Zeit Online einen Artikel zu einem ähnlichen Fall: http://www.zeit.de/digital/internet/2013-01/facebook-thumbnails

      Eine grundsätzliche Regelung ala „Fair Use“ wäre eigenlich eine gute Lösung in solchen Sachen, finde ich.

  10. Alex

    Danke für den informativen Beitrag

  11. pinkbigmacmedia

    Hallo zusammen,
    wenn ich das richtig sehe, ist es eigentlich kein Problem bezüglich etwaiger Nutzungsrechte, sondern eher eine Frage von Steuerung – generell gesteuert werden kann die Ausgabe des Preview Image über den Open-Graph Parameter og:image. Diesen gibt man im Head Bereich seiner Seite an. Mit dem Meta Tag kann der Webmaster sicherstellen, dass genau das gewünschte Bild auf FB, G+ usw. geteilt wird.

    Ein Beispiel …

    .. meta property=“og:image“ content=“Pfad zum Bild“ …

    In o.g. Fall für einen Blog wäre zum Beispiel denkbar, einfach in Artikeln, bei denen man nicht über die entsprechenden Nutzungsrechte für die verwendeten Bilder verfügt, ein entsprechendes Fallback-Bild zu definieren.

    Im Übrigen muss das verwendete Bild dann auch gar nicht weiter auf der Seite sichtbar eingebunden werden – es beeinträchtigt also auch nicht das Design der Seite in irgendeiner Art.

    Eine sehr empfehlenswerte Ressource zum Thema Rich Snippets ist http://www.schema.org, sehr hilfreich zum Testen das Rich Snippte Testing Tool von Google – http://www.google.com/webmasters/tools/richsnippets?hl=es

    Gruß,

    Mathias

  12. Maxim P.

    Hallo Martin, ich frage mich gerade wenn ich z.B. von Fotolia ein Bild auf meiner Homepage nutze, dann auf Facebook meinen Artikel auf meiner eigenen Facebook seite als Link teile, kann es dann auch Probleme mit dem Thumbnail geben?

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Martin Mißfeldt

Autor: (Künstler, Firma DUPLICON Berlin) über Bilder, die Bildersuche im Internet sowie Bilder- und Video-Optimierung. Mehr

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