Warum ist (Super-) Google gefährlich?

Gläserner Mensch!?

Gläserner Mensch!?

Google hat angekündigt, seine Datenschutzbestimmungen zu vereinfachen. Man hat die bislang über 70 einzelne Bestimmungen zusammengedampft und eine einzige daraus gemacht. Soweit sogut. Einfach und klar ist immer gut, zumal im Internet. Dennoch habe ich heute Nacht sehr kritisch darüber berichtet. Denn so en passant hat Google in diesem Zusammenhang angekündigt, die meisten der bislang separaten Google-Dienste zu vereinen. In diesem Artikel möchte ich meine Kritik begründen und die Befürchtungen konkretisieren.

Die Änderungen der Datenschutz-Richtlinien halte ich nur für einen PR-Schachzug, um das eigentlich bedeutende Vorhaben in den Hintergrund zu rücken: die Zusammenlegung aller Google-Dienste. Um zu verstehen, warum ich das für gefährlich halte, muss ich etwas ausholen…

Welche Dienste gehören zu Google?

Zunächst einmal muss man sich klarmachen, welche Dienste eigentlich zu Google gehören:

  • Google Suche (unter anderem auch Flugsuche, Shopping, Scholar)
  • youTube
  • GoogleMail
  • Google Docs
  • Google Kalender
  • Google Maps, Google Earth und Streetview
  • Google Chrome (Browser)
  • Picasa (Bilderdienst)
  • Google Groups
  • Google TV
  • und viele kleine Dienste mehr…
Insgesamt also weit mehr als nur die Suche. YouTube, Mail oder Chrome haben erst mal nichts mit der Suche zu tun.

Google will Gewinn maximieren

Natürlich will Google Gewinn erzielen. Dagegen  ist auch nichts einzuwenden. Kleiner Exkurs: Monetarisiert wird das Ganze über das eigene System aus Adwords (Anbieter kaufen Werbung) und Adsense (Website-Betreiber stellen ihre Websites für Adwords Banner zur Verfügung). Die Anbieter zahlen also einen Betrag x dafür, dass ihre Werbung irgendwo eingeblendet bzw angeklickt wird. Google blendet Adwords-Anzeigen in den eigenen Diensten ein. Die Zugpferde sind hierbei sicherlich die Google-Suche und youTube. Aber damit nicht genug: Google bietet jedem Website-Betreiber an, ebenfalls die Adwords-Anzeigen einzubinden. Das ist sehr attraktiv: jedes mal, wenn die Anzeige gezeigt bzw. geklickt wird, verdient man als Webmaster einen Betrag y. Die Differenz, von der niemand weiß, wie groß sie ist, streicht Google selber ein. Im Jahr 2010 hat Google damit einen Gewinn von 8,5 Milliarden Dollar erwirtschaftet (Umsatz 2010: 29 Mrd Dollar) Quelle: Wikipedia.

Adwords-Werbung optimieren

Das Google-Werbenetzwerk funktioniert automatisch: je nach Seiteninhalt versucht Google, die jeweils besten Werbeanzeigen einzublenden, also diejenigen, die die höchste Klickwahrscheinlichkeit im Verhältnis zu dem zu erwartenden Gewinn besitzen. Der Nachteil am System: Google hat sich bislang nur an den Inhalten der Seite (oder den gesuchten Keywords) orientieren können. Das soll nun anders werden: Wenn man etwas über die Person weiß, die gerade am Rechner sitzt, welche Wünsche und Bedürfnisse sie hat, dann kann man natürlich viel zielgerichteter und effektiver diese Werbung einsetzen.

Dafür sind nur zwei Dinge erforderlich: man muss wissen, welche konkrete Person gerade vor der Website sitzt, und was diese Person denkt und fühlt. Nicht mehr, und nicht weniger! Genau darauf läuft seit Monaten die Google-Entwicklung hinaus: die Personalisierung der Google-Produkte und die Individualisierung der Benutzung. Jeder bekommt etwas anderes angezeigt, nämlich genau das, was Google für das am besten Geeignete hält.

Was weiß Google über mich?

Daten-Puzzle - Datenschutz?

Daten-Puzzle - Datenschutz?

Zunächst ganz einfach: Google weiß, was ich suche. Das gilt sowohl für die Websuche, als auch für alle anderen Dienste. Aus dem Cluster dieser Daten lassen sich sicherlich schon relativ einfach Muster erkennen. Doch nun wird das kombiniert mit weiteren Daten: dem Wohnort, der Mobilität, dem “Freundeskreis”, den Empfehlungen, die man abgibt, den Video (zuk. Fernseh-Gewohnheiten) etc. lassen sich mit hoher Wahrscheinlichkeit “weiche Profilfaktoren” wie die soziale Herkunft, das Bildungsniveau, den Beziehungsstatus, das Freizeit-Verhalten etc. ableiten. Und sicherlich werden bald auch temporär schwankende, emotionale Zustände wie Freude, Trauer, Lust, Frust etc. bald in die Berechnungen einfließen können.

Der gläserne Mensch wird durch die geballte Macht der Google-Dienste immer realer. Und wenn ein Persönlichkeitsprofil in Realtime transparent wird, dann kann man diese Person um so gezielter durch Werbeanzeigen beeinflussen / abschöpfen / manipulieren…

In diesem Zusammenhang sehe ich in der Zusammenlegung der Google-Dienste drei große Gefahren:

Gefahr No 1: Google greift nach immer mehr

Auf dem Suchmaschinenmarkt ist Google bereits Monopolist, zumindest in Deutschland. Die Wachstumszahlen von Google+ sind beeindruckend. Es ist sicherlich ein Frage von Monaten, bis Google-Chrome bei den Browsern Marktführer wird. Die Kombination aus Browser und Internet-Diensten ist natürlich fatal. Denn dadurch kann Google im Prinzip auf die Rechner zugreifen und Funktionen anbieten, die andere nicht anbieten können. Auch im Videomarkt ist youTube längst Weltmarktführer. Google-TV steckt noch in den Kinderschuhe, aber ich bin davon überzeugt, dass es nicht mehr lange dauert, bis Google in den meisten heimischen Wohnzimmern flimmert.

Heimlich, still und leise integriert Google immer mehr Dienste, die sich monetarisieren lassen. Google hat über seine Websuche viele Standards durchgedrückt, wie Daten angeboten werden sollen. Begründung war: so wird man weiter vorne gelistet. Nun dreht sich der Wind. Google generiert aus diesen Daten eigene kleine Anwendungen (Produktsuche, Flugsuche, etc.) Natürlich steht das alles unter dem Zeichen der Verbesserung der “User-Experience”. Und man muss ja auch anerkennen, das viele Google-Dienste für die Verbraucher auch sehr hilfreich sind.

Unter dem Strich muss man festhalten, dass Google seine Geschäftsfelder immer weiter ausdehnt. Durch die Verzahnung mit den anderen Diensten hat Google einen enormen Wettbewerbsvorteil.

Fazit: Google ist bereits in vielen Bereichen klarer Markführer. Die Vereinigung der Google-Dienste schafft einen Wettbewerbsvorteil, der es Google ermöglicht, in immer mehr Bereichen die Markführerschaft zu erringen.

Gefahr No. 2: Wie sicher sind die Daten?

Natürlich weist Google darauf hin, dass die Daten sicher seien und nicht verkauft würden, aber… Wie sicher sind eigentlich die Daten, die Google sammelt? Wer kann gewährleisten, dass es nicht zu Missbrauch kommt? Könnte ein Google-Mitarbeiter einzelen Profildaten illegal entwenden? Kann eine Gruppe von Hackern von außen in das System eindringen? Können die Daten durch Google-Allianzen weitergegeben werden? Welche “offiziellen” Behörden können wann mit welcher Legitimation darauf zugreifen. Wenn man bei irgendeinem Staatsschutz arbeitet, oder bei einer Steuerbehörde, oder was weiß ich: das oben Beschriebene weckt doch Begehrlichkeiten. Nirgendwo sonst auf der Welt gibt es so lückenlose Personenprofile. Auch facebook ist nur ein kleiner Fisch gegenüber Google. Die Kombination aus Kalender, Suchverhalten, Email etc. enthüllt doch viel mehr private Informationen als irgendwelche öffentlichen Zeitleisten.

Es ist sicherlich davon auszugehen, dass Google die Daten am ehesten amerikanischen Behörden aushändigt (aushändigen muss). Natürlich sagt Google: im Aber das ganze basiert auf gesicherten demokratischen Strukturen. Wie sicher die wiederum in zehn Jahren sein werden, kann heute niemand sagen, zumal das Internet selber eine immer größere Rolle bei der Gesetzgebung spielt. Schon heute sieht man, dass die Politik gegen die Gewohnheiten der Massen praktisch machtlos ist.

Fazit: Gespeicherte Daten können prinzipiell nicht sicher sein. Auch wenn heute keine konkrete Gefahr des Datenmissbtrauchs wahrscheinlich ist, so kann man das für die Zukunft nicht ausschließen.

Gefahr No. 3: Wer kontrolliert Google?

Gleiches gilt für Google. Wohin steuert der Konzern? Das ursprüngliche Ziel, das Firmenkredo, lautete:

Das Ziel von Google besteht darin, die Informationen der Welt zu organisieren und allgemein nutzbar und zugänglich zu machen.

Das kann man mit dem heutigen Tage wohl als Vergangenheit bezeichnen. Das neue Ziel müsste wohl so lauten:

 Das Ziel von Google besteht darin, die Welt zu organisieren und sich allgemein nutzbar und zugänglich zu machen.

Wenn man in der Lage ist, gezielt Werbung zu schalten, weil man weiß, wie die Leute ticken, dann ist es letztlich nur ein kleiner Schritt, wenn es darum geht, Individuen und ganze Gesellschaften zu beeinflussen und nach belieben zu lenken. Wer kann heute sagen, wie Google in Zukunft politische Interessen durchsetzen will?

Fazit: Google ist nicht böse, wir sind hilflos…

Die Machtfülle, die in solchen gesammelten Datenprofilen besteht, ist besorgniserregend. Und es gibt keine Instanz, die einen Konzern wie Google kontrollieren könnte.

Gerade hat die EU ein neues Gesetz zum Datenschutz erlassen, die für alle EU-Bürger gelten sollen. Konsequenterweise müsste man Google ab dem 1. März in Europa verbieten, oder? Wieso nur habe ich das Gefühl, dass da eher ein Gesetz verändert wird, als das Google seine Datenschutzbestimmungen ändert…

So, welche Bedenken habt ihr bei der neuen Google-Strategie? Haltet ihr das alles für übertrieben? Oder interessiert es Euch nicht? Schwimmt ihr einfach mit, weil ihr denkt, dass ihr sowieso eine Weiße weste habt…

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Kategorie: Allgemein von   50 Kommentare

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50 Kommentare zu "Warum ist (Super-) Google gefährlich?"

  1. Gretus

    Hallo,

    generell sollte/muss man ein derart machtvolles Unternehmen wie Google kritisieren wo man nur kann. Man muss aber auch mal eines sagen: Wo das Internet immer mehr kommerzialisiert wird und viele von uns damit ihr Geld verdienen, kann man nicht von Google verlangen, dass sie es nicht genauso tun. Die führenden Internet-Unternehmen sind immer nur so gut wie wir Nutzer selbst!

    Das Internet ist lediglich ein Abbild unserer mittlerweile hauptsächlich nach Profit/Aufmerksamkeit strebenden Gesellschaft. Google, Facebook und Co. haben sie nicht dazu gemacht sondern verhalten sich nur dementsprechend…

    Grüße

    Gretus

    • tagSeoBlog

      Danke, Gretus, ich gebe Dir vollkommen recht.
      1. ist das Ziel von Google, mehr zu verdienen, absolut legitim.
      2. bindet Google die Leute tatsächlich über klasse Produkte.
      3. ist es logisch, dass Google diesen Schritte gehen möchte.

      Aber, ich schreibe das alles nicht, weil ich erwarte, dass Google irgendetwas zurücknimmt. Ich erwarte viel mehr, dass man das von außen mal stoppt. Im Grunde müsste das die Politik machen, und ich hoffe, sie macht das. Und ansonsten müssen wir User selber die Sache in die Hand nehmen. Oder eben auch nicht…

      • verpixelt

        Was willst du denn stoppen? Dass Google Daten sammelt, die einem Userprofil zu ordnet, worüber sie noch personalisiertere Werbung schalten können und Geld verdienen, was mit unter die kostenlose Dienste am Leben hält. Wenn ich dich richtig verstehe willst du das stoppen(falls nicht korrigiere mich bitte).

    • Viktor

      Wenn wir es Google nicht so einfach machen würden, hätte Google nicht diesen Erfolg. Aber wir fallen alle auf die Gratis Sahnehäppchen von Google rein!

  2. Viktor

    Traurig aber wahr: Hätte Hitler Google gehabt (in seiner Hand) wären alle Juden (und andere Minderheiten wie Homosexuelle, Andersdenkende und Philosophen) konsequent vernichtet worden! Das Judenzeichen auf der Kleidung war damals nichts gegen die Daten von Google!

    In Friedenszeiten ist es mir piepe, was Google mir für Werbung auftischt. Ich finde es sogar toll, wenn ich personalisiertere Werbung, die wirklich meine Interessen deckt, bekomme!!!

    Aber nicht vorzustellen, wenn die Daten von Google zu fatalen Zwecken missbraucht würden! Es braucht nur ein Imperator daherkommen und alle Abtrünnigen und kritischen Leut wären weg vom Fenster!

    • tagSeoBlog

      Hallo Viktor, ich denke zwar, dass Du mit dem drastischen Beispiel etwas verdeutlichen willst. Aber ich finde die Analogie in diesem Zusammenhang sehr unpassend. Man kann Google in keinem mir bekannten Zusammenhang vorwerfen, gegen irgendwelche Minderheit vorgegangen zu sein. Ich halte Google in diesem Zusammenhang für absolut glaubwürdig und verantwortungsbewusst. Ich binmir sicher, dass Du es anders meintest, aber falls sich irgend jemand darüber beschwert, werde ich den Kommentar löschen.

      Die Gefahr, dass die Daten missbraucht werden, sehe ich aber natürlich auch.

      • Viktor

        Nein, ich werfe Google da nichts vor! Andersherum! Wenn irgendeine Instanz Googles Daten ungerechter Weise für sich beansprucht – deswegen das Beispiel mit Hitler und der Liste aller Juden in Deutschland. Die Liste wurde vor Hitlers Zeit auch nur zu guten Zwecken erstellt worden und war sogar für den damaligen Handel sehr sehr hilfreich!
        In den falschen Händen war sie eine Vernichtungsmaschine!

  3. Mobilschleuder Jan

    Sowohl für den Artikel als auch für den Kommentar von Gretus +1

    Ich verstehe nicht, warum die EU Kommission sich seinerzeit bei Mircosoft angestellt hat, als es um die Integration des Mediaplayers in Windows ging – nun aber Apple, Facbook und Google machen lässt was gut für diese Unternehmen ist. Etwas merkwürdig!

  4. Alex Kasakow

    Einige Dienste die du aufgeführt hast, werden bald abgesetzt! Eines davon ist Picasa.

    Grüße,
    Alex

    • tagSeoBlog

      Stimmt, danke für den Hinweis. Wobei, letztlich wird picasa doch nur unter die Google+ Haube geschoben, oder? Das ist jetzt sowieso alles egal ;-)

  5. Einer-von-Vielen

    Ich kündige gerade alle meine Google Konten & Dienste.
    Viele der „tollen“ Dienste hat Google eingekauft, das finde ich sehr bedenklich & somit kann man ja auch Konkurrenz beseitigen. youTube war keine Google Idee, ebenso wenig Picasa od. Chromium (Google Chrome) und einige mehr, G. ist ein geschickter Einkäufer. Zur Zeit stirbt auch wieder ein Dienst – Picnik. Danke Google!
    Mir sind eine Vielzahl von Angeboten lieber als _ein_ Monopolist. Es gibt ja zum Glück noch Suchmaschinen wie duckduckgo.com u.a. die mich nicht „tracken“ & meine Daten verkaufen, freie Dienste wie Diaspora, Posterous, kleine freie E-Mail Anbieter…
    *Ich* brauche keine Werbung und dafür ist das Netz auch nicht da! Information soll frei sein. my2¢
    Wer anders denkt – mein h?rzliches Beileid und wie man sieht, fährt das »kapitalistische« System ja gerade laut krachend an die Wand.?

    • tagSeoBlog

      Konsequent, aber für die meisten wohl kaum praktikabel.

    • Reiner

      Ich habe auch ein Mail Konto bei Arcor sowie T-Online. Ich nutze beide wenig, weil ich auch ein Mail Konto bei Google habe. Ich benutze ab und zu als Suchmaschine Ixquick oder Duck DuckGo.Trotzdem greife ich zumeist auf Google. Google ist wie eine Sucht, wobei ich hoffe, eines Tages davon los zu kommen.

  6. Frank

    Nur ein kurzer Hinweis: Der Link zum BMELV ist falsch. Sollte wohl der hier sein.

  7. Martin

    Ich finds toll was sie machen.

  8. Chris

    Hallo zusammen,

    bin auch Google Nutzer der ersten Stunde…
    Mein größtes Problem ist eigentlich passende Alternativen zu finden die ähnlich einfach und zu ähnlichem Preis genutzt werden könnten…Wie Email, Kalender der mit anderen genutzt werden kann usw. usw.
    Das ganze natürlich auch per Smartphone etc…

    Auch möchte ich sagen das meiner Meinung nach Google mit dem ganzen Thema sehr offen umgeht im Gegensatz zu anderen Unternehmen. Und diese Offenheit häufig mit keinem Wort gewürdigt wird. Den auch hier besteht noch ein großer Unterschied zu anderen Unternehmen und Lizenz/ Datenschutzbestimmungen….

    Gruß

    • ghostdog21

      .
      @Chris:
      .
      Was für Betriebssystem nutzt Du auf Deinem
      Smartphone ? Android ?
      .
      Ansonsten gibt es viele Alternativen. Die
      zusammengefassteste findest Du wohl unter
      http://www.zoho.com/
      .

  9. Schnurpsel

    Hier mal ein Zitat aus den Google-FAQ zum Thema:

    “Oder wir können Ihnen anhand Ihres Standorts, Ihres Kalenders und der aktuellen Verkehrslage mitteilen, dass Sie zu spät zu einem Termin kommen werden.”

    Super, dafür gebe ich doch gerne alle meine Daten preis. :-)

    • Viktor

      krass, oder?

      “Das betrifft auch Android-Benutzer, deren Standortdaten, Google Wallet-Daten und vieles weitere gesammelt werden sollen. Die gesamten Datenspuren werden verknüpft. Auch wenn Google verspricht, dadurch dem Anwender eine bessere Dienstleistung bieten zu können, ließe sich der Datenpool auch für eine viel” … sagen wir mal eigennützigere Zwecke
      http://www.gizmodo.de/2012/01/25/amtlich-google-ist-jetzt-bose.html

    • tagSeoBlog

      +1 :-)

    • ghostdog21

      @schnurpsel – dazu müsstest Du erstmal Latitude
      und Calendar mit dem gleichen Google-Konto nutzen.
      .
      Die meißten nutzen auf dem Handy jedoch ein ganz
      anderes Konto als auf ihrem Computer. – Du nicht?
      .
      Ach ja: Ich nutze Latitude gar nicht und einen
      Server in der Nähe von Berlin als Proxy. Somit
      ist mein Standort aus Google’s Sicht dort.
      Es sei denn ich würde bei Google Maps meine tat-
      sächliche Wohnadresse als Anschrift angeben.
      .
      Google hat hier also lediglich ein Beispiel gegeben.
      .
      Nicht deswegen gleich daran ersticken … ;-)
      .

  10. Viktor

    Wo bleibt da eigentlich das Kartellamt?

    • ghostdog21

      @Victor
      .
      Das Kartellamt meldet sich in regelmässigen Abstnden
      - gaz so wie bestimmte Datenschutzbeauftragte …
      .

  11. Mario Fischer

    Es ist richtig, große Datensammlungen zu hinterfragen und extrem kritisch zu bleiben. Man muss natürlich auch immer im Hinterkopf behalten, wer der “Owner” einer Datensammlung oder einer Profilbildung ist. Bei Google sind des die Accounts oder der Browserfingerprint / Toolbar-ID ect. Damit ist allerdings noch lange kein Klarname bzw. eine echte Adresse verbunden (außer, wenn ein Account auch mit Adwords oder anderen zu bezahlenden Diensten wie z. B. Apps Professional genutzt wird). Google dürfte auch nicht wirklich interessieren, wer als Mensch hinter einem Profil steht – eine echte Adresse würde nur nutzen, wenn man die Daten verkaufen möchte. Insofern ist es richtig, dass immer mehr Profildaten gesammelt werden können – kritisch (so richtig kritisch…) würde das dann, wenn echte Namen/Adressen damit verknüpft werden (könnten). Das sehe ich heute noch nicht, aber man muss da für die Zukunft natürlich auf jeden Fall kritisch bleiben.

    Wer mal sehen möchte, was er für ein Profil hat, kann das übr. unter
    www.google.com/ads/preferences im eingloggten Zustand sehen. Ganz interessant… ;-)

    Eines kann ich noch beisteuern. Google schüttet ca. im Schnitt 70% via Adsense an Webseitenbetreiber aus (wurde oben erwähnt). Der Hauptteil dieser Adwordseinnahmen gehen also tatsächlich an die Websitebetreiber. Google “heimst” davon nur etwa ein Drittel ein (das kann man in der Bilanz nachlesen, dort, wo auch der entspr. Umsatz für Display-Werbung steht).

    • tagSeoBlog

      Danke, Mario, für den Link und die Adsense-Ergänzung. Wußte ich bislang nicht…

    • Jürgen

      Vielen Dank für den Tipp mit den preferences. Sehr interessant, was Google alles weiß. Widersprechen möchte ich allerdings dem Ausdruck, dass Google “nur” 30 % einbehält, ich finde das eine ganze Menge.

    • Wolfgang

      Cool,
      laut Google ( www.google.com/ads/preferences )bin ich 25-34 Jahre alt.
      Wenn das kein Kompliment ist ?
      ;-)

      • ghostdog21

        .
        Tja Wolfgang, meine Freundin, deren Profil
        ich an ihrem Rechner mitbenutze, wird glatt
        22-31 Jahre älter geschätzt als sie ist bzw.
        19-28 als ich bin …
        So kann es gehen, wenn man halt öfter nach
        Intellektuellem google-t. # frech_grins #
        .

  12. Mario Fischer

    @Viktor: Das Kartellamt ist hier nicht zuständig. Google macht selber keine Preise und kann daher auch nicht in den Verdacht kommen, eine etwaige Monopolstellung auszunutzen. Außerdem entsteht das “Monopol” durch eine kostenlose Nutzungsmöglichkeit! Man kann Google ja nicht dafür bestrafen, weil alle hingehen und eben -wichtig- kostenlos nutzen… ;-)

    • tagSeoBlog

      Ja und nein. Auch der Internet-Explorer war seinerzeit ein kostenloses Angebot. Und in diesem Fall würde ich es weitaus gravierender einschätzen: Google hat einfach die Macht, durch sein immer größeres Netzwerk die eigenen Produkte durch Verknüpfungen zu promoten. Nach meiner Einschätzung ein klarer Wettbewerbsvorteil…
      Außerdem hat ja noch nie jemand gesagt, dass alle Google-Produkte immer (!) kostenlos bleiben, oder?

  13. Johannes

    Was man meiner Meinung nach nicht außer acht lassen darf:

    Niemand zwingt einen dazu, google zu nutzen.
    aber wenn die userexperience dazu führt, dass man lieber chrome statt IE oder firefox benützt, dass google search relevantere Ergebnisse liefert etc. dann muss man sich auch mal fragen, wieso die Konkurrenz nicht in der Lage ist hier mitzuhalten.
    Und es liegt sicher nicht nur daran, dass google große budgets hat, die hat microsoft auch…
    Solange man die Wahl hat, auf welche Suchmaschine man setzt sollte man nicht immer google dafür kritisieren, dass Sie versuchen den größtmöglichen Profit zu erzielen. Wem das nicht passt kann jederzeit ein anderes Produkt benützen. UNd natürlich bewerben sie ihre eigenen Produkte, wer macht das denn nicht??
    Mich würde ein Punkt interessieren:
    Wer von den google Kritikern ist denn Spender bei wikipedia? Und mit Spender meine ich nicht 10€…, sondern einen Betrag der einer so komplexen Wissenssammlung angemessen wäre (vgl.Brockhaus Enzyklopädie ca 3000 €)

    • ghostdog21

      Hallo Johannes,
      .
      obwohl kein Google-Kritiker wüsste ich
      doch gerne was die Nutzung kostenloser
      Dienste eines Milliarden-Konzerns und
      Kritik an diesem mit der gemeinnützigen
      Unterstützung eines vermeintlich guten,
      vermeintlich freien Nachschlagewerkes
      zu tun hat ?
      .
      Sorry aber ich kann den Zusammenhang da
      nicht erkennen … ?!?
      .

  14. Bastian Gauwitz

    Hallo Martin,
    Dein Beitrag ist mal wieder umfangreich und sehr sorgfältig recherchiert. Da ich gerade jetzt Feierabend machen werde, lese ich ihn mir gleich auf dem Heimweg in Ruhe durch – bin nur kurz über die Kommentare geflogen, und auch wenn ich den Vergleich von Viktor richtig deuten kann, finde ich ihn einfach zu krass und sowas gehört nicht in ein Kommentar geschrieben.

    • ghostdog21

      Sorry Bastian G.,
      .
      aber “sorgfältig recherchiert” empfinde
      ich diesen Artikel noch lange nicht.
      Siehe meinen langen Kommentar unten.
      .
      Und krasse Kommentare können manchmal
      helfen allzu eingefahrene Gedanken zu
      durchbrechen.
      .
      Mich zum Beispiel hat Victors Kommentar
      daran erinnert, wie “toll” es viele (mich
      eingeschlossen) fanden, dass Google+ an
      eine Klarnamens-Pflicht gebunden war/ist.
      .
      Es hat eine Weile gedauert bis wir dann
      realisierten, dass Klarname ja noch lange
      nicht echter Name bedeutet.
      .
      Bis dahin hatte das auch etwas von Minder-
      heiten-Unterdrückung. Auch wenn der direkte
      Vergleich natürlich stark überzeichnet ist.
      .

  15. ghostdog21

    .
    Also Martin M. gehen wir auch diesen Artikel kurz mal durch:
    .
    Die “Personalisierung der Google-Produkte” begann ja schon
    spätestens mit iGoogle – also vor Jahren, nicht erst jetzt.
    .
    “Der gläserne Mensch wird durch die geballte Macht der Google-
    Dienste immer realer.”
    - Der gläserne Mensch wird immer realer, doch Google erfindet
    diesen ja nicht. Und auch die geballte Macht hat Google ja nie
    an sich gerissen.
    Von daher ist dies der falsche Ansatz.
    .
    “Denn dadurch kann Google im Prinzip auf die Rechner zugreifen
    und Funktionen anbieten, die andere nicht anbieten können.”
    - Das stimmt so aus zwei Gründen nicht:
    1. ist Firefox Google Chrome technisch durchaus ebenbürtig und
    kein Browser wird die Entwicklung einstellen nur weil der IE
    (= Microsoft Inernet Explorer aka “das blaue E”) nicht mehr an
    der Spitze ist. Da der Firefox Opensource ist, also sein Code
    (= seine Programmierung) frei verfügbar ist, kann jeder auf der
    Basis des Firefox seinen eigenen Browser entwickeln.
    2. basiert Google Chrome selbst auf einem Opensoure-Projekt das
    auf den Namen “Chromium” hört. Auf dessen Basis basiert auch
    das Google-Betriebssystem ChromeOS und der nicht von Google mit-
    entwickelte Browser Iron, der im Prinzip mit Google Chrome bau-
    gleich ist ohne jedoch Daten an Google zu senden.
    .
    Somit kann jeder, Budget und Personal vorausgesetzt, genau das
    auch anieten.
    .
    “Auch im Videomarkt ist youTube längst Weltmarktführer.”
    Zumindest wenn es um Homevideos, also rein private Aufnahmen von
    Laien und Amateuren geht. Aber schon bei Original-Musikvideos
    endet diese Führerschaft – von qualitativ hochwertigem Film- &
    animationsmaterial ganz zu schweigen. Das solches vereinzelt auf
    Youtube vorkommt, beweißt keinesfalls das Gegenteil.
    Von echten Videos mit einer Länge von mehr als 45 Minuten an nur
    einem Stück einmal ganz abgesehen.
    Also einen Weltmarktführer stelle ich mir anders vor.
    Glauben braucht man mir das übrigens keinesfalls – einfach mal
    in der Google-Suche auf Videos klicken und zum Beispiel nach
    beliebigen Dokus (= Dokumentationen) suchen … Die wenigsten
    sinnvollen Suchergebnisse werden hier von Youtube sein.
    .
    “Heimlich, still und leise integriert Google immer mehr Dienste,
    die sich monetarisieren lassen.”
    - Und genau das ist der Knackpunkt: Das tut Google nämlich grad
    nicht. Genau deshalb ist es ja so unwahrscheinlich leicht sie
    auf’s Korn zu nehmen.
    Google kündigt alles, aber auch wirklich alles an zig Stellen
    unzählige Male an. Zwar oft sehr sehr wage, aber wenn man sich
    nur ein bischen damit beschäftigt, kann man sich spätestens nach
    einem Blick in die Tiefen von code.google.com an zwei Fingern
    abzählen, in welche Richtung der “next big Deal” (= das nächste
    große Ding) geht.
    .
    Doch oft reichen schon die Google-Blogs bzw. auf deutsch die
    Fan-Seite googlewatchblog, das Mitlesen bei Google-Mitarbeitern
    oder die Ankündigungen auf den Youtube-Kanälen von Google.
    .
    So konnte man bereits Monate vor dem US-Start von Google Plus
    von einem Google Buzz-Nachfolger erfahren, oder sogar 2 Jahre
    im Voraus von einem Google-Betriebssystem …
    .
    “Google hat über seine Websuche viele Standards durchgedrückt,
    wie Daten angeboten werden sollen.”
    - Und das ist gut so.
    Hätte das Google nicht getan würden wir vermutlich heute noch
    alle unsere E-Mails über irgendein Programm herunterladen und
    müssten bei diesem bleiben, weil es das einzige ist, das Mails
    als PST (das Outlook-Dateiformat) oder so speichert.
    Oder RSS / Atom als Feed-Formate wären noch immer eine Rander-
    scheinung und somit selbst via Yahoo Pipes noch immer keine
    halbwegs vernünftige Automatisierung eines für uns sinnvollen
    News-Streams (= Nachrichten-Ticker) möglich.
    .
    So sind es auch jetzt gerade vor allem Mozilla (die Firefox-
    Macher) und Google die HTML 5 als effizienten Standard für
    moderne Webseiten voranbringen.
    Unter der Regie von Microsoft allein wäre damit wohl frühestens
    2022 zu rechnen gewesen …
    .
    “Unter dem Strich muss man festhalten, dass Google seine
    Geschäftsfelder immer weiter ausdehnt. ”
    - Ähm welches Unternehmen macht das nicht ?
    Und welche an der Börse notierte Firma, bzw. AG könnte es sich
    leisten das nicht zu tun ?
    Sicher in der Vergangenheit konnten sich auch solche großen Haie
    halten, die das nicht taten und ihr Monopol vorwiegend dann dazu
    nutzten, dass sich in ihrem Bereich möglichst wenig bewegte.
    .
    Aber stehen Firmen wie die Deutsche Post, die Deutsche Bahn oder
    die Telekom für Innovationen ?
    Oder stehen Unternehmen wie Microsoft, Apple oder Intel denn für
    Nächstenliebe, Kundenfreundlichkeit und Entscheidungsfreiheit ?
    Wohl eher nicht.
    .
    “Durch die Verzahnung mit den anderen Diensten hat Google einen
    enormen Wettbewerbsvorteil.”
    - Der da wäre ?
    Vergleihen wir das mal mit Microsoft:
    Suchmaschine ? Check. (“Bing”)
    Chat-Client ? Check. (“Windows Live Messenger”)
    E-Mail-Dienst ? Check. (“Live Mail”)
    Online Office ? Check. (“Microsoft Office Online”)
    Landkarten-Dienst ? Check. (“Bing Maps”)
    Vor-Ort-Orientierung ? Check. (“Microsoft Streetside”)

    und so könnte ich das beliebig fortsetzen bis hin zum, (NOCH) in
    der Entwicklung befindlichen, Online-Betriebssystem “Microsoft
    Windows 8″.
    Wo also ist der enorme Vorteil ?
    In der Verzahnung ? Wieso ? Kann man von Bing nicht über Bing
    Maps zu Streetside wechseln ohne sich neu anmelden zu müssen ?
    Doch kann man.
    .
    “Google ist bereits in vielen Bereichen klarer Markführer.”
    - Eine Aussage mit der ich sehr vorsichtig wäre. Noch vor nicht
    sehr vielen Jahren sagte man das gleiche von Microsoft. Und wie
    ich bereits gezeigt habe, ist diese Marktführerschaft doch eher
    subjektiv.
    .
    “Die Vereinigung der Google-Dienste schafft einen
    Wettbewerbsvorteil, der es Google ermöglicht, in
    immer mehr Bereichen die Markführerschaft zu erringen.”
    - Das ist ökonomisch SO nicht richtig.
    Denn das funktioniert nur in Bereichen die nicht sehr innovativ
    sind ODER schon vorher von einem Marktführer abhängig waren. In
    allen anderen Bereichen kann Google nur punkten, wenn sie auch
    einer der ersten sind die das Neuland betreten um von Anfang an
    zu überzeugen.
    .
    Doch bisher war das nicht gerade die Stärke von Google. Ich mag
    mich gar nicht daran erinnern, wie schwer es war jemanden damals
    von Google Buzz oder Wave zu überzeugen. Oder welche ja enormen
    Anlaufschwierigkeit Google Plus hatte …
    .
    Und wie man bei Micosoft gesehen hat, kann ein verpasster Markt,
    ein verpasster Trend, … auch einen angeblich bombensicheren
    Mega-Konzern heftigst treffen.
    (siehe Internet und Smartphone-Trend)
    .
    “Natürlich weist Google darauf hin, dass die Daten sicher seien
    und nicht verkauft würden, aber… Wie sicher sind eigentlich die
    Daten, die Google sammelt?”
    - Nein auch da muss ich widersprechen.
    Google hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie ihr Geld mit
    dem Verkauf von Daten machen. Jedoch ncht mit dem direkten, wohl
    aber mit dem Anbieten der Daten-Auswertung – was im Endeffekt ja
    noch schlimmer ist.
    Denn: Wenn 80% der Leute die Sonnencreme und Badelatschen kaufen
    auch nach “Spanien-Urlaub” / “Spanien-Reise” / “Spanien” suchen,
    tja dann brauchen die übrigen 20% nur nach “Sonnencreme” oder
    “Badelatschen” zu suchen um Google wissen zu lassen, dass sie
    dieses Jahr nach Spanien wollen.
    .
    Jedoch: Das ist bei einer Menge von Online-Diensten heute der
    Fall.
    Und: Ganz so einfach ist es ebend doch nicht, da es ja nicht nur
    das eine Reiseziel Spanien gibt.
    .
    Ebenfalls ein offenes Geheimnis ist, dass US-Unternehmen eine
    eigene Vorstellung von Datenschutz haben. Und das die Regierung
    der USA dieses Thema “sehr” ernst nimmt, setze ich auch als eher
    allgemein bekannt voraus.
    .
    “Wer kann gewährleisten, dass es nicht zu Missbrauch kommt?”
    - Ich selbst kann gewhrleisten, dass es nicht zum Missbrauch
    meiner EC-Karte, meines realen Namens oder meiner privaten
    Anschrift kommt.
    Denn:
    Alle diese Daten hat Google nicht von mir.
    Wozu auch ? (Wer sich keine ausdenken kann/mag, findet im Netz
    Generatoren, Seiten die sich Namen, Adressen usw. quasi “aus-
    enken” können …)
    .
    “Könnte ein Google-Mitarbeiter einzel[ne] Profildaten illegal
    entwenden?”
    Ja natürlich. Vollkommene Sicherheit gibt es nun einmal nicht
    im Leben. Allerdings ? Warum sollte jemand seinen Job bei einem
    der weltweit beliebtesten Arbeitgeber samt gutem Gehalt auf’s
    Spiel setzen ?!?
    Und dessen Image ? Und seine eigene Integrität ? Und seine (auch
    nach US-Recht dann gefährdete) Freiheit ?
    .
    “Kann eine Gruppe von Hackern von außen in das System eindringen
    ?” – ist denn der Mythos vom unknackbaren System nicht bereits
    mit der Titanic gesunken ?
    Natürlich gibt es immer Wege. Und natürlich ist Google wie jedes
    Unternehmen bestrebt “seinen Schatz” mit allen möglichen Mitteln
    zu schützen. Wer nutzt denn heute noch leichten Herzens Sony’s
    “Playstation Network” ?
    .
    “Können die Daten durch Google-Allianzen weitergegeben werden ?”
    - Könnten schon – nur warum sollte Google “seinen Schatz”, also
    unsere Daten teilen wollen ?
    Bei Allianzen sichert sich Google, wie es wohl jeder halbwegs
    vernünftige Hai machen würde, den Zugriff auf die neuen/fremden
    Daten – und gibt im Gegenzug Zugriff auf die Auswertungen dieser.
    Aber möglichst nicht mehr. Logisch oder ?
    .
    “Welche ‘offiziellen’ Behörden können wann mit welcher
    Legitimation darauf zugreifen. Wenn man bei irgendeinem
    Staatsschutz arbeitet, oder bei einer Steuerbehörde,
    oder was weiß ich: das oben Beschriebene weckt doch
    Begehrlichkeiten.”
    - Tja das ist hier wie da ein Problem. Vor allem so
    lange Lobby-gesteuerte Regierungen vom jeweiligen Volk
    legitimiert oder zumindest geduldet werden.
    .
    “Nirgendwo sonst auf der Welt gibt es so lückenlose
    Personenprofile.”
    - Na da unterschätzt Du leider einige Geheimdienste. Niemand
    hat so viele Bilder von Dir wie die Briten nach einem Besuch
    in London – inklusive Bewegungsprofile Deiner Hände, Deines
    Ganges, etc, dank unter Anderem Video-Voll-Überwachung.
    Deine Psyche & Dein Kontaktverhalten analysiert hingegen wohl
    kaum jemand so gründlich wie die Amerikaner. Und was Deine
    vermeintlich harmlose Kommunikation angeht, weiß der BND weit
    mehr als die KriPo je zu träumen wagen wird.
    Natürlich werden alle diese Überwacher weltweit lückenlos von
    ihnen übergeordneten Stellen überwacht. – Logisch. ;-)
    Ich empfehle hier eindeutig den Film “Staatsfeind Nr.1″ der nur
    zeigt, was damals schon öffentlich vom FBI zugegeben worden war.
    Einem eher harmlosen Nachrichtendienst…
    .
    Jedoch: Warum sollte Dich das nervös machen ? Bist Du etwa ein
    Terrorist ? Oder Kinderschänder ? Hast Du was zu verbergen ?
    Ist Dir die Angst vor Teppichmessern keinen Nacktscan wert ?
    ^^
    .
    Doch zurück zu Google.
    .
    “Auch facebook ist nur ein kleiner Fisch gegenüber Google. Die
    Kombination aus Kalender, Suchverhalten, Email etc. enthüllt
    doch viel mehr private Informationen als irgendwelche
    öffentlichen Zeitleisten.”
    - Interessante Annahmen.
    Komme ich also in den Besitz Deines Handys weiß ich mehr, als
    wenn ich alle Deine Telefonate mitzeichne ? Na das zu glauben
    fällt mir schwer.
    Und so in etwa ist der Vergleich: Google – Facebook.
    .
    Beide Leben von unseren Daten ? Check.
    Beide haben unsere Kontakte, auch zu Nicht-Mitgliedern ? Check.
    Nur liegt Facebook da weit vor Google. Denn letztere haben max.
    eine Visitenkarte. FB hingegen weiß dank privater Kommunikation
    genau um was für einen Menschen es sich handelt der da nicht
    mitmachen will.
    Beide haben Termine aus unserem Offline-Leben ? Check.
    Doch wo würdest Du eher Name, Gewicht und Größe bei der Geburt
    Deines Kindes eintragen ? In eine Zeitleiste mit vielen Fotos
    von Dir oder in einen Geschäfts-Kalender ?

    Und auch dieser Vergleich liese sich wieder lange, lange, lange
    weiter führen.
    Doch im Endeffekt, macht Google seine Ziele öffentlich, lässt
    Dich Deine Daten mitnehmen / teils löschen bzw. verändern und
    versucht Dir immer vor Augen zu führen wer Zugriff auf Deine
    Daten haben wird.
    Facebook will jedoch gar nicht, dass Du den Club jemals wieder
    tatsächlich verlässt – und macht daraus noch nicht einmal einen
    Hehl.
    .
    “Das neue Ziel müsste wohl so lauten:

    - Aber: Selbst, wenn das ihr Ziel wäre: Noch sind sie weit ja
    sogar sehr weit davon entfernt einen Staat zu gründen oder zu
    übernehmen, geschweige denn alle Staaten dieser Welt.
    Somit denke ich eher, hier wird Google weit (ge)wichtiger wahr-
    genommen als sie sind – schließlich handelt es sich letztlich
    doch nur um ein Unternehmen, einen Global Player (= weltweit
    aktiv investierende Firma) – unter vielen.
    .
    “Wenn man in der Lage ist, gezielt Werbung zu schalten, weil
    man weiß, wie die Leute ticken, dann ist es letztlich nur ein
    kleiner Schritt, wenn es darum geht, Individuen und ganze
    Gesellschaften zu beeinflussen und nach belieben zu lenken.
    Wer kann heute sagen, wie Google in Zukunft politische
    Interessen durchsetzen will?”
    - Nun, wenn das tatschlich so einfach wäre, warum gehen dann
    weltweit Millionen in die Marktforschung, wo es genau darum
    geht ? Und das seit Jahrzehnten ?!
    Mal abgesehen davon: Hast Du Dir die Werbung in Deinem Google-
    Mail mal angesehen ? Ist die wirklich so auf Dich zugeschnitten,
    dass Du nicht anders kannst als sofort drauf zu klicken und da
    auf der Seite was zu kaufen ? Wohl kaum …
    Oder die Werbung bei der Google-Suche, wenn Du mit Deinem Konto
    angemeldet bist. Ist es da so ?
    Auch eher nicht …
    .
    Und wie erfolgreich Google im Durchsetzen politischer eigener
    Interessen ist, sieht man unter Anderem daran wie viel von
    Deutschland in Streetview sichtbar ist. Oder wie unzensiert
    Google in China ist. Etc. pp. usw. usf. …
    .
    Ich mag Google. Sehr sogar.
    Aber nein, auch Politik gehört nicht zu ihren Stärken.
    .
    Daher ist mein Fazit zu diesem Artikel:
    Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Google ist
    ein Großkonzern. Aber nach wie vor unserer Vertrauensseeligkeit
    / Gutgläubigkeit unterworfen und der lokalen Politik definitiv
    gehorsam zugeneigt.
    Wir geben unsere Daten und bekommen dafür viel zurück. Egal ob
    wir flunkern oder nicht. Wenn Google uns jedoch beschummelt ja
    dann sind wir weg – und mit veralteten Daten will keiner ernst-
    haft versuchen Geld zu verdienen.
    Somit wird Google sich immer um unsere Daten, also ihr Kapital,
    und damit um uns bemühen. Naja immer, ist vielleicht etwas zu
    theatralisch – sagen wir einfach “noch sehr lange Zeit” …
    Denn ja: man kann ja nie wissen, was noch kommt.
    .
    In diesem Sinne:
    Liebe Grüße
    .
    ghostdog21
    .

  16. ghostdog21

    .
    Schade, dass ich hier meine unseltenen
    Rechtschreibfehler nicht korrigieren
    kann …
    .

  17. Marcel S.

    Zwei kleine Ergänzungen:
    a) Für AdSense-Werbung schüttet Google derzeit aus: 68 % Text-/Image-Anzeigen und 51 % Anzeigen in der benutzerdefinierten Suche; Quelle: http://support.google.com/adsense/bin/answer.py?hl=de&answer=180195&topic=1316579&ctx=topic (für Linkblöcke waren es mal 58 %, aber diese Angabe taucht in der Quelle leider nicht auf)
    b) Google hat nicht im letzten JAHR 10 Milliarden Dollar Umsatz gemacht, sondern im letzten QUARTAL!! Die Börsianer sind trotzdem enttäuscht … Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,810255,00.html

  18. Ronny

    Wohin marschiert Google? Mit dieser Frage beschäftigen sich unzählige Menschen seit Jahren. Bisher gibt es aber keine Anzeichen, dass Google den eigenen Leitspruch “Don’t be Evil” begraben hätte. Die Zusammenführung der dienste kann sicherlich bedeuten, dass man die Informationen über die Benutzer zusammen führen möchte. Vielleicht will aber Google wirklich nur die Bestimmungen für die Nutzer vereinfachen. Keine Ahnung, dies wird die Zukunft zeigen. Meine Gedanken hierzu hatte ich schon mal im letzten Jahr aufgeschrieben: http://www.ploync.de/internet/394-google-zukunft-weltherrschaft-weltregierung-untergang.html

  19. justhuman

    Ich habe schon vor Jahren mein Webprotokoll deaktiviert, die Erstellung von Cockies oder das Speichern meiner Chronik etc…..
    Für das Internet verwende ich nur noch mozilla und auf meinem youtube Konto habe ich auch Alles deaktiviert was mir irgendwie verdächtig vorgekommen ist….

  20. Hakuna72

    Grundsätzlich ist der gläserne Mensch nichts Neues. Die Sicherheitsvorkehrungen bei Behörden und Instituten sind ein Witz und lassen sich von Profis relativ leicht umgehen. Auch kann man Informationen über eine andere Person jederzeit auf verbalem Weg (face3face oder per Telefon) bekommen, auch von öffentlichen Stellen, wie dem Finanzamt, der Krankenkasse und dem Einwohnermeldeamt etc.

    Also habe ich keine Bedenken, mit Google und Co zu arbeiten. Wenn ich was “verbergen” will, benutze ich einen anonymen Proxy und Firefox im “Private” Modus. Außerdem sollte man geschäftliche und private Nutzung normalerweise eh strikt trennen – gerade als Selbstständiger.

    FAZIT: Wenn du existierst und irgendwo registriert (Meldeamt) bist, sind schon Daten vorhanden, die anderen relativ leicht zugänglich sind. Google und “Winzigweich” schenk sich von der Intention her nichts, nur dass Google einen leichten Vorpsrung hat. Wenn man also völlig anonym bleiben will, bleibt nur ein gefälschte Totenschein und das Leben als “Robinson Crusoe”.

  21. Matthias Ernst

    Das gegenwärtige Internet wäre ohne Google vermutlich vollkommen unbrauchbar. Dennoch muss man nicht alles blind hinnehmen und fressen. Jedem stünde es im Zweifel frei, sich dieser Datenerfassungsmaschine zu entziehen indem man sich einfach abmeldet. Vorher allerdings rate ich jedem den Test des thor-Netzwerkes durchzuführen, oder – wie meine Frau neulich – z.B. bei Ikea am Automaten der Family Card, unter den bösen Blicken der anderen Schafe, die kompletten Nutzungsbedingungen in einem schmalen 10 Zeilenausschnitt aufmerksam durchlesen. :-)

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  2. dolores-sauls Jimdo-Page!

    SEO – Bildersuche im Internet…

  3. [...] das Netzwerk stark mit der Suche, den Mail und anderen Google-Diensten verknüpft ist. Ob wir uns diesbezüglich allerdings sorgen müssen, ist natürlich fraglich. Bedenklich aber in jedem [...]

  4. [...] besser erfassen und bedienen kann. Diese Neuigkeit schreit natürlich nach einer Diskussion! Martin Mißfeldt warnt in seinem Artikel davor, als vollkommen gläserner Mensch zu enden. Noch viel schwerwiegender [...]

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    [...] Da rappelt es im Hintergrund – und das Google-Image bekommt immer mehr Kratzer (siehe: Warum ist (Super-) Google gefährlich?) Wenn man jetzt nicht Nutzer gewinnen kann, wann [...]

  6. [...] Warum ausgerechnet Google? Weil Google der Marktführer ist, auch wenn sich Google durch einige Aktionen in der jüngeren Vergangenheit ein wenig ungeliebt gemacht haben. Wenn Google Sie wieder aufnimmt, machen die anderen [...]

  7. [...] in seinen zwei Artikeln: Neue Datenschutzbestimmungen: Google vereint sämtliche Produkte und Warum ist Super-Google gefährlich auf interessante und kritische Art und Weise. Letztlich kann ich Martin aber nur Recht geben. [...]