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Geschickt gemacht: Google kauft Links und bestraft sich selber

Google Chrome

Google Chrome

Google kauft Links und bestraft sich nun selber – diese Schlagzeilen füllen seit gestern die Social Media-Kanäle. Hintergrund: um den eigenen Browser Google Chrome bzw das entsprechende Werbevideo zu promoten, hat Google eine Agentur beauftragt. Diese Agentur hat eine Reihe von Blogs – gegen Bezahlung – beauftragt, das Video und den Browser vorzustellen. So weit, so egal… Allerdings ist es in einem (!!!) Fall dazu gekommen, das in dem bezahlten Blogpost der Link auf die Google-Chrome-Seite nicht mit dem „nofollow“-Attribut ausgewiesen war – so, wie es die Google-Guidelines eigentlich fordern.

Matt Cutts sauer?

Matt Cutts sauer?

Webspam-Oberguru Matt Cutts hat auch unverzüglich verkündet, dass die Chrome-Homepage eine 60-Tage-Penalty bekommt. Und nun freuen sich alle, dass die Seite tatsächlich nicht mehr vorne rankt.

Ich würde sagen: extrem geschickt eingefädelt, das Ganze. Wahrscheinlich gar nicht mal von Google selber, sondern von der Agentur, die das Video verbreiten sollte. Da hat Google wieder mal, vielleicht ohne es zu wollen, drei Fliegen mit einer Klappe geschlagen:

Aufmerksamkeit für Chrome

Ein einziger „follow“-Link und so viel Wirkung. Die sechs Wochen Penalty sind nichts im Vergleich zu der Aufmerksamkeit, die Googles Browser durch diese Aktion erhält. Daher: Kampagnen-Ziel voll erreicht und übertroffen!

Linkkauf ist böse!

Follow ist böse!

Follow ist böse!

Zweiter schöner Effekt für Google und Matt Cutts: man kann gleich noch mal den Linkkauf anprangern. Linkkauf ist böse, und bezahlte Blogpost gehören dazu. Wie, wenn nicht so, hätte man bei diesem Thema alle offenen Fragen ausräumen können. Wer jetzt nicht verstanden hat, dass man in bezahlten Artikeln alle ausgehenden Links mit „nofollow“ auszeichnen muss, ist selber Schuld.

Selbstbestrafung ist gut fürs Image

Google pageRank

Google pageRank

Der geschickteste Schachzug in dieser Kampagne ist aber natürlich, dass Google sofort und ohne zu Murren die eigene Browser-Homepage mit einer Penalty belegt hat, was auch umgehend von den großen SEO-Alpha-Bloggern bestätigt wurde. Das fördert natürlich ungemein ein positive Image. Zumal es ja nur – aus Sicht der meisten Menschen – um eine Nichtigkeit ging. Ein einzelner ausgehender Follow-Link, und Google bestraft sich selber so hart. Da kommen einem glatt die Tränen.

Dumm gelaufen, oder!?

Gott oder Google?

Gott oder Google?

Wie gesagt, ich will nicht unterstellen, dass Google sich das Ganze ausgedacht hat, und auch nicht, dass die Agentur den follow-Link gezielt so platziert hat, und auch nicht, dass der „Entdecker“ Aaron Wall möglicherweise einen Tipp bekommen hat. Ich will natürlich auch nicht unterstellen, dass der die Story gleich so hoch aufhängt, ohne mit Google-Mitarbeitern Rücksprache zu halten, und dass er seine Story „This Post is Sponsored by Google“ betitelt, finde ich auch nicht verwunderlich. Auch nicht, dass die Achse Danny Sullivan – Matt Cutts wieder mal so perfekt harmoniert. Das alles will ich gar nicht unterstellen, aber wundern tut es mich schon ein wenig ;-)

Update

Natürlich glaube ich nicht wirklich, dass Google das geplant hat. Das wäre viel zu unberechenbar, und wenn irgendjemand da hinter käme, wäre der Schaden viel zu groß. Aber ich finde es immer wieder beeindruckend, wie Google scheinbare Nachteile oder Patzer letztlich ins Positive wenden kann. Die Nummer ist aus Google-Sicht doch letztlich auf jeden Fall eine Erfolgsgeschichte, oder? Ich möchte nicht wissen, wie diese Nummer gelaufen wäre, wenn das Bing unterlaufen wäre…

Weiterlesen…

Kategorie: SEO Stuff   Autor: Martin Mißfeldt

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26 Kommentare zu "Geschickt gemacht: Google kauft Links und bestraft sich selber"

  1. Thomas

    Wer schonmal mit Penalties zu tun hatte, dem kommen 60 Tage entspannt kurz vor. Für mich ein Indiz, das die Verschwörungstheorie stützt.

  2. Marco

    Google will damit beweisen, dass Onpage-Optimierung mehr zählt als Offpage. Dumm ist nur, dass es bis jetzt noch keiner glaubt.
    Dass Google mit einem Penalty wegen einem einzigen Link reagiert soll wohl auch die (neue) Haltung von Google unterstützung, dass einzelene (organische) gewichtige Links sehr hoch gewertet werten.
    Wir dürfen gespannt sein, wie sich das Ranking künftig ausrichten wird.

  3. SEO München

    Mal wieder ein genialer Schachzug von Google, so viel Aufmerksamkeit mit ein paar paid Blogposts generiert, super Linkbait. Aber das kennen wir ja inzwischen von Google, entweder werden gute Dinge kopiert oder aufgekauft und dann über die Suchmaschine etc.. promotet. Ob das nun ein Browser ist oder ein Facebook Nachbau. Bei Google+ wurden ja auch zuerst die SEOs ausgenutzt (dazu gebracht mit zu machen), indem man behauptet G+ habe Einfluss auf das Ranking…

    • tagSeoBlog

      Habe oben ein Update eingefügt. Ich glaube natürlich nicht, dass Google das Ganze so geplant hat. Aber es ist schon witzig, wie Google das immer wieder ohne Image-Verlust rumdrehen kann.

  4. Verschwörungstheoretiker

    Verschwörungstheorie á la Carte! btw. istn fehler im text, es war kein einzelner ausgehender nofollow link, sondern ein dofollow link der dabei bitter aufgestoßen ist! nächstes mal halt einfach paar mehr quellen mitverlinken anstatt zu geizen

  5. Jürgen

    „Ein einziger “nofollow”-Link und so viel Wirkung.“ müsste eigentlich „Ein einziger follow-Link uns so viel Wirkung“ heißen.

    Aus Sicht der Aufmerksamkeit natürlich gut gelungen und auch nur als Marketinggag und Linkbait tauglich.

    Ich jedenfalls find das komplett übertrieben. Wenn mal ein Blogger vergisst Links auf NoFollow zu stellen wird man bestraft? Was wenn dann ein Konkurrent einen Blogpost schreibt, Links follow belässt und dann bei Google melden lässt, dass ein böser Konkurrent einen Blogpost gekauft hat aber dieser Follow ist. Nein, so simpel gehts sicher nicht.

  6. Jones

    „Ein einziger “nofollow”-Link und so viel Wirkung.“ Du meinst – Ein einziger „follow“-Link – ? Das hat mich jetzt ein bisschen verwirrt.

  7. DoFollowLink

    Ja Follwo meint er.
    Das die Geschichte so geplant war denke ich auch nicht, aber was daraus gemacht wurde… Ziemlich übertrieben wie ich finde.

    Google wirbt doch sowieso wie wild für Chrome, ob das nun ein Banner auf der Google-Startseite war oder ob über Adwords und jetzt auch noch Blackhat-SEO ;).

    • tagSeoBlog

      jepp, Google ist wirklich clever. Im Ranking ist das Ergebnis zwar verschwunden, aber als Ad ist es natürlich immer noch ganz vorne dabei. Vermutlich haben noch nie so viele Leute nach „Browser“ gegoogelt :-)

      Und auch sonst ist das Keyword vermutlich nicht so entscheidend für die Chrome-PR-Strategie…

  8. Stefan Köhn

    Ich glaube auch nicht an die Verschwörung, denke aber, dass Google einen tieferen Sinn hinter der Meldung hatte. Hier meine Gedanken dazu: http://www.stefan-koehn.de/blog/2012/01/googles-pr-ist-nicht-immer-nur-pagerank/

  9. Alex

    Habe grad gesehen dass du auch einen Artikel verfasst hast. Ich habe heute auch meinen Artikel darüber geschrieben mit einige Quellen: http://www.zabang.de/google-macht-werbung-fur-chrome-und-nutzt-die-blogger-aus.html

  10. Gretus

    Hallo,

    das Ganze als geplante Kampagne zu titulieren halte ich für überzogen. Die Geschichte hat einen negativen Beigeschmack, da Google selbst nun erkennt, wie schwer es manchmal ist, deren Richtlinien einzuhalten. Interessant ist die Frage, ob bei Linkkauf immer der 8-Wochen-Penalty greift oder Google sich selbst vergleichsweise hart/gering bestraft hat…

    Grüße

    Gretus

  11. Stefan

    Ich denke, dass die ganze Geschichte eine sehr große Eigendynamik entwickelt hat. Dass die Aktion genau so von Google geplant wurde kann ich mir überhaupt nicht vorstellen. Ich gehe eher davon aus, dass Google sehr früh erkannt hat wohin sich die Hetzkampagne entwickeln wird und genau richtig reagiert hat um den ganzen „Boulevard-Blatt SEOs“ den Wind aus den Segeln zu nehmen. Denn seien wir doch mal ehrlich, welche Seite wurde denn bisher für einen einzigen gekauften Link abgestraft?
    Es zeigt einfach mal wieder, dass Google ein ausgezeichnetes Krisenmanagement hat und es schafft selbst aus einer kleinen, negativen Meldung die Aufmerksamkeit vom negativen zu einer für Google größeren und positiveren Meldung zu drehen.

  12. Anatoli

    Also laut der offiziellen Aussage von Google :
    „We’ve investigated and are taking manual action to demote http://www.google.com/chrome and lower the site’s PageRank for a period of at least 60 days.“
    haben die Jungs den PageRank der Seite manuell runtergeschraubt. Und nur dadurch soll die Chrome-Seite das Ranking in den Serps verloren haben ?
    Schreiben die SEO-Blogger seit Jahren nicht, dass Pagerank total unwichtig ist und kein Rankingkriterium mehr ist ?

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  1. […] Weitere Informationen zu dem Penalty könnt ihr im Blog von Martin Mißfeldt nachlesen. […]

  2. […] Stellungnahme von Matt Cutts golem.de: Google bestraft sich selbst tagSeoBlog: Geschickt gemacht: Google kauft Links und bestraft sich selber SEL: Google’s Chrome Page No Longer Ranks For “Browser” After […] var […]

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  4. […] tagseoblog.de wird vermutet, dass es sich einfach um gute PR handelt. Ich stimme dem sogar zu. Zusätzlich wäre […]

  5. […] Geschickt gemacht: Google kauft Links und bestraft sich selber […]

  6. […] muss sich Google selber bestrafen- eine von 400 Webseiten hatte beim Verlinken eines bezahlten Videos zum Chrome Browser auf das […]

  7. […] Geschickt gemacht: Google kauft Links und bestraft sich selber […]

  8. […] Doch nur weil man den Linkhandel für moralisch fragwürdig erklärt, ist dies ja noch lange kein Grund nicht auf dem Markt tätig zu werden und Geld zu verdienen, wie sogar Google mit seinem eigenen Browser Chrome zeigte und einer PR-wirksamen Geschichte. […]

Martin Mißfeldt

Autor: (Künstler, Firma DUPLICON Berlin) über Bilder, die Bildersuche im Internet sowie Bilder- und Video-Optimierung. Mehr

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