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Netbooknews riskiert Mega-Fail: Tsunami im Wasserglas

Hohe See, tsunami?

Hohe See, tsunami?

Was bisher geschah: Sasche_P von netbootNews twitterte vor einigen Tagen: „hossa! Boese brisantes Material geschickt bekommen,welches fuer einen ultimativen Tsunami in der deutschen Blogosphaere sorgen duerfte„. Da der Mann eine große Klappe ein paar follower hat, verbreitet sich die Ankündigung mit der Geschwindigkeit eines Tropensturms. Der größte anzunehmende Enthüllungs-Supergau wird schnell mit einem „…gate“ geadelt, fortan wird mit „bloggergate“ gehashtagt. Worum es ging, wusste zunächst niemand. Nun ist die Katze aus dem Sack, der auch umgehend in China umgefallen ist. Es gibt Leute, die Links kaufen und rechts abbiegen. Der Tsunami wird zum Mega-Fail, kleine Übertreibungen sind intendiert…

Ohne Worte...

Ohne Worte...

Der Robin Hood des WWW Das Internet-SEK netBootNews deckt auf: es gibt Netzwerke, die Links verkaufen. Keyword-Links sogar. Neeiiin, ich brech zusammen. Kann das sein? Aber damit nicht genug, dahinter steckt eine „Schleichwerbenetzwerk„. Skandal! Im Zentrum der Machenschaften: der Betreiber eines renomierten Blogs: basicthinking.

Offenbar hat man versucht, „kleine“ Blogger zur Kooperation mit BasicThinking zu bewegen, indem man ihnen Geld für Links angeboten hat. Genaueres kann man bei Netbooqnews selbst nachlesen. Baff: das hat gesessen. Ich bin natürlich sofort rückwärts vom Stuhl geflogen: die Tsunami-Welle hat mich mitgerissen. Ich bin ja auch Blogger…

Linkbait #Fail

Linkbait #Fail

Als ich mich wieder vom Boden aufgewischt habe, sah ich noch ein paar seichte Kreiswellen in meinem Glas, aus dem eben ein Fisch herausgezogen wurde: der berühmte Linkbait-Goldfisch.

Nach den Seo-Trainees hat Sistrix hat einen vernünftigen Artikel dazu geschrieben: das Ganze ist eigentlich gar nichts Besonderes. Womit die Sache eigentlich vorbei wäre und dieser Artikel eine Sinnestäuschung.

SEO-Schwein!

SEO-Schwein!

Das laue Lüftchen gewinnt nun aber doch an Dynamik, allerdings anders als erwartet. Eine geheuchelte Debatte über die Suchergebnisse von Google hat eingesetzt, und es zeichnet sich eine Front zwischen den „Wächtern der sauberen Serps“ und den „Seo-Hanseln“ (aka „SEO-Glücksritter„)ab. Sogar Mat Cutts hat sich schon eingemischt und bittet um ein Vier-Augen Gespräch mit Sascha_P. Glückwunsch. Das Bittere an der Geschichte: es zeichnet sich eine verlogene Debatte voller Misstrauen ab.

Eigentlich war die Sache gar nicht so schlecht eingefädelt. Mittels social media aufgebauscht, und dann noch ein paar große Blogs über eine angebliche „Enthüllungsstory“ angeteasert. Das die da so plump in die Falle tappen, ist natürlich erst mal überraschend, aber dann auch wieder nicht. So läuft es eben, das Business.

Bloggen ist für einige eben ein Business

Bloggen ist ein Business

Bloggen ist ein Business

Und genau darum halte ich die ganze Nummer auch für mächtig verlogen. Bloggen ist ein Business, das erzählt uns Sascha_P mit nimmermüdem Grinsen. Und bei Business geht es um Geld. Und im Internet dreht sich natürlich alles um Google. Und wenn man Google sagt, muss man auch Links sagen. Der aufmerksame Leser wird sich nun denken können, dass es alles andere als überraschend ist, das Links auch ge- und verkauft werden. Es geht um Kohle. Es gibt eben Geschäftsfelder, in denen man 100 Euro in Links investiert, um damit einen Gewinn von 200 Eur zu erzielen.

Erfolgreich nix verdienen!

Erfolgreich nix verdienen!

Ich bin wahrlich kein Verfechter des Linkkaufs und komme zum Glück ganz gut ohne aus. Aber: einen Blog so anzuschei*en, um ein bisschen Aufmerksamkeit zu erhaschen – um dann bessere eigene Geschäfte zu machen, ist plump und verlogen. Wenn Ilse Mayer, die  einen Freizeitblog über Strickliseln betreibt, krakeelen würde, könnte ich diese naive Aufgeregtheit noch verstehen. Aber der selbsternannte Busi-Blogger-König Sascha_P??? Ich höre die Fliegen summen, wenn ich beschreibe, wie das riecht.

Verzockt…

Schlechter Linkbait

Schlechter Linkbait

Mit ungeheucheltem, süffisantem Lächeln mein (vorläufiges) Fazit: schätze, dass sich Herr P. reichlich verzockt hat. Natürlich wird er für die Story einige Links generieren. Aber ob sich das langfristig auszahlt, wage ich zu bezweifeln. Die Reputation der Amazon-Netbook-Filiale ist zumindest erst mal im Keller. Naja, vielleicht steht Busiman Sascha_P ja bald auf der Gehaltsliste vom Google Webspam-Team. Vielleicht ein paar Blog-Namen verraten? Ob er das dann öffentlich macht?

Dieses gönnerhaften Gehabe: „Natürlich verrate ich nicht die kleinen Blogs!“ ist in diesem Zusammenhang arrogant und egozentrisch. Wahrscheinlich kennt er kaum welche…

Update

Sascha hat reagiert und laviert rum. Ein Kommentar von Linus bei netzpolitik bringt es auf den Punkt: „Entweder ganz oder gar nicht!

Weitere Stimmen zum Tsunami-Bloggergate-Supergau-Skandal

Kategorie: Allgemein   Autor: Martin Mißfeldt

Werbung von Karl Kratz:

21 Kommentare zu "Netbooknews riskiert Mega-Fail: Tsunami im Wasserglas"

  1. Yves

    Das beste ist. Seine Adsense Blöcke zeigen Werbung für SEO Agenturen und Linkbuilding Services. :)

    Es ist wirklich ein klassischer Linkbait. Wer Backlinks bei Glücksspielen fordert, kann mir nicht erzählen, dass das keine Absicht ist.

    Der Typ ist einfach nur ein verlogener Moralapostel.

    Gruß Yves

  2. hafna

    Unser Blog Jesus sollte sich den Stock heraus ziehen, ehrlich. Was denkt er denn, wer er ist? So großartig ist sein Nettbuk Blog nun auch nicht, gibt es wie Sand am Meer…

  3. Frank 1

    Mal abgesehen davon, ob das normal ist oder nicht in der Webszene, es SOLLTE es nicht sein! Ich finde es goldrichtig, dass hier mal die Leute und Firmen auf den Tisch kommen, die so ne scheiße abziehen.

    Verdienen sich ne goldene Nase, die Blogger (und wohl auch ab und an Forenbetreiber) haben keinen Plan von der Materie und ihr tut so, als sei das nix. Weil es viele machen ist es besser? Aha, meeega Argument! Die Basicthing-Leute halten die Bloggerfahne höher als jeder andere und machen einen auf proffesionell und dann wird im Namen des Blogs so ne Scheiße abgezogen? Onlinekosten und x weitere Firmen sind an ihren Positionen in Google wegen sowas.

    Habt ihr euch nie gefragt, warum der Content mies ist und die dennoch erfolgreich sein? Wegen so nem Müll! Wollen wir das wirklich? Soll so das Internet aussehen? Sollen so Suchmaschinen funktionieren? Thematisieren ist das einzig richtige und das wurde hier gemacht.

  4. Frank 2

    Ich würde den Link auf netbooknews wenigstens auf nofollow setzen, um mich nicht zum Teil seiner Linkbaitstrategie zu machen. Wenn man sich mal anschaut, was der so alles treibt, kann man das nicht ernst nehmen.

  5. Christoph C. Cemper

    tststs… jetzt weiß ich das auch… danke für die kleine Ablenkung zum Wochenende :-)

  6. tagSeoBlog

    @Frank 1: Klar, da geb ich Dir recht. Ich finde, es sollte auch keine Hühnerfarmen geben. Nur: mit Moral hat das Ganze nichts zu tun. Google ist ein gigantisches Wirtschaftsimperium, und wer bei Google vorn dabei ist, kann potentiell viel verdienen. Es ist unsinnig, dass zu verneinen oder moralisch zu sehen.
    Thematisieren ist OK, das wird in der Seosphäre übrigens laufend getan. Fast die gesamte Seo-Szene ist daran interessiert, dass Google seine Probleme in den Griff bekommt.

    @Frank 2: ich verlinke in meinen Artikeln prinzipiell nur Seiten, die inhaltlich Sinn machen. Und dann ist nofollow Blödsinn. Das Internet lebt von Links.

  7. Frank 1

    @tagSeoBlog ich weiß jetzt nicht, ob ich einer der wenigen bin, der den Kerns von Saschas Beitrag versteht, oder ob ich einfach ne andere Denkweise habe. Das verlinkt wird ist klar, das SEO und gekaufte Sachen dabei sind ist ebenso klar, aber deswegen kann und sollte man es doch verurteilen, wenn eine solch Große GmbH/AG mit dem Namen eines großen deutschen Blogs den die meisten Laien sogar aus dem TV kennen dürften unerfahrene Blogger gewinnen wollen.

    Ich mein, ich bin kein SEO-Fachmann, aber wenn das alles so okay ist, warum darf da nicht drüber gesprochen werden? Warum 5000€ Vertragsstrafe? Ich kenne viele die einfach anfangen zu schreiben, also zu bloggen, die würden im Leben nicht daran denken, dass das Internet mit Google heutzutage so funktioniert, die lassen sich aber von einer „Kooperation mit Basicthinking“ beeindrucken.

    Alleine dafür, dass in Zukunft die Leute nicht mehr auf sowas anspringen, ist es gut, so etwas zu veröffentlichen. Ich sehe das so: Content + SEO alles i.O., SEO um irgendwelchen Content zu pushen daneben. Jeder, aber wirklich jeder in meinem Umfeld ist genervt von den Google Treffern, weil immer weniger guter Content oben landet. Und darauf kommt es doch an, oder?

  8. tagSeoBlog

    @Frank 1 (habe mal die 1 ergänzt zur besseren Zuordnung):
    Du hast (bzw. Sascha hat) ja im Grunde Recht. Natürlich sind die 5000 EUR schlechter Stil. Und natürlich kann man das Google-Problem mit den schlechter werdenden Suchergebnisse thematisieren. Zu den kleinen Blogs: naja, die so als „Opfer darzustellen“ finde ich auch unsinnig. Sie haben anscheinende etwas zu bieten, wenn man ihnen Geld bietet. Und jeder kann dann entscheiden, wie er mit der Sache umgeht.

    Sascha hat das Ganze nur extrem ungeschickt aufgezogen und offenbar nur den großen Skandal als Linkbait platzieren wollen, anstatt die Sache ernsthaft zu problematisieren.
    Er hat natürlich auch extrem Pech, dass Matt Cutts öffentlich auf den Zug aufgesprungen ist. Das wirkt jetzt um so mehr wie anbiedernd und marktschreierisch und er steht da wie der Streber in der Schule, der sich auf Kosten anderer profiliert.

  9. Frank

    Leider bekommst es auch du nicht hin, den Kern des Problems zu sehen. Ich denke JEDER hätte sich einen Shitstorm anhören dürfen, wenn er das public macht, egal auf welche Art und Weise. Das wirst auch du wissen.

    Wenn du wirklich schon in einer Welt lebst, in der du davon ausgehst, dass jeder Schreiberling im netz plan von SEO, Vermarktung und Co hat, dann glaubst du sicher auch das ein Großteil der Leute mit nem Smartphone rumrennt. Das sind Eindrücke die man als Webmensch bekommen kann, die aber eben nicht stimmen.

    Wenn morgen die Drückerkolonen an Türen klingeln und nen Ausweis von einem renomierten Verlag dabei haben, von dem Sie ja kommen würden, dann wird das Vertrauen auch steigen. Das ist eben so und auch wenn es rechtlich okay ist, ist es moralisch mist.

  10. Christian

    Für die Firmen, die durch diese Aktion Links in Auftrag gegeben hatten, könnte das evtl. nicht ganz ohne Folgen bleiben: http://twitter.com/mattcutts/status/30744586624176129

    Die Liste gibt’s bei SP zum Download, inkl. Firmennamen/Domains.

  11. Carsten

    Hallo Martin,
    Sehr schön die ganze Geschichte auf den Punkt gebracht…nichts hinzuzufügen und das Argument mit den Hühnerfarmen ist einfach zwingend. Natürlich ist das Vorgehen nicht in Ordnung, wenn man sich im Netz aufhält sollte man dies halt einfach als Spam einordnen und Gut ist. Eine Bedrohung sehe ich dort nirgends.

  12. Heiko

    Ich stelle mir die ‚Wächter‘ gerade bildlich vor – á la Matrix – doch doch, recht amüsant. Der Enthüller vom Dienst eben aus Taipei, wer braucht schon ein Impressum, und überhaupt, Ad-Farms sollten auch gleich noch mit abgestraft werden. PalimPalim

  13. AlsCastle

    @Yves: Stimmte zu. Die Seo-Ads würde ich dann aber doch dem guten retargeting zuschreiben. Mit gelöschtem Cache und Cookies wird mir jedenfalls kein Sistrix-Banner eingeblendet ;-)

    @Mißfeldt: Nette Einschätzung. Man wird sehen wohin das ganze führt.

  14. sl

    Hahaha ,.,, danke für diesen Artikel, Martin. Ich hab beinahe Pullermänner in den Augen weil ich mein Dauergrinsen nicht aus dem Gesicht krieg!

    Cya
    Seba

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  2. […] verkaufen, hat man den Skandal längst zur Lachnummer erklärt. Schöne Beiträge zum Thema sind im TagSeoBlog und bei sistrix erschienen. Dort kann man sehr schön nachlesen, wie der angebliche Skandal von den […]

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  6. Nikolas' wordpress

    Wir haben (zum Glück) kein Anspruch auf gute Suchergebnisse…

    Der Tsunami »Bloggergate« war keiner. Die Enthüllungen über böse Blogs und die Linkkauf-Industrie sind im Nichts verpufft, und allen, die sich so gerne aufgeregt hätte, bleibt letztlich nur die Feststellung, dass die Frage, ob gekaufte Links als Schlei…

  7. Die wichtigsten Tweets vom Februar 2011

    […] gefallen war. Das Ende vom Lied ist, dass die Domain behalten wird. Erinnert mich ein wenig an das Bloggergate, wo die Leute etwas heiß gemacht werden und sich am Ende doch nichts Spannendes tut. Einen […]

Martin Mißfeldt

Autor: (Künstler, Firma DUPLICON Berlin) über Bilder, die Bildersuche im Internet sowie Bilder- und Video-Optimierung. Mehr

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