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Microsoft und Yahoo kooperieren – Die Schlacht hat begonnen

Yahoo Microsoft Kooperation

Yahoo Microsoft Kooperation

Heute wurde es amtlich bestätigt: Yahoo und Microsoft kooperieren zukünftig und bringen sich damit gemeinsam mit vereinten Kräften gegen den Marktführer Google in Stellung. Irgendwie verführt diese Gemengelage zu militärischen Metaphern. Und vermutlich ist das, was sich hinter den Kulissen abspielt, auch absolut vergleichbar damit. Schon gestern pfiffen es die Spatzen von den Dächern (Wall Street Journal – via: golem.de), heute kam die offizielle Bestätigung, zum Beispiel hier oder hier. Aber was ändert sich denn nun eigentlich? Wird die ganze Sache überbewertet?Zunächst zwei Videos mit den Ankündigungen von Carol Bartz (Yahoo) und Stev Ballmer (Microsoft) – lustigerweise bei youTube/Google – noch ganz frisch. Bin gespannt, ob Google die Videos drin lässt…

Soweit Carol Bartz. Es folgt Steve Ballmer:

Klar, dass Steve happy und pround ist. Sein letzter Satz ist ein netter kleiner Seitenhieb in Richtung Google. Aus meiner Sicht beginnt jetzt eine Schlacht, die auf allen Ebenen ausgetragen wird. Microsoft hat ja angeblich 100 Mio. Dollar aus der Portokasse geplündert, um Bing auf Schwung zu bringen. Wenn es stimmt, dass der jetzige Deal angeblich nichts gekostet hat, dann darf man gespannt sein, was die Redmonder noch aus dem Hut zaubern…

Was ist der Deal?

Die Zusammenarbeit ist für 10 Jahre vereinbart. Zunächst bleiben beide Marken und Portale bestehen. Yahoo wird zukünftig die Suchtechnologie von Microsoft nutzen (und darauf auch hinweisen). Im Gegenzug übernimmt Yahoo das Werbegeschäft – auch bei bing. Die Gewinne sollen „geteilt“ werden. Für den Deal sollen keine weiteren Gelder geflossen sein. Wenn man bedenkt, dass Microsoft vor einigen Monaten noch 44 Milliarden Dollar dafür ausgeben wollte, Yahoo zu übernehmen, dann kann man wohl sagen: der jetzige Deal ist irgendwie pfiffiger. Natürlich hat Microsoft noch längst nicht das Ruder bei Yahoo in der Hand. Aber mit dem heutigen Tage ist aus meiner Sicht klar: das wird kommen.

Der Deal ist eine Win-Win-Situation: Microsoft bindet Yahoo an seine Suchtechnologie und bekommt darüber einen Fuß in die Tür. Für Microsoft kostet das nicht mehr, als man ohnehin in Bing hätte investieren müssen bzw investiert hat.

Für Yahoo bedeutet der Deal, dass man Kosten in Höhe von bis zu 200 Mill. Dollar für die Weiterentwicklung der Suchtechnologie einsparen kann. Geld, das Yahoo dringend braucht, um seine Aktivitäten am Laufen halten zu können. Nun kann sich Yahoo voll und ganz auf die Werbekunden konzentrieren. Und zwar nicht nur im eigenen Laden, sondern zukünftig auch bei Bing. Die Gewinne sollen „geteilt“ werden – diese freundliche Formulierung wird sicherlich einem Heer von Anwälten zu neuen Häusern und Autos verhelfen. Und vermutlich wird man sich über diese Frage am Ende so verständigen, dass es vernünftiger ist, dass alles unter dem Dach von Microsoft läuft. Die Aktionäre werden ausgezahlt – oder besser noch: sie tauschen ihre Papiere, wenn Yahho und Microsoft erst mal in Fahrt gekommen sind. (Alles pure Spekulation :-)

Ab wann wird Yahoo/Bing für Google gefährlich?

Wie auch immer, der Deal bewirkt praktisch eine Verdopplung der Power von beiden Unternehmen. Wie viel Prozent am Suchmaschinenmarkt beide zusammen erzielen können, wird sich zeigen. Aber wenn sie so bei 30 Prozent liegen – so meine Einschätzung – dann wird sich Grundsätzliches verschieben. Bisher konnten sich viele Unternehmen bzw die riesige Menge kleiner und mittelständischer Betriebe auf Google-Werbung konzentrieren. Die Reichweite war einfach zu groß. Oder anders gesagt: die Reichweite der Kleinen war für viele zu gering, um sie in die Werbeetats einzubeziehen. Aber ab einer signifikanten Größe werden die ganzen kleinen Firmen ihre Werbeetats teilen. Wenn man als kleiner lokaler Betrieb sieht, dass ein Drittel oder mehr über eine andere Suchmaschine suchen, wird er dort investieren. Dann bekommt Google nicht mehr den ganzen online-Kuchen, sondern nur noch einen Teil. Die dann einsetzende Entwicklung würde einen Strudel auslösen, mit dem Google arg zu kämpfen hätte.

Aber das ist alles noch Spekulation. Wie groß der gemeinsame Marktanteil von Yahoo und Microsoft/Bing sein wird, werden die nächsten Wochen zeigen. Aber so, wie schon der heutige Deal logisch und folgerichtig absehbar war, so sehr ist auch der Punkt absehbar, an dem beide gemeinsam die 30 Prozent-Marke überschreiten.

Ich bin gespannt, wie man bei Google darauf reagieren wird. Mit der üblichen arroganten Borniertheit wird man wahrscheinlich  Sympathiewerte verspielen, die man bisher noch gar nicht verloren hat. Denn: für den Benutzer ändert sich ja zunächst nichts. Yahoo bleibt gleich, Microsoft Bing bleibt, wie es ist, und Google sowieso. Aber: die Machtverhältnisse haben sich mit dem heutigen Tage signifikant verschoben. Das Bild mit den Wanderern auf dem Drahtseil ist übrigens heute bei Bing das „Bild des Tages“.

Yahoo Bing (Microsoft) Kooperation - die Gewichte haben sich verschoben

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Kategorie: Allgemein   Autor: Martin Mißfeldt

12 Kommentare zu "Microsoft und Yahoo kooperieren – Die Schlacht hat begonnen"

  1. Roman

    Hallo Martin,
    wie Du sagst, für den Normalo ändert sich vermutlich nichts, vorläufig… vermutlich wird sich das aber positiv auf die Branche der Suchmaschinenoptimierer/innen auswirken. Mich persönlich nervt eben vor allem dieser Punkt, dass bei der täglichen Arbeit für meine Kundschaft (beinahe) alle nur von der Tante reden, also die wollen ja vor allem google-SEO (kein Wunder…), deshalb freut mich das, wenn es ein wenig farbiger wird, und man als SEO also auch ein wenig mehr gefordert wird ;o) Gruss, Roman

  2. VLC-Player

    Schöner Artikel!

  3. serienload

    „Wie viel Prozent am Suchmaschinenmarkt beide zusammen erzielen können, wird sich zeigen. Aber wenn sie so bei 30 Prozent liegen – so meine Einschätzung – dann wird sich Grundsätzliches verschieben.“

    Ich bin da echt gespannt… und das „Drahtseilakt-foto“ finde ich da voll und ganz angebracht!

  4. Putzlowitsch

    Ich würde da nicht drüber gehen.

  5. tagSeoBlog

    @Putzlowitsch: das hat gedauert, bis ich das kapiert habe. Schön, wenn jemand auch die Bilder anschaut :-)

  6. Mario

    Die 30% gelten aber nicht für Deutschland, wo mehr als 9 von 10 Suchanfragen über Google gestellt werden. Für mich ist das ganze zur Zeit noch zu abstrakt, als dass ich konkrete Veränderungen ausmachen kann, die uns bei der täglichen Arbeit im Netz betreffen. Am interessantesten finde ich da noch den möglichen Wegfall der Backlinkanzeige, wenn unter der Haube der Yahoo-Suche ab kommendem Jahr Microsoft steckt.

  7. Christina Langer

    Das Foto auf dem Draht-Seil ist großartig!! Aber ich hätte mir von Bing in den Folgetagen mehr solcher Bilder gewünscht.

  8. Lars

    Bei dem Anblick dieses Bildes wird einem ja echt schwindelig :) Bei dem Ausblick auf die Zukunft von Microhoo bzw. Bingoo allerdings auch :D Man kann wirklich extrem gespannt darauf sein, wie sich die Verhältnisse verschieben werden. Für die Endverbraucher wäre es doch eigentlich sehr gut, wenn Google etwas schwächer würde und der Konkurrenzkampf größer wäre. Nur durch Wettbewerb entstehen meiner Meinung nach wirkliche Neuerungen und Innovationen.

Martin Mißfeldt

Autor: (Künstler, Firma DUPLICON Berlin) über Bilder, die Bildersuche im Internet sowie Bilder- und Video-Optimierung. Mehr

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