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Über Bloggen, Kohle und Quoten!

Besser arm dran als Arm ab!

Besser arm dran als Arm ab!

Geld verdienen ist an sich nichts Schlechtes. Es gehört dazu. Mein Vermieter akzeptiert am Monatsende eben keine Bilder – der Ignorant. … Bloggen ist Arbeit. Die einen geben sich mehr Mühe, andere schütteln es eher aus dem Ärmel. Es gibt keinen Grund, dass diese Arbeit nicht bezahlt würde. Genau das ist aber ein Problem. Denn es gibt keine angemessenen Vergütungsmodelle für diese Arbeit. Zum einen ist es zum Status Quo geworden, „wertvolle Information“ frei verfügbar irgendwo zu finden – Google sei Dank. Zum anderen sind die einzig verfügbaren Einnahmequellen Werbung. Werbung, die in vielen Fällen vollkommen fehl am Platz ist – und deswegen fast sowieso nichts bringt.

Ach wär das schön: „Geld verdienen mit dem eigenen Blog“ – oder „Reich werden durch bloggen“ – oder „Mach Dein Hobby zum Beruf„. Es gibt zahlreiche Tipps, Artikel und Ebooks, die einem genau das verkaufen wollen. Es ist auch zu verführerisch: Dank Google Adsense und Affiliate-Programmen kann ja praktisch jede Website monetarisiert werden – potentiell zumindest. Überspitzt könnte man sagen: Es gibt keine Website, die schlecht genug wäre, um damit nicht (im Prinzip) Millionär zu werden.

Werbung ist keine angemessene Form der Blog-Vergütung

Geld-Scheine

Geld-Scheine

Das Problem: Werbung ist in 95% der Fälle eine schwachsinnige Art der Vergoldung. Es ist in etwas so, als würde man angeln, indem man den super-schmackhaften Köder etwa einen Meter über die Wasseroberfläche hält und darauf wartet, dass zufällig mal ein Fisch Flügel bekommt und bei den Flugversuchen zufällig den Köder erwischt. In den allermeisten Fällen kann Werbung keine angemessenen Einnahmen generieren. Weil eben einfach viele über Dinge bloggen, die vollkommen frei von Leser-Kaufinteressen sind (zum Glück!) Nur leider: es gibt keine Alternative zur Werbung – noch nicht. Vielleicht wird Flattr mal sowas (siehe unten Link zum elcario-Artikel).

Lesen - Denken - Bloggen

Lesen - Denken - Bloggen

Aber wenn man mal ehrlich ist: ein Großteil der „guten“ Blogs sind im Grunde gar nicht zu vermarkten. Zumindest aus Sicht der heutigen Vermarktungs- und Nutzungsmodelle. Blogs stehen da im Grunde ganz nah bei den traditionellen Medien. Aber anders als bei den „Großen“ hat bei den Blogs das große Hauen und Stechen noch nicht eingesetzt. Es steckt einfach noch viel Herzblut und Leidenschaft, viel Aufbruchstimmung und Enthusiasmus in den „neuen wilden Blogs“. In einem interessanten Artikel hat Gretus heute vorgestellt, dass 99% aller ausgehenden Links von Weblogs zu Angeboten von traditionellen Medien führen.  In der Gegenrichtung kommt fast nichts (siehe Seo-United: „Das Leiden der Blogger„). Logisch – denn es geht ums Geld. Linkgeiz ist keine Charaktereigenschaft, sondern ein Wirtschaftsfaktor.  Ich befürchte, dass das zunehmende Interesse am „Geld verdienen durch Blogs“ eine zunehmende Selbstbezogenheit nach sich ziehen wird, die in der Konsequenz immer weniger Vernetzung nach sich zieht.

Luftschloss Blogosphäre

Die Blogosphäre befindet sich noch unter einer riesigen Käseglocke, in einem selbst-errichteten Luftschloss. Bisher haben sich viele noch nicht darauf eingelassen, ihren Blog und ihre journalistische Arbeit als „Wirtschaftsleistung“ zu sehen. Eben weil sie gar nicht als „Journalisten“ gestartet sind. Die berühmten Amateure, die quasi durch Lust und Engagement zu Profis werden, ohne es zu bemerken. Nur: bevor er (oder sie) ans Geld verdienen denkt, sollte man erst mal über die Hausaufgaben nachdenken – nämlich das Schreiben. Einfach nur Schreiben, selbst wenn man es gut kann, bedeutet nicht automatisch, dass man damit auch viel Geld verdienen könnte. Auch wenn es einem das „genial einfache“ Adsense-Modell vorgaukelt.

Wer Geld sagt, muss auch Quote sagen!

Erfolgreich nix verdient!

Erfolgreich nix verdient!

Wie bei Werbung üblich: die Quoten zählen. Je mehr, desto besser. Wer sich auf der „Geld verdienen„-Spielchen einlässt, will konsequenterweise immer mehr. Und mehr kommt durch Masse – erst Leser, dann Werbepartner, dann Kohle. Aus diesem Grund setzt man vieles daran, immer mehr potentielle Klick-Leser zu gewinnen. Dafür ist kein Mittel zu billig: Gewinnspiel um Luftballons, Gratis-Gummibärchen, 2-Tage-Kostenlos-Sidebar-Banner, und so weiter. Im Grunde die ganze Linkbait-Palette, die von vielen Bloggern nur zu gerne missverstanden wird.

Fazit: Schluss mit Monatsstatistiken

Blog Werbebanner

Blog Werbebanner

So, bevor ich nun noch über Peer Wandiger herziehe (dessen Blog ich übrigens gerne lese, obwohl ich glaube, dass sich viele durch ihn auf eine falsche Fährte leiten lassen [wollen]), ziehe ich hier noch mein Fazit: es gibt nichts (außer Kunst), was so schlecht bezahlt wird wie bloggen. Zumindest habe ich für so viel Arbeit noch nie so wenig verdient. Aber darum geht es ja eben beim Bloggen gerade nicht, finde ich. Es gibt noch kein System, dass journalistische Arbeit angemessen honoriert.

Ich werde übrigens ab sofort keine monatlichen Statistiken mehr veröffentlichen. Denn selbst wenn ich durch Adsense und Banner hier etwas hinzu verdiene, so sehe ich die Monatsstatistiken inzwischen nur als neiderzeugenden Schwanzvergleich, die nur die Gier nach „mehr mehr mehr“ anheizt.

Dieser Artikel ist im Rahmen des Webmaster-Friday entstanden, bei dem es in dieser Woche um „Geld – Geld – Geld“ geht. Es haben sich bereits sehr viele mit zum Teil sehr interessanten Artikeln beteiligt:

Danke an dieser Stelle für die zahlreiche Beteiligung.

Besser arm dran als Arm ab!

Besser arm dran als Arm ab!

Kategorie: Allgemein   Autor: Martin Mißfeldt

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Martin Mißfeldt

Autor: (Künstler, Firma DUPLICON Berlin) über Bilder, die Bildersuche im Internet sowie Bilder- und Video-Optimierung. Mehr

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