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Offizieller Kurswechsel: Google will Findmaschine sein

Google evil ...

Google evil …

Es zeichnet sich bereits seit Monaten / Jahren ab, und ich habe schon in vielen Artikeln kritisch darauf hingewiesen, z.B. „Google: aus Suchmaschine wird Findmaschine„. Doch bislang hat Google sich zu dieser Entwicklung nicht geäußert, sondern nur durch permanente Kleinstveränderungen Fakten geschaffen. Nun aber ist es offiziell: in dem jährlichen Business-Report legt Google den Aktionären die Karten auf den Tisch: die Zukunft gehört nicht mehr blauen Links, sondern direkten Antworten.

Wörtlich heißt es in dem Bericht:

[…] providing ways to access knowledge and information has been core to Google and our products have come a long way in the last decade. We used to show just ten blue links in our results. You had to click through to different websites to get your answers, which took time. Now we are increasingly able to provide direct answers — even if you’re speaking your question using Voice Search — which makes it quicker, easier and more natural to find what you’re looking for. […]

Also, frei übersetzt:

Im Kern hat Google Wege eröffnet, um auf Wissen und Informationen zuzugreifen, und unsere Produkte haben  in den letzten zehn Jahren einen langen Weg genommen. Früher haben wir nur zehn blauen Links in unseren Ergebnissen gezeigt. Man musste sich durch verschiedene Websites klicke, um Antworten zu bekommen, das koostete Zeit. Jetzt sind wir zunehmend in der Lage, direkte Antworten zu liefern – selbst wenn man die Frage ausspricht mit Hilfe der Sprachsuche – was alles schneller, einfacher und natürlicher (intuitiver) macht, um das zu finden, was man sucht.

Werbung als Suchergebnis

Was danach folgt, ist zwar bekannt, aber in der direkten Abfolge auch interessant: „Ads as Answers„.

What if we could deliver a relevant ad at just the right time and give people useful commercial information? What if we could provide products that allow for better attribution and measurement across screens so that we show great ads for the right people?

Kurzum, zunächst als Fragen formuliert:

Was wäre, wenn wir zum richtigen Zeitpunkt relevante Werbung einblenden – und so den Menschen hilfreiche kommerzielle Angebote zeigen? Was wäre, wenn wir Produkte anbieten, die es ermöglichen, das zu überprüfen und zu messen, damit wir die großartige Werbung auch den richtigen Leuten zeigen?

Naja, und so weiter. Wer Muße hat, kann sich ja durch den Bericht durcharbeiten…

Woher kennt Google die Antwort?

Google hat das Geschäftsmodell damit offiziell geändert: statt wie bislang „alles Wissen dieser Welt zu sammeln und verfügbar zu machen“ (was ja soweit ganz ehrenhaft zu sein schien), geht es nun darum, dieses gesammelte Wissen zu nutzen, um es durch die Vermischung mit Werbung zu vergolden.

Google ...

Google …

Woher nimmt Google seine „Antworten„? Natürlich hat Google keine Redaktion, die Inhalte recherchiert und mühsam ordnet und strukturiert. Nein, das hat Google 10 Jahre lang andere machen lassen. Unter dem Deckmantel des „Indexierens“ hat man das alles schön gesammelt. Auch als Google gesagt hat: Liebe Webmaster, das ist alles so ein Durcheinander, und unser Algorithmus hat Schwierigkeiten, das auszuwerten. Bitte strukturiert doch Eure Daten! – na, da haben (fast) alle mitgemacht, in der Hoffnung auf bessere Rankings.

Ist der User das Maß aller Dinge?

Quo vadis Google?

Quo vadis Google?

Google rechtfertigt jede Veränderung damit, dass man ja nur das Beste für die User wolle. Das mag auf den ersten Blick ja stimmen – aber zu welchem Preis? Für die User meiner Website wäre es auch schön, wenn ich mal eben 10 andere Seiten zusammenkopiere, die Bilder klaue – und alles in meinem Design anbiete. Dann muss der User auf meiner Seite nicht erst klicken, um die Antwort zu erhalten. Ich darf das natürlich nicht machen …

Nicht alles, was für den User gut ist, ist erlaubt oder sinnvoll!

Es ist eine altbekannte Marketing-Strategie von Google, um Interessengruppen gegeneinander auszuspielen. Betroffene, die sich kritisch äußern, werden so schnell als technologiefeindlich und rückwärtsgewand mundtot gemacht. Nicht von Google selber, sondern von den Wortführern einer scheinbaren User-Mehrheit. Ein perfides Spielchen …

Der neue Google-Kurs ist evil, oder? Was meint ihr?

Google hat sich verändert ...

Google hat sich verändert …

Kategorie: SEO Stuff   Autor: Martin Mißfeldt

Werbung von Karl Kratz:

52 Kommentare zu "Offizieller Kurswechsel: Google will Findmaschine sein"

  1. Justin

    Hi Martin,

    grundsätzlich könnte man meinen, dass der Schritt „evil“ ist. Jedoch glaube ich, dass automatisiert erst einmal nur relativ einfache Fakten als Antworten ausgegeben werden können.
    Für weitergehende Informationen muss Google manuell eingreifen/kuratieren (siehe medical knowledge graph).

    Wenn ich auf meiner Seite jedoch nur faktenbasierte Informationen anbiete, dann bringt mir der Traffic in der Regel nicht viel – außer gegebenenfalls Werbeeinblendung.
    Wenn jemand aber detaillierte Informationen abrufen will, dann kann Google diese Informationen so ohne weiteres nicht bereitstellen.

    Du verlierst zwar Traffic, jedoch Traffic der in der Regel nur nach einer kurzen Antwort sucht. Du behältst aber Traffic, der sich tiefergehend informieren will.

    So ist meine Ansicht zu dem Thema. Sehe das alles nicht so schlimm.

    Weiterführend noch ein hervorragender technischer Beitrag auf SEO by the Sea zum Thema: http://www.seobythesea.com/2015/02/google-corroborating-facts-direct-answers/

    Schöne Grüße,

    Justin

    • Mißfeldt

      Ich denke, entscheidend ist der Kurs an sich. Natürlich werden sie immer nur so viel ändern, das es kaum jemand bemerkt. Und zunächst sowieso nur Antworten, die unkritisch sind (Translate, Rechner, Definitionen etc.) Aber wenn der Kurs in die Richtung geht, dann wird Google nach und nach alles (!) versuchen zu integrieren. Nicht morgen oder übermorgen, aber irgendwann. Genau das ist die Gefahr, denke ich: der offizielle Kurs.

      • Niklas

        Das sehe ich genauso. Man stelle sich nur mal ein Gerät vor, mit dem man sprechen kann und das man ins Wohnzimmer stellen kann. Wenn man das Gerät fragt: „Gerät, welche neuen Handys gibt es auf dem Markt?“, dann sucht das Gerät nach freien Wandflächen im Zimmer und projeziert die Informationen angemessen aufbereitet an die Wand oder an eine andere Stelle. Anschließend kann man seine Frage vertiefen; z.B. „Gerät, welche dieser Handys hat min. eine 12 MP Kamera?“.

        Das kann man beliebig weiter spinnen und ich denke mit „Amazon Echo“ und verschiedenen anderen Geräten von Microsoft und Google sind wir garnicht so weit davon entfernt. Man muss die verfügbaren Technologien eigentlich nur noch zusammenführen sage ich jetzt einmal ganz naiv.

        Ich denke nicht, dass man diese Weiterentwicklung aufhalten kann. Die Frage ist lediglich „Wie können wir uns da positionieren, um noch mitmischen zu können?“. Die schwierige Kunst besteht darin die Entwicklungen als Chance zu sehen.

        • Mißfeldt

          der letzte Absatz ist wohl wahr. Die meisten, die das überblicken, stehen in einer Symbiose mit Google – und wenn der Wirt sich bewegt, fallen einige ab, aber die meisten laufen eben mit, weil sie dranhängen.
          Danke für den Kommentar, hat mich weiter gebracht …

        • Miladin

          …ja, Justin, das sehe ich sehr ähnlich!
          Um dich mache ich mir da also mal keine Sorgen…
          ;)

      • Andre

        Genau so sehe ich es auch. Google ist schlau, nicht radikal etwas zu ändern. Das geht (technisch) auch gar nicht. Aber überlegt mal wo wir vor 7 Jahren waren und wo wir in 7 Jahren sein werden…

  2. Robert

    Hi Martin,

    jetzt ist es halt offiziell. Aber ja nicht wirklich neu.
    Google will den User natürlich auf der eigenen Seite halten, damit er da brav (und unbewusst) seine Vorlieben kund tut, schön viel Werbung anklicken kann und man nicht mit Publishern aus dem Google Display-Netzwerk teilen muss.
    Google ist ein börsennotiertes Unternehmen und ist deswegen halt einfach dazu „verdammt“ immer mehr Kohle zu verdienen… wie jedes andere Unternehmen auch.
    Von daher ist die Unterscheidung zwischen „gut“ und „böse“ eigentlich nicht zielführend, denn dann wären alle Unternehmen, die ihren Ertrag steigern wollen, automatisch böse. Apple, BMW, Microsoft, Coca Cola, usw…
    Ich frage mich warum bei Google immer noch davon geträumt wird, dass dieses Unternehmen der Menschheit einfach was Gutes tun will? Woher kommt dieser naive Wunschgedanke? Hat die Propaganda von den zwei sympathischen Studenten aus Kalifornien, die halt das Internet bissl verbessern wollten, so gut gezogen?
    Google ist ein Unternehmen mit machtbesessenen Inhabern und zig geldgeilen Aktionären wie jedes andere auch.
    So schaugts leider aus.

  3. David

    Was passiert eigentlich, wenn Google alle Fragen direkt antwortet und keine Besucher mehr auf Seiten schickt, so daß die Seiten kein Geld mehr mit Visits verdienen können?

    – müssen die Zielseiten 100% ihres Traffics von Google kaufen?
    – hören die Zielseiten dann auf, ihre Inhalte zu präsentieren? (woher bekommt Google dann die Antworten?)
    – produzieren die Seiten die Antworten gleich (gegen Bezahlung) für Google? So läuft es ja schon bei Wetter und Kino (?)
    – Google könnte ja Wikipedia für alle Themen weltweit betreiben und Experten für den Inhalt zahlen
    – Google könnte in jedem Land 10 Zeitungen kaufen und Nachrichten produzieren lassen

    Oder gibt es dann doch ein neues Google, und alles fängt von vorne an?

    • Mißfeldt

      hehe, genau „ein neues Google“. Noch besser wären natürlich „zwei Googles“. Eine alternative Suchmaschine ist dringend erforderlich, aber mach das mal … :-)

      Auf der anderen Seite ist eine „gute Antwort“ ja nichtz nur die faktisch richtige Antwort, sondern auch eine „angemessen vermittelte“. Da haben viele Webmaster zum Glück noch die Nase vorn …

  4. jouaux

    Auch Gesundheitsinformationen werden bald direkt auf den SERPs integriert. Damit werden die „Lexikas“ wie onmeda, doccheck oder die Apotheken-Umschau ebenfalls Besucher verlieren.
    Quelle: http://www.theguardian.com/technology/2015/feb/10/google-health-information-directly-into-search-results

  5. Patrick Mebus

    Ich denke nicht, dass es sich hier um ein neues Geschäftsmodell handelt. Vielmehr um eine Konsequenz aus dem bestehenden Modell und den Aktivitäten der vergangenen Monate. Google ist aktuell dabei den Mobilebereich unglaublich zu pushen. Ich kann mir deswegen vorstellen, dass sich dieses „direkte Antwort liefern“ vor allem auf die Sprachsuche bezieht.

    LG

    Patrick

    • Mißfeldt

      Naja, es ist schon ein Unterschied, ob man als „Suchmaschine“ auf Quellen mit den Informationen verweist – oder ob man als Findmaschine direkt Antworten liefert, finde ich.

  6. Jens

    Es kommt auch sehr stark darauf an, wie der User auf die angezeigten Ergebnisse reagiert. Und da habe ich meine Zweifel das google das alles so umsetzen kann. Bei einfachen Begriffen mag das funktionieren. Wenn sich aber ein User über Lichtmikroskope informieren will, kann google niemals alle wichtigen Informationen auf einer Seite oder gar in einem Absatz bereitstellen. Der User würde sich auf deiner lichtmikroskop Nischenseite deutlich besser informiert fühlen. Und das wird auch google merken. So zumindest meine Einschätzung.

    • Mißfeldt

      Ja, stimmt (siehe Kommentar von mir oben). Nicht nur die Information an sich ist wichtig, sondern auch der Kontext. Genau darin wird nach meiner Einschätzung auch der weitere Weg der Webmaster liegen. Letztlich ist ein Mensch schlauer als jeder Algo …

  7. Jacqueline

    Martin, das neue Google ist ja nicht so abwegig. Alternativen wie Duck Duck Go sind am Markt und obwohl noch immer wenige diese Alternativen als Standard nutzen, steigt die Zahl der Zugriffe dort gewaltig an. Hier findet sich eine aktuelle Grafik zu Duck Duck Go.
    http://onlinemarketing.de/news/einmal-ente-orange-bitte-duckduckgo-trackt-nicht-und-bietet-viel

    • Mißfeldt

      Ja, danke für den Hinweis. HOCH lebe DuckDuckGo! Aber obs hilft?

    • Andreas

      Als User der Suchmaschine sehe ich doch gar keinen Grund zu wechseln, ganz im Gegenteil. Lediglich als SEO oder jemand, der gern gefunden werden möchte, bereitet mir das Kopfzerbrechen.
      Ich denke den Google Sucher selbst wird das nicht ärgern, daher auch kein Grund die Suchmaschine zu wechseln.. und damit.. Hat es sich schon ausgequackt

  8. Lois

    Google zeigt in den englischen Suchergebnissen nun auch Kochrezepte direkt in den Suchergebnissen an (Komplett incl Rezeptur und Zubereitung, entnommen von allrecipes.com). Wenn man bedenkt dass allrecipes ja auch ein grosser Adsense Publisher ist eine Frechheit.

    • Lois

      Google wertet dazu nur den Recipe Tag aus – denkbar einfach und genau fuer diesen Zweck gemacht.

    • Mißfeldt

      Die Frage ist nun natürlich: fragt Google vorher – oder machen sie es einfach so? Ich vermute ja, dass man bislang noch Kooperationen mit den Content-Produzenten (in diesem Fall recipe.com) aushandelt. Das nützt zwar den Wettbewerbern gar nichts, gewährt aber recipe.com immerhin noch eine gewisse Übergangsfrist.

      • Lois

        Nun – allrecipes enthaelt wie die meisten anderen Konkurrenten usergenerated Content. Es stellt sich die Frage ob eine Einwilligung von allrecipes ueberhaupt noetig ist, bzw ueberhaupt sinnvoll ist, da sie gruendsaetzlich keine Verfuegungsgewalt ueber den Content haben.

  9. Andreas

    Bleibt die Frage, wann wir das erste mal ein Suchegebnis ganz ohne Links sehen.
    Rand Fishkin hatte das ja schon für 2014 vorhergesagt, das fand ich auch für den US MArkt zu früh, aber den Kurswechsel hat er offensichtlich längst in Gedanken und denkt noch weiter.
    Diese Answer Boxes sind (für mich als Sucher) ultra praktisch – Lösung ohne Klick, aber für mich als SEO oder auch einfacher Webseitenbetreiber ein Einbruch der CTR…
    Also nicht nur Evil, aber eben irgendwie doch

  10. Jodelpriester

    Hallo Martin,

    die Frage ist doch, wie weit Google wirklich gehen kann? Wenn Google zu wirklich jeder Frage nur eine passende Antwort liefern würde, wer soll dann noch die Adwords-Anzeigen schalten und anklicken? Man darf nicht vergessen, dass Google mindestens 90% seiner Umsätze mit Adwords-Anzeigen in den SERPs generiert. Ob sie die wirklich wegbrechen lassen wollen? Ich glaube nicht.

    Betracht man mal das Keyword „Übersetzung Deutsch Englisch“ dann sieht man, dass das Suchvolumen (90.000+ exakt) wirklich spannend ist – aber eigentlich niemand Adwords dafür schaltet. Warum? Das Keyword wird in der Regel von Nutzern verwendet, die eine kostenlose Übersetzung suchen. Ok, hier wird der Google Translator in den SERPs eingeblendet. Im Vergleich dazu: „Übersetzungsbüro“, „Übersetzungsagentur“, etc. – wenig Suchvolumen, hohe Konkurrenz, viele Anzeigen … kein Google Tool.

    Mein Fazit dazu ist also bis auf Weiteres: Ruhig bleiben ;)

    • Mißfeldt

      Genau. Deshalb habe ich ja auch die Passage mit den „Ads as Answers“ mit zitiert. Die Ergebnisse sehen dann so aus: 4 x Ads (gekauft und bei Klick bezahlt) und dann eine Antwort von Google. Irgendwo viel später, nach News, Bildern und Videos, kommen dann ev. noch Hinweise zu Quellen (die bisherigen Ergebnis-Links).

  11. Andreas

    Kurzfristig dürfte es darauf hinauslaufen, dass Google bei direkte Suchen nach Produkten und Dienstleisungen eine eigene Kauf- oder Preisvergleichsseite anzeigt.

    „Lösungen“ für Publisher gibt es: Nutzer binden durch soziale Medien und direkte Zugriffe durch eigene Apps generieren. Paradebsp. sind Urlaubsguru & Co.

    Paar Geschäftsmodelle wie evtl. kleine Nischenseiten oder Gutscheinportale werden sterben. Aber das gehört dazu, wenn man im Internet sein Geld verdient…

  12. Andreas

    @jodelpriester: ads as answers heisst, dass wenn Du z.B. nach einem Flug suchst, direkt auf eine Seite kommst, wo Du buchen kannst. Oder Du kannst direkt auf der Google-Seite buchen und ein Partner macht im Hintergrund die Abwicklung.

  13. Selle

    Amerikanische Werte eben. Die Amis zeigen immer deutlicher was sie sind. In jeder Hinsicht. Profit um jeden Preis.

  14. Andreas

    @Selle von jedem an der Börse gelisteten Unternehmen wird kontinuierliches Wachstum erwartet. Nicht nur in den USA.

  15. Marcel

    ich fände es gut, wenn die EU Google auch in dieser Hinsicht zu gegebener Zeit die urheberrechtlichen Grenzen aufzeigt. Streitbar ist die EU ja durchaus.

    Vielleicht sollte man jetzt den Snippet-Streit mit den Verlagen aus dieser Sicht sehen: Gestern die Verlage, übermorgen die meisten Webmaster. Eine konkrete Antwort auf eine einfache oder mittelschwere Frage wird sich ja als Snippet abbilden lassen.
    Ich vermute mal, die Mehrzahl der Suchanfragen ist eher einfacher Natur.

  16. Chris

    Oder die genervten Betreiber von guten Informationseiten zeigen Google die rote Karte und sperren explizit den Google Bot aus.

    Dann darf Google ohne Copyright Verletzung die Antworten nicht mehr zeigen und das Modell funktioniert nicht mehr. Natürlich wird es immer Webmaster geben die ihre Infos weiterhin hergeben, aber wenn Google plötzlich nur mehr die Hälfte der Anfragen sinnvoll beantwortet ist ganz schnell Platz für neue Suchmaschinen.

    Google ist doch nur so mächtig wie die Qualität der Datenbasis, und die kann recht schnell weg sein wenn Google die Betreiber der Webseiten nicht mehr mit Traffic versorgt.

  17. Steffi

    Es geht nur um Kommerz. Solange die User darin ihrer Bequemlichkeit frönen können, ist es ihnen egal, dass Google sie manipuliert, um ihnen Kohle aus der Tasche zu schröpfen. Das sowas langfristig – und meiner Meinung nach auch schon jetzt – zu einer folgenreichen Manipulation führt, ist den Usern halt noch nicht bewusst und ich fürchte, sie wollen das auch nicht wahrhaben. Sie lassen sich gerne führen. Egal, wohin das führt. Toller Artikel. Steffi

  18. Roland

    Google hat seit Gründung viel gelernt.
    Vor allem eines – sagen wir „mach Männchen“ machen alle Männchen. Und die paar die das nicht machen auf die können wir verzichten, sei der Inhalt noch so gut.

    Google wird sich weiter optimieren. Optimieren heißt die Gewinne maximieren. Google sind die Webmaster und Seitenbetreiber relativ egal. Diese sind weitgehend eine gut erzogene „mach Männchen“ Truppe. Die wachen erst auf wenn es eines Tages kein Futter mehr gibt für ihre Dressurkunststückchen.

    Die Schrittchen für Schrittchentaktik funktioniert überall. Siehe auch Tabaksteuer. Immer nur ein klein wenig, nur ja niemanden vom rauchen abhalten, lediglich eine Maximierung für die eigenen Einnahmen anpeilen.

    Alternative zu Google: Hmm, ich hoffe ja dass Yandex den Sprung macht. Ansonsten empfehle ich jedem zumindest einen oder zwei Googlefreie Tage einzulegen und im Browser die Suchmaschine umzustellen. Das alleine würde Google schon auf das notwendige Maß stutzen.

  19. Chris

    Hey Martin, ich bin da prinzipiell bei dir. Evil, nun ja, ich denke es eine logische Entwicklung. Ich finde das allerdings nicht weiter verkehrt.

    Es ist okay für mich wenn Google alle möglichen Antworten selbst anzeigt. Google wird erst einmal nicht in der Lage zu sein komplexe Antworten zu geben (dafür gibt es andere Webseiten). Wer natürlich selber nur Fakten und solche Dinge anbietet (mit dem Wunsch ja auch Einnahmen zu generieren) der hat es dann halt auch einfach nicht mehr verdient besucht zu werden, wenn eine Maschine das kann was ich kann dann sollte ich halt schauen was ich kann und die Maschine nicht.

    Was allerdings nicht in Ordnung ist: Google klaut halt einfach Inhalte und verdient daran.

  20. Andreas AT

    Ich denke bis Google zu einer allwissenden Seite wird, die statt Suchergebnissen die Antwort auf alle Fragen gibt ist der Weg noch weit. Sollte es jedoch so weit sein, dann wird es das Internet maßgeblich verändern. Und sicher nicht zum Guten. Es war schließlich noch nie gut wenn jemand ein Monopol hatte. Schon gar nicht auf Wissen.

  21. Mißfeldt

    Aktuell bei Spiegel: Wissenschaftler fordern europäischen Index (nicht so neu, aber mal wieder):

  22. Thomas Wendt

    Es gab doch schon Verfahren in Deutschland gegen die neue „Bildersuche“, also diese Google-Galerie, bei der einfach alle Bilder aus dem Netz angezeigt werden. Was ist daraus geworden? Ich kann mir nicht vorstellen, dass Google das im Großen dauerhaft machen kann, was jeden Kleinen sofort in teure Urheberrechtsprozesse treiben würde.

    • Mißfeldt

      Nein, ist mir nichts bekannt. Ich werde nachher mal bei Freelens anrufen, mal sehen, wie der Stand der Dinge ist.

  23. Thomas Müller

    1) Vielleicht sollte man sich zum Start mal ein (harmloses) Praxisbeispiel ansehen. Suche doch mal nach Öffnungszeiten eines Restaurants. In den meisten Fällen muß ich gar nicht mehr die Website anklicken – denn ganz oben wird dick und fett das Ergebnis von Google angezeigt. Dank „Rich Snippets“, die alle ganz brav (wie von Martin erwähnt) eingebaut wurden. Und da liegt meiner Ansicht nach die größte „Gefahr“ bzw. der größte potentielle Umsatz für Google: mit strukturierten Daten. Die bringen auf einmal zu 100% Sicherheit den gewünschten Kontext. Schon genial. Jetzt zu „evil“:

    2) Google wird – siehe „Shopping“-Suchergebnisse – zum größten Affiliate weltweit. Die Macht wird immer mehr konzentriert. Wenn man das weiterdenkt wird es eines Tages wohl keine Nischenseiten mehr geben … also Peer, gib Gas und mache noch so viele Challenges wie möglich ;-)

  24. Uwe Schaefer

    Auch wenn ich diese ganze Google Entwicklung mit Argwohn anschaue…Bislang hat sich jede neue Stufe als letztlich sinnvoll herausgestellt.
    Die Rich Snippets liefern doch einen echten Mehrwert und das im Idealfall für Sender und Empfänger.
    Aber der Einfluss von Google & auch einigen anderen Weltverbesserern machen mir schon Sorgen.
    Und nun gehe ich mal schauen, was „Nischenseiten“ sind.

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Martin Mißfeldt

Autor: (Künstler, Firma DUPLICON Berlin) über Bilder, die Bildersuche im Internet sowie Bilder- und Video-Optimierung. Mehr

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