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Quo vadis Google?

Quo vadis Google?

Quo vadis Google?

Die letzten Nachrichten von und über Google stimmen nachdenklich. Wohin steuert der Suchmaschinen-Gigant? Die neueste Meldung ist, dass Google nun Kontaktlinsen entwickelt. Dabei geht es zunächst um Hilfe für Diabetiker, aber man muss kein Prophet sein, um vorherzusehen, dass Google auch die Möglichkeiten von Displays auf Kontaktlinsen ausloten wird. Nach Google Glass also noch ein Produkt, bei dem es ums Sehen geht. Vor ein paar Tagen erst hat Google mit „Nest“ einen Anbieter von Haushaltsüberwachungstechnik übernommen. Und davor war es Boston Dynamics, ein Hersteller von Robotern. Wer dachte, Google würde sich auch in Zukunft auf Internet-Services und den Werbemarkt fokussieren, irrt offenbar.

Services vs. Produkte

Diese Google Strategie war mir so noch nicht bewusst: Google will Produkte entwickeln und verkaufen. Google Glass war der Anfang. Die Strategie scheint zu sein, nicht auf Billigprodukte abzuzielen, sondern High-End-Produkte zu entwickeln, die hohe Gewinnmargen versprechen. So wie Apple mit seinen Produkten den mobilfunk-Markt revolutionierte, will Google das nun offenbar das gleiche für Haushalt und Gesundheit leisten.

Wahrscheinlich hat Google auch längst erkannt, dass Internet-Services nur eine „Übergangsetappe“ waren. Die Google-Suche und die damit verknüpfte Werbemöglichkeiten bieten mittelfristig kaum Wachstumspotential. Auch wenn die Google-Suche heute noch für viele das Tor zum Internet sind – die User-Gewohnheiten wandeln sich, insbesondere durch neue Navigationsmöglichkeiten mit Smartphones. Mittelfristig wird sich ein Weltkonzern nur dann behaupten können, wenn man etwas Handfestes anzubieten hat.

In Zukunft nur noch ein Ergbnis?

Vor einiger Zeit hatte ich noch gedacht, dass es mit Google – ebenso wie mit facebook – innerhalb weniger Monate vorbei sein könnte. Aber die neue bzw. absehbare Strategie – auf echte, teure Produkte zu setzen statt auf kostenlose Web-Services – scheint mir Zukunftspotential zu haben. In Sachen Suchmaschine ist vorhersehbar, dass die Anzahl der Treffer immer geringer wird. Langfristig wird Google wahrscheinlich nur noch ein Ergebnis anbieten- nämlich nur noch das, was meine Suchanfrage 100%ig befriedigt. Und dafür braucht man dann keine lästige Suchergebnisseite mehr. Man denkt (oder sagt) die Suchanfrage – und die (von Google ermittelte) Antwort erscheint auf dem Display, dass ich gerade anschaue. Oder – siehe Google Now: noch bevor man die Frage überhaupt formuliert hat, zeigt Google einem schon dass, was man in ein paar Sekunden gefragt / gewollt hätte.

Quo vadis Google?

Quo vadis Google?

Google-Suche nur „Datensammel-Etappe“?

Unglücklicherweise ist diese Entwicklung mit unabsehbaren Risiken verknüpft. Inzwischen kann man fast alles, was Google macht, aus zwei Perspektiven sehen: einerseits sehr innovativ und nützlich. Aber andererseits will Google exklusiver Partner für ein glückliches Leben sein. Irgendwann wird Google mir empfehlen (vorschreiben), was gut und richtig und wichtig für mich ist.

Zur Zeit zielt alles darauf ab, an individuelle Daten zu gelangen. Ich bedaure es fast, aber ich gehöre zu den Schwarz-Sehern (anders als andere :-): auch wenn Google nach meiner Einschätzung heute nicht darauf aus ist, diese Daten zu „missbrauchen“, so kann doch niemand vorhersagen, was sich daraus entwickelt. Je größer die Datenfülle und damit die Auswertungsmöglichkeiten, um so größer die Verführung, damit Dinge anzustellen, die uns aus heutiger Sicht vollkommen ausgeschlossen scheinen. Und dass Google die Daten benutzt, um „das für mich beste Ergebnis“ anzubieten, ist schon heute so.

Wenn man es so betrachtet, war / ist die die Google Suche nur eine Etappe, um möglichst viele Daten zu sammeln. Und auf Basis dieser Daten kann man dann die Produkte entwickeln, die alle haben wollen oder brauchen – egal, was sie denn kosten. Das folgende Bild habe ich schon mehrfach benutzt, aber es verliert nicht an Brisanz. Früher hat Gott darüber geurteilt, was gut und böse ist. Heute (bald) will es Google …

Google ist Gott

Google ist Gott

Siehe auch

Kategorie: Allgemein   Autor: Martin Mißfeldt

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7 Kommentare zu "Quo vadis Google?"

  1. andreas

    Schwarz Sehen ist mMn. der falsche Ausdruck. Realistischer Blick – trifft es wohl eher. Du hast doch sicherlich auch so mach Film gesehen, indem dann künstliche Menschen (Roboter) geschaffen wurden usw. usf.
    Daten sammeln, künstliche Intelligenz, Roboter-Firma, Augen bauen…
    So jetzt kannst du ein Puzzle-Spiel entwickeln, frei nach dem Motto,
    „Was braucht Gxxxkle“ noch alles, bis es Welt-Firma-für XXX ist!“

  2. thomas

    wenn du dir anschaust wo google schon seit jahren drinnen hängt, egal ob energie oder eh auch die angesprochenen smartphones ist die aussage „google will produkte entwickeln und verkaufen“ ein bisschen „alt“ ;)

  3. Roland Wiegmann

    Nun – die Gewinne der letzten Jahre rufen halt nach neuer, gewinnversprechender Verwendung. Im Bereich Internet sind wir – User wie Anbieter – ja bereit, mit dem trockenen Brot, daß Google uns hinwirft zu leben. Man achte mal z.B. auf die Usability der Google Produkte. Heißt es gerade „Google plus local“, „Google Maps“, „Google Maps für Unternehmen“? Geht das eine Produkt in das andere über? Findet man „Google Maps“ eingeloggt via Google Produkt-Übersicht überhaupt?
    Da muß Google offenbar kein Geld in Verbesserungen stecken.
    Dann investiert man lieber in andere Bereiche. Ist man schon Verschwörungstheoretiker, wenn man sich fragt, ob „Haushalts“-Überwachungsgeräte nicht nur vom Anwender zum mobilen Steuern seiner Heizkörper mißbraucht werden können?

  4. Uwe

    Bei der Übernahme von Nest Labs kam mir sofort das Buch „Blackout – morgen ist es zu spät“ von Marc Elsberg in den Sinn. :-/

    Paranoid hin oder Pessimist her, aber Google will in die Häuser und Wohnungen der Menschen. Wie sich das in den nächsten Jahren entwickelt, bleibt abzuwarten. Den Suchmaschinenmarkt dominiert Google schon mit mehr als 90%. Google bestimmt also, was viele Surfer lesen (sollen).

    Und wir, da nehme ich mich keineswegs aus, hören darauf, was uns Google in seinen Richtlinien empfiehlt, um unter den ersten 10 in den SERP’s zu landen. ;-)

  5. tom

    „Vor einiger Zeit hatte ich noch gedacht, dass es mit Google – ebenso wie mit facebook – innerhalb weniger Monate vorbei sein könnte“ – wie kommt du den darauf?
    und weshalb sollte es in zukunft nur noch EIN ergebnis geben? es wird immer eine gewisse auswahl geben – wenn dann auch nur noch bezahlte.

  6. Kurtz Detektei Düsseldorf

    Mit Google soll es bergab gehen? Wenn jetzt eine Wirtschaftskrise käme, würde ich Unsummen in Google Aktien investieren. Dieses Unternehmen wird d.i.e Dominanz auf dem Weltmarkt werden.

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Martin Mißfeldt

Autor: (Künstler, Firma DUPLICON Berlin) über Bilder, die Bildersuche im Internet sowie Bilder- und Video-Optimierung. Mehr

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