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Die Bewertungsschlacht: Social Media als Zielgruppen-Einordnung

Was ist Qualität?

Was ist Qualität?

Was ist eine gute Website? Was ist „guter Content„? Mit dem Aufkommen von Social Media verändern sich die Rahmenbedingungen von Websites und der Art und Weise, wie sie verbreitet werden. Der neue Google Plus-Button wird ebenso wie der Facebook-Like-Button oder der Retweet-Button zunehmend an Bedeutung gewinnen. Das hat nicht nur Einfluss auf die Verbreitung einer Website innerhalb des Systems, sondern auch auf die Art der Rezeption, und wohl auch auf das Ranking in den Suchmaschinen. Letztlich läuft die gesamte Entwicklung auf eine Kernfrage hinaus: Was ist eine gute Website?

Am Anfang waren Webdirectories. Die manuelle Auswahl war sehr individuell geprägt. Im Laufe der Zeit haben Suchmaschinen die Verbreitung von Websites übernommen. Und mit ihnen wurde die Frage, was Qualität ist, von Algorithmen übernommen. Der Siegeszug von Google basierte auf der Idee, dass Links ein Qualitätskriterium seien. Der sagenumworbene Google pageRank war ein sichtbares Zeichen dieser Website-Qualität.

Der pageRank ist zu simpel!

Google pageRank

Google pageRank

Allerdings lässt sich prinzipiell jeder Algorithmus austricksen. Und das besonders, wenn er so simpel gestrickt ist wie der pageRank. Folglich übernahmen im Laufe der letzten Jahre zunehmend andere Rankingkriterien die Vorherrschaft. Der Google pageRank ist längst kein Zeichen von Website-Qualität, sondern bestenfalls ein Zeichen für Linkqualität. Aber da Links mittlerweile auch in großem Stil manipulierbar sind, taugt der Grad der Verlinkung immer weniger als Ranking- und schon gar nicht mehr als Qualitätskriterium.

Qualität wird subjektiv

Bis vor kurzem gab es keinen besseren Kanal für die Verbreitung von Websites als die Suchmaschinen. Und Marktführer Google sah und sieht sich aber zunehmend mit Kritik an den Suchergebnissen konfrontiert. Es zeigt sich, dass kein Algorithmus der Welt wirklich in der Lage ist, Ergebnisse zu liefern, die dem individuellen Benutzer gleichermaßen qualitätvoll erscheinen. Ich habe das schon einmal am Beispiel Wikipedia besprochen: für die einen sind die Wikipedia-Artikel super, für andere eine Überforderung (siehe: „Meine kleine Content-Farm – oder: was ist Qualität?„).

Social Media = Teil einer Zielgruppe werden

Social Media - natürlich gewachsen

Social Media - natürlich gewachsen

Nein, die kurze Ära der „objektiv“ besten Websites ist vorüber. Der sich zunehmend emanzipierende User rebelliert gegen das Diktat der Suchmaschinen. Andere Signale müssen her. Und die sind, quasi nebenbei, längst gewachsen. Es sind eben die Qualitätssignale, die oben bereits erwähnt wurden: facebook-Like, Retweet, Google plusEins und so weiter. Fast jedes Social Network hat sein eigenes Bewertungssystem, und im Gegensatz zu Google sind Social-Networks gruppen-organisiert. Überspitzt formuliert ordnet man sich in einem Social-Network in eine Zielgruppe ein. Und man lernt, den individuellen Empfehlungen der eigenen Gruppe mehr zu vertrauen als dem Algo eines Suchmaschinengiganten.

Positive denken – und sharen!

SMO

SMO

Interessant ist, dass es in den wenigsten Fällen negative Bewertungsmöglichkeiten gibt. Ein Tweet: „Schau Dir diese URL auf keinen Fall an …“ ist unlogisch. Selbst bzw. gerade die berühmt-berüchtigten #fail-Tweets sind stets eine Empfehlung für eine Website. Der faceBook „Dislike-Button“ ist zwar vieldiskutiert, aber er birgt wahrscheinlich viel zu viele Pferdefüße, als dass faceBook sich auf diese Welle des Protestes einlassen wollte. Auch Google hat diese Prinzip des positiven Denkens  übernommen und nennt sogar sein gesamtes System danach: GooglePlus. Einen GoogleMinus-Button gibt es nicht.

Worauf läuft das hinaus?

Single?

Single?

Innerhalb der einzelnen Social-Media-Plattformen ist die Entwicklung logisch: wer viele Besucher darüber gewinnen möchte, muss viele Likes oder Plusse oder Retweets erzeugen können. Dabei muss man sich nicht auf die ganze Welt beziehen und „objektiv super Qualitätsinhalte“ anbieten, sondern schlicht und einfach die eigene Zielgruppe (Freunde, Follower, Circles etc.) ansprechen können. Das Wording spielt dabei eine wichtige Rolle, ebenso die zu erwartende Reflexionstiefe, der Leseeifer, die Banalität des Gesagten etc. Bezogen auf eine konkrete Zielgruppe ist Qualität wesentlich exakter zu definieren als in das Blaue eines Suchmaschinenrankings hinein.

Was bedeutet das für Google und SEOs?

Nach eingängiger Logik ist das erste Suchergebnis bei Google auch das Beste. Logisch, oder hat Google schon mal gesagt: nein, die ersten vier Treffer sind stets Werbespam-Müll, das beste Ergebnis kommt immer erst auf Platz fünf!? Natürlich nicht. Wer bei Google sucht, erwartet das „beste“ Ergebnis ganz oben. Aber wie zuvor beschrieben, wird dieses „objektiv beste Ergebnis“ immer unmöglicher.

Google Gott

Google Gott

Google hat das längst erkannt: individuelle User erwarten mittlerweile unterschiedlich Top-Suchergebnisse. Aber das kann erst klappen, wenn ich mich selber in einer bestimmten Zielgruppe verorte. Nur wenn Google weiß, wie ich ticke, kann man mir das Top-Ergebnis ausliefern. Genau das bietet Social-Media – und genau darum war es für Google so unabdingbar, in die Social-Media-Welt einzutauchen. Google braucht für seine Suchmaschine zwei entscheidende Signale:

  • Was findet User X gut – in welche „Zielgruppe“ gehört er?
  • Was findet die Zielgruppe von User X gut?

Denn dann kann Google mir genau die Seiten präsentieren, die andere Leute, die so ticken wie ich, auch schon gut gefunden haben. Die Chance, dass ich dass dann auch gut finde, ist signifikant höher als immer nur Wikipedia vorne zu listen.

Individualisierte Suchergebnisse

Das geschieht auch schon längst, wenn auch nur in ersten Ansätzen. Wer mal die Ergebnisse einer Google-Suche im ein- und ausgeloggten Zustand vergleicht, wird schnell feststellen, dass Google die Plusbutton-Signale einfließen lässt und mir bei fast jeder Suchanfrage ein oder zwei Seiten zeigt, die irgendjemand aus meinem Kreis gut gefunden hat. Allerdings nur die GooglePlus-Ergebnisse, oder täusche ich mich?

Es hat zahlreiche Seo-Tests gegeben, welchen Einfluss wohl Retweets oder Facebook-Likes auf das Ranking haben. Über den Daumen habe ich heraus gelesen (und beobachtet), dass alle Social-Media-Signale (v.a. Facebook und Twitter) einen kurzfristigen, teilweise deutlich positiven Einfluss auf das Google-Ranking hatten. Meine These ist allerdings, dass Google diese „externen Signale“ nun zunehmend geringer gewichtet und gegen die eigenen, besser messbaren  Werte des GooglePlus-Buttons austauscht. Es ist daher aus meiner Sicht dringend zu empfehlen, den GooglePlus-Button überall einzufügen.

Zielgruppen-orientiertes SEO

Für einen professionell arbeitenden Seo ist es vermutlich eh längst klar, dass man Suchmaschinenoptimierung „Zielgruppen-orientiert“ konzipiert. Allerdings wird sich das nach meiner Einschätzung differenzieren. Es wird nicht mehr reichen, die eine (große) Zielgruppe anzusprechen. Nach meiner These wird man mittelfristig bei vielen Websites mehrere „Zielgruppen-Landingpages“ einführen und jeweils eigens optimieren müssen. Überspitzt formuliert:

  • Schuhlando für coole Kids
  • Schulando für Akademiker
  • Schulando für jungebliebende Pensionäre
  • etc.

Denn wenn Google erst einmal weiß, dass ein Besucher zum Beispiel Akademiker ist, aber die Seite Schulando ihre positiven Bewertungen überwiegend aus „Kiddie-Zielgruppen“ bekommt, dann wird Google diese Seite einem Akademiker nicht mehr ganz oben zeigen. Wie man das am besten aufzieht, und Duplicate-Content dabei vermeidet, wird eine spannende Frage der Seo-Zukunft sein. Seo wird immer komplexer, puhh…

Fazit: User, reiht Euch ein!

Geben ist seliger als Nehmen.

Geben ist seliger als Nehmen.

Kurzum: aus Sicht von Google ist Social-Media nur eine gigantische Selbsteinteilung der User dieses Planeten. Das wird Auswirkungen auf die Suchergebnisse haben: Sag mir wer Du bist, damit ich Dir das beste Ergebnis liefern kann. Aber, btw: die Suchergebnisse spielen dabei natürlich auch für Google nur eine Nebenrolle. Das Ganze ist für Google, Facebook, youTube und so weiter natürlich auch und besonders entscheidend wichtig, um möglichst treffende Werbeanzeigen platzieren zu können und dadurch die Umsätze entsprechend weiter zu maximieren.

Es ist aus meiner Sicht eine gewaltige Illusion zu glauben, dass Social Media eine digitale Revolution für individuelle Freiheit wäre. Das Gegenteil ist der Fall: Social Media zwingt einen in die Rolle des digitalen Konsumenten. Nur bemerkt man es nicht, weil man die ganze Zeit über Privatkram quatscht. In Wirklichkeit macht man sich mit jedem Retweet, mit jedem Like und jedem GooglePlus immer mehr zur Zielgruppe.

Selbst wenn sie so harmlos wie „like“ oder „share“ oder plusEins“ heißen: die Social-Media Buttons sind quasi die Waffen der großen Bewertungsschlacht, in der wir das Fußvolk sind…

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Kategorie: Allgemein   Autor: Martin Mißfeldt

8 Kommentare zu "Die Bewertungsschlacht: Social Media als Zielgruppen-Einordnung"

  1. Schnurpsel

    Ja, sehe ich genau so. :-)

    Allerdings wird es bei mir keine dieser Buttons geben. Wenn da dann immer nur eine Null steht, ist das nicht gerade reputationsfördernd. Dann lieber ganz weglassen.

  2. tagSeoBlog

    @Schnurpsel: och, das ist zwar am Anfang so, aber solche Buttons motivieren natürlich auch zu Teilen.

  3. Sebastian

    Social Media ist selbstverständlich nicht „eine digitale Revolution für individuelle Freiheit“ sondern hat lediglich die Art und Weise wie wir kommunizieren revolutioniert.

    Kernstück dieser Revolution ist die Möglichkeit a) ein thematisch passgenaues sowie b) theoretisch globales Publikum zu erreichen welches c) asynchron ohne viel Aufwand mit (Echtzeit-)Informationen versorgt werden kann.

    Und ja:
    „Social Media zwingt einen in die Rolle des digitalen Konsumenten.“, aber es wird zum Glück keiner gezwungen bei Social Media mitzumachen…

    Ansonsten: Klasse Fazit!

  4. Baynado

    Hallo Martin,

    Du schreibst viel Wahres, jedoch greifen Deine Ansätze ein wenig zu kurz. Das Herzstück der neuen Social Serps wird der Author Rank sein. Dieser wird auch durch die Klicks auf den Buttons und den Shares gebildet. Hinzu kommen wird natürlich die Qualifikation, die ein Autor hat.
    Mehr dazu in meinem letzten Post: http://www.baynado.de/blog/seo-chancen-mit-google

  5. tagSeoBlog

    @Baynardo: Danke für den Hinweis. Schöner Artikel. Ja, stimmt, der „Author Rank“ wird vermutlich ein große Rolle spielen. Dein Artikel mit dem „rel=me“ tag ist in diesem Zusammenhang auch interessant: „http://www.baynado.de/blog/rel-author-und-rel-me-werden-fuer-google-relevant„. Ich werde das bei mir demnächst auch implementieren.

  6. Max

    Sollten einen die Nullen (am Anfang) stören, kann man ja bereits bei klamm.de und ebay etc. für ein paar Euros 100-fach liken lassen. Schaut gut aus, bringt sonst nix. :)

Martin Mißfeldt

Autor: (Künstler, Firma DUPLICON Berlin) über Bilder, die Bildersuche im Internet sowie Bilder- und Video-Optimierung. Mehr

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