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Russenlinks: Gemetzel soll google-Rückzieher provozieren

Russenlinks schaden Websites

Russenlinks schaden Websites

Vorweg: Ich halte von „unnatürlichen“ Backlinkfarmen so wenig, dass mir das Thema  nicht im Entferntesten einen Beitrag wert zu sein scheint. Aber nun lese ich bei Sistrix, dass aktiv Russenlinks benutzt werden, um kritische Berichterstatter innerhalb der deutschen SEO-Szene abzustrafen.

Das Prinzip ist einfach. Ich erinnere an die „miserable failure“-Kampagne vor einiger Zeit. Damals wurde von tausenden von Bush-Gegnern dieser Slogan als Linktext auf das „Weiße Haus“ gesetzt. Mit dem Erfolg, dass jemand, der bei google nach „misarable failure“ (frei übersetzt: „erbärlich gescheitert“) gesucht hat, in den google-Suchergebnissen das „Weiße Haus“ ganz oben gefunden hat.

Hinter Gittern

Es ist also klar, dass man eine Seite durch gezielte „Backlink-keywords“ in den Suchergebnissen ganz nach vorn bringen kann. Die aktuelle Kampagne basiert auf diesem Prinzip. Ein selbst-ernannter „Linkzar“ brüstet sich seit einiger Zeit damit, deutsche SEOs abstrafen zu wollen. Nämlich genau all jene, die ihn oder seine dubiosen Praktiken öffentlich kritisieren. Seine Methode ist wie oben beschrieben, einfach aber wirkungsvoll: er verlinkt Seiten mit dubiosen Begriffen im Linktext, zum Beispiel: „Linkverkauf“ oder „Black hat SEO“. Durch die gebündelte Linkpower werden die verlinkten Seiten dann von google mit diesen „Black-keys“ in Verbindung gebracht – und abgestraft. Diese Penalty wirkt sich meist durch einen massiven Verlust von Plätzen in den Suchergebnissen aus. Das wiederum stellt für viele SEOs eine echte Bedrohung dar. So richtig dramatisch wird die Sache dadurch, dass der Linbzar nun auch „Kundenprojekten“ droht. Da könnte für einige tatsächlich eine Existenz gefährdet sein.

Ich muss schon sagen: die kriminelle Power, die hinter der Aktion steckt, ist für mich überraschend. Womit ich bei der spannenden Frage bin: Wem nützt die ganze Sache eigentlich?

Was steckt hinter dieser Strategie?

Akt: nackt, kaum abstrakt

Akt: nackt, kaum abstrakt

Zunächst habe ich gedacht, dass die ganze Aktion aus irgendeiner deutschen SEO-Agentur gesteuert wird, die mit Russenlinks Geld verdient hat. Und da sie nun ihre Fälle schwinden sieht, haut sie noch einmal wild um sich – nach dem Motto: wenn ich untergehe, sollst Du auch leiden. Es ist doch klar, dass google da in absehbarer Zeit einschreitet. Aber halt: wie denn? Welche Möglichkeiten hat google, dagegen vorzugehen? Der einzige Weg scheint mir, die Penaltys aufzuheben, die eine Seite bekommt, wenn sie zu viele Russenlinks bekommt. Und dann? Dadurch werden die Russenlinks wieder aktuell. Falls google sie nicht mehr abstraft, haben die Verkäufer von Russenlinks wieder alle Trümpfe in der Hand. Vielleicht ist es tatsächlich eine deutsche Bude, die die ganze Aktion aufzieht. Aber sie wird von den russischen Linkfarmen sicherlich unterstützt.

Google hat ein Problem!

Welche Alternativen hat google?

Backlinks - Verlinkung von Websites

Backlinks - Verlinkung von Websites

  • Es wäre sicherlich unmöglich, jede Seite, die ungewöhnlich viele Russenlinks hat, händisch zu überprüfen.
  • Die Panelties aufzuheben wäre aus oben genannten Gründen auch nicht in Googles Interesse.
  • Den linkgebenden Seiten wird man auch nur eingeschränkt schaden können. Selbst wenn die alle eine PR von Null hätten, würden sie vermutlich durch ihre pure Masse eine Rolle spielen können.Und die Russenlink-Spender werden schon ihre Wege und Tricks haben, wie sie die Links so streuen, dass man einzelne Seiten nur sehr beschränkt sanktionieren kann.
  • Auf jeden Fall wird man bei Google bemüht sein, den Ball flach zu halten. Denn wenn öffentlich bekannt wird, wie einfach (mit krimineller Methoden) die google Suchergebnisse zu manipulieren sind. Das Vertrauen, dass die breite Masse in die Suchmaschinen hat, würde sicherlich schwinden.
  • Eine denkbare Variante wäre, Backlinks aus einzelnen Ländern verschieden zu gewichten. Aber die „gekauften“ Links machen sicherlich nur einen Bruchteil der russischen Links aus. Und es besteht das Risiko, dass so eine übergeordnete politische Diskussion entfacht würde. Ich kann mir nicht vorstellen, dass google diesen Weg geht.

Aber was dann? Ich habe keine Ahnung und bin gespannt. Man muss natürlich auch bedenken, dass durch den Linkzar die Sache jetzt öffentlich wird, die sicherlich in großem Stil auch in anderen Ländern betrieben wird. Ich denke, dass google mittelfristig keinen andere Wahl hat, als die Gewichtung der Backlinks für die Berechnung der Suchergebnisse noch weiter zu verringern.

Falls man mir schaden will, habe ich mal meine wichtigsten keys (traffic-mäßig): Mona Lisa, Abendmahl, Vermeer, Weihnachtsmann … (die von martin-missfeldt.de ;-)

Kategorie: Allgemein   Autor: Martin Mißfeldt

6 Kommentare zu "Russenlinks: Gemetzel soll google-Rückzieher provozieren"

  1. davd

    eine möglichkeit wäre keinen penalty zu setzen und die linkpower von massenhaft in kurzer zeit gesetzten links nicht zu werten, dann liefe das ganze ins leere.

  2. tagSeoBlog

    Hi David,
    „die Linkpower in kurzer Zeit gesetzten Links nicht zu werten“.
    Hmmm, vielleicht. Aber ich denke, das greift zu kurz. Das Problem ist ja die Masse. Und wenn die Masse aus einer bestimmten „Zielregion“ einen kritischen Wert übersteigt, muss google eben eine Penalty setzen. Ob die Masse an einem Tag oder innerhalb von 3 Monaten erzeugt wird, spielt doch eigentlich keine Rolle, oder?
    Gruß, Martin

  3. david

    wenn man nach natürlicher verlinkung geht macht die masse in einem kurzen zeitraum auf jeden fall etwas aus.
    3000-5000 links innerhalb von ein paar tagen von .ru domains auf .de domains sind ja leicht zu erkennen und wenn google nicht will, dass z.b. whitehats von blackhats und oder konkurrenten so leicht abgeschossen werden können, dann dürfen sie in diesem fall auch nicht einfach penaltys auf die zugespammnten domains geben. der kompromiss wäre wie schon gesagt, die links einfach gar nicht zu werten. ich bezweifle aber, ob google der linkzar als problem groß genug ist. es gibt sicher schon jetzt für die ganzen anderen methoden fremde domains aus dem index, oder in einen penalty zu kegeln halbwegs wirkungsvolle methoden. die müssen nur noch an den richtigen schrauben drehen und die russenlink-problematik in den algo einbauen…

  4. Sebi

    Ich denke auch, dass google in irgendeiner Art und Weise darauf reagieren muss und die Russenlinks einfach entschärfen. Sonst haben wir demnächst das gleiche Problem mit chinesischen, danach amerikanischen etc. Kann ja durch google nicht gewollt sein, dass jeder, der sich in dieser Materie auskennt, die Mitbewerber in das Aus bugsieren kann. Hätte auch gern mal ein Statement von google, wie das gehändelt werden soll. Hallo google, schreib mal was dazu : D

  5. tim

    ihr glaubt doch nicht im ernst dass es google juckt wer oder was mit russenlinks optimiert. es gibt hunderte millionen von webseiten – dafür gibt es einen geheimen algo. den wird doch google nicht wegen paar deutschen seos oder dem linkzaren ändern. mit russen, türken oder sonst was links kann man immer schaden, alles was black hat eben bedeutet. am einfachsten ist es aber immer noch seiten bei google anzuschwärzen, die eben linkkauf betreiben: mattcutts.com/blog/how-to-report-paid-links

  6. Sebastian

    Wenn man seine Projekte langfristig betrachtet, sollte man sauber bleiben. Guten Content produzieren, aber auch ein wenig SEO betreiben, denn ganz ohne wird es auch in absehbarer Zeit nicht gehen…

Martin Mißfeldt

Autor: (Künstler, Firma DUPLICON Berlin) über Bilder, die Bildersuche im Internet sowie Bilder- und Video-Optimierung. Mehr

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