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Vampir-Doodle für Johann Wolfgang von Goethe

Goethe Doodle

Goethe Doodle

Johann Wolfgang von Goethe wurde am 28. August 1749 geboren. Google ehrt den großen deutschen Dichter zum 262. Geburtstag mit einem Doodle. Wobei: ehrt kann man in meinen Augen kaum sagen. Ich finde das heutige Doodle irgendwie debil. Die Illustration des Goethe Profils wirkt krank, verbissen und hämisch. Aus dem Autoren der „Leiden des jungen Werther“ wurden „die Leiden des kranken Goethe„. Merkwürdig, warum Google uns einen der Identitätsstifter deutschen Geistesschaffens so vor Augen führt.

Johann Wolfgang von Goethe (Portrait von K. J. Stieler)

Johann Wolfgang von Goethe (Portrait von K. J. Stieler)

Goethe war nicht nur Dichter und Schriftsteller. Er war auch Politiker, Philosoph, Naturforscher und bildender Künstler. Seine Farbenlehre gilt vielen nach wie vor als verständliches Modell der farbigen Welt. Goethe hat zahlreiche Briefe hinterlassen, darunter eine umfangreiche Korrespondenz mit Friedrich Schiller. Es ist wohl auch und vor allem diesen beiden Lichtgestalten zu verdanken, dass Deutschland als Land der Dichter und Denker bezeichnet wird. Kurzum: Goethe hat unsere deutsche kulturelle Identität entscheidend beeinflusst.

Aber aus unserem literarischen Sommermärchen ist ein gruseliger Alptraum geworden: In blässlichem Dunkelgrau, von roter Benderole umrahmt, erkennt man das Google-Logo in alt-deutschen Lettern. Anstelle des Google-„g“ sitzt eine Figur im Profil im Doodle.

Google Doodle: Johann Wolfgang von Goethe als kranker Vampir...

Google Doodle: Johann Wolfgang von Goethe als kranker Vampir…

[Quelle: „Google Startseite„] Normalerweise kann man bei den Google Doodles relativ einfach erkennen, welches Bild die Zeichner als Vorlage benutzt haben. Aber bei diesem Goethe Portrait ist es mir schleierhaft: statt eines der bekannten Goethe-Portraits zu adaptieren, wird Goethe im Doodle zu Vampir.

Nein, dieses Doodle entspricht leider überhaupt nicht dem, was ich von einem Goethe-Doodle erwarten würde. Zum Glück wird es nicht weltweit, sondern nur in Deutschland, Österreich und der Schweiz gezeigt. Übrigens: nach einer repräsentativen Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag der BILD-Zeitung haben die Deutschen mehrheitlich Goethe zum „größten Deutschen aller Zeiten“ gekürt. Vermutlich, weil sie Goethes Faust für eine eiserne halten ;-)

Was meint ihr? Bin ich zu kritisch? Liegt da vielleicht sogar eine geheime Botschaft im Doodle, die ich nicht sehe?

Goethes Ruhm …

Lavierte Federzeichnung von Goethe: "Solfatara von Pozzuoli"

Lavierte Federzeichnung von Goethe: „Solfatara von Pozzuoli“

Bei Wikipedia heißt es über Goethe: „Goethes literarische Produktion umfasst Gedichte, Dramen, erzählende Werke (in Vers und Prosa), autobiografische, ästhetische, kunst- und literaturtheoretische sowie naturwissenschaftliche Schriften. Auch sein umfangreicher Briefwechsel ist von großer literarischer Bedeutung. Goethe war ein Vorreiter und der wichtigste Vertreter des Sturm und Drang. Sein Roman „Die Leiden des jungen Werthers“ machte ihn 1774 in ganz Europa berühmt. Später wandte er sich inhaltlich und formal den Idealen der Antike zu und wurde ab den 1790er Jahren, gemeinsam mit Friedrich Schiller und im Austausch mit diesem, zum wichtigsten Vertreter der Weimarer Klassik. Im Alter galt Goethe auch im Ausland als Repräsentant des geistigen Deutschland.

Goethes Farbenkreis

Goethes Farbenkreis

Während die Wertschätzung Goethes nach seinem Tode zunächst abnahm, wurde er im Deutschen Kaiserreich ab 1871 „zum Kronzeugen der nationalen Identität der Deutschen“ und als solcher für den deutschen Nationalismus vereinnahmt. Es setzte nun eine Verehrung nicht nur des Werks, sondern auch der Persönlichkeit des Dichters ein, dessen Lebensführung als vorbildlich empfunden wurde. Bis heute gilt Goethe als bedeutendster deutscher Dichter, sein Werk wird zu den Höhepunkten der Weltliteratur gezählt.“ Quelle: Wikipedia.

Was mir jedoch vollkommen unverständlich ist: warum wird Goethes Gedicht “ Der Zauberlehrling“ eigentlich bei Wikipedia unterschlagen? In meinen Augen ist es das bekannteste Gedicht von Goethe. Naja, noch ein Detail eines verregneten Doodle-Tages. Um das Geothe Bild etwas zurecht zu rücken, zeige ich noch mal das berühmte Gemälde von Johann Heinrich Wilhelm Tischbein (1751 – 1829). Es zeigt 1786 gemalt worden und zeigt „Goethe in Italien„. Natürlich ist es sehr kitschig, aber, bitte schön, es geht hier um den Schöpfer der Weimarer Klassik:

Goethe in Italien (von Johann Heinrich Wilhelm Tischbein)

Goethe in Italien (von Johann Heinrich Wilhelm Tischbein)

Ich habe Goethe übrigens auch mal gemalt (das war eines der ersten Speedpaintings, an denen ich mich versucht habe):


Johann Wolfgang von GOETHE – speedpainting – Hier das finale Bild

Andere Google Doodles

Kategorie: Allgemein   Autor: Martin Mißfeldt

17 Kommentare zu "Vampir-Doodle für Johann Wolfgang von Goethe"

  1. Sascha

    Mir gefällt das heutige Doodle ebenfalls nicht so sehr. Deine Assoziation mit einem Vampir kann ich gut nachvollziehen. Vielleicht steckt da heute aber mal keine versteckt Botschaft von Google drin. Ich glaube eher, dass der Zeichner über die Google Bildersuche einfach nur schlechte Ergebnisse erhalten hat, die von einer Algoanpassung stammen, die von Google nach kurzer Zeit wieder gefixt wurde ;-)

    • Mißfeldt

      Test 2

      • Mißfeldt

        noch eine Test

        • Mißfeldt

          3. test…

  2. Meyerju35

    Alles was recht(s) ist, aber wenn das mal kein Doodle-Hoax ist: Fraktur, Reichsfarben und ein Nicht-Goethe in apokryphem Konterfei?

  3. Marcel S.

    Als „Vampir“ würde ich die Person in dem Doodle zwar nicht bezeichnen, aber wie Goethe sieht die irgendwie gar nicht aus. Also nicht nur schlecht dargestellt, sondern meines Erachtens eine ganz andere Person. Würde ich (als alter Weimarer ;O) jedenfalls nicht als Goethe erkennen. Wie von einem drittklassigen Portraitzeichner gezeichnet.

  4. Milla

    Hallo, ich konnte Goethe auch nicht erkennen, ich musste der dadrauf lassen, um zu sehen, wer war der. Ich habe in meinem Blog auf portugiesisch über Goethe geschrieben, und dein Blog dort zitiert, weil ich deine Meinung sehr interessant fand.
    Schöne Grüße

  5. Heiko

    Der Ausdruck „debil“ trifft das heutige Doodle wirklich ganz gut – was sich Google bei der Farbwahl, Typographie und der gewählten Büste gedacht hat ist mir nicht wirklich klar. Gibt es eine offizielle Google-Doodle Seite, wo man die ‚googlesche‘ Interpretation nachlesen kann, was sich der Autor dabei gedacht hat? Ich finde es weckt völlig falsche Assoziationen…

  6. Ingraban

    Jawoll, ich hätte mir für den großen Dichter und Denker auch eine ästhetisch ansprechendere Ehrung gewünscht. Der rote Rahmen ist gar greulich, das Porträt nicht erkennbar, und obendrein hat der Gestalter bei der Bearbeitung der Schrift geschlampt und das zweite o verhunzt.

    Die Schrift ist übrigens keine Fraktur, sondern eine gotische Textura, die offenbar von einem Buchtitel des frühen 20. Jahrhunderts gescannt wurde – wenn ich mal raten darf: Götz von Berlichingen, 23. Avalundruck, Avalun-Verlag, Hellerau 1923, im Ganzpergamenteinband von Peter A. Demeter.

  7. Roland

    Meieryu35 hat recht: Wer immer dieses Doodle gemacht hat, sieht oder bringt Goethe in einen rechten Zusammenhang. Das Bild ähnnelt im Aufbau doch sehr der Nazi-Flagge: außen rot, innen fettgedruckte schwarze Schriftzeichen.

    Goethe sieht hier eher aus wie eine Karrikatur oder von Klaus Kinski verkörpert, vielleicht auch den üblichen Schiller-Darstellungen mehr ähnlich (Verwechslung?).

    Es muss ja nicht immer das Bild vom alt-ehrwürdigenetablierten Goethe vertreten werden, aber die vorliegende gruftige Darstellung liegt voll daneben, da Goethe ein viel zu lebendiger Charakter war, nicht nur seinen jüngeren Jahren.

  8. Hildegard Teichert

    Kann mich meinen Vorrednern nur anschließen… Es ist absolut keine Ähnlichkeit zu Goethe feststellbar. Beim ersten Blick auf das Doodle hab ich an Graf Dracula für Arme denken müssen. Auch die Farbauswahl erinnert meines Erachtens eher ans Dritte Reich, als an Poesie!
    Traurig, dass die ganze Sache so misslungen ist! :(

  9. Frank

    Google denk eben doch an alles.

    lg frank

  10. StefanamMeer

    Hallo Martin,

    vielen Dank für diesen guten Beitrag über Johann Wolfgang von Goethe. Ich fand es interessant wie Du den Artikel über ihn und sein Leben gegliedert und aufgebaut hast. Ich habe in den letzten Tagen auch eine kleine Biografie über Goethe verfasst und auf meinem Blog veröffentlicht.

    Liebe Grüße, Stefan

Martin Mißfeldt

Autor: (Künstler, Firma DUPLICON Berlin) über Bilder, die Bildersuche im Internet sowie Bilder- und Video-Optimierung. Mehr

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