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Bilder nachträglich komprimieren? Besser nicht …

Rankingverlauf von Bildern

Rankingverlauf von Bildern

Bilder im Internet sind im Vergleich zu Text immer noch recht groß, gemessen an der Dateigröße. Vor allem auf mobilen Geräten können große Bilder ein echter Genusskiller sein. Es ist daher sinnvoll, Bilder und Grafiken so weit wie möglich zu komprimieren, um die Dateigröße zu reduzieren. Aber sollte man bereits vorhandene Bilder noch einmal nachbearbeiten und mit Hilfe eines Komprimierungsdienstes verkleinern? Aus Seo-Sicht besser nicht …

Bild!

Bild!

Malte Landwehr hat nun ein interessantes Experiment durchgeführt: er hat eine Reihe von Bildern, die bereits in der Google Bildersuche zu finden waren, nachträglich mit Hilfe von JpegMini komprimiert. Würden die neuen Bilder nun besser bei Google ranken? Mit Hilfe des Bilder-Beobachter von Ingo Henze hat er die Rankings in der Google.de Bildersuche täglich verfolgt.

Ergebnis: die Bilder sind praktisch alle im Ranking abgerutscht. Das deckt sich auch mit meinen Erfahrungen. Ich habe dazu seit längerem keine separaten Tests gemacht. Denn bei den ca. 6.000 Bildern, die ich im Netz kontrolliere, kommt es sowieso immer wieder vor, dass ich vorhandene und rankende Bilder noch einmal anfasse. Und immer – ich würde sagen ausnahmslos – kommt es dadurch zu einem Rankingverlust.

Rankingverlust trotz Bildoptimierung?

Warum verlieren Bilder trotz der geringeren Dateigröße bei Google ihre Positionen? Der Grund ist einfach: Google behandelt sie wie neue Bilder. Und wer sich einmal den Rankingverlauf eines neuen Bildes angeschaut hat, wir feststellen, dass es bei den allermeisten Keywords einfach mehrere Wochen oder sogar Monate dauert, ehe sie sich nach oben gearbeitet haben. Ausnahmen bilden nur:

  • sehr schwache Keywords, bei denen man mit den richtigen Onpage-Signalen mangels Konkurrenz von 0 auf 1 stürmen kann (das sind aber meist Keywords ohne Traffic ;-))
  • und die „aktuellen“ Bilder, die innerhalb weniger Stunden tausendfach geteilt werden.

Ich habe das mal in einer Grafik dargestellt. Bitte beachten: es geht nur um durchschnittliche, ungefähre Verläufe. Im Einzelfall unterscheidet sich das natürlich…

Rankingverlauf von Bildern in der Google Bildersuche

Rankingverlauf von Bildern in der Google Bildersuche

Die Grafik zeigt, was geschieht, wenn man ein „normales“ Bild (rote Linie) nachträglich bearbeitet: Das Bild fällt aus der Bildersuche heraus und muss sich anschließend wie ein neues Bild neu einsortieren.

Warum es diesen langsamen Aufstieg bei den „normalen“ Bildern gibt, ist mir letztlich unklar. Ich vermute, Google will in den ersten Wochen verifizieren, dass das Bild auch wirklich dauerhaft vorhanden ist. Denn es gibt ja recht viele Seiten und Portale, auf denen Bilder nur für eine bestimmte Zeit eingestellt werden bzw. relevant sind (z.B. ebay, Handelsplattformen, Social-Media, etc).

Langfristige Perspektive

Nach meinen Beobachtungen wandern die nachträglich komprimierten Bilder anschließend langsam wieder nach oben – das kann aber eben erneut Monate dauern. Nur: der kurzfristige Vorteil, den man sich durch die Komprimierung versprochen hat, stellt sich fast nie ein. Und man muss natürlich darauf achten , dass die automatische Komprimierung nicht zu einer optisch sichtbaren Qualitätsminderung führt. Da das Bild sich anschließend vor tausenden von Augenpaaren bewähren muss, sollte man es stets nur soweit komprimieren, dass der ästhetische Genuss auch ein solcher bleibt.

Besser gleich komprimieren

Meine Empfehlung lautet daher: neue Bilder sollte man individuell nur beim Hochladen so weit wie möglich komprimieren. Ich mache das stets mit Photoshop, man kann dafür aber natürlich auch andere Tools wie JpegMini oder PNGgauntlet nutzen (weitere gute Komprimierungs-Tools und Plugins bitte gerne in den Kommentaren). Wenn die Bilder dann oben sind, nicht mehr anfassen. Ein besseres Ranking erreicht man nicht durch Dateikomprimierung, sondern durch Onpage-Optimierung (umliegender Text) und vor allem durch Mehrfachverwendung des Bildes.

ProTipp :-)

Wer aus Perfomance-Gründen unbedingt einen Artikel verbessern möchte, dem sei folgendes empfohlen: Einfach ein neue neue Bildkopie erstellen, am Dateinamen eine „2“ anhängen, und auf der Seite ersetzen (ohne die alte Bilddatei zu löschen!). Unter das Bild dann die alte Bilddatei als Hotlink verlinken (also, so, dass die alte Datei nicht mehr geladen werden muss). Dann behält Google das alte Bild weiter im Index, und irgendwann (.-)) tauscht Google dann die neue Datei gegen die alte aus. Aber darum braucht man sich dann nicht mehr zu kümmern. Da das aber manueller Aufwand ist, würde ich das nur auf den Seiten machen, wo es sich auch – aus User Sicht – lohnt.

Bilder SEO

Bilder SEO

Aus dem Gesagten ergibt sich natürlich: wenn ein Bild gar keine Rankings in der Google Bildersuche hat, oder einem der Traffic aus der Bildersuche egal ist, der kann natürlich ohne Probleme seine Bilder auch noch nachträglich komprinieren.

Weiterlesen?

Kategorie: Bildersuche News   Autor: Martin Mißfeldt

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29 Kommentare zu "Bilder nachträglich komprimieren? Besser nicht …"

  1. Jens

    Ich hab das Malte schon gefragt, aber vielleicht hast du darauf eine passende Antwort:

    JpegMini und PNGgauntlet verändern ja die Bildinformation selbst (wenn auch nur minimal), während Dienste wie z. B. Smush.it nur Metadaten entfernen.
    Hast du Erkenntnisse darüber, ob dies einen Unterschied macht, sprich berücksichtigt Google hier nur veränderte Bildinformationen oder betrachtet Google es bereits als neues Bild, wenn sich auch nur 1 Byte verändert?

    • Mißfeldt

      Nein, ich habe mit dem Komprimierungstools keine wirklichen Erfahrungen. Aber nach meiner Einschätzung ist die pure Dateigröße das entscheidende Kriterium für Google. Sicher bin ich da aber nicht.

      • Sergej Müller

        Genau, das wäre doch einen Test wert: Man verändert die Komprimierung des Bildes nicht (also nur Meta weg) und schaut, ob das Ranking sich ebenfalls verändert.

        • Bärbel Loy

          So einen Test würde ich auch sehr interessant finden.
          Könnte mir gut vorstellen, dass die Metadaten eines Bildes von
          google ebenfalls berücksichtigt werden.

  2. Pascal

    Verstehe ich Dich richtig: Bild-URL bleibt gleich, man ändert lediglich die Komprimierung und dadurch wird das Bild als „neues Werk“ von Google gesehen?!

    • Mißfeldt

      ja, so ist es.

      • Pascal

        Dann weiss ich ja wieso sich der Bildertraffic verabschiedet hat nachdem ich einmal alle Bilder komprimiert habe… :)

  3. Mario

    Ich kann zum Komprimieren http://www.picresize.com/ sehr empfehlen. Online und kostenlos. Dort gibts auch die Option die maximale Dateigröße (kbyte) zu definieren.

    • Mißfeldt

      Danke für die Ergänzung. Ich würde aber ehrlich gesagt davon abraten, mit max. Dateingrößen zu operieren. Man sollte Bilder immer nach Optik komprimieren. Wenn ein Bild pixelig wird oder Komprimierungsstreifen aufweist, sieht es unschön aus. Ich kann das zwar auch nicht beweisen, aber ich vermute, dass Google solche Artfakte in Bilder sogar schon erkennen kann (wie auch immer). Soll heißen: wenn ein Bild zu stark komprimiert ist, kann das ein negativer Faktor sein. Zumindest zeigt die Erfahrung, dass die Bildqualität in der Google Bildersuche eine wichtige Rolle spielt. Oder kennst Du ein Beispiel, wo verpixelte Bilder im Ranking vorne zu finden sind?

      • Mario

        Kenn ich keine, hab aber auch noch nie recherchiert.
        Das mit der max. Dateigrösse war als „pagespeed first“ Massnahme gemeint. Aber stimmt schon, die Optik muss definitiv passen.
        Guter Beitrag jedenfalls, vor allem der Pro Tipp am Ende :)

  4. Frank

    In dem Zusammenhang: Ich hatte bei einem starken Key ein super Ranking in der Google Bildersuche – das Bild wurde von anderen Webseiten oft übernommen (ließ sich rechtlich nicht verhindern). Nach einer Änderung beim CMS und neuem Pfad war das alte Ranking weg und kam auch nicht wieder, stattdessen ranken seitdem die Kopien.

    • Mißfeldt

      ja, danke Frank. Ein typischer Fall, den ich auch schon oft erlebt habe. Wenn es Bildkopien gibt, dann springen die an die Stelle – und man kommt mit dem komprimierten Bild auch nach Monaten oder Jahren nicht mehr vorne rein.

  5. Rainer

    Sehr interessanter Artikel. Wenn mich neue Produkte in meinem Shop anlegen, dann komprimiere ich nachträglich die Bilder. Aber das mache ich dann schon nach einer oder zwei Wochen nach dem Upload. Also dürfte das wohl ziemlich egal sein.

    Ich komprimiere meine Bilder nur verlustfrei. Ganz ehrlich … irgendwelche mobile Surfer mit einer dünnen Leitung kann und will ich keine Rücksicht nehmen. Meine Fotos für ebay sind sogar noch schlimmer für die mobile User. Die sind erstens meistens größer und zweitens überhaupt nicht komprimiert.

  6. Dominik Horn

    JPEGmini nutze ich auch. Für PNGs greife ich auf tinyPNG zurück. Und für WordPress gibt es ja tolle Optimus HQ von Sergej der auch schon weiter oben kommentiert hat.

    Dazu habe ich auch schon gebloggt: http://www.media-affin.de/3-moeglichkeiten-dateigrose-von-bildern-zu-reduzieren

    Übrigens: Ich nutze trotzdem immer zuerst die Photoshop-Funktion „für Web speichern“. Die Online-Tools holen dann trotzdem immer noch etwas raus.

  7. Dimitri

    Danke für diese Erkenntnis! Wieder etwas nützliches gelernt! Danke!

  8. Yannic

    Hi,

    was ich nur nicht verstehe ist, das Bild ist unter dem gleichen Link erreichbar und heißt auch gleich. Woher sollte Google merken wie alt das Bild ist?

    VG und Danke
    Yannic

    • Schnurpsel

      Es geht nicht um das Alter des Bildes sondern darum, daß Google erkennt, daß es sich um ein anderes Bild handelt. Der Google-Bot holt das Bild ab und bildet einen Hashwert über die Bilddaten. Was ein Hashwert ist, muß ich Dir ja nicht erklären. :-)
      So kann Google sehr schnell erkenn, ob das Bild ein anderes ist oder auch, ob es das Bild schon als Kopie auf anderen Seiten unter anderen URls gibt.

      • Yannic

        Danke :)

        Ne das musst du wirklich nicht ;-)

        VG
        Yannic

  9. Eric Pettrich

    Vor noch nicht einmal zwei Wochen habe ich mehrere Dutzend Bilder für eine meiner Webseiten optimiert. Und natürlich die optimierten Bilder unter dem gleichen Namen hochgeladen. Und nun ärgere ich mich, dass der Artikel erst nun erscheint ;-)
    Wobei die Ladezeiten sehr schlecht waren und ich um eine Optimierung nicht herum gekommen wäre. Und bei der Anzahl hätte ich die Bilder auch nicht händisch in jedem Beitrag so ausgetauscht, wie Martin oben vorschlägt.

  10. margin

    Eine aufwendige Zusammenfassung, Martin, die sich auch exakt mit meinen Beobachtungen deckt: Bilder, die einmal online sind -> Finger weg.

    Wenn es sich mal ganz und gar nicht vermeiden lässt, dann lasse ich das ursprüngliche einfach auf dem Server liegen, verlinke es also auf den statischen Seiten gar nicht mehr. Es ist dann nur noch über die Onpage-Bildersuche erreichbar. Die neue Fassung geht mit geändertem Dateinamen ins Netz. Funktioniert ebenfalls.

    Was zum Komprimieren auch recht nett ist und m.E. hier nicht unerwähnt bleiben sollte, ist der Klassiker Irfan View – sowohl zur Komprimierung von Einzelbildern, als auch für Batchkonvertierungen usw. gut geeignet.

  11. Svetlana

    Google kann Exif-Daten auslesen, Informationen wie Tag und Uhrzeit der Aufnahme, Standort oder Gerätetyp werden von einigen Kameras automatisch eingefügt. Das Problem liegt nicht nur in der Komprimierung. Viel mehr vielleicht in der Umgebung der Bilder.

  12. Tristan

    Wirklich interessant, danke für diese Information.

    Für alle Linux-Nutzer an dieser Stelle mal der Hinweis auf Trimage, welches ich ganz gerne zur (qualitäts-)verlustfreien Komprimierung nutze. Das ganze ist auch graphisch und kein Konsolen-Programm.

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  1. […] Es ist durchaus ratsam, Bilder sinnvoll zu komprimieren. Die reduzierte Dateigröße bietet insbesondere auf mobilen Endgeräten Usern eine optimale experience. Doch ist es empfehlenswert bereits vorhandene Bilder im Nachhinein zu komprimieren? Martin Missfeld widmete sich diesem Thema und belegte anhand einer Grafik, dass es aus Sicht der Suchmaschinenoptimierung nicht vorteilhaft ist. Ein vor kurzem durchgeführtes Experiment “Reduzierte Dateigröße = Schlechteres Ranking” von Malte Landwehr zeigte, dass nachträglich optimierte Bilder im Ranking abgerutscht sind. Warum aber verlieren Bilder trotz der geringen Dateigröße im Google-Ranking an Positionen? Ganz einfach: Google behandelt diese Bilder wie neue Bilder. In welcher Korrelation komprimierte Bilder mit dem Google-Ranking stehen, zeigt Martin anhand einer Grafik und empfiehlt in diesem Zusammenhang folgendes: Bilder nachträglich komprimieren? Besser nicht. […]

  2. […] Bilder nachträglich auf ein kleinere Dateigröße bringen möchte, dem gibt Martin Mißfeldt auf tagseoblog.de ein paar […]

  3. […] Tipp: Bilder, die bereits indexiert wurden, sollten nicht nachträglich komprimiert werden, wie ein kürzlich veröffentlichtes Experiment von Malte Landwehr ergab. Die Bilder verloren daraufhin deutlich im Ranking. Wie Bilder für die bessere Performance nachträglich komprimiert werden können, ohne Einbußen im Ranking hinnehmen zu müssen, weiß Martin Mißfeld von tagSEOBlog.de: […]

  4. […] nachträglichen Optimierung von Bildern hat Martin spannende Erfahrungen geschildert: Bei der nachträglichen Bearbeitung von Bildern kommt es zu Ranking-Verlusten in […]

  5. […] Bilder nachträglich komprimieren? […]

  6. […] wären sie komplett neu. Einen hilfreichen Hintergrundartikel zu dem Thema hat Martin Mißfeld auf http://www.tagseoblog.de […]

  7. […] Ich habe mich für das Plugin EWWW Image Optimizer entschieden, da es laut einiger Empfehlungen das Beste WordPress für die Optimierung der Bilder ist. Das Plugin komprimiert automatisch alle Bilder, die hochgeladen werden und bietet auch die Möglichkeit, Bilder im nachhinein zu komprimieren, was jedoch ein Verlust des Rankings verursachen kann, da Google die Bilder als neue Bilder erkennt (ein interessanter Beitrag von Martin). […]

Martin Mißfeldt

Autor: (Künstler, Firma DUPLICON Berlin) über Bilder, die Bildersuche im Internet sowie Bilder- und Video-Optimierung. Mehr

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