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Rechtschreibfehler sind kein Google-Rankingfaktor (2014)

Rechtschreibung Rankingfaktor?

Rechtschreibung Rankingfaktor?

Gretus hat eben einen Artikel veröffentlicht, nach dem Rechtschreibfehler ein Rankingfaktor seien. Er bezieht sich dabei auf einen Artikel von Duane Forrester, der einen entsprechenden Artikel auf bing veröffentlicht hat. Was dabei nicht so ganz deutlich wird, ist, dass Duane bei Microsoft arbeitet – und seinen Text auf bing bezieht. Ich halte es für falsch, das Ergebnis auf „Suchmaschinen an sich“ und damit auch auf Google zu übertragen.

Immer, wenn es um korrekte Rechtschreibung und Google geht, checke ich dazu meine alten Testseiten. Denn ich habe mich schon Anfang 2010 gefragt, ob das nicht ein Rankingfaktor sei. Mir ging es damals insbesondere um die Frage, ob man Blogkommentare korrigieren sollte. Damals hatte ich drei Testseiten mit erfundenen Kunstbegriffen aufgesetzt, die bis heute heimlich still und leise vor sich hinlaufen. Außer dem Googlebot kennt oder liest sie niemand. Und die dienen mir noch heute als Hausnummer, wenn es um den „Rankingfaktor Rechtschreibung“ geht.

Bei allen drei Testbegriffen ranken die Seiten mit Rechtschreibfehlern besser als die ohne Fehler. Für alle Tests gilt: ich habe jeweils mehrere Seiten mit sehr ähnlichem Inhalt, aber unterschiedlich vielen Fehlern erstellt.

Test 1: Gotlebobo

Hier die Testseite 1. Zu dem Begriff „Gotlebobo“ rankt die Seite mit 25 Fehlern auf Position 1, gefolgt von der Seite mit 3 Fehlern (siehe Google-Suche). Da der Begriff nie gesucht wird, gibt es auch keine Klickrate oder Verweildauer. Wenn Rechtschreibung ein Rankingfaktor wäre, müsste von den 5 Testseiten mangels anderer Signale diejenige mit 0 Fehlern vorne sein.

Rechtschreibung Rankingfaktor Testauswertung Februar 2014

Rechtschreibung Rankingfaktor Testauswertung Februar 2014

Vor vier Jahren lag übrigens die Seite mit 6 Fehlern vorne :-)

Test 2: Rakselbag

Genau das gleiche Ergebnis zeigt Testseite 2. Den Begriff „Rakselbag“ habe ich noch für einen Videotest benutzt. Google kennt ihn also besser – allerdings ausschließlich von mir :-) Hier rankt die Seite mit 12 Fehlern auf Position 2 (siehe Google-Suche).

Rechtschreibfehler Rankingfaktor? Auswertung Februar 2014

Rechtschreibfehler Rankingfaktor? Auswertung Februar 2014

Vor vier Jahren lag die Seite mit 10 Fehlern vorne.

Test 3: Sotersahe

Auch den 3. Begriff kennt Google nach wie vor nur aus diesem Testzusammenhang. Auch hier liegt eine Seite mit vielen Fehlern (20) vorne (siehe Google-Suche).

Rechtschreibung Rankingfaktor? Testreihe 3

Rechtschreibung Rankingfaktor? Testreihe 3

Fazit: nein.

Nein, der Artikel soll nicht zeigen, dass man mit falscher Rechtschreibung besser rankt! ;-) Sondern: ich gehe daher davon aus, dass korrekte Rechtschreibung nach wie vor kein Rankingfaktor für Google ist. Was meint ihr? Übrigens hat bing meine Testseiten noch gar nicht indexiert. Zumindest rankt für die Testbegriffe noch nicht einmal die Seite mit null Fehlern :-)

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Kategorie: SEO Stuff   Autor: Martin Mißfeldt

28 Kommentare zu "Rechtschreibfehler sind kein Google-Rankingfaktor (2014)"

  1. Gretus

    Hallo,

    lol, was denn das jetzt? Drei Single-Beispiele als Beweis, dass Google zumindest bei Artikel nicht auch auf Rechtschreibfehler schaut und im Zweifelsfall diejenige Seite höher rankt, die über weniger Fehler verfügt?

    hgsdghdg fashag jsfjasfj – Was ist das, Quality Content?

    Grüße

    Gretus

    • Mißfeldt

      Immerhin habe ich versucht, meine Aussage anhand von drei Tests zu erläutern :-) Wie kommst Du denn zu der Annahme, dass Rechtschreibung ein Rankingfaktor für Google sei?

  2. Schnurpsel

    Ist doch ganz einfach. Je mehr Rechtschreibfehler im Text sind, um so individueller, einmaliger, kreativer ist der Text. Das will doch Google haben und somit wundert es mich nicht, daß bei dem kleinen Test die Texte mit den meisten Fehlern weit vorne stehten.

  3. Seobi

    Deine Versuche in allen Ehren, aber sie zeugen schon von einem gewissen Grad an Naivität zu meinen, damit könnte man einen Rankingfaktor von über 200 extrahieren. Falls Rechtschreibfehler wirklich in das Ranking einfließen, wird der Gewichtungsfaktor im Verhältnis zu anderen Faktoren relativ gering sein. Dementsprechend halte ich es für sehr mutig, mit solch einem Experiment irgendwelche Rückschlüsse ziehen zu wollen.

    • Mißfeldt

      stimmt, wenn ich den Artikel woanders gelesen hätte, würde ich das vielleicht auch so formulieren. :-)
      Aber immerhin ist es ein Test, und ich sehe gerade nicht, was ihn verfälscht. Ich bestreite gar nicht, dass es eine Korrelation zwischen den ersten Ergebnissen bei Google und korrekter Rechtschreibung gibt – aber ich sehe auf der anderen Seite nicht, aus welchem Grund man jetzt sagen könnte, dass Rechtschreibung ein Rankingfaktor wäre.

      • Seobi

        Das du nicht siehst was den Test verfälscht meine ich ja gerade. Deine Aussage impliziert du würdest den Google-Algo kennen und könntest bei dem Test sicher stellen, dass alle (!) anderen Ranking-Faktoren keinen Einfluss haben. Meiner Meinung nach ist das aber nicht möglich!

        Generell gebe ich dir aber schon Recht, dass ich insoweit ebenfalls aus dem Artikel bei Seo United nicht schlussfolgern kann, dass Suchmaschinen (Google) Rechtschreibfehler als Rankingfaktor wirklich besitzen. Zwar könnte ich es mir durchaus vorstellen, allerdings finde ich es ebenfalls plausibel, wie du ja selber schon geschrieben hast, es über die Bounce Rate zu regeln.

        • Tobi2

          Und warum soll die „Bounce Rate“ ein Rankingfaktor sein? Diese kann von Google nicht zuverlässig für alle Webseiten ermittelt werden. Nicht jeder setzt einen Google-Dienst auf seiner Webseite ein und die Klicks in der SERPs lassen auch keine Rückschlüsse zu, wie lange eine Seite betrachtet wurde.

          • Seobi

            Warum soll das Google nicht erfassen können? Wenn jemand nach etwas sucht, auf ein Ergebnis klickt und wenig später wieder nach genau dem gleichen sucht, kann das Google (auch zeitlich) tracken.

          • Tobi2

            @Seobi
            Hier gibt es zu viele Fälle, die eine Qualitätserfassung schwierig machen. Viele User öffnen gleich mehrere der Top-10-Ergebnisse in einem neuen Tab. Eine Rückkehr zu Google ist darum sehr sehr of gar nicht notwendig.

  4. Gretus

    Hi Martin,

    was ist an der Aussage denn nun falsch zu verstehen: Why would an engine show a page of content with errors higher in the rankings when other pages of error free content exist to serve the searcher?

    Grüße

    Gretus

    • Mißfeldt

      1. ist das keine Aussage, sondern eine Frage ;-) (zugegeben rhetorisch)
      2. bezieht sich das auf bing.
      3. würde sich das Problem eh erledigen, wenn Verweildauer und Rücksprungrate ein Faktor sind.

      • Gretus

        Hallo,

        tut mir leid, ich kann so nicht argumentieren. Läuft darauf hinaus, dass wenn Du/ich den Artikel nicht geschrieben hättest, ich hier trotzdem jetzt einen Kommentar verfassen würde. Unmöglich!

        Grüße

        Gretus

  5. Michael Boenigk

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass Rechtschreibung ein wesentlicher Rankingfaktor ist. Google muss einem Suchenden letztendlich das relevanteste Suchergebnis präsentieren. Und wenn es sich dabei um ein Dokument mit Rechtschreibfehlern handelt, dann ist das nun mal so. Was für einen User Relevanz hat, muss auch für Google Relevanz haben.

    Sollte Google tatsächlich die Möglichkeit haben, Rechtschreibfehler zu erkennen und diese algoritmisch in einem Rankinfaktor darzustellen, dann dürfte das ein extrem kleiner und unbedeutender Rankingfaktor sein, da andere Usersignale doch ein deutlich wichtigere Rolle spielen.

    Dein Test ist in jedem Fall interessant und wichtig. Auch wenn er zu unbedeutend ist um daraus Rückschlüsse zu ziehen. Im übrigen genauso unbedeutend wie der Artikel von Duane Forester, der auch keine klare Aussage macht, sondern das ganze eher als Frage formuliert.

    Rechtschreibefehler im großen Stil, könnten allerdings ein passiver Rankingfaktor sein. Wenn die User dann nämlich wegen der schlechten Rechtschreibung ausbleiben oder extrem hohe Bouncerates verursachen, wirkt sich das auf kurz oder lang auf die Rankings aus.

  6. Dimitri

    Das ist ja geil, extra Seiten dafür angelegt. Einfallsreich! Gefällt mir!

  7. Mario

    Wenn Rechtschreibung ein Rankingfaktor wäre, dann dürfte keine meiner Seiten unter den Top 10 sein. Also klarer Beweis, Rechtschreibung ist völlig wumpe :)

    Wie soll Google das auch können, benutzt doch mal Google Translate und schaut was dabei rauskommt. ;)

  8. Dirk

    also mal ganz ehrlich, bei der unübersichtlichen deutschen Rechtschreibung und deren ständiger Reform (ich habe in den letzten 15 Jahren drei mal umlernen müssen) wäre es ja noch schöner, wenn Rechtschreibung ein Rankingkriterium wäre ;)

  9. Georg

    @Gretus, Rankingfaktor hin oder her. Es ist immer leichter irgendwelche englischsprachigen Texte zu übersetzen, als eigene Tests durchzuführen. Deshalb ist es völlig unangebracht, Martin auf seiner eigenen Seite dermaßen anzugehen.

    • Mißfeldt

      Danke, Georg, fürs Beispringen. Aber der Gretus darf das :-) Ich habe ihm ja auch in die Suppe gespuckt …

  10. Lois

    Rechtschreibung, Grammatik und „Ausdruck“ ist kein Rankingfaktor – hat jedenfalls Cutts vor 2 Jahren ausgesagt.

    Lediglich in G News koennt ihr dafuer auch deindiziert werden – ein Journalist sollte die Rechtschreibung perfekt beherrschen und auch ein lupenreines Deutsch sprechen. Fragt sich bloss wie dann ein Bayer in G News reinkommt.

    • Lois

      Ausnahme sind Automat uebersetzte Texte

  11. Philip

    Super – einfach mal selber ausprobiert und sich nur darauf verlassen was andere sagen!! Mir gefällt das auch!

  12. Philip

    Oben fehlt ein „nicht“ – wo wir gerade bei Rechtsschreibung sind

  13. Barthel

    Ich habe vor fast drei Jahren auch mal mitgemacht, dass ein Experiment einfach als Blödsinn abgetan wurde, obwohl keiner wirklich begründen konnte, warum es Blödsinn sein soll. Du hast ein Ergebnis und es sogar reproduziert. In jeder seriösen Wissenschaft würde man nun die Theorie fallen lassen oder deinem Experiment Fehler nachweisen. Nicht so beim SEO. Da wird das Experiment als unbedeutend abgetan, ohne das näher zu begründen.

    Gewinnen kannst du sowieso keinen Blumentopf. Wenn du, wie hier geschehen, störende Faktoren möglichst ausschließen willst, ist dein Ergebnis dann eben auf „richtige“ Seiten nicht übertragbar. Wenn du etwas auf einer „richtigen“ Seite probierst, gibt es da noch 200 andere Faktoren, die eine Rolle spielen, und dein Ergebnis eben verfälscht haben.

    Ich bin in anderem Zusammenhang übrigens zu dem gleichen Ergebnis gekommen: Google hat nicht den besten, sondern ausgerechnet den schlechtesten Content genommen. Ich habe mit einem echten Keyword On-Page Faktoren getestet und lag mit total miesen Texten vor Seiten mit guten Inhalten zum Thema, die einfach schlechter On-Page optimiert waren. Anscheinend gibt es für Google also wichtigere Faktoren, als die „technische“ Qualität eines Textes.

    Das soll jetzt natürlich nicht heißen, dass guter Content nicht King ist. Man muss nur richtig bewerten, warum er King ist. Mit einem schlechten Text werden die User nicht gut interagieren. Sie werden bouncen und sie werden ihn sicher nicht verlinken. Das ist auch genau das, was der bing-Produktmanager gesagt hat: „At best they simply move past the typo and keep reading. At worst they simply throw in the towel at such repeated issues and seek a new source for content to consume.“ Daran könnten bing Google und Co einen schlechten Text dann auch ganz ohne Rechtschreibprüfung erkennen.

  14. Yannic

    Hi,

    ich liebe das :D – Zwei SEO-Blogs im Krieg. Aber sehr interessant. Ich habe mir darüber auch schon Gedanken gemacht und mir ist es egal ob es ein Rankingfaktor ist, denn meiner Freundin springt jeder Fehler im Text SOFORT ins Auge und es gibt auch Leser die das stört und die dann nie wieder kommen und allein aus diesem Grund würde ich auf Rechtschreibung achten ;)

    Btw.

    Auf den Bildern steht 21014 ;)

    VG
    Yannic

  15. Iwan Uswak

    Alsö ver schreibst jezt Mal eine Beitragg woe allä Worter falsh geschieben sint unt schault obs dehr ranct? :-)

  16. Schnurpsel

    Das erinnert mich auch wieder an einen Blog-Kommentar, den ich auf einen Artikel im November erhalten hatte. Da hat sich einer direkt über die vielen Fehler beschwert und seine Verwunderung zum Ausdruck gebracht, daß es sowas bei Google auf die erste Seite schafft:
    http://goo.gl/73Ke29
    Und recht hat er. :-)

  17. Womo

    Ich kann mir nicht vorstellen das Rechtschreibung auch nur irgendwo ein Rankingfaktor ist. Dafür gibt es zuviele Sprachen und zu viele Wörter. Und was ist mit neuen Wortschöpfungen aus der Jugendsprache? Google weiß doch wer der Babo ist. Ich denke das die Seiten mit den Fehler eher durch ein breiteres Clustering von Begriffen „wichtiger“ ist. Die Seiten ohne Rechtschreibfehler werden also eher in den erwarteten Rahmen passen. Ab wann ist ein kreativer (Produkt-)Name für Google denn kein Rechtschreibfehler mehr? Ein schönes Beispiel in dem Zusammenhang kann beispielweise vor Jahren noch so ausgesehen haben. Man gibt in Tante Google Whatsapp ein und bekommt ein Ergebnis wie „Meinten Sie what’s up?“. Heute rankt das Unternehmen bei der Eingabe von „what’s up“ übrigens auf der Eins. Vielleicht weil es ja ein Rechtsschreibfehler ist. ;)

    Ich vermute daher eher das deine Seiten mit Fehlern/pot. Brands besser in den SERPs gerankt werden, weil Sie potenziell für die Zukunft einen Mehrwert haben könnten.

Martin Mißfeldt

Autor: (Künstler, Firma DUPLICON Berlin) über Bilder, die Bildersuche im Internet sowie Bilder- und Video-Optimierung. Mehr

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