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Blog-Kommentare – Nofollow Pro und Contra

Nofollow!

Nofollow!

Die Jungs von SeoUnited haben in ihrem Artikel „NoFollow – Ja oder Nein?“ eine schwelende Debatte neu entfacht: Kommentar-Links follow oder nofollow? Konkret  haben sie die Überlegung publiziert, die Kommentatoren-Links auf nofollow umzustellen. Stattdessen denken sie darüber nach, die URLs in den Kommentaren auf follow umzustellen. Ich finde das eine plausible Überlegung. Auch ich denke schon seit Wochen über die Kommentatoren-URLs nach und lese, was andere dazu denken. Was mich dabei zunehmend an vielen Beiträgen stört, ist die Selbstverständlichkeit, mit der viele SEOs das „dofollow“ einfordern. Ein Blog, der seine Links auf nofollow setzt, wird schon fast menschlich moralisch verurteilt. Auch die „Drohung“, in solchen Blogs nicht mehr kommentieren zu wollen, ist absurd. Wem soll das schaden? Mir fehlen bei dieser Debatte ein wenig die sachlichen Argumente.

Warum Kommentar-Links auf follow umstellen?

Höllenhunde - in der Blog Hölle

Höllenhunde - in der Blog Hölle

Zunächst einmal: Der Status Quo bei den allermeisten Blogsystemen ist nofollow. Ein Nofollow-Blog braucht sich nicht zu rechtfertigen. Wer sich also mit dem ganzen SEO-Quatsch nicht beschäftigt, hat einen nofollow-Blog. Das kann nicht schlecht sein. Im Gegenteil: die „großen“ Blogs sind alle nofollow. Weder Benutzer noch Suchmaschinen stören sich daran.

Die Frage ist also eher: warum Umstellen auf follow? Wohlgemerkt: es geht hier um die Kommentar-Links. Bei Links aus Artikel bin ich auch klipp und klar gegen „Linkgeiz“. Das schadet dem System und der Seite und wird sich rächen. Die erhitze Debatte zu den Kommentar-links hingegen scheint mir etwas SEO-typisch verlogen zu sein. Kann es sein, dass die am lautesten schreien, die „Blog-Juice“ am nötigsten haben ihre Seiten durch Blog-Juice optimieren? Dient die ganze „Follow-Nofollow-Debatte“ eigentlich nur einem Zweck: selber gute Links abstauben zu können. Welche Argumente gibt es für follow-Links aus Blog-Kommentaren?

Ausgehende Links als Ranking-Faktor

Ausgehende Links

Ausgehende Links

Auch in diesem Blog sind die Kommentar-Links auf follow umgestellt. Warum? Ich gehe davon aus, dass ausgehende Links eigentlich positiv für eine Website sind. Dafür gibt es drei Gründe:

  • Rankingfaktor für Suchmaschinen (Authority, These meinerseits)
  • Leser Mehrwert
  • Prinzip des World-Wide-Web

Vor einiger Zeit habe ich zum ersten Punkt einen Artikel – „Ausgehende Links – nützlich für SEO (Authority)“ –  geschrieben. Ich bin  davon überzeugt, dass sich Suchmaschinen immer stärker in Richtung „semantsicher Kontext-Analyse“ entwickeln. Die Relevanz einer Seite wird immer stärker von dem Faktor „Content“ abhängen. Diese Verschiebung geht nach meiner Überzeugung zulasten des Faktors Links. Den guten Content kann man durch „gute ausgehende Links“ optimieren. Für meine Artikeltexte kann ich das auch vollständig kontrollieren. Gut so, ist ja mein Blog.

Sogut soweit. Zwischenstand:

  1. Für die User ist es völlig irrelevant, ob Kommentar-Links follow oder nofollow sind…
  2. …es sein denn, man ist SEO und will Blogjuice abstauben.
  3. Für die Suchmaschinen (Google) ist nofollow der Blog-Status-Quo – also kein Ranking-Nachteil.

Dieser Blog verlinkt Kommentare mit follow. Ich bin nämlich bisher davon ausgegangen, dadurch einen „positiven Ranking-Effekt“ erzielen zu können. So nach dem Motto: Wenn die Textmenge steigt, ist es positiv, wenn auch die Link-Anzahl steigt.

Warum Kommentar-Links auf nofollow umstellen?

Der Grund meiner Überlegungen, die Kommentar-Links auf nofollow umzustellen, ist folgender: Der positive Effekt ausgehender Links kommt aber meines Erachtens nur dann zum tragen, wenn die Links „relevant“ sind. Sowohl Suchmaschinen als auch Leser sind „irritiert“, wenn sie durch einen Klick in einen völlig anderen Kontext gelangen.

Google Website Authorität

Google Website Authorität

Aber auch bei mir häufen sich Kommentare, bei denen die Ersteller auf völlig „themenfremde Seiten“ verlinken. Und nun fürchte ich um die Relevanz meines Contents. Wie viele themenfremde Links kann eine Seite vertragen? Ist Google so clever, dass es die themenfremden Links als Kommentator-Links erkennt? Aber: warum sollte Google sich die Mühe machen. Man hat doch extra für diese Fälle das Nofollow eingeführt. Kurz: Ich befürchte, dass diese themenfremden Kommentar-Links zu einer Verschlechterung diese Blogs führt. Und zwar auf breiter Front: Noch entscheidender als die Position einzelner Seiten scheinen mir die Faktoren Authority und Trust.

  • Wie relevant sind Seiten  meines Blog für ein bestimmtes Kontext? (Authority)
  • Wie ernsthaft und glaubwürdig sind Betreiber und Inhalte? (Trust)

Wenn nur einzelne Artikel einen Nachteil hätten, könnte ich das ohne viel Tamtam hinnehmen. Aber wenn eine zu große Anzahl sachfremder Links sich über den ganzen Blog verteilt, wird sich das mittelfristig negativ auswirken – so meine Überzeugung.

Was macht dieser Blog?

Ranking Faktoren

Ranking Faktoren

Das ganze ist bisher noch pure Theorie. Ich habe keinerlei Rankingverlust zu beklagen (nagut, ich kontrolliere auch nicht :-)). Der Blog entwickelt sich gut. Ich werde daher nichts ändern und die Kommentar-Links auf follow lassen. Die große Mehrzahl der Kommentar-Links sind ja eben auch (noch) themenrelevant: und genau das nützt der Sache. Dem Blog – und den SEOs. Denn genau die, die sich gerne durch einen Follow-Link zum Kommentieren motivieren lassen, sind hier ja die Zielgruppe. Aber ich kann mir vorstellen, dass größere Blogs mit dem oben beschriebenen Phänomen Probleme bekommen. Ich habe daher Verständnis für eine Umstellung auf nofollow. Ab einer bestimmten Größe macht nofollow in den Kommentar-Links einfach Sinn.

Wie gesagt: in diesem Blog ist das Problem noch ohne große Mühe händisch zu lösen. Artfremde Links werden hier entfernt. Linkziele wie „top-Versicherungen“, „Mallorca-Urlaub“ oder „Kinoprogramm-Gratis“ sind mir zu offensichtlich SEO-Links. Bis auf Weiteres gilt auf diesem Blog: SEOs können hier gerne ihren Blog oder ihre Website verlinken, aber nicht ihre artfremden Projekte. Glücklich bin ich mit dieser Art von Einschränkung nicht, aber bis jetzt finde ich das noch besser als ein komplettes nofollow.

Follow Bild - Blog-Kommentare auf nofollow? Pro und Contra

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Kategorie: Allgemein   Autor: Martin Mißfeldt

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23 Kommentare zu "Blog-Kommentare – Nofollow Pro und Contra"

  1. Burzowiec

    Das Problem mit den follow Links kommt später, wenn der Blog dann doch etwas populärer ist. Wie viel Zeit hast du um hunderte von Müllantworten zu moderieren? Andererseits frisst nofollow den PageRank, der durch die Links gehen sollte, schwächt also in dieser Hinsicht die ausgehenden links. Letztendlich bleibt dann wohl nur auf follow stellen und einen mehrstufigen Spamschutz einstellen damits nicht zu viel Arbeit wird. Das, oder external non-indexed Javascript Link redirect, was wahrscheinlich nicht jedermanns Sache ist.

  2. holger

    Im Prinzip kann ich die ganze Debatte über Nofollow…Follow nicht mehr hören bzw. lesen. Irgendwann ist es den Suchmaschinen soweiso egal ob Nofollow oder nicht. Was das Spamaufkommen angeht, welcher eingefleischte Notorische Spammer läßt sich von Nofollow aufhalten?

  3. tagSeoBlog

    @Lazlokides Entonkitami: Wie setzt ihr denn das Follow-Nofollow individuell? Mit nem Plugin? Oder handgestrickte Lösung?

  4. Burzowiec

    @holger: Wahrscheinlich keiner. Geht ja auch nicht um die eingefleischten, sondern um die Wannabes, die ohne Probleme durch den Spamfilter kommen.

    @tagSeoBlog: Da du ihn nicht haben willst hab ich den link mal gelöscht.

  5. Mirco

    Hi Martin,

    danke für die Verlinkung. Die Aktion die ich gestartet habe beschäftigte sich genau mit dem Thema. Ich bin auch für dofollow in Blogs. Wie man dank Matt Cutts weiß, sind auch ausgehende Links ein Rankingfaktor, aber wie das alles zusammen hängt wird wohl nie jemand herausfinden.

    In meinen Blog sind die Kommentare auf auf dofollow, ich denke es herrscht schon genug Linkgeiz in der deutschen Blogosphäre. Außerndem kommen so die Leute wieder, was diese dafür auch belohnt werden.

    Ein paar Schwarze Schaffe gibt es immer diese entwerte ich einfach mit dem Attribut /dontfollow. Das Plugin was ich dafür im Einsatz habe heißt Nofollow Case by Case. Die anderen Plugins haben einfach das Nofollow komplett entfernt, mit diesem Plugin kann ich bestimmen wer einen Link bekommt und wer nicht.

  6. torsten

    Ich habe meinen Blog auch auf „follow“ und lösche zu offensichtliche „Linkabstauber“ von Hand raus. Wenn jemand etwas vernünftiges zu sagen hat, kann er auch einen Link kriegen, warum nicht. So funktioniert doch das WWW, dachte ich zumindest. „Toller Beitrag“ … und ähnliches wird gelöscht und damit hat sich die Sache.

    Der Spam hält sich in Grenzen, bisher kommen Akismet und Co. damit gut zurecht.

    Warum darüber so oft diskutiert wird, kann ich nicht nachvollziehen. Zumal Google nofollow Links doch durchaus „besucht“ und „würdigt“. Da wäre es eigentlich nur konsequent, alle Links in Kommentaren zu unterdrücken. Aber das trauen sich die nofollow Fetischisten auch nicht …

  7. Swen

    Hallo

    eigentlich ist es doch egal ob follow oder nofollow, außer wenn man PR geil ist. Für mehr Traffic ist es doch wichtiger was Vernüpftiges zu schreiben, denn sonst ist der Link sinnlos weil sowieso keiner draufklickt. Somit schneiden sich die gehirnlosen Spammer ins eigene Fleisch.

  8. Daniel

    @Swen

    Nur PR stimmt nicht ganz. Auch für die Ranking spielen Follow oder Nofollow Links eine große Rolle. Je mehr Links deste besser wird man platziert.
    Viele Seos möchten durch followlinks auch keine Besucher für die Seite kriegen sondern wollen in google besser platziert werden.

  9. Karsten

    Hallo,

    betreibe zwei Blogs, wobei der erste zum Thema „Sponsoring Infos für Musiker und Bands“ seit genau 12 Monaten keine neuen Artikel mehr erhalten hat. Auf beiden Blogs sind alle ausgehenden Links, auch in Kommentaren auf Follow. Der erste hatte irgendwann einen PR 3 und rankt mit bestimmten Keywords fantastisch, trotzdem kamen und kommen kaum Spamkommentare. Der neue hat aktuell nen PR 0 und null Kommentare, insofern habe ich auch noch nicht mit Spam „zu kämpfen“… Trotzdem habe ich das „Nofollow Case by Case“ installiert. Wer weiß, wozu es mal gut ist…

    Gruß, K.

  10. Mario

    Es gibt einige Diskussionen zu dem Thema, und ich kann dazu nur 2 Dinge sagen: 1. Stimme ich dem Vorredner zu, Spammer werden niemals aufhören zu spammen – am schlimmsten finde ich die Viagra-Bots, die einem haufenweise Viagras in Kommentaren anbieten – 2. Hat ein Blog erstmal das Problem, das in Kommentaren gespammt wird, wird dies doch dadurch ausgelöst, das die Seite Erfolg hat. Also wie mans macht, ist es falsch :)

  11. Marco Schmidt

    Ich habe irgendwo gelesen, dass Webseiten, die etwas von ihrem „Linkjuice“ abgeben, ebenfalls Ranking einbüßen. Stimmt das denn? Wenn ja, könnte ich mir gut vorstellen, dass genau dies der Grund dafür ist, warum viele Blog-Betreiber es beim nofollow belassen werden.

  12. Max

    @mario:
    Solange man noch keine Probleme mit bots hat, ist es meiner Meinung nach Ok follow zu lassen. Ausnahmen gibt es immer, aber das lässt sich bei „normalen“ Blogs manuell händeln. Wenn dann nun aber der Viagra-Bot klingelt, muss gehandelt werden. Durch captcha oder nofollow. (Ich hasse captchas :D) Grüße

  13. Reiko

    ich bin auch der meinung, egal ob follow oder now follow. es ist ganz gleich wie es gewertet ist. nur fakt ist, das ein follow blog gern genutzt wird um kommentage zu schreiben auch wenn sie mehr oder weniger sinnfrei sind :-)

  14. jan

    @Marco “ die etwas von ihrem “Linkjuice” abgeben, ebenfalls Ranking einbüßen“

    ja klar kann das sein, aber eher wird der fall sein das du freiwillig eher verlinkt wirst und dadurch mehr Linkjuice bekommst :) und noch mal über die Bedeutung von ausgehenden Links sich erkundigen

  15. janos

    ich denke das leider viele Blogbetreiber nicht wissen was follow oder nofollow bedeutet, denn ist ja bei Insallation so vorgegeben das nofollow :(

  16. Frank

    …ich als Pädagoge kenne jede Menge SEOler die mir immer wieder sagen. Mach dies und das. Das habe ich drei Jahre gemacht und dabei meinen Content vergessen. Ich tue mir den ob show Nofollows Stress nicht mehr an. Und es läuft trotzdem;-)

    Grüße vom Rhein
    Frank

  17. Pia

    Also ich finde es echt bescheiden, wenn man alles auf nofollow setzt, ich sehe da mehrere Gründe:
    Die meisten Blogs heutzutage sind ja auch wiederum nur da, um Content zu sammeln und das auch über Kommentare. Und wenn man wertige Kommentare schreibt, die dem Blogbetreiber seotechnisch auch weiterhelfen finde ich, dass man als Ausgleich hierzu auch dem Kommentierenden den Link zugestehen kann. Es ist ein Geben und Nehmen im Netz…
    Ausserdem bieten mittlerweile so viele Blogsoftware-Plugins die Möglichkeit, die Kommentare und Links erst zu prüfen, bevor man sie freischaltet und man kann Robots gut von Menschen unterscheiden. Man sollte also nicht prinzipiell gegen eine Verlinkung sein…

  18. ross

    danke für die Verlinkung. Die Aktion die ich gestartet habe beschäftigte sich genau mit dem Thema. Ich bin auch für dofollow in Blogs. Wie man dank Matt Cutts weiß, sind auch ausgehende Links ein Rankingfaktor, aber wie das alles zusammen hängt wird wohl nie jemand herausfinden.
    In meinen Blog sind die Kommentare auf auf dofollow, ich denke es herrscht schon genug Linkgeiz in der deutschen Blogosphäre. Außerndem kommen so die Leute wieder, was diese dafür auch belohnt werden.

  19. marketingMax

    Im Grunde ist doch das follow-nofollow System absolut aus den Fugen geraten:
    Heutzutage gilt schon fast:

    nofollow – echte, erst gemeinte Verlinkung
    follow – gekaufter oder getauschter Link

    Was die Argumente für follow-Kommentar-links angeht – dem kann ich nur zustimmen: Alle seiten profitieren davon!

    In diesem Sinne…

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Martin Mißfeldt

Autor: (Künstler, Firma DUPLICON Berlin) über Bilder, die Bildersuche im Internet sowie Bilder- und Video-Optimierung. Mehr

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