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Google ehrt Howard Carter mit Tutanchamun-Doodle

Howard Carter Doodle

Howard Carter Doodle

Am 29. November 1922 öffnete Howard Carter das Grab des Tuchanchamun. Er wurde dadurch weltberühmt. Google ehrt ihn anlässlich seines 138. Geburtstages mit einem Doodle. Am 4. November 1922, knapp vier Wochen zuvor, hatte Carters Grabungsteam im Tal der Könige eine unbekannte steinerne Treppe entdeckt, die in die Tiefe führte. Nachdem sie freigelegt worden war, stand Carter vor einer versiegelte Grabkammertür, die seit der Antike nicht geöffnet worden war. Die Inschrift ließ sein Herz höher schlagen: es handelte sich offensichtlich um das Grab des Tutanchamun.

Goldmaske des Tutanchamun

Goldmaske des Tutanchamun

Jenes Grab, nach dem schon so lange im ägyptischen Tal der Könige gesucht worden war, und von dem die meisten Archäologen und Ägyptologen dachten, es würde gar nicht existieren. Howard Carter hatte nicht aufgegeben – und nun hatte er es tatsächlich gefunden. Er ließ daraufhin sofort den Zugang zur Tür verschütten. Denn er wollte erst den Geldgeber der Grabung, den englisch Lord Carnarvon, informieren und seine Ankunft abwarten. Es dauerte zwei Wochen, ehe der Lord eintraf und alles für die Öffnung der Tür vorbereitet war. Am 29. November öffnete Carter dann die Tür und gelangte in die Vorkammer des Grabes.

Howard Carter

Howard Carter

Dort bot sich den Forschern ein überwältigendes Bild. Zahlreiche kultische Gegenstände aus Gold, Edelsteinen und edlem Holz standen dort herum. Allerdings etwas unaufgeräumt. Wie sich später zeigte, war das Grab des jugendlichen Königs sehr überhastet eingerichtet und versiegelt worden.  Mit akribischer Sorgfalt wurde nun alles vermessen, kartiert und die Fundstücke dokumentiert. Es dauerte noch drei Monate (16. Februar 1923), ehe Howard Carter dann die Mauer zur innersten Grabkammer öffnete, Ziegel um Ziegel. Im Schein der durchgereichten Kerze wurde schnell deutlich, dass die  Sensation einen weiteren Höhepunkt hatte: das Grab war unberührt, so wie es vor ca. 3.300 Jahren hinterlassen wurde.

Das Carter-Doodle

Howard Carter verdanken wir den ersten großen Medienhype. Denn die Medien, damals waren es eigentlich nur Zeitungen, stürzten sich auf die Sensation. Ein wahrer Ägypten-Hype brach aus. Man stelle sich vor, wenn das Garb des Tutanchamun erst heute entdeckt worden wäre. Was da auf Twitter los wäre ;-) Doch nun zu dem Doodle:

Howard Carter vor dem Schatz des Tutanchamun (Google Doodle)

Howard Carter vor dem Schatz des Tutanchamun (Google Doodle)

Das Doodle zeigt Howard Carter von hinten. Er steht vor einigen großen, wichtigen Stücken aus dem Grab. Die ganze Szene spielt offenbar  nicht  in der Grabkammer, denn die war viel beengter. Es sieht eher so aus, als wären die Stücke in einem Lagerraum aufgebaut. Dafür sprechen auch die Schilder mit den Nummern – alle Stücke sind bereits inventarisiert.

Mehr über Howard Carter in dem informativen Artikel bei Wikipedia. Und hier das Doodle noch mal als Video mit geheimnisvoller Musik :-)

Der Fluch des Pharao

Im Grab des Tutanchamun befand sich eine Tontafel, auf der in Hieroglyphen folgendes geschrieben stand:

Der Tod wird auf schnellen Schwingen zu demjenigen kommen, der die Ruhe des Pharao stört.

Und was passierte sechs Wochen nach der Graböffnung? Lord Carnavan starb. Und nicht nur er: Der amerikanische Millionär besuchte das Grab kurz nach der öffnung und verstarb einige Tage später. Auch in der Folgezeit kamen zahlreiche Menschen, die die Grabkammer besuchten, ums Leben. Ein gefundenes Fressen für die ohnehin überhitzte Presse. Der Fluch des Tutanchamun war geboren. Aus heutiger Sicht lassen sich natürlich alle Todesfälle plausibel erklären. Aber wen interessiert das schon? ;-)

Mehr über den Fluch des Pharao kann man bei Wikipedia nachlesen :-)

Der jugendliche Pharao Tutanchamun

Abschließend noch ein Wort zu Tutanchamun, desser Grab Howard Carter entdeckt hat. Der arme Kerl bestieg mit ungefähr zehn Jahren den Pharaonen-Thron, und bereits neun Jahre später kam er, vermutlich durch einen Unfall, ums Leben. Tutanchamun wer der Sohn des Echnaton. Und Echnoton wiederum war ein Revoluzzer. Er stellte die Jahrtausende alten ägyptischen Traditionen auf den Kopf und ersann eine komplett neue Religion. Das besondere: der Aton-Kult war eine monotheistische Religion, und wenn ich das richtig im Kopf habe, sogar die erste. Es gibt nicht wenige, die davon ausgehen, dass unsere gesamte abendländische Religion auf diese Eingebung des Echnaton zurückzuführen sei.

Pharao Echnaton

Pharao Echnaton

Als Amenophis IV. hatte er den Throm bestiegen (Der oberste Gott jener Tage war, neben vielen anderen, der Sonnengott Amun -> Amun-ophis). Nachdem er die bisherige Religion für ungültig erklärt hatte (!), und nur noch den Glauben an den einen Gott „Aton“ vorgeschrieben hatte, nannte er sich fortan Echnaton. Man kann sich vorstellen, dass die mächtige Priesterkaste not amused war. Um nicht ständig um sein Leben fürchten zu müssen, verließ Echnaton die damalige Hauptstadt Theben und ließ mitten in der Wüste eine komplett neue Stadt aus dem Boden stampfen: Amarna.

Echnaton regierte ca. 15 Jahre lang. Nichts war in dieser Zeit wie zuvor. Aber nach seinem Tod setzte quasi die Gegenrevolution ein. Die alte Priesterkaste gewann wieder an Oberwasser. Und alles, was irgendwie mit Echnaton oder seiner Regierungszeit zu tun hatte, wurde gnadenlos ausgemerzt. Und in dieser Zeit der Gegenbewegung wurde das Kind Tutanchamun zum Pharao erkoren. Man kann sich vorstellen, dass er zum Spielball der verschiedenen Kräfte wurde. Das ist vermutlich auch der Grund, warum es in seinem Grab so unaufgeräumt aussah, als Howard Carter es öffnete: die Totenpriester jener Tage hatten wohl keine Zeit oder Lust, Tutanchamuns Grab sorgfältiger aufzubauen. Merh über Tutanchamun bei Wikipedia.

Übrigens: die Gattin des Echnaton war Nofretete, die man hier im Berliner Antiken-Museum bewundern kann. Und die habe ich auch mal gemalt, und zwar als Giraffe :-)

Nofretete als Giraffe

Nofretete als Giraffe

Das schreiben andere

Weitere Google Doodle

Kategorie: Allgemein   Autor: Martin Mißfeldt

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19 Kommentare zu "Google ehrt Howard Carter mit Tutanchamun-Doodle"

  1. Petra

    Die Gute heißt Nofretete…..
    Eigentlich Nefertiti – „die Schöne ist da“, hatte eine Vorgängerin Nefertari, „die Schöne kommt“

  2. Schnurpsel

    Mal wieder sehr ausführlich und informativ. Danke! :-)

  3. Simon

    Immer bist du der schnellste :D
    Mir gefällt das Doodle.
    Interessant, dass wir so gut wie das gleiche Vorschaubild genommen haben. Da lässt sich jetzt streiten wer den besseren goldenen Schnitt hinbekommen hat :P

    • tagSeoBlog

      Mit Quadraten könnte ich nicht arbeiten :D Dein Video geht ja wieder gut ab …

  4. shan_dark

    Wieder einiges gelernt hier und das Bild von Nofrete als Giraffe finde ich auch toll. Echt eine einzigartige Interpretation.

  5. Andreas

    Sehr guter Artikel, Weiter so. ;)

    • tagSeoBlog

      hehe, Danke Andreas. Solche Kommentare lösche ich normalerweise, aber bei Dir mache ich eine Ausnahme ;-)

  6. Wasser-Info.com Markus Haas

    Heutzutage nutzen Forscher hochauflösende Infrarotaufnahmen, die von Satelliten gemacht wurden um archäologische interessante Städten aufzufinden. Man hat dadurch über Ägypten 17 bislang unbekannte Pyramiden, 1000 alte Gräber und etwa 300 verschwundenen Siedlungen entdeckt. Durch Infrarotaufnahmen können Umrisse unter der Erdoberfläche sichtbar gemacht werden, die man sonst nie sehen würde. Mal sehen was für interessante Schätze in Zukunft noch so geborgen werden.

    • tagSeoBlog

      Danke für den Hinweis. Sehr spannend. Die Frage, wo man suchen könnte, ist damit offenbar viel einfacher geworden. Vermutlich geht es nun um die Frage, wo es sich zu suchen lohnt.

  7. Stefan

    Guter, informativer Artikel!
    Aber bei den Daten am Anfang scheint einiges durcheinander geraten zu sein.
    Carter wäre nicht 132, sondern 138 Jahre alt geworden.
    Die Entdeckung der Treppe erfolgte am 4.11.1922, nicht 1923, und nicht ca. 4 Monate, sondern ca. 4 Wochen vor der Graböffnung.

    • tagSeoBlog

      Oups… Natürlich, da ist alles etwas durcheinander geraten. Ich habe es korrigiert. Danke, Stefan, für den Hinweis.

  8. Tutmosis

    Ei Ei Ei,
    „Es sieht eher so aus, als wären die Stücke in einem Lagerraum aufgebaut.“

    bitte nicht wild rumspekulieren – wenn man keine Ahnung hat, soll man halt nichts zum Thema schreiben …

    Das Bild zeigt die Einzelstücke annähernd in einer Anordnung, wie sie gefunden wurden. Sehr schön auch in der aktuellen Tut-Anch-Amun Ausstellung im Vorraum (der wo da ist so schlecht beleuchtet ;-)) zu sehen …

    Aber wenn’s denn jeden Tag nen schlauen Kommentar braucht … vielleicht mit Fußball probieren ;-)

    Grüße an Nefertari.

    • tagSeoBlog

      Den historischen Bildern zufolge, die ich von der Grabkammer gesehen habe, war die deutlich beengter. Und die Dinge lagen deutlich unaufgeräumten neben oder übereinander. Der Schrein war meines Wissens in einer Nebenkammer untergebracht, deren Eingang von den zwei Wächtern (eine ist im Doodle zu sehen) bewacht wurde.
      Vielleicht ist das Doodle aber tatsächlich von der Ausstellung inspiriert.

      Viel Spaß beim Fußball :-)

      • Tutmosis

        Flamewar starts here … ;-)

        Spiessburgen : Ancient Egypt — 0:1 nach erster Halbzeit *eg*

  9. rex

    Es ist einfach eine der wichtigsten archäologischen Entdeckungen des 20. Jahrhunderts. Millionen von Menschen haben die Ausstellungen zu dem Thema weltweit gesehen. Danke Google – für das Doodle.

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Martin Mißfeldt

Autor: (Künstler, Firma DUPLICON Berlin) über Bilder, die Bildersuche im Internet sowie Bilder- und Video-Optimierung. Mehr

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