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Urheberrechtsverstöße im Internet – Welche Verantwortung trägt Google?

Urheberrecht - Copyright

Urheberrecht - Copyright

Meine Bilder werden nicht selten „missbraucht“. Obwohl sie fast alle mit einem Copyright-Wasserzeichen ausgestattet sind, gibt es ständig Webseiten-Betreiber, die die Bilder benutzen. In diesem Artikel möchte ich kurz darlegen, welche Arten von Verstößen ich bisher kennengelernt habe – und wie ich dagegen vorgehe. (siehe Webmasterfriday-Thema: „Was tun bei Urheberrechtsverstößen?„) Kurz zusammengefasst: es ist sehr ärgerlich, aber es hat aus meiner Sicht keinen Sinn, sich damit tage- oder gar wochenlang zu befassen.

1. Ahnungslose Hobby-Webmaster und Forenjunkies

Home sweet Homepage

Home sweet Homepage

Mit großem Abstand am häufigsten werden meine Bilder ohne böse Absicht benutzt. Da findet irgendein harmloser Forenbesucher ein Bild besonders lustig oder schön, also hat er es ruckizucki in einem Thread eingebunden. Meist via Hotlink, d.h. er (oder sie) verlinkt einfach die URL des Bildes in einem Posting. Daneben gibt es nicht selten echte (!) Hobby-Websiten-Betreiber, die eines der Bilder einfach schön finden. Und sie ahnen nicht, dass das Herunterladen und Einbinden der Bilder irgendwie illegal sein könnte.

-> Ich gehe bei solchen Fällen immer den „einfachen“ und direkten Weg. Also Email schreiben mit folgendem Inhalt:

Sehr geehrte …,

sie haben auf Ihrer Website folgendes Bild eingebunden: [URL des Website-Betreibers]. Dieses Bild stammt von mir. Es ist hier zu sehen: [meine URL]. Wie Sie sehen, wird auf meiner Seite deutlich ein Copyright-Vermerk angezeigt. (Außerdem befindet sich im Bild ein Urheberrechtshinweis.

Die Benutzung des Bildes ist also ohne schriftliche Genehmigung untersagt. Sie haben zwei Möglichkeiten: entweder Sie bringen unter dem Bild einen deutlich sichtbaren Link auf folgende URL an [Wunsch-URL], oder Sie entfernen das Bild von der Seite und löschen alle Kopien von Ihren Rechnern und Ihrem Webspace.

Mit freundlichen Grüßen

Man kann am Ende noch folgenden Satz einfügen: „Ich gebe Ihnen dafür eine Frist von 7 Tagen. Sollten Sie auf diese Email nicht reagieren, werde ich meinen Anwalt einschalten.“ Dieser Satz führt jedoch in aller Regel dazu, dass das Bild sofrot gelöscht wird. Wenn man auf eine Backlink scharf ist, sollte man ihn besser weglassen. Ich habe noch keinen Fall gehabt, bei dem dieses Vorgehen nicht zum Erfolg geführt hätte.

2. Automatisierter Traffic-Klau in der Grauzone

Schwieriger wird die Angelegenheit, wenn die Urheberrechtsverletzung in großem Stil durchgezogen wird. Ich habe vor einigen Tagen einen solchen Fall beschrieben: „Yasni klaut Bilder-Traffic via Hotlinking für nervige Popup-Werbung„. Im beschriebenen Fall habe ich Yasni ebenfalls angeschrieben, woraufhin man die entsprechende Seite umgehend entfernt hat. Dass ich den Fall dennoch in dem Artikel beschrieben habe, hat damit zu tun, dass der Yasni-Fall eine organisierte und automatisierte angelegenheit ist. Es sind also tausende von Bilder-Rechteinhabern betroffen. Laut dem Searchmetrics-Keyword-Tool hat Yasni ca. 8.400 Bilder in der Universal-Search, mit denen sie am Tag fast 14.000 Klicks generieren. Alle Der größte Teil der Bilder, die ich stichprobenartig überprüft habe, scheinen gekapert zu sein.

yasni

yasni

-> Was tun? Ich habe einige Zeit überlegt, ob ich damit zu meinem Anwalt gehen soll. Aber ehrlich gesagt: ich habe dazu keine Zeit und Lust. Ich bin nicht Weltverbesserer oder Internet-Polizist. Meine Sache ist es, Bilder zu malen und ab und zu einen Artikel zu schreiben und sonst noch zu machen, wozu ich Lust habe. Aber andere vor mir her zu treiben, bereitet mir einfach keine Freude. Wenn ich also Bilder von mir bei yasni oder vergleichbaren Traffic-Klau-Maschinen entdecke, schreibe ich eine Mail, und wenn meine Bilder entsprechend gelöscht werden, lasse ich es dabei bewenden.

3. Organisierter illegaler Bilderklau

Noch problematischer wird es bei dem zweiten Fall, den ich vor einigen Tagen beschrieben habe. Da klaut ein komplexes organisierte Netzwerk im internationalem Maßstab die Top-Bilder der Universal-Search. Ich habe das ebenfalls mit dem Searchmetrics-Tool getestet. Bloggum hat inzwischen fast 3.400 Bilder gekapert (nur in den deutschen Serps) und generiert damit ca. 15.000 Klicks pro Tag – wie gesagt: nur in Deutschland. Ich möchte nicht wissen, was da weltweit bei 30 Sprachen zusammenkommt.

Black hat Bilder SEO

Black hat Bilder SEO

-> Was tun? Auch hier habe ich lange überlegt. Das Problem war zunächst, dass ich den Betreiber des Netzwerkes nicht kannte – es läuft natürlich alles anonymisiert. Dank einiger Recherchen von Felix (siehe Artikel) konnte ich den Betreiber allerdings ausfindig machen – vermutlich. Die entsprechende Lücke – ein Fehler des Betreibers – ist inzwischen geschlossen. Es ist – offenbar – ein Informatik-Student aus England. Kann aber natürlich sein, dass auch diese Angaben gefakt sind.

Wer den Artikel verfolgt hat, wird allerdings feststellen, dass ich die konkreten Namen und Websites inzwischen gelöscht habe. Der Grund ist einfach und zugleich kompliziert: ich wollte nicht riskieren, eine konkrete Person an den Pranger zu stellen, obwohl ich nicht hundertprozentig weiß, ob er tatsächlich verantwortlich ist. Eine Email, die ich ihm geschrieben habe, blieb unbeantwortet.

Nach einigem Nachdenken über den Fall kam ich zu dem Schluss, dass es das System ist, das solche illegalen Blackhat-Methoden hervorruft. Das macht die Sache natürlich nicht besser. Aber wie oben beschrieben, ist es nicht meine Sache, einzelnen Leuten vor den Karren zu fahren. Ich finde es eher wichtig, Google auf die Sache aufmerksam zu machen. Denn die Problematik mit dem sehr simplen „Link- und Traffic-Klau“ via Hotlinking ist ein grundsätzliches Problem, dass immer mehr solcher Systeme entstehen lassen wird. Google ist dringend gefordert, dagegen etwas zu unternehmen.

Schutz via .htaccess-Script

Und wie schütze ich mich nun davor? Dank Ingo, der mit engelgleicher Geduld meine Fragen beantworten konnte, habe ich nun ein Script, dass den Bilderdieben den gar aus macht. Wie in diesem Artikel von Ingo beschrieben („Bilderdiebe – was ich dagegen tue„), kann man missliebige Seiten einfach via htaccess auschließen. Ich bin allerdings so frei, und schleiße die nicht komplett aus, sondern platziere eine Art Werbebanner. Mein Script sieht so aus:

<IfModule mod_rewrite.c>
  RewriteEngine On
  RewriteCond %{REQUEST_FILENAME} -f
  RewriteCond %{REQUEST_URI} !/ersatzbild_url.jpg$
  RewriteRule .(jpg|gif|png)$ - [NC,C]
  RewriteCond %{HTTP_REFERER} bilderr.com [NC,OR]
  RewriteCond %{HTTP_REFERER} pictures-images.com [NC,OR]
  RewriteCond %{HTTP_REFERER} freeimages-de.bloggum.com [NC,OR]
  RewriteCond %{HTTP_REFERER} zaggla.com [NC]
  RewriteRule . /ersatzbild_url.jpg [T=image/jpg,L]
</IfModule>

Eingetragen sind vier Domains, die alle durch automatisierten Bilder- und traffic-Klau aufgefallen sind. Wer mag, kann das Script gerne übernehmen.

Die besten Bilder der Welt

Die besten Bilder der Welt

Was bassiert nun? Immer wenn diese vier domains bei mir ein Bild laden wollen, bekommen sie ein Ersatzbild ausgeliefert. Bei Schnurpsel (Ingo) im Artikel findet sich auch ein Script, mit dem man das Laden von Bildern aus externen domains komplett unterdrücken könnte. Aber da meine ich: als SEO bzw. SEMler sollte man sich alle verfügbaren Quellen zu Nutze machen. Im Falle von Bilderklau liegt es daher nahe, die Schadtat zu nutzen und auf diesen Sites einfach Werbung für die eigene Sache zu machen ;-) Btw: das Bild links ist mein „Ersatzbild“. In sportiver Bescheidenheit firmiert es unter „die besten Bilder der Welt„.

Fazit: Mund abwischen und weitermachen…

Urheberrecht - Was tun bei entsprechender Verletzung des Copyrights?

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Kategorie: Allgemein   Autor: Martin Mißfeldt

12 Kommentare zu "Urheberrechtsverstöße im Internet – Welche Verantwortung trägt Google?"

  1. Männchen

    Meiner Erfahrung nach nützen Email tatsächlich viel, und keiner hat Lust zu zanken und löscht sofort. Aber im Endeffekt ist das viel Arbeit für mich als Opfer des Bilderklaus, und wer entschädigt mich dafür?

  2. Ivan

    Ich betreibe auch eine Gallery mit über 8000 Fotos. Deine Probleme kommen mir echt bekannt vor. Mit der .htaccess hast Du schon mal einen grossen Teil getan. Leider lässt sich auch damit der Klau nicht 100% vermeiden.

  3. tagSeoBlog

    hehe, @missfeldt-versteher: ja, genau so seh ich das. Yasni opereriert sehr clever in einer Grauzone. Im Grunde muss Google den Yasni-Hahn zudrehen…

  4. Schnurpsel

    Streng genommen schützt das auch nicht vor dem Hotlinking selbst, sondern verhindert nur, daß ein Nutzer die Bilder auf der hotlinkenden Seite sieht.

    Die Links zu den Bildern bleiben natürlich bestehen und auch Suchmaschinen-Bots merken nichts vom Ersatzbild. Insofern kann es sogar passieren, daß eine Hotlinkseite trotz Hotlink-Sperre bei Google mit dem ursprünglichen Bild rankt bzw. die Ursprungsseite ersetzt.

  5. tagSeoBlog

    „Insofern kann es sogar passieren, daß eine Hotlinkseite trotz Hotlink-Sperre bei Google mit dem ursprünglichen Bild rankt bzw. die Ursprungsseite ersetzt.“
    Das wäre dann natürlich noch eine neue Dimension. Ich schreibe gerade an einem Artikel. Hoffe, dass Google das bald in den Griff bekommt.

  6. Gabriel

    Mancher Künstler sieht es nicht so wie Du, sondern regt sich schon bei der bloßen Listung seiner Werke in der Bildersuche auf und möchte diese verhindern: Künstlerin verklagt Google (ernsthaftes Anliegen oder ein PR-Schachzug der Künstlerin?)

  7. Thomas

    Diese Grauzone sollte wirklich mal aufgedeckt werden. Was Yasni & Co da treiben mit persönlichen Daten sollte gerade hier bei uns zu Lande untersagt werden.

  8. sepp

    Ich habe mal ein paar kritische Anmerkungen (Hoffe, dass es deswegen nicht gleich gelöscht wird.)
    Du hast dich für das Medium Internet entschieden, um deine Bilder publik zu machen. Keine Zeitschrift oder eine Galerie, wo es dann eine tolle Vernissage mit Prosecco gibt.Dass es im Internet Mißbrauch gibt, ist nicht wiklich neu. Ich kann verstehen, dass du nicht möchtest, dass andere mit deiner Arbeit Geld verdienen. Aber was unterscheidet dich von Metallica, die damals aktiv gegen Napstar vorgegangen sind. (Dies hat damals die CD Verkäufe in den Keller gedrückt, da die Fans ziemlich sauer wurden, und nur die geldgierigen Musiker ohne Herz gesehen haben.)
    Du hast die drei verschiedenen Arten von Verstöße sehr gut beschrieben (wußte vorher nicht so gut bescheid).

    Im Endeffekt kann man unterscheiden zwischen 2. und 3., die sich also aktiv an dir bereichern und der Gruppe 1., die in Blogs, Threats, Foren etc.deine Bilder posten, weil sie diese gut finden. Und was machst du, gegen die professionellen Mißbraucher kannst du nicht wirklich was ausrichten. Aber dem normalen Internet-User drohst du mit einem Anwalt. Du sagst zwar, dass die Forenbetreiber bis jetzt immer in deinem Sinne gehandelt haben, aber was ist wenn nicht. Verklagst du dann wirklich ein Forum, weil es einen Hotlink von deinem Bild verwendet? Die Leute machen für dich Werbung (auf deinen Bildern ist doch deine website vermerkt) und du dankst es Ihnen mit einem Drohbrief. Kann ich nicht richtig nachvollziehen, denn das ist nun mal INTERNET Und das lebt davon, dass Leute sich austauschen, Informationen weitergeben oder auch mal ein tolles Bild per Hotlink posten! Mich würde mal interessieren, wie du deinen finanziellen Schaden durch die Hotlinks beziffern würdest!

    Trotzdem ist der Mißbrach gemäß 2. und 3. eine Sauerrei! Ich wünsch dir Glück, bei der Suche nach einem geeigneten Mittel dagegen.

  9. tagSeoBlog

    Hi Sepp,
    danke für Deine Anmerkungen. Vor allem deshalb, weil ich es oben offenbar nicht klar formuliert habe: ich bin noch nie mit einem Anwalt gegen einen „kleinen“ Betreiber vorgegangen – und würde es auch nie machen. Und in 90 Prozent der Fälle freue ich mich in der Tat darüber, wenn meine Bilder (weil sie gefallen) von anderen verlinkz und gezeigt werden. Da werde ich gar nicht aktiv oder bedanke mich sogar.
    Ärgerlich ist es nur in den (wenigen) Fällen, wo der Google-Link unter meinen Bildern dann auf die andere Seite verweist. Es sind meist einige Faktoren, die das bewirken. Und in diesen Fällen schreibe ich dann die Betreiber an, dass wenigstens ein Link auf meine Homepage gesetzt wird – damit erübrigt sich in aller Regel das Problem.
    Mein finanzieller Schaden beläuft sich bei einem traffic-starken Bild auf max. 1 bis 2 Euro pro Tag (weil ich nur über Adsense Geld verdiene). Das ist an sich absolut zu vernachlässigen. Ich befürchte nur, wenn man die Sache so laufen lassen würde und sich nicht bemüht, wieder das eigentliche Linkziel bei Google zu werden, dann summiert sich das. Und geklaut (siehe 2. und 3.) werden eben nur die traffic-starken Bilder.
    Gruß, Martin

  10. Anton

    Schon bedenklich, was im Schutze der Anonymität des Internets abläuft.
    Die Idee mit diesem Script ist jedoch wirklich originell.
    Danke, dass du es der Allgemeinheit zur Verfügung stellst.

  11. Clavinova

    Hi,
    vielen Dank erstmal für den htaccess-Code,der ist sehr hilfreich. Aber mal eine Frage zu Yasni: Die haben meiner Meinung nach sowieso ein gefährliches Potenzial, die sind was das Sammeln von Daten angeht garnicht ohne. Also entweder Google nutzt die Datensammlung selbst, oder müsste irgendwann reagieren und yasni ausschliessen, von wegen DC usw. Da das aber nicht passiert ist die Frage, wie steht Google zu Yasni?

Martin Mißfeldt

Autor: (Künstler, Firma DUPLICON Berlin) über Bilder, die Bildersuche im Internet sowie Bilder- und Video-Optimierung. Mehr

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