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Wie gut ist Google wirklich? Eine Frage des Vertrauens!?

Google als Gott

Ist Google Gott?

Da schreibt der @stereophone bei SEO-United einen Artikel über „Wie böse ist Google wirklich?“ und beklagt, wie gemein die versammelte Presse („alte Medien„) mit Google umgeht. In einer ersten Reaktion kritisiere ich das via Kommentar, und Gretus sagt dazu: „Martin, etwas mehr Gottvertrauen würde auch Dir gut zu Gesicht stehen.“ – Nagut, er sagt es mit einem Zwinkern, aber der Handschuh ist geworfen… Im folgenden möchte ich mal meine Sicht der Dinge auf das Problem darstellen. Ich glaube, das googlephine Ausblenden von Gefahrenpotentialen ist mindestens kurzsichtig, vielleicht nur eine gezielte Polarisierung zwecks Linkbait, wenn nicht sogar nur ein plumper Anbiederungsversuch…

Kreuzug der alten Medien?

Der Artikel  geht eigentlich sehr klug los. Das Google-Motto „Don t be evil“ („Sei nicht böse“) verleitet in der Tat viele, das etablierte positive Image bei „Erschütterung“ ins Gegenteil zu drehen. Aber: Google hat in letzter Zeit einfach gepatzt. Da kann man lamentieren, so viel man will. Und diese Patzer sind von Google zu verantworten, und nicht, wie von Stereophone dargestellt, durch einseitig böswillige Berichterstattung erfunden worden. Die „alten Medien“ haben natürlich ihre Probleme mit Google, aber es ist lächerlich anzunehmen, dass gestandene Redakteure sich für einen Kreuzzug der Verlagsinhaber instrumentalieiseren lassen. Im übrigen sind es auch viele Ernst zu nehmende Blogger (ehemlaige Journalisten), die sich längst für einen neuen Medienweg entschieden haben, die ebenfalls das Googlemotto hinterfragen und sich Gedanken über zukünftige Risiken machen.

Stereophone hat mit einem Recht: das, was ich heute kritisiere, ist schon lange bekannt. Es wird nur durch Google Expansionsstreben immer deutlicher, welches Gefahrenpotential sich dahinter verbirgt. Kurz zusammengefasst: die Masse an gesammelten persönlichen Daten aus unterschiedlichsten Lebensbereichen.

Einfach ein paar Daten…

Google hatte von Anfang an ein vertrauenswürdiges und dynamisches Image. Ich habe mir am Anfang nie Sorgen gemacht, persönliche Daten bei Google preis zu geben. War ja nur Name und Adresse, vielleicht Telefonnummer. Steht ja auch im Telefonbuch. In Zeiten, in denen Email-Programme noch Geld kosteten, war es natürlich auch super, einen kostenlosen Email-Account bei Google anzulegen. Schön, wenn man die gesamte Korrespondenz via Google abwickeln kann.

Google als Datenkrake

Google als Datenkrake

Irgendwann habe ich mir die Google-Toolbar mal installiert. Ist ja praktisch, wenn man nicht jedesmal zuerst die Google-Startseite aufrufen muss. Das damit auch meine persönlichen Rechnerdaten übertragen werden, habe ich nie bedacht. Dann hat Google mir erlaubt, meine Firmendaten in Google-Maps einzutragen. Praktisch, so werde ich besser gefunden. Auch mein Profil konnte ich bei Google anlegen, inklusive der Websites, die ich so betreibe.

Google Dienste sind so toll

Seit einiger Zeit brauche ich kein Textprogramm mehr – keine lästige Installation, kein nerviger Support. Mit Google „Text & Tabellen“ kann ich wunderbar meine Briefe schreiben, Steuerkalkulationen machen und vieles mehr. Mit Google ist alles so einfach, und: es ist alles kostenlos. Wahnsinn. Die von Google sind schon nette Menschen. Bis hier hin hat das alles prima funktioniert.

Mit Google Maps kann ich nun jedes Haus anschauen. So kann ich schon vorher sehen, wie mein Hotel in Paris aussieht, oder in welcher Straße das Haus eines Angestellten liegt. Mit dem neuen Mobilgerät Nexus-One kann ich ein Foto machen und direkt in die Google-Suche übertragen. Wann das mit Menschen funktioniert, ist nur eine Frage der Zeit, schwärmen chronische Singles…

Ich bin eine IP

Wohin geht Google Chrome?

Wohin geht Google Chrome?

Was ich bis vor kurzem nicht wusste: auch ohne Browser-Toolbar wurden die ganze Zeit Daten über mich gesammelt, und zwar IP-bezogen, so dass sie mir jederzeit zugeordnet werden können. Auf unterschiedlichste Kanälen. So richtig offensichtlich wird das, wenn man sich mit Google-Analytics beschäftigt. Dieser Dienst scheint zunächst  im Grunde nur ein Super-Service für Website-Betreiber zu sein. Und daher wird er auch intensiv – auch in Deutschland – eingesetzt. Was dabei vergessen wird: all diese ermittelten Daten landen nicht nur zum Auswerten beim Website-Betreiber, sondern wandern vorher zu Google. Dort ist mittlerweile eine hübsche Anzahl von persönlichen Daten von mir abgespeichert. (Mehr daszu in diesem Artikel „Google Analytics – Datenschutz-Problem oder typisch-deutsch?„.)

Google Buzz: sind Email-Kontakte keine persönlichen Daten?

Und nun kommen Dienste wie Wave oder Buzz auf den Markt, die das „Social Web“ versuchen nutzbar zu machen. Die Stärke des Web2.0 ist zugleich seine größte Schwäche: die „Verpersönlichung des Internets„. Dieses gigantische Potential von persönlichen Preisgaben ist natürlich eine ideale Ergänzung zu den bisherigen Daten. Die Panne von Buzz, mit der man die persönlichen Kontakte von anderen einfach einsehen konnte, belegt: meine persönlichen Daten sind bei weitem nicht so sicher wie gedacht. (siehe auch hier und hier)

Meine Daten bei Google – sicher?

Um auf den Artikel bei SEO-United zurückzukommen. Als Fazit des Absatzes  „Meine Daten bei Google“ heißt es dort:

Ich persönlich fühle mich wohler dabei, meine Daten sicher aufgehoben auf Google-Servern als auf irgendwelchen Servern anderer Anbieter zu lagern. Die teilweise Zusammenführung dieser Daten begrüße ich, denn um den Internet-Dschungel mit tausend verschiedenen Diensten und Logins noch überschauen zu können, müssen diese Daten zusammengeführt werden. Auch hier vertraue ich Google mehr als irgendeiner anderen Firma.

Ich finde das aus genannten Gründen zu kurz gedacht: Google hat einfach eine gigantische Sammlung über mich. Ich glaube nicht, dass Google diese ganzen Daten schon (via IP-Abgleich) miteinander verknüpft hat. Aber ich sehe auch keinen Anlass, Google bedingungslos zu vertrauen. Folgende Gründe:

  • Als amerikanische Unternehmen habe ich gegen Google keine Klagemöglichkeiten. Ich werde Google kaum zwingen können, meine Daten zu löschen. Es sein denn, über ein deutsches oder europäische Sondergesetz (bei dem immer noch fraglich wäre, ob oder wann es greift).
  • Wie der Fall mit dem Buzz-Kontakten zeigt, kann es leicht – und ohne böse Absicht – dazu kommen, dass in irgendeiner Anwendung Daten von mir öffentlich werden, die dafür überhaupt nicht bestimmt waren.
  • Natürlich bleibt auch die Frage: Wie sicher sind eigentlich die Google-Daten gegen Diebstahl? Es ist für mich nur eine Frage der Zeit, wann man zum ersten mal hört, dass Datenbanken bei Google geklaut worden sind. Was vor einiger Zeit in China passiert ist, zeigt doch: prinzipiell ist es möglich, an vertrauliche Daten auf Google-Servern zu gelangen (siehe auch hier).
  • Google das Recht zu geben, die in unterschiedlichen Anwendungen gewonnen Daten für eigene Zwecke zu nutzen, ist zwiespältig. Denn je weiter Google expandiert, um so größer wird die Macht, diese Daten als Wettbewerbsvorteil zu nutzen.
  • Wer kann vorhersehen, was in zehn Jahren ist? Vielleicht ist Google dann eine Art „Giga-Amazon-Ebay-Regierung„, ein Konzern der alles und jeden verkauft. Das ist aus jetziger Sicht unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen. Ebenso ausgeschlossen ist aber auch, dass Google bei einem Strategie-Wechsel die Daten erst mal alle löscht.

Google als „Gönner der Menschheit“

Zum Schluss noch ein Wort zu folgendem Statement von Stereophone. Zitat:

Google möchte das Wissen der Menschheit kostenlos für alle Menschen zugänglich machen und organisieren, Geld spielt hierbei nur eine nebensächliche Rolle.

Das ist ja so blauäugig, dass es meiner Oma im Herzen warm würde. Hallo? Google ist ein börsennotierter Weltkonzern. Und dem geht es um nichts, aber auch gar nichts anderes als Geld zu verdienen. Diese gönnerhafte „Wissen der Menschheit“-Soße ist nichts anderes als Imagepflege, die man sich einiges kosten lässt. Ich finde die zitierte Haltung nicht nur naiv, sondern sogar gefährlich. Es lässt mich vermuten, dass es in dem Artikel bestenfalls darum geht, zu polarisieren, um Reaktionen wie diese auszulösen. Vielleicht ist es aber auch nur der Versuch, sich bei Google anzubiedern, weil man aus dem Google-Hause entsprechende Würdigung erwartet.

Denn natürlich geht es in diesem Kontext nie um die Frage: Welche Daten von mir darf niemand wissen? Es ehrt jeden, der von sich behauptet, er hätte keine Leichen im Keller. Aber das Problem ist doch viel komplexer: Welche Informationen über mich will in Zukunft vielleicht nicht öffentlich sehen? Das können die Gutmenschen sich zwar meist nicht vorstellen, aber es kann möglicherweise so kommen. Und es gibt bereits einige, die das heute schon so sehen. Was natürlich nicht bedeutet, dass man deswegen ein Krimineller sein muss.

Google ist nicht böse!

Böse!

Böse!

Abschließend mein Fazit, das vermutlich viele überraschen wird, aber ernst gemeint ist: Google ist nicht böse. Google ist auch nicht gut. Die Debatte über gute und böse hilft niemandem, da Google nicht Gott ist. Wer die Frage nach Datenschutz und Persönlichkeitsrechten zu einer religösen Weltanschauung degradiert, verhindert die sachliche Auseinandersetzung.  Das ist es, was ich Stereophone bzw Seo-United insgesamt vorwerfe.

Google ist nur ein weltumspannender Konzern, der seine Position stärken möchte, um mehr zu verdienen. Auch wenn deutsche Gerichte bald die Benutzung von Google Analytics untersagen werden (wie ich annehme), wird Google deswegen nicht „böse“. Es ist das gute Recht eines Konzerns, seine Marktmacht aufrecht zu erhalten und ggf. auszubauen. Und selbst wenn Google einige seiner Dienste per Gerichtsentscheid zukünftig einstellen muss, werde ich weiter die Googlesuche benutzen. Weil sie einfach die beste Suchmaschine ist, die es zur Zeit gibt.

Aber: man sollte sich immer bewusst machen, welche Daten dabei übertragen werden. Und dass das Risiko, dass von dieser Datensammelwut ausgeht, nicht zu unterschätzen ist.

Wer noch mehr zum Thema lesen mag:

Google wie Gott im Himmel - strahlt er oder zieht er an?

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Weiterführende Artikel

Kategorie: Allgemein   Autor: Martin Mißfeldt

21 Kommentare zu "Wie gut ist Google wirklich? Eine Frage des Vertrauens!?"

  1. Marcel

    Hi Martin,
    auch ich finde Google so toll weil es die qualitativ am besten aufgestellte Suchmaschine ist und das entscheiden einzig und allein die User. Unterm Strich muss man es aber so wie Holger in den Kommentaren bei SEO-United sehen, dass Google eben ein Weltkonzern ist bei dem in erster Linie Vermögensverwalter und Fondsgesellschaften beteiligt sind und denen braucht man weder mit „gut“ oder „böse“ kommen, da zählen nur nüchterne Zahlen… Im Moment läufts ja super und da kann man noch „don´t be evil“ um sich schreien, mal sehen wie es wird wenn es mal nicht mehr so gut läuft.

    BTW: Respekt wie schnell deine so ausführliche Antwort auf den SEO-United-Artikel kam…

  2. Gretus

    Hallo,

    dem BTW schließe ich mich an. Passend zur Diskussion vielleicht auch noch http://www.seo-united.de/blog/internet/jeff-jarvis-ueber-deutschen-datenschutz.htm

    Meiner Meinung nach findet momentan tatsächlich eine gezielte Stimmungsmache gegen Google statt. Die wie in genanntem Artikel beim Ottonormalinternetnutzer vielfach einfach unbegründete Angst bezüglich der Veröffentlichung ihrer Daten nutzen herkömmliche Medien immer wieder aus, um Google anzugreifen.

    Google ist nur der `greifbare´ Grund für eine sich unbegreiflich schnell verändernde Medienlandschaft. Auch andere Unternehmen sammeln Daten, auch andere Unternehmen verdienen Geld usw.

    Grüße

    Gretus

  3. tagSeoBlog

    @Marcel: naja, „im Moment läufts super“ sehe ich ja anders.

    @Gretus: Jeff Jarvis ist ebenso kurzsichtig und gutgläubig. Würde mich nicht wundern, wenn der Mann auf Googles Gehaltsliste steht.
    Datensammeln ist bei anderen Unternehmen natürlich auch kritisch zu sehen. Aber die Gefahr liegt ja in der Vernetzung unterschiedlichster Quellen. Die Nutzer-Profile werden immer lückenloser. Gerüchten zufolge ist das Profil eines Gutverdieners (Hobbies, fam. Situation, Vorlieben des Partners, Freizeitverhalten, bevorzugte Webkanäle, gesundheitliche Probleme etc) schon jetzt bei ein paar hundert Dollar wert. Logisch, mit gezielter Werbung kann man dem Mann viel abnehmen… Mit etwas Geschick wird man diese Infos aus einem sorglosen Google-User schon herausbekommen.

  4. Gretus

    Hallo,

    wenn ich Dich einmal besuchen kommen würde, hätte ich genannte Daten auch alle. Ich verstehe immer nicht, wie Leute im realen Leben Informationen über sich nur so herumposaunen und dann vom Internet erwarten, dass sie dort vollkommen anonym tun und lassen können was sie wollen.

    Ein gewisser Grad der Gläsernheit ist mit der Entwicklung des Internets verbunden, dieses bringt allein die Technik mit sich und dieses ist der Tribut vieler nützlicher Dienste und Services.

    Wie schlimm wäre es, wenn man plötzlich feststellen würde, dass niemandem die eigenen Daten interessieren!? Die größte Angst vieler Menschen ist glaube ich die, selbst im WWW irgendwann alleine dazustehen. Dann doch lieber gar nicht…

    Grüße

    Gretus

  5. Tanja

    Auch ich habe heute den Blogbeitrag auf seounited gelesen und war sehr überrascht über diesen Beitag der Google über alles stellt. Sogar über das was jedes normale Unternehmen zum Ziel hat: Gewinn erzielen und langfristig am Markt zu bestehen. Was anderes will Google auch nicht.
    Aber auch ich mache mir zunhemend Gedanken darüber, was Google alles so über mich speichert und inwieweit sie es irgendwann einsetzen können um zu manipulieren. Fakt ist, das Google ein Datensammler ist und es in Zukunft auch weiter so handhaben wird, um Werbung noch gezielter auf den Konsumenten anzuwenden.
    Wir die sich Tag ein Tag aus mit Google beschäftigen, wiessen vielleicht ein bisschen wie der Hase läuft, aber was ist mit dem unwissenden Konsumenten der nicht annähernd eine Ahnung davon hat was Google über ihn weiß, oder wie er manch eine Speicherung seiner Daten umgehen kann!?!

  6. Tarik

    „Vielleicht ist Google dann eine Art Amazon“

    Wie meinst du das?
    Ist in deinen Augen Amazon im Moment einfach viel riesiger als Google?
    Vielleicht ist der Gewinn größer (könnte ich mir zumindest vorstellen), aber Amazon ist eben nur eine Sache.

    Google dagegen ist ein Unternehmen mit zig Subgebieten, dass sich im Internet wie ein Virus ausbreitet, ohne dabei an sich schädlich zu sein.

    Aber trotzdem ist es doch möglich, dass dieser Virus mutiert oder nicht?
    Oder dass der Virus von etwas anderem infiziert wird?

  7. Thomas

    Google ist ein zweischneidiges Schwert & keine Medaille mit zwei Seiten!

    @Gretus „Meiner Meinung nach findet momentan tatsächlich eine gezielte Stimmungsmache gegen Google statt.“

    Rennt nicht in letzter Zeit Google von einem riesen Projekt zum Nächsten? Wenn Google mehr und mehr in unser Leben einzug hält, muss dem auch mehr Beachtung geschenkt werden.
    Stimmungsmache oder Kritik?
    Alles ein Standpunkt der Perspektive.
    „Die wie in genanntem Artikel beim Ottonormalinternetnutzer vielfach einfach unbegründete Angst bezüglich der Veröffentlichung ihrer Daten nutzen herkömmliche Medien immer wieder aus, um Google anzugreifen.“
    Angst ist ein probates Mittel um Menschen wach zu machen! Und mir ist es lieber ein „Ottonormalinternetnutzer“ wird per Angst zum Nachdenken angeregt. So besteht für den „Ottonormalinternetnutzer“ die Möglichkeit selbst zu bestimmen, ob er ungefragter Datenspender sein möchte.

    Googel – ein Weltkonzern – ein Monopolist, welcher durch beeindruckende Leistung sich diese Position erkämpft hat.

    Und täglich helfen wir dem Monopolisten – gratis, denn er hilft auch uns. Eine Zwickmühle!

    Eventuell trifft auch auf diese Zwickmühle
    das Zitat aus der Bibel zu:

    „Denn wer das Schwert nimmt, wird durchs Schwert umkommen.“

    P.S. Jedoch hoffen, das alles Gut geht, kann man ja mal…

  8. webSimon

    Simme dir in deiner Bewertung Googles zu 100% zu. Google ist ein stinknormaler Konzern, mit gutem Konzept und Image-Strategie.

    Allerdings bin ich auch der Meinung, dass seo-united Recht hat, mit der Stimmungsmache gegen Google. Sich dann aber auf die gleiche Ebene zu begeben ist der falsche Ansatz.

  9. Sebastian Schneider

    Bei allen Diensten die angeboten werden, ist es doch letztendlich der User der sich dafür entscheidet. Je besser ein Dienst ist und je mehr Usability er mit sich bringt, desto eher wird dieser akzeptiert. Zwingen tut ihn ja keiner.

    Das kann man im Bereich Web2.0 sehr schön verfolgen. Heute geben sogar Personen freiwillig bekannt wann sie wo ihr Haus verlassen und wohin sie gehen. Sie twittern ortsbezogene Daten von Tätigkeiten und Bilder mit Geotags.

    Dann werden wieder durch irgendwen Slogans in die Welt gesetzt wie „Google liest deine Emails mit“. Und alle sind empört. Unsinn in meinen Augen, solange diese Personen genau die sind, die nicht wissen wie eine Email durch das Internet gelangt und wie man sie verschlüsseln kann.

    Ich denke auch, Google ist nicht böse und auch nicht gut, wie du schön beschreibst. Google ist nun ein Konzern, der verdammt viel Geld mit Werbung macht. Und ich persönlich finde, je besser Werbung ist, desto lieber mag ich diese auch. Ich finde personenbezogene wirklich Werbung toll, leider gibt es davon zu wenig.

    Welches Zukunftsszenario ihr euch auch immer vorstellt – Google wird darin ein global Keyplayer sein. Und ich finde das auch gut so, besser ein nicht ganz so „gutes“ Google als irgend so ein „böses“ Apple :-)

    Wer heute nicht will, dass es Informationen zu einem selber im Netz gibt, der sollte am besten keine Email besitzen, keine Webseite haben, in keinem Facebook, Xing, Vz oder LinkedIn sein. Besser noch, auch kein Internetanschluss, keinen Mobilfunk und sonstige Kommunikationsmittel, die irgendwelche Schnittstellen am WWW haben. Das Netz lebt letztendlich genau durch viele der personenbezogenen Daten erst so richtig auf, ob das gut oder schlecht ist, sei mal dahingestellt.

    Die Frage ist doch im Endeffekt nur: Wie stelle ich mich im Netz richtig dar und welche Informationen sollen das sein.

    Danke für den Artikel und einen schönen Abend noch :-)

    Gruß
    Sebastian

  10. Marcel

    Hi Martin,

    „@Marcel: naja, “im Moment läufts super” sehe ich ja anders.“

    Mich würde mal interessieren wie du dazu kommst, d.h. warum läuft es bei Google denn nicht gut im Moment? Die Zahlen stimmen, es kommen dauernd neue Produkte raus usw. Das einzige was da im Moment nicht ganz so gut weg kommt ist doch eigentlich „nur“ das Image, wahrscheinlich wg. der Datenschutzdebatte die aber so auch nur bei uns in Deutschland geführt wird.

  11. Tim

    Ich muss gestehen, mir war es bisher immer egal ob meine Daten bei Google lagern, teilweise ist es mir immernoch relativ egal bzw. eh schon zu spät jetzt noch was verheimlichen zu wollen.

    Was mir vor einiger Zeit allerdings mal die Augen geöffnet hat war das „Webprotokoll“, ich habe garnicht wirklich mitbekommen dass ich es aktiviert hatte, jedoch war ich dann wieder in meinem Google-Account unterwegs und sah diesen Menüpunkt: „Webprotokoll“, also habe ich reingeschaut.

    Es war einfach unglaublich wie meine ganzen Suchanfragen dort gepsiechert waren und wenn ich auf „Trends“ klickte konnte ich mich auch wirklich sehen wie ich mich in der Suchergebnissen wiederspiegelte – Da habe ich doch etwas Angst bekommen.

    Das Problem ist ja auch dass wir viel zu spät informiert wurden, Google hat unsere Daten jetzt – Daran werden wir wohl auch nichts mehr ändern können.

    Aber wenn ich mit meinem Neffen mal rede sage ich ihm jedes mal: Nutze NIE deinen echten Namen im Internet, variere mit deinen Nicknames oder such dir einen aus der sehr oft benutzt wird etc.

    Teilweise gebe ich zu dass etwas mehr „gläsernheit“ im Internet das Internet bereichern würde, aber dadruch dass Google meine Daten hat … bzw. so viele Daten hat … ich weiss, ich wiederhole mich, aber das macht mir durchaus nen bisl Angst. :)

  12. stereophone

    Ich habe weder versucht zu polarisieren, und das letzte, was ich machen würde, ist es zu versuchen mit Google anzubiedern, was soll das auch bringen ? Der Artikel war einfach meine Meinung – anderes zu behaupten ist Unfug.

    Wäre Google wie du sagst nur an Geld interessiert, wären sie bei weitem nicht da, wo sie heute sind. Geld verdient Google nebenbei, Geld spielt für Google überhaupt keine Rolle. Wer das begreift, ist den meisten Menschen weit voraus und wird mehr Erfolg und am Ende auch mehr Geld haben ohne ihm hinterher gelaufen zu sein.

    Abgesehen davon sehe ich in deinem Artikel keinen einzigen handfesten Kritikpunkt an Google, außer folgendem: Es stört dich das Google so viele Daten von dir erhebt. Das Ding dabei ist aber, dass das allein dein persönliches Problem ist und die Lösung: Lösch deinen Google Account und die Welt ist wieder in Ordnung.

    Ich als Google Kunde möchte aber, dass all meine Daten verknüpft werden, ich als Kunde erwarte das sogar und erwarte auch das Google mehr und mehr Daten von mir verknüpft. Gebe es Google nicht, würde ich mir eine andere Firma suchen, die genau das macht. Weil das, was du kritisiert, ist das, was ich als Kunde haben möchte. Denk darüber mal nach.

    Deine Kritik an Google ist bloß eine persönliche Frage, die du ganz leicht selber lösen kannst, wie oben schon angedeutet, lösch deinen Account dann kann niemand deine IP auf dich zurück verfolgen, solange du keine Straftat unternehmen möchtest, falls doch, kriegen sie dich auch ohne Google.

    Ich sehe das Problem nicht, da nutzt du ein Produkt mit dem du nicht zufrieden bist und beschwerst dich dann noch… Nutz doch einfach was anderes.

  13. tagSeoBlog

    Hi Stereophone,
    ich gebe zu, dass ich durch meine Wortwahl am Anfang durchaus eine Diskussion auslösen wollte.

    Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass es Googles einziges (und legitimes) Ziel ist, Geld zu verdienen. Die „Gönner der Menschheit“-Nummer finde ich haarsträubend. Egal, was Google anfängt: wenn es nicht nach ein paar Jahren profitabel ist, wird Google das abstoßen.

    Natürlich könnte ich meinen Account löschen – aber damit wäre das Problem ja nicht vom Tisch. Denn das Problem ist kein persönliches – und es ist auch noch nicht real. Aber es ist ein potentielles, und da sollte man lieber jetzt drüber nachdenken, als wenn es zu spät ist…

    Noch mal zur Klarstellung: ich habe nichts gegen Google, ich sehe nur ein Problem in der IP-Datenspeicherung und der Verknüpfung…

  14. stereophone

    Ich glaube, der Knackpunkt in unserem Disput ist, dass ich gar nicht sage, dass Google nur ein ‚Gönner der Menschheit‘. Google hat Ambitionen, aber Geld ist dabei nur Mittel zum Zweck und sie haben soviel davon, dass es keine Rolle mehr spielt.

    Sie könnten ihre Werbung auch heute mal auf’s Maximum aufdrehen und ab Morgen 10 mal soviel täglich verdienen und sich völlig ausverkaufen, so wie es jede andere Company auf diesem Planeten machen würde und bisher im Internet getan hat. Googles Erfolg besteht darin das nicht zu tun, so weniger sie am Geld interessiert sind, desto erfolgreicher werden sie und verdienen langfristig dadurch mehr Geld als sie brauchen.

  15. Thomas

    Ein sehr interessanter Artikel.

    Was mich fasziniert:

    Google ist „Internet-Gesetzgeber“. Welche erfolgreiche Webseite, tagseoblog eingeschlossen, ist nicht nach den Regeln von Google gestaltet? Wovor haben die meisten Betreiber die größte Angst – vor einer „Strafe“ von Google.

    Das vermeintlich „kostenlose“ Einsteigen in bisher wirtschaftliche Bereiche ist auch schwierig. Vor Google Maps waren Kartenausschnitte auf der eigenen Seite kostenlos nicht zu bekommen. Ein schwieriges Thema, da hier ganzen Internetbranchen bisherige Vergütungsmodelle „weggenommen“ wurden. Damit meine ich natürlich nicht die dubiose Abmahnschiene eines recht bekannten Anbieters.

    Google kann viel. Anhand der Toolbar und anhand von Google Adsense kann es Bewegungsprofile von mir erstellen. Aufgrund von mir eingegebenen Formulardaten auf irgendwelchen Webseiten kann es meinen Namen und meine Adresse feststellen (es reicht ja ein GET-Formular und nachgeschalteter Adsensecode aus). Bei Banken geben frustrierte Mitarbeiter Steuerdaten weiter. Was kann ein frustrierter Google-Mitarbeiter so alles anstellen?

    Ich nutze Google weiterhin, insbesondere auch Adsense. Ich nutze auch weiterhin die Echtzeit-Pagerank-Anzeigen. In den Augen einiger Kommentatoren bin ich also selbst schuld und darf mich daher auch nicht beschweren. Vielleicht haben sie Recht. Ein mulmiges Gefühl bleibt aber immer.

  16. Stephan

    @stereophone
    Du schreibst „Sie könnten ihre Werbung auch heute mal auf’s Maximum aufdrehen und ab Morgen 10 mal soviel täglich verdienen und sich völlig ausverkaufen, …“
    Wenn Google so ein toller Verein ist, der an unser aller Wohl interessiert ist, warum schöpfen sie dieses Potential nicht voll aus und setzen dieses Geld für eine gute Sache ein?

Martin Mißfeldt

Autor: (Künstler, Firma DUPLICON Berlin) über Bilder, die Bildersuche im Internet sowie Bilder- und Video-Optimierung. Mehr

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