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Neue Datenschutzbestimmungen: Google vereint sämtliche Produkte

Stop Google

Stop Google

Google rast weiterhin auf der Überholspur durchs Internet, und die Bremse ist nicht mehr zu finden. Doch so langsam fragt man sich, ob die Karre nicht irgendwann doch gegen die Wand knallt. Leider, leider sitzen wir alle drin… Wer heute die Google Homepage besucht, findet unter dem Suchfeld den Hinweis auf neue Datenschutzbestimmungen – siehe „Eine Datenschutzerklärung, viele Google-Produkte„. Zeitgleich wurde im offiziellen Googleblog bekannt gegeben, worum es geht: Google verschmilzt seine Produkte – und genehmigt sich damit die Möglichkeiten, die bislang separat gesammelten Daten frei zu kombinieren. Unter dem Vorwand der Vereinfachung und Verbesserung zeigt Google nun sein wahres Gesicht…

Worum geht es in der neuen Datenschutzerklärung?

Die neue Datenschutzerklärung gilt ab dem 1. März 2012. Google gibt in dem erwähnten Artikel folgenden Hinweis:

What does this mean in practice? The main change is for users with Google Accounts. Our new Privacy Policy makes clear that, if you’re signed in, we may combine information you’ve provided from one service with information from other services. In short, we’ll treat you as a single user across all our products, which will mean a simpler, more intuitive Google experience.

Frei übersetzt: Die wesentliche Veränderung betrifft diejenigen, die einen Google-Account haben [Anm.: Und den hat ab sofort jeder, der sich bei irgendeinem Google-Produkt angemeldet hat]. Die neuen Datenschutzbestimmungen verdeutlichen, dass alle Informationen aus jedem Dienst [Anm.: z.B. YouTube, Googlemail, Google-Suche, Google-Docs, Google Kalender, etc.] nun mit den Informationen aus den anderen Diensten beliebig kombiniert werden können. Kurz: man wird in Zukunft nur noch ein User sein. Das ermöglicht es, das Google-Erlebnis einfacher und intuitiver zu machen. Hier das niedliche Video, mit dem Google diese neue Entwicklung verharmlost:

Das neue Super-Google

Noch freier übersetzt heißt das: Google macht aus seinen über 70 Einzelprodukten ein „Super-Google“ (meine Wortwahl). Bestandteil von Super-Google ist Googlemail, die Google-Suche, youTube, Google+ und so weiter. Im Zuge der Personalisierung wird Super-Google für den vereinten User damit zum „Super-Erlebnis„!

Datenschutz Puzzle jetzt zusammengesetzt!

Datenschutz Puzzle jetzt zusammengesetzt!

Google beruft sich in seinem Artikel sogar darauf, dass man von außen gedrängt worden sei, die Datenschutzbestimmungen zu ändern. Aber ehrlich gesagt: soo war das sicherlich nicht gemeint. Bislang konnte man eben wegen der unterschiedlichen Datenschutzbestimmungen davon ausgehen, dass  – zumindest theoretisch – die Informationen der einzelnen Dienste eben nicht miteinander kombiniert werden. All die Gefahren, vor denen viele schon seit Jahren warnen, und von denen man immer dachte: och, dass wird Google schon nicht machen, sind plötzlich real.

„Don’t be evil“ war gestern, heute ist „we made it!“

Soll Google Gott sein!?

Soll Google Gott sein!?

Ich habe schon bei meiner Kritik am letzten Zeitgeist-Video darauf hingewiesen, dass die Google-Strategie immer aggressiver wird. Offenbar nimmt man sich ein Beispiel an faceBook, wo es nur einen Gott gibt: nämlich der eigene Konzern(chef). Seit Larry Page das Zepter in der Hand hat, ist Schluss mit dem zaudernden „Sei nicht böse!„. Jetzt geht die Luzi richtig ab. Laut pandodaily soll Larry einigen kritischen Mitarbeitern gesagt haben: „Das ist unser neuer Weg: ein schönes Produkt für alles. Wer das nicht kapiert, sollte besser gehen!

Ein schwarzer Milestone

Google -Suche ...

Google -Suche ...

Der heutige Tag ist in meinen Augen erneut eine schwere Zäsur, ein schwarzer Milestone bei der Entwicklung des Internets. Natürlich ist es unsinnig, zum Boykott aufzurufen. Dann mischen ein paar weniger mit, die Massen wird es nicht bremsen. Und die Politik hat in Sachen Internet sowieso noch nie das Heft des Handelns in der Hand gehabt. Wir erleben eine tiefgreifende Veränderung der Gesellschaftsordnung, und wahrscheinlich merkt es fast keiner, weil es scheinbar so harmlos ist.

Der blanke Hohn…

Ich muss weg...!

Ich muss weg...!

Natürlich kann Google durch die neuen Bestimmungen für noch mehr User-Experience sorgen. Natürlich kann man jetzt aus allen meinen Anfragen und Aktionen viel zielgerichteter Werbung schalten, natürlich ist es praktisch, wenn mich Google via Android-Phone ortet und mir das nächstgelegene Restaurant vorschlägt, das auch schon mal jemand in meinem Freundeskreis empfohlen hat. Natürlich sollte ich froh darüber sein. Aber hat mich jemand gefragt, ob ich das eigentlich will? Google ist inzwischen so in den täglichen Workflows verankert, dass man weiß: die Massen werden sich nicht von den Google-Produkten abwenden. Und ob offizielle Stellen noch genügend Einfluss haben, sich der Entwicklung in den Weg zu stellen? Ich bezweifel es, aber die Hoffnung stirbt zuletzt…

Wer kontrolliert Google!?

Google Datenkrake - doch nicht so niedlich!

Google Datenkrake - doch nicht so niedlich!

Wer kontrolliert eigentlich, was mit den Daten passiert? Wie massiv kann man über solche Datencluster eigentlich ganze Gesellschaften beeinflussen? Was ist überhaupt noch eine Gesellschaft? Ich bin nur froh, dass ich nicht Googlemail nutze. Und ein Android-Phone werde ich mir, anders als geplant, nun mit Sicherheit doch nicht kaufen. Ich werde auch keinen Text mehr auf Google-Docs veröffentlichen, und Google+ ist für mich ab sofort ein zweites Facebook, ach was sage ich: im Grunde noch schlimmer. Ungerechtfertige Panik? Ich hoffe es, ehrlich…

Mit dem heutigen Tag ist aus dem Gespenst ein Ungeheuer geworden…

Update: ich habe die Kritik nun begründet und meine konkreten Befürchtungen beschrieben: Warum ist (Super-) Google gefährlich?

Das schreiben andere…

Weiterlesen…

Stop Google (Copyright free :-)

Stop Google (Copyright free :-)

Kategorie: Allgemein   Autor: Martin Mißfeldt

Werbung von Karl Kratz:

30 Kommentare zu "Neue Datenschutzbestimmungen: Google vereint sämtliche Produkte"

  1. Franz Hernschier

    Bald surfen wir im Googlenet. Die Richtung die Google einschlägt wird immer deutlicher: Alles Anbieten, dass man als Benutzer die Google Seiten gar nicht mehr verlassen muss. Shoppen, Social, News und Infos alles aus einer Hand. Das versteht Google unter User Experience.

  2. marco

    hallo Martin,

    ziemlich kritischer Text. Aber ganz ehrlich, das war nicht zu übersehen.
    Ich nutze meine Social Aktivitäten immer mit einem zweiten Browser (Chroms natürlich;))
    Gruß
    Marco

  3. Adrian

    Eigentlich sagt es nichts weiter, als das Daten aus den verschiedenen Kanälen nun verschmelzen (freiübersetzt) das ist auch notwendig, weil ansonsten würde z.B. die (ziemlich praktische) SocialSearch nicht funktionieren. Ich bin auch kein Freund von Datensammeln, aber dann gebe ich eben auch keine Daten frei, die ich nicht will das man sie hat :) Um einen Beitrag in deinen Blog zu schreiben, brauche ich eine E-Mailadresse. Wieso sollte das besser sein, wofür brauchst du den meine E-Mailadresse? Ich muss dafür keine Datenschutzerklährung lesen. ein wird nicht veröffendlicht in Klammern sagt nur das es nicht öffendlich dort steht. .. Willst du Sie verkaufen oder bist du eine Datenkrake :) Das Problem von uns Mensch ist, das wir Emotionen haben und denken können. Unser deutscher Datenschutz ist sehr gut, und Google kann sich inzwischen daran halten. Nehmen wir zum Beispiel Google Place. Wenn ich mich in ein Auto setze um Hamburg abzuklappern dan haben Häuser auch keine Pixel um ererkenntlich zu sein. Diese Angst vor dem Unbekannten. Natürlich hat eine Münze immer eine Kertseite, und die mag ich auch nicht beschönigen. Wir werden sehen.

    • tagSeoBlog

      Ich halte es für einen qualitativen Unterschied, ob bestimmte Daten verstreut irgendwo rumliegen, oder ob sie alle an einem Ort versammelt sind.
      Ich finde es prinzipiell besser, vorsichtig und kritisch zu sein, und dann später unrecht gehabt zu haben, als alles einfach mitzumachen, und irgendwann zu sagen: wo bin ich da nur hineingeraten.
      Gerade im Internet haben wir User durch fehlenden gesetzliche Regulierungen eine unglaubliche Machtfülle – und wir sollten sie nicht einfach so an große Konzerne verschenken.

  4. Malte

    „Goolge identifiziert SEOs anhand der Inhalte ihrer E-Mails“ & „…weiß was Du nächsten Sommer tun wirst“

  5. Eva Schumann

    Meine Lösung, um nicht völlig gläsern zu sein: Ich nutze zum einen verschiedene Browser: Chrome nur für Google, da bleibe ich eingeloggt, einen anderen nur für Facebook etc. Außerdem verwende ich häufiger „InPrivate“, „Incognito-Fenster“ und ähnliche Funktionen, die jeder Browser bietet, um weniger transparent zu sein und möglichst „neutrale“ Suchergebniss bei fachlichen Recherchen zu haben.

    • tagSeoBlog

      Dann sollte Du vielleicht besser den Internet Explorer benutzen, wenn du bei Google eingeloggt bist ;-)

  6. Tamer

    Gut, und wo genau ist jetzt das Problem?

    – Paypal weiß was wir online einkaufen
    – Amazon kennt unsere Vorlieben seit Jahren
    – Payback könnte unseren Einkaufskorb im Supermarkt schon bereitstellen
    – VISA sieht in welchen Nachtclubs wir verkehren :)
    – In jedem Online-Shop werden wir geclustert

    Und Google kennt unsere Suchgewohnheiten und Lieblingsvideos!

    Who cares? Was habt ihr denn zu befürchten, außer das wir gezielter Werbung erhalten?

  7. Monika T-S

    stimmt Malte Google identifiziert auch jeden Linkkauf, Linktausch via E-Mail,
    wem welche Webseiten gehören etc und macht dies auch alles als User Experience durchsuchbar,

    Verknüpfung der Dienste betrifft die Daten keine Cookies => private Bilder aus den E-Mails danach in der SocialSearch von Google?

  8. Micha

    Ich finde, es war relativ klar, dass die Entwicklung in diese Richtung laufen wird. Und zwar, weil Google kein Wohltätigkeitsverein ist, sondern ein Unternehmen.

  9. Sabrina

    Harte Worte, aber leider die Wahrheit. Ich möchte mir gar nicht ausmalen, welche Macht Google demnächst besitzt (sind ja jetzt schon mächtig). Die Frage ist nur, können wir der Datenkrake entkommen oder holt sie sich die nötigen Infos trotzdem? Gerade SEOs werden um Google nicht herum kommen. Allein schon, weil Google hierzulande eine zu große Rolle spielt.

    Ich denke auch, dass es Google egal ist, ob wir diese Änderung wollen oder nicht. Zu Beginn werden wir vielleicht bei einigen Dingen noch die Wahl haben, doch über kurz oder lang wird sich ein Weg durchsetzen (der von Google). Das gleiche sehen wir doch gerade mit der Timeline bei Facebook. Wir haben keine Wahl, es wird vorgegeben, egal ob gut oder schlecht :-s

  10. Alexander Rosenthal

    Autsch sag ich da nur, mal abegesehen von der PRivatsphäre leite ich daraus ab, das Google nun auch die Analytics Daten anders nutzen wird. Oder sehe ich das falsch. Bisher war doch immer die Ansage was im Analytics ist bleibt auch dort, wenn man das jetzt über die Dienste hinweg einsetzen will könnte das denke ich eine ganze Reihe von Auswirkungen habe.

  11. ghostdog21

    Tja gehen wir den Artikel mal kurz durch:

    Die wesentliche Veränderung betrifft diejenigen, die einen Google-Account haben [Anm.: Und den hat ab sofort jeder, der sich bei irgendeinem Google-Produkt angemeldet hat].

    – Diese Anmerkung ist Schwachsinn, weil die Accounts bei Google ja seit jeher „für alle Dienste“ also so oder so Produkt-übergreifend waren. Einzig die dahinter liegenden Informationen waren seperat. Schon zu sehen ist das aktuell bei den Kontakten, die man einmal bei contacts.google.com hat und andererseits bei plus.google.com. Also nur weil ich Leute in den Circles habe, stehen sie mir noch lange nicht immer auch bei den Kontakten für E-Mails zur Verfügung. Das zwei Adressbücher sinnlos sind, wird wohl jeder einsehen, oder?

    Außerdem ist das nichts neues, legt doch Google ebenfalls seit jeher Produkte zusammen, die von der Funktionalität einander zu ähnlich sind. So zum Beispiel Buzz & Mail gleich von Anfang an, oder vor kurzem Notebooks (=Notizbücher) und Docs-n-Spreadsheets (= Text und Tabellen) …

    Wo ist da also ein „Vorwand der Vereinfachung“ ? Eher sehe ich hier einen Vorwand des Datenschutzes.

    Vor allem, weil ja auch die alten Datenschutzbestimmungen bereits, die mehr als gern genutze Möglichkeit der über die Produkt-Grenzen hinweg genutzten Accounts enthielten. Wenn ich als Nutzer mich mit einem Nutzernamen und dazu einem Passwort bei Mail & Text & Tabellen & … anmelde, sollte mir doch auch klar sein, dass ich Google damit so oder so doch auch gleichzeitig die Möglichkeit gebe diese Informationen zu verknüpfen.

    Was also ist hier tatsächlich neu ? Nur das Google das jetzt offiziell bekannt macht und noch mal (man verzeihe mir das Wort) idiotensicher erklärt …

    Noch freier übersetzt heißt das: Google macht aus seinen über 70 Einzelprodukten ein “Super-Google” (meine Wortwahl). Bestandteil von Super-Google ist Googlemail, die Google-Suche, youTube, Google+ und so weiter.

    – Was den gerade schon als Schwachsinn entlarvten Spruch noch mal mit einem Superlativ unterstreicht. Aber da es dieses „Super-Google“ ja schon immer gab, macht das in meinen Augen aus dem Schwachsinn von oben nur „Super-Schwachsinn“ „(meine Wortwahl)“.

    All die Gefahren, vor denen viele schon seit Jahren warnen, und von denen man immer dachte: och, dass wird Google schon nicht machen, sind plötzlich real.

    – Die da wären ? Das Google ohnehin öffentliche Informationen öffentlich noch besser auffindbar macht ? Oder das Google die Nutzerdaten, die sie ohnehin schon von uns haben vereinheitlicht, weil sie ebend mit Werbung die auf unser Nutzerprofil zugeschnitten ist ihren Lebensunterhalt verdienen ? Also wer noch immer nicht begriffen hat, dass der Deal der uns von Google die ganze Zeit angeboten wird „Daten gegen Gratisdienst“ lautet, der tut mir leid.

    Ob das „fair“ ist sollte jeder für sich entscheiden. Aber so lange ich die technische Möglichkeit habe selbst zu bestimmen wann und wo ich reale Daten angebe und wann nicht, muss ich ja lediglich bereit sein das Risiko einzugehen, dass mein Konto eines Tages nicht mehr zugänglich / gelöscht ist – und auch dafür bietet Google einen Dienst an: Google Takeout. Quasi meine Daten zu mitnehmen …

    Ich habe schon bei meiner Kritik am letzten Zeitgeist-Video darauf hingewiesen, dass die Google-Strategie immer aggressiver wird.

    – Gut ohne das Video gesehen zu haben: Diese Strategie wurde von Google von Anfang an verfolgt – nur leider oft nicht ganz konsequent. Was leider zu Lasten des Nutzers ging.

    Aber hat mich jemand gefragt, ob ich das eigentlich will?

    – Ja. Beim Anmelden musste den AGBs & Nutzungsbedingungen ja von jedem zugestimmt werden. Inklusive der ja auch in der BRD „legalen“ Klausel der späteren Veränderbarkeit, die keiner gesonderten Zustimmung bedarf. (Dieser sollte man meines Erachtens durchaus entgegen treten – nur dann ginge es ja nicht mehr exklusiv um Google … stimmt’s ? ^^)

    Google ist inzwischen so in den täglichen Workflows verankert, dass man weiß: die Massen werden sich nicht von den Google-Produkten abwenden.

    – Oh ha. Also selbst als Google-Fan muss ich sagen, dass hier eine eindeutige Überschätzung der Bedeutung Google’s vorliegt. Offensichtlich von einem Google-afinen Nutzer.

    Nach wie vor wird Microsoft Office, Open/Libre Office & Co Google Text und Tabellen bei weitem vorgezogen, ebenso ist in Deutschland Web.de und auch GMX als Freemail-Anbieter beliebter. Auch kommt der Browser Google Chrome lediglich auf maximal 25 Prozent Marktanteil (bei den freundlichsten Statistiken) – gleichauf mit Firefox und immer noch weit hinter dem IE. Selbst das durchaus sehr beliebte Youtube darf MyVideo & Co eigentlich nicht aus den Augen lassen. Das es das tut zeigt wie wichtig Google manche seiner beliebtesten Produkte hin und wieder sind …
    Als Social Networks sind auch eher Facebook & Jappy als Google Plus bei uns in Führung. Statt Google Talk / Jabber chattet die Masse auch nach wie vor via ICQ / Skype / AIM.

    Der „tägliche Workflow“ der Masse sieht also eher so aus: Windows -> ICQ / Skype -> IE -> Google als Startseite -> Web.de/GMX -> MS Office 20??

    Ich kämpfe seit Jahren um der Masse beizubringen, dass es wesentlich bessere freie Alternativen gibt. Nach wie vor ist es schwer die Masse vom IE wegzubekommen oder vom mehr als überteuerten M$ Office – von Windows selbst ganz zu schweigen. Und wie eh und je, bekomme ich bei jedem neuen „Kunden“ zu hören – „Ach mit Google? Ich dachte da kann man nur suchen …“.
    Und selbst Google-Nutzern ist oft nicht bewußt, dass Google Text und Tabellen in der Kombi mit Google-Mail eigentlich längst den USB-Stick überflüssig macht, da viele dessen Haupt-Inhalt sowieso kaum ganz tauschen, sondern lediglich die Versionen ihrer Office-Dokumente.

    Und ob offizielle Stellen noch genügend Einfluss haben, sich der Entwicklung in den Weg zu stellen? Ich bezweifel es, aber die Hoffnung stirbt zuletzt…

    – Den Einfluss haben sie natürlich. Allerdings ja nur lokal, also in Deutschland. Ob sie die Kompetenz haben würde ich da schon eher bezweifeln.

    Doch was sollten diese tun ? So sinnvoll die Entwicklung bremsen wie bei Streetview, wo eine Option die sowieso geplant war vorgezogen wurde und im Endeffekt ein Deutschland-Start auf „unbestimmte Zeit verschoben“ – zum Nutzen weniger Aufreger, die sich teils zum Zwecke des Aufregens für die Zeitung vor Ihrem Haus für die Zeitung fotografieren liessen ?

    Die Deutschen meckern gerne. Ich wittere hier solch ein Verhalten. Ein Irrtum ?

    Wer kontrolliert eigentlich, was mit den Daten passiert?

    – Leider ebend jene Stellen denen dazu entweder Kompetenz, Personal, Technik oder mehreres davon fehlt. Und: Jene freien Entwickler die OpenSource arbeiten. Allerdings nur in ihrem Opensource-Projekt. Ob Google das auch so übernimmt, weiss man natürlich nur in so fern wie Google das öffentlich macht.

    Im Vergleich zu Microsoft, Facebook und vielen anderen ist Google da sehr gesprächig und auch noch sehr an Opensource interessiert. Was auch der Hauptgrund für mein Unverständnis gegenüber dem immer wiederkehrenden Google-Bashing ist. Warum wird auf einem transparenten Unternehmen bei jeder Veröffentlichung rumgehackt, jedoch nicht mal mit der ja stets intransparenten Konkurrenz verglichen ?

    Die AGB/Nutzungsbedingungen der Warnergroup/AOL hinter ICQ / AIM sind seit Jahren nutzerfeindlich. Und ja ich meine feindlich, nicht unfreundlich. Der Masse ist das nach wie vor nicht klar. Ähnlich sehe ich das bei vielen anderen Firmen. Intransparenz, Profitgier, Sicherheitslücken, fehlende Unterstützung/Nutzung von offenen Standards, keine Unterstützung/Schaffung offener Standards (eher Verhinderung solcher) sind an der Tagesordnung.

    Auch Google ist alles andere als frei von Fehlern. Aber doch noch das positiv herausstechendendste Beispiel.

    Wie massiv kann man über solche Datencluster eigentlich ganze Gesellschaften beeinflussen?

    – Oh sehr massiv, wie uns die Werbebranche seit mehr als einem Jahrzehnt zeigt. Und die Politik. Vor allem aber die Presse.

    Vor allem letztere schreibt ja doch eher von der DPA und anderen ab, als selbst zu recherchieren. Leider scheint dieser Blogbeitrag ja auch einer recht oberflächlichen Hintergrund-Beleuchtung nicht standhalten zu können.

    Vielleicht ist das ja auch bei den anderen Beiträgen bei medienrauschen, Henning Bulka und Gizmodo ganz anders. Kann auch sein, dass es reiner Zufall ist, dass diese dem Titel nach die selbe „Meinung“ (/das selbe Vorurteil ?!?) vertreten. Denn sicher werden diese ja nicht ohne Recherche etwas so einfach übernommen haben …

    Oder habe ich letztlich den Recherche-Aufwand hier nur übersehen ?

    • tagSeoBlog

      wow, danke für das gründliche Auseinandernehmen des Textes. Es ist bei dem Umfang schwierig, auf alles einzugehen.

      Vorab: stimmt, der Artikel ist sehr emotional und ohne Begründung bzw. Spezifikation meiner Befürchtungen. Diese Manko habe ich auch gesehen, und darum einen weiteren Artikel dazu geschrieben: Warum ist (Super-) Google gefährlich?

      Zum Vorwurf der schlechten Recherche. Stimmt, ich habe gar nicht recherchiert, sondern nur den Google-Blogpost und die neuen Datenschutzbestimmungen auf der Startseite gelesen. Die erwähnten Artikel habe ich erst anschließend eingefügt, weil ich sie für hilfreich hielt. Da kann man sicherlich (inzwischen) noch zahlreiche, vielleicht auch bessere Artikel hinzufügen.
      Der Datenschutz und die Gefahren, die sich aus dem sich stetig entwickelnden Internet ergeben, beschäftigen mich schon lange. Und ich habe hier im Blog auch schon so manchen Artikel dazu geschrieben.

      Vielleicht hätte ich klarer herausstellen müssen, dass ich die Entwicklung gar nicht Google selber vorwerfe, sondern eher an die Nutzergemeinde appelliere, sich der Gefahren bewusst zu werden und gg. durch konkretes Handeln zu opponieren.
      Hast Du keinen Blog ;-)?

  12. ghostdog21

    Hallo Martin/tagSeoBlog.

    Zunächst einmal danke für die Antwort. Und: Schön, dass Du mit Kritik klar kommst, ja sogar offen damit umgehst. Unter/Bei Bloggern leider selten geworden …

    Womit wir auch gleich bei Deiner letzten Frage wären: Nein ich habe bisher keine Notwendigkeit darin gesehen, in regelmäßigen Abständen meine Meinungen/Ansichten/Links ins Netz zu … was auch immer …

    Wir leben im Informationszeitalter – also wenn es uns an etwas nicht mangelt, dann sind es so getarnte Fakten, die in Wirklichkeit aber doch überwiegend auf Meinungen/Ansichten/Annahmen oder vermeintlich vertrauenswürdigen Quellen basieren.

    Ich beschäftige mich eher mit dem Gegenteil: Informationsfilter, Sensibilisierung gegenüber der Vertrauenswürdigkeit, Aktualität, Genauigkeit, sowie Hintergründigkeit von und zu den Informationen.

    Da kann man in sozialen Netzwerken, Kommentaren möglichst nah an der Quelle eines Negativ-Trends oder durch das Absichern von Gegenberichten mit guten Fakten eher etwas erreichen.

    Schlimmstenfalls lasse ich meine Gedanken von jmd. veröffentlichen (liebend gern als seine eigenen getarnt … ^^). Denn Zeit ist bei mir Mangelware.

    Und ja: Der Appel ging aus den Meinungen leider nicht hervor. Daher wende ich mich nun dem zweiten Artikel zu, den ich übrigens schon in Deinem Google Plus-Profil vorfand, was dem letzten Absatz von Dir auch etwas seine Glaubhaftigkeit nimmt.

    Warum spendierst Du diesem Artikel hier keinen Update-Nachtrag?

    Viele Grüße
    g21

    • tagSeoBlog

      1. Schade :-)

      2. Ein Blog – zumindest meiner – bietet immer Fakten UND Meinungen. Das ist das charmante daran. Wenn Du NUR Fakten haben willst, bist Du hier falsch ;-) Ich glaube aber, dass die Fakten erst durch ihre Interpretation relevant und diskutiertbar werden. Daher würde ich mich freuen, wenn Du auch weiterhin rumstänkerst :-)

      3. Ich sehe keinen Grund für ein Update. Bis gleich im anderen Artikel …

  13. Thomas

    Ich sach nur eins: Google verzettelt sich langfristig…

  14. Dumm gefragt

    Hm, ich sehe Fb und Google sowieso schon länger als Bösewichte an. Jedoch höre ich hier immer nur die Furcht „alles unter einem Account, alles übergreifend!“ Dabei ist es doch jederzeit möglich, sich einen zweiten Googleaccount mit komplett anderer Adresse anzulegen (2. Identität) und dann zu wählen unter welcher Identität man z. B. YouTube nutzt und mit welcher man mailt etc. Warum sollte das nicht weiterhin wie bisher auch gehen?

  15. Webseitenerstellung

    Viele klagen über Google, aber im endeffekt nutzen sie Google als Suchmaschiene. Keiner wird gezwungen sich bei Google anzumelden, deswegen sollte man keinen riesen Aufstand dagegen machen. Alle tuhen so, als wäre Facebook oder andere Sozialenetzwerke siecherer.

    LG irinchen

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    … Die jetzt vorgesehene, hier von Martin Mißfeldt im tagSeoBlog behandelte Änderung der Google-Datenschutzbestimmungen ist etwas anderes, ……

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  8. […] tagseoblog.de/neue-datenschutzbestimmungen-google-vereint-samtliche-produkte […]

  9. […] Neue Datenschutzbestimmungen: Google vereint sämtliche Produkte (Jan. 2012) […]

Martin Mißfeldt

Autor: (Künstler, Firma DUPLICON Berlin) über Bilder, die Bildersuche im Internet sowie Bilder- und Video-Optimierung. Mehr

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