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Auflösung: Phantom-Update war Google RankBrain

Google Ranking (RankBrain)

Google Ranking (RankBrain)

Es gibt ein neues cooles Powerword in der Seosphäre – und es ist sogar ein Rankingfaktor, der dritt-wichtigste sogar: der Google RankBrain. Bis vor wenigen Tagen hatte ich den Begriff noch nicht auf dem Schirm. Auslöser war ein Artikel bei Bloomberg („Google Turning Its Lucrative Web Search Over to AI Machines“ – Hinweis: AI steht für artificial intelligence = künstliche Intelligenz). Und während ich das so lese, wird mir plötzlich klar: das Google Phantom-Update war nichts anderes als ein RankBrain-Update.

Phantom-Update Mai 2015

Zur Erinnerung: Mitte Mai 2015 gab es ein Google-Update, das die Rankings bei vielen Keywords ordentlich durcheinander wirbelte. Mangels Google-Statement wurde es „Phantom-Update“ oder auch „Core-Update“ genannt. Ich bin damals nach langer Analyse schließlich zu dem Schluss gekommen, dass es sich um ein „User-Intention-Update“ handeln müsse.

Phantom-Update Erklärung

Phantom-Update Erklärung

Es ging bei dem Update nicht um die Beurteilung einzelner seitenspezifischer Faktoren, sondern um die User-Intention bei der Suche nach bestimmten Keywords an sich. Also nichts mehr, was irgendein Webmaster/Seo irgendwie beeinflussen könnte. In meinem Fall sind damals eine Reihe von „Ratgeber-Seiten“ um einige Positionen nach hinten gerutscht, während sich Brands nach vorne schoben, die konkrete Produkte zu dem Keyword anbieten. Siehe „Einfache Erklärung für das Google-Phantom-Update: Anbieter oder Ratgeber?

RankBrain

Was ist nun über den RankBrain bekannt geworden? Es handelt sich zunächst um einen selbstlernenden Algorithmus (künstliche Intelligenz), der versucht, die Intention einer Suchabfrage zu verstehen, um dafür passende Ergebnisse herauszusuchen. Das betrifft vordergründig die 15% Suchanfragen, die es bislang noch nie gegeben hat, aber sicherlich auch jede andere Suchanfrage. Google will bei jedem Keyword wissen, was der User wohl sucht.

Dritt-wichtigster Rankingfaktor (?)

Interessanterweise kommuniziert Google den RankBrain als einen „Rankingfaktor“, und zwar um den dritt-wichtigsten. Ohne das es von Google bestätigt wurde, kann man getrost davon ausgehen, das „Backlinks“ und „Seiteninhalt“ die beiden ersten sind, in welcher Reihenfolge auch immer. In einem interessanten Artikel bei SearchEngineLand hat Danny Sullivan die Zusammenhänge noch einmal beschrieben: demnach ist der Hummingbird-Algorithmus das übergeordnete System, dass alle anderen Teile kontrolliert: Backlinks, Seiteninhalt – und eben auch RankBrain.

Ich stelle mir das – vereinfacht – so vor:

  • Gecrawlte Seiten werden vom Hummingbird zunächst „klassifiziert“:
    • Anhand der Seitenanalyse wird die Quintessenz des Inhaltes festgestellt und indexiert.
    • Anhand der Backlinks wird die Beliebtheit (Popularität) der Seite festgestellt.
    • Weitere Rankingfaktoren (?) werden geprüft.
  • Bei einer konkreten Suchanfrage kommt der RankBrain ins Spiel: was genau will der Suchende (Intention)?

Den Unterschied kann man so zusammenfassen:

  • Die ersten Faktoren werden bei jedem Crawlvorgang aktualisiert – sie sind also seitenspazifisch und basieren auf manuell vorgegebenen Faktoren.
  • Der RankBrain sattelt das Pferd quasi von der anderen Seite auf: er ist keyword-spezifisch und selbst-lernend.

Ich habe das Ganze mal als Grafik zusemmengebastelt (darf man gerne teilen):

Google Ranking - Übersicht der Haupt-Rankingfaktoren (inkl. Rankbrain)

Google Ranking – Übersicht der Haupt-Rankingfaktoren (inkl. Rankbrain)

Wie funktioniert RankBrain?

Vermutlich lernt der RankBrain-Algorithmus anhand des Klick- und Rücksprung-Verhaltens, was die Masse der User eigentlich will. Der RankBrain wird somit bei jeder Suchanfrage aktualisiert – daher auch die Einordnung in die „künstliche Intelligenz“. Der RankBrain ist nicht mehr darauf angewiesen, dass Google-Programmierer festlegen, was gut und hilfreich bedeutet. Stattdessen lernt der Algorithmus aus dem Suchverhalten, was Qualität und Relevanz für das jeweilige Keyword bedeutet.

Auch wenn der RankBrain erst jetzt als Stichwort auftaucht, so bestätigt ein Tweet von Googles Gary Illyes, dass das Ganze nicht sooo neu ist:

Gary Illes Tweet zum RankBrain

Gary Illes Tweet zum RankBrain (Bildquelle: Seo-Portal)

Was wiederum für die These spricht, dass RankBrain und Phantom-Update das Gleiche sind. Was meint ihr dazu? Plausibel?

Das schreiben andere zum RankBrain:

Kategorie: PageRank / Rankingfaktoren,SEO Stuff   Autor: Martin Mißfeldt

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25 Kommentare zu "Auflösung: Phantom-Update war Google RankBrain"

  1. Pierre David

    Das klingt sogar sehr plausibel, eben der Punkt User Experience welcher wahrscheinlich künftig immer mehr an Bedeutung gewinnen wird. Zumal das eigentlich der wirklich wertvollste Rankingfaktor für Google sein müsste.

  2. Michael Schöttler

    Martin, wieso gehen Panda und Pinguin in der Grafik auf Kolibri anstatt gleich ins Ranking?

    • Mißfeldt

      Ja, gute Frage. Das basiert auf dem Artikel von SEL, wo Hummingbird als „Overall-Algo“ dargestellt wird. Anders gesagt: Hummingbird handelt alle anderen Rankingprozesse.
      Das scheint mir plausibel, daher habe ich Backlinks und Contant auf Hummingbird gerichtet, wo auch die RankBrain Infos zusammenlaufen. Aus alledem erstellt Hummingbird dann das konkrete Ranking.
      Aber ob Danny Sullivan mit der Vermutung richtig liegt, weiß ich natürlich auch nicht :-)

  3. Michael Schöttler

    Aha ok danke dir ;)

  4. Thomas Rafelsberger

    Servus Martin!

    Wir hatten genau einen Kunden, der vom Phantom2 Update betroffen war, obwohl er aus unserer Sicht damals sehr gut optimiert war. Viele Keywords sind damals aus den Top 3 gefallen. Deshalb haben wir auch an Schrauben gedreht, die das Userverhalten verbessern und den Content besser auf die eigentlich Suchintention ausgerichtet… inzwischen steht der Kunde in dem Bereich der betroffen war viel besser da als zuvor.

    lg Thomas

  5. Gretus

    Hi Martin,

    ich hatte mir auch mal meine eigene Theorie zu RankBrain gebildet, habe dann aber http://seo.at/rankbrain-google-setzt-auf-kuenstliche-intelligenz-fuer-neue-suchbegriffe/ noch gesehen. Offenbar ist es tatsächlich so, dass Google Schrift in mathematische Gebilde umwandelt und damit nicht mehr nur nach Wörtern, Sätzen sondern ganzen Inhaltskonstruktionen sucht!?

    Grüße

    Gretus

    P.S.: RankBrain als Name würde wieder eher für Deine Theorie sprechen, auf jeden Fall kurios alles!

    • Mißfeldt

      Naja, dass Google die Inhalte auf iregndetwas abstraktes reduziert, ist ja schon aus Performance-Gründen unerlässlich. Das mit dem Vektor-Zeugs ist wohl eher so eine Art Modell aus dem Information Retrieval oder so. Ist in dem Artikel von Christian Kunz auch gut beschrieben: http://www.seo-suedwest.de/1314-google-rankbrain-fakten.html

      Was das mit dem Namen zu tun hat, habe ich aber jetzt nicht verstanden. Ist sowieso merkwürdig. BrainRank wäre doch viel besser gewesen, finde ich :-)

      • Baynado

        Haha, das ist ja witzig. Das gleiche mit den BrainRanK habe ich auch gedacht. Alei ich emien Artikel zum Thema (http://www.baynado.de/blog/faq-rankbrain-algorithmus/) geschrieben habe, habe ich mich auch immer genau deswegen immer verschrieben. :-D

        Vielleicht haben die bei Google das ganz bewusst anders herum benannt, sonnst würde früher oder später aus dem PR- ein BR-Faktor bei den Webmastern werden. ;-)

  6. Olaf Kopp

    Ich glaube auch, dass RankBrain ein „Zuarbeiter“ für den Hummingbird ist. Dass dieser eher Keyword-basiert arbeitet sagt Google ja selbst. Das Erlernen von semantischen Bezügen zwischen Themen und Entitäten macht nach meiner Meinung Hummingbird schon von Anfang an. Rankbrain könnte als die Verbindung zwischen der Suchanfragen bzw. Keywords und den Themen sein. Das könnte man sich so vorstellen, dass ein erstmal eingegebener Suchbegriff von Google erst einmal in den thematische Kontext eingeordnet werden muss. Und das macht Rankbrain. So kann Google dann auch die Verbindung zu anderen bekannten Keywords desselben Themen-Clusters feststellen und Ergebnisse ausliefern die passen.

  7. Stefan David

    Ich gebe dir bei einem großen Teil deiner Überlegungen recht. Allerdings sehe ich RankBrain nicht als „Rankingfaktor“ im Sinne der Sortierung einer Trefferliste und ich sehe auch weder im Ausgangsartikel noch bei der Kommentierung von Danny Sullivan einen stichhaltigen Hinweis darauf. Google wird dort zitiert mit „RankBrain has become the third-most important signal contributing to the result of a search query“. Im Zusammenhang damit wird von der Auswahl der Treffer und dann erst vom Ranking der Treffer gesprochen („what results appear on a Google search page and where they are ranked“).

    Und genau das ist meine Vermutung für die Funktionsweise bzw. das Ziel von RankBrain: Es beschränkt bzw. filtert die Treffer auf Dokumente, die zur vermuteten Suchintention passen („what results appear“). Die Sortierung (das Ranking bzw. „where they are ranked“) übernehmen dann dutzende oder hunderte andere Faktoren, wie bisher.

    Aber im Endeffekt ist es auch ziemlich egal. Ob RankBrain jetzt für das Ranking vieler Suchanfragen mitverantwortlich ist oder nur für deren Auswahl – wer ranken will, muss Suchintentionen erfüllen.

    BTW: Was mich wundert ist, dass so viele versuchen, diese Änderungen über Dienste wie Sistrix zu erkennen. Wenn es hier aber weitgehend um die Suchabfragen geht, die selbst Google noch nicht kennt, ist es sehr wahrscheinlich, dass Sistrix und alle Wettbewerber genau diese Keywords nicht kennt und damit auch nicht beobachtet.

  8. Constantin

    In diesem Zusammenhang dürfte auch das Thema Conversion ein sehr wichtiges sein. Erkennt Google, was ein User möchte, werden sie ihn dahin schicken, wo er es bekommt. Da spielt Inhalt dann nur noch eine geringere Rolle. Die Wahrscheinlichkeit der Conversion zählt.

    • Olaf Kopp

      Der Begriff Conversion ist aber sehr dehnbar …

    • Vita

      Das würde mich aber auch interessieren. Wie sieht es mit der Conversion aus – Finde die Conversion da sehr wichtig.

  9. Erkan

    Hallo Martin, tolle Grafik!
    Ich bin aber nicht ganz einverstanden, vielleicht verstehe ich da auch etwas nicht richtig. Meiner Meinung nach sollte der Hummingbird unter dem RankBrain stehen bzw. der Hummingbird arbeitet dem RankBrain zu statt andersherum. Vielleicht kann man den RankBrain auch in das Zentrum rücken wo dann die Faktoren Penguin, Panda und Hummingbird drauf zeigen.
    Meine Annahme stütze ich darauf, dass der Hummingbird ganze Sätze erkennen kann und der RankBrain das Keyword thematisch einordnen kann. Das Analysieren von Texten ist eine Teilaufgabe oder Vorleistung zur Einordnung der Thematik. Dadurch ergibt sich aus meiner Sicht eine klare Hierarchie in der der RankBrain oben steht. Hummingbird für die Details und RankBrain für das Grobe und daraus folgt das Ranking.

  10. Marek

    Mal einfach formuliert – Logisch ist:
    RankBrain ist ein weiterer Faktor um deine Seite zu bewerten. Er analysiert das Suchverhalten in Abhängigkeit zu der Seite. Aus dem Verständnis heraus muss er 2 Funktionen haben. 1. Kontrolle ob die Suchergebnisse aus den Kriterien Penguin und Panda auch tatsächlich dem Such-Willen des Users entsprechen. 2. Die Einarbeitung der Kontrollergebnisse im Hummingbird. So wird Hummingbird generell aus Penguin und Panda eine Basis für´s Ranking schaffen. Diese Basis kann durch Rankbrain korrigiert werden, denn der User sagt letztendlich was gut ist oder auch nicht. Meiner Meinung nach eine gute Geschichte. Somit ist die Grafik auch korrekt und der Rankbrain gehört unter den Hummingbird denn er ist eine 3. Bewertung der Seite.

  11. Chris

    Also das ist eigentlich nicht Neues. Nur der Name ist neu, aber dass es eine Rolle spielt, ob auch wirklich eine Suchanfrage befriedigt wird, durch eine Webseite und dies beim Ranking eine Rolle spielt ist nicht neu.

  12. Martin Lück

    Folgender Fall:
    Nutzer sucht z.B. „Autoreifen“, klickt auf ein Suchergebnis und sieht direkt ohne etwas auf der Homepage zu klicken, scrollen etc. die Telefonrufnummer (die ihm reicht) und schließt die Seite wieder oder klickt auf zurück um einfach nur auf die Google-Suchseite zu kommen.
    Wäre dies nun negativ laut RankBrain? Nutzer hat das gefunden was er sucht (auch wenn er als Suchbegriff nicht Telefonrufnummer angegeben hat), aber Google dürfte dies so nicht erkennen können. Außerdem ist die Verweilzeit auch extrem kurz, weil die gesuchten Informationen auf einen Blick erkennbar waren.

  13. Hi,
    wir haben uns in der Agentur sowas auch schon gedacht gehabt. Ich hoffe, dass da Google demnächst mal mehr Informationen rausgeben wird. Vielleicht beim nächsten Hangouts

  14. Mister x

    Rankbrain – ih lache mich schief – Manipulation 36.0 der Suchergebnisse von Google nenne ich das! Merkt die Deutsche Seo und Internetwelt den überhaupt nicht, das die Agenturen nach und nach von Google abgesägt werden? Wird Zeit das Ihr endlich mal aus euren Hamsterlöchern aufsteht, sonst ist bald das europäische Internetgeschäft komplett übernommen. Oder gebt Ihr Euch mit dem Verkauf von kleinen Startups und Apss zufrieden, die Ihr nach kurzer Zeit an die Großen verkauft die Euch vorher kräftig im Geschäft geblockt haben.

  15. Michael

    Ich frage mich wie schnell RankBrain lernt und ob es „Live“-lernt oder ob es immer wieder in Patches aktualisiert wird. Als künstliche Intelligenz sollte es ja sich selber dauernd aktualisieren und nicht vom äußeren Input abhängig sein. Penguin soll ja jetzt auch bald „Live“ sein.

  16. Peter Farack

    Es gibt ja in diversen Foren auch community click tools, welche das Klickverhalten bei bestimmten Seiten emulieren sollen. Ob diese funktionieren ist allerdings fraglich.

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  2. […] War das Phantom-Update Googles RankBrain? – Martin Missfeldt vom tagSeoBlog stellt in seinem Weblog die These auf, dass die im Mai von Google als womögliches Core Update bezeichneten Veränderungen der SERPs auf Googles nur einige Zeit später vorgestelltem RankBrain-Algorithmus zurückzuführen sind. Weiter… […]

  3. […] bekannte SEO Martin Mißfeldt stellt in seinem Blog nun die These auf, dass das Phantom-Update im Mai in Wirklichkeit schon die […]

  4. […] Martin Mißfeldt hat in seinem tagseoblog.de schön erklärt, wie die Mechanik des neuen Google-Hirns und das Zusammenspiel vor allem mit anderen Updates wie Hummingbird, Penguin und Panda funktioniert. Kurzer Rückblick: der Google Algorithums wurde 2013 um einen weitere Komponente namens Hummingbird erweitert. Dieses Update sollte in erster Linie komplexere Suchanfrage auswerten und beurteilen um Suchergebnisse besser dafür zu sortieren. Nach aktuellem Kenntnisstand läuft eine Zuordnung der Suchanfragen bei Google folgendermaßen ab: […]

Martin Mißfeldt

Autor: (Künstler, Firma DUPLICON Berlin) über Bilder, die Bildersuche im Internet sowie Bilder- und Video-Optimierung. Mehr

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