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Ausgehende Links schaden nicht!

Freie Fahrt für ausgehende Links

Freie Fahrt für ausgehende Links

Irgendwie ist im Zusammenhang mit dem Google Pinguin-Update die verwirrende These aufgetaucht, dass ausgehende Links schaden könnten. Wenn man zu viele Links hat, dann verliert die Seite damit viel Linkjuice – und das könne im Ranking bei Google schaden. So oder ähnlich die Begründung. Es wird Zeit, das mal in einem Artikel klar zu stellen: eine Webseite verliert nichts, wenn sie nach außen verlinkt. Um das zu erläutern, hole ich mal etwas aus (keine Sorge, nur kurz): Es gibt zwei fundamentale Prinzipien bei Google: die Empfehlung und die Vererbung.

Empfehlung …

Das Prinzip der Empfehlung

Das Prinzip der Empfehlung

Über das Prinzip der Empfehlung habe ich schon eine Reihe von Artikeln verfasst. Google versucht nicht, Qualität an sich zu erkennen. Keine Maschine könnte je nachbilden, was intellektuell und emotional zur individuellen Qualitätsbildung beiträgt. Stattdessen wertet der Algo möglichst viele Signale aus, die auf Empfehlungen von Menschen hindeuten. Je mehr Menschen etwas empfehlen, um so höher gewichtet Google die empfohlene Seite. Das wichtigste „Empfehlungssignal“ sind Backlinks, die ursprünglich nur von inhaltsverantwortlichen Webmastern („Redakteuren“) gesetzt wurden.

… und Vererbung

Google Pagerank: Vererbung

Google Pagerank: Vererbung

Das zweite Prinzip ist das der Vererbung. Jede Seite hat eine gewissen „Stärke“, die sie weiter vererbt. Wichtig ist, dass sie nie ihre volle Kraft vererbt, sondern stets etwas weniger. Am bekanntesten ist der berühmte Google Pagerank: Eine PR5 Seite vererbt beispielsweise an die ersten Links einen PageRank von 4. Auch andere Werte wie Trust, Authority (?), oder auch allgemein“ Juice“ genannt, fließen durchs Web. Jeder Link im Internet „vererbt“ – zumindest aus Google-Sicht – einen Teil seiner Kraft.

Aber – und das ist der Grund für diesen Artikel: eine Seite verliert dadurch nichts!

Anders als im richtigen Leben kann im Netz nur eine lebendige Seite etwas vererben, und zwar dauerhaft und kontinuierlich. Es ist eher ein permanentes Verschenken als ein finales Aufteilen.

Das Ranking

Während es beim Prinzip der Empfehlung um repräsentative Massen geht, erhält jedes einzelne Signal durch die Vererbung einen qualitativen Wert. Wenn man beides kombiniert, kann man daraus ein Ranking erstellen. Die Stärke einer Seite für das Ranking ergibt sich aus der Anzahl und der Qualität der vererbten Empfehlungen. Wie viele ausgehende Links auf der Seite sind, spielt dabei keine Rolle. Durch die Vererbung von Juice verliert sie selber nichts an Kraft.

Ich gehe sogar noch weiter und wiederhole, was ich schon vor einigen Jahren gesagt habe: ausgehende Links nützen sogar für das Ranking. Nicht direkt, aber indirekt.

Ausnahme: Links zu schlechten Zielen

Gute und schlechte Links

Gute und schlechte Links

Das einzige Risiko, das man mit ausgehenden Links hat, sind schlechte Linkziele. Wenn Google feststellt, dass man mehrfach in spamige Linknetzwerke hineinlinkt, um diese offenbar mit Power zu versorgen, dann kann das dazu führen, dass diese Seite als Teil des Netzwerks erkannt wird. Und das wiederum kann zu blauen Briefen und zur manuellen Abstrafung führen. Der im Webmasterfriday thematisierte „Linkgeiz“ von etablierten News-Seiten beruht sicherlich auch auf der Tatsache, dass Websites nicht mehr unumstößlich sind. Man hat schon davon gehört, die Seos hoch-qualitative Websites aufgekauft und mit spamigen Content erweitert haben. Je mehr Links man gesetzt hat, um so größer das (scheinbare) Problem, die Qualität der Ziele im Blick zu behalten.

Das Elend mit nofollow

Follow oder nofollow?

Follow oder nofollow?

Da es im sozialen Netz immer mehr Möglichkeiten gibt, selber Links zu generieren, bei denen ein Website-Betreiber kaum noch die Chance hat, die Linkziele im Einzelnen zu überprüfen, hat Google gemeinsam mit anderen das „nofollow“-Attribut eingeführt. Ein als nofollow ausgewiesener Link vererbt nichts. Aber: das sollte man eigentlich nur dann benutzen, wenn man sich unsicher ist, ob die verlinkte Seite eventuell schlecht ist.

Leider wird das nofollow-Attribut bei vielen inzwischen zum Standard – praktisch alle ausgehenden Links werden als nofollow gekennzeichnet. Damit bekommt Google aber natürlich ein Problem: Es fehlen einfach wichtige Empfehlungssignale. Matt Cutts hat schon vor längerer Zeit darauf hingewiesen, dass er es begrüßen würde, wenn Wikipedia wieder – zumindest teilweise – auf follow-Links umstellen würde. Denn eigentlich sind Links aus Wikipedia-Artikeln, wenn sie denn von unabhängigen Redakteuren gesetzt wurden, für Google ein sehr wichtiges Signal. Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass Google die „nofollow-Schranke“ für Wikipedia-Links irgendwie umgeht. Was nicht (!) heißen soll, dass man als Seo jetzt wieder Wikipedia nerven soll.

Fazit: keine Sorge beim Verlinken

Solange man nicht sinnlos auf Spamseiten verlinkt, kann gar nicht passieren. Wenn der Inhalt der Seite gut ist, und der Link für die User Sinn ergibt, ist alles in bester Ordnung. Wer also unsicher ist, ob es schaden könnte, auf andere Seiten zu verlinken, dem sei gesagt: man verliert nichts, wenn man auf andere verlinkt.

Thema inspiriert vom Webmasterfriday: Linkgeiz. Hier einige andere Beiträge zu dem Thema:

Bild: Freie Fahrt für ausgehende Links

Bild: Freie Fahrt für ausgehende Links

Weiterlesen?

Kategorie: SEO Stuff   Autor: Martin Mißfeldt

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34 Kommentare zu "Ausgehende Links schaden nicht!"

  1. Henning Uhle

    Hallo Martin,

    vielen Dank für den Link zu mir. Ich habe mir den Artikel durchgelesen und bin der Meinung, dass du den Nagel auf den Kopf getroffen hast.

    Jetzt bin ich kein Experte, was SEO betrifft. Aber ich kann die Argumentation voll und ganz unterschreiben.

    Viele Grüße,
    Henning

  2. Marcel Rudolph

    Stimme dir vollkommen zu und bin mir sicher das ausgehende Links nicht nur indirekt für das Ranking hilft ;-)

  3. Frank

    Ich hab unter Website mal nen Artikel hinterlegt, als ich vor über fünf Jahren über das Phänomen Linkgeiz geschrieben habe :)

  4. Tim Ehling

    Schöner Artikel und leider hält sich die „Geiz ist Geil“-Mentalität. Ich habe schon vor 2 Jahren, alle WordPressblog so eingerichtet, das nicht „nofollow“ standartmäßig genutzt wird.

  5. René

    Sehr feiner Artikel. Martin.

    Ich kenne deine Argumentation ja bereits aus spannenden Campixx-Vorträgen, gerade im Bezug auf Linkjuice, Vererbung und Relevanz – nach so einem Artikel freut man sich schon auf den nächsten Vortrag.

  6. Ole M

    Schöner Artikel. Bin auch schon lange der Meinung, dass ausgehende Links eher hilfreich sind. Wenn man das mal ganz übertrieben formuliert, würde ja eine Seite, die inhaltlich perfekt ist und ne Menge ausgehender Links (die das Thema der Seite unterstützen und wirklich sinnvoll sind) hat, nie weit vorn ranken. Das macht ja aus Sicht einer Suchmaschine überhaupt keinen Sinn.

  7. Lois

    Falscher Denkansatz – Ausgehende Links beeinflussen natürlich nicht das eigene Ranking, sie „schaden“ dir aber als Linkquelle.

  8. Schnipsel

    „Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass Google die “nofollow-Schranke” für Wikipedia-Links irgendwie umgeht“

    Das ist irgendwie weit hergeholt – ich habe Links aus der Wikipedia, das bringt außer versprengten Besuchern gleich Null in Bezug auf das Ranking.

  9. Jan

    Ist doch alles relativ. Wenn man tausend ausgehende Links hat, ist das natürlich anders, als wenn man nur 5 hat und diese mit nofollow versieht. Ganz wichtig ist, dass das Link-Ziel „gut“ ist – wie ja Martin ja auch richtig schreibt.

  10. Volker

    Hallo,

    ehrlich gesagt finde ich die Diskussion um das Setzen von Links ziemlich speziell. Kann es sein, dass solche Diskussionen nur unter SEOs etc. geführt werden?

    Was ist denn der Sinn des Internets? Kann es überhaupt ein Internet ohne Verlinkung geben?

    Wenn ausgehende Links bestraft würden, wäre die Idee des Internets doch sinnlos.

    Ich würde es mal so formulieren: „Das Internet ist ein durch gegenseitiges Verlinken entstandenes Unsiversum.“ :-)

    Ich habe mein Blog von Anfang an auf DoFollow gestellt. Natürlich muss man nicht jeden Artikel mit ausgehenden Links vollpumpen, aber da wo es sinnvoll ist und zum Thema passt, ist ein guter Link doch auch ein Service an die eigenen Leser.

    Ich kann mir nur ein Szenario vorstellen, in dem Google ausgehende Links bestrafen würde. Das wäre der Fall wenn Google das Internet abschaffen wollte umd ein Googlenet errichten würde – aber es gibt ja noch andere Suchmaschinen. :-)

    Schöne Grüße
    Volker

    • Ole M

      Kann die Aussage von Volker absolut unterstützen. Ohne Links gibt es das Internet, nicht in der Form, wie wir es kennen und google würde eines wichtigen Signales „beraubt“. Wenn man sich das so überlegt, dann müssten gute und sinnvolle Links der linkgebenden Seite sogar belohnt werden. Nun ist die Frage, was sind gute und sinnvolle Links? Aber auch darüber gibt es ja wieder viele Abhandlungen :-)

  11. Margret Tausch

    und wie kann man beeinflussen, dass man keinen „nofollow“ sondern einen „follow“ link bekommt? bitte nicht lachen, aber ich bin kein SEO und auch kein Computer Freak. Ich arbeite nur sehr viel mit Testerinnen zusammen, die meine Produkte testen und dann in meinen shop zu den Produkten verlinken, aber das sind alles „nofollow“ links, als eher schädlich wie gut, wenn ich das so lese – oder?

    • Gloria

      Ich würde nicht behaupten, dass No-Follow Links eher schädlich sind. Die Frage ist eher die, in welchem Verhältnis Do-Follow und No-Follow zueinander auftreten und von welchen Seiten die Links ausgehen. Ein No-Follow von Wikipedia hat mit Sicherheit noch nicht geschadet.

  12. Lothar Seifert

    Danke für den guten Artikel. Ich denke, dass viele nofollow einsetzen, um Spam von den eigenen Seiten, zum Beispiel bei Kommentaren oder in Gästebüchern, fernzuhalten.
    Viele Grüße

  13. Martin O. Hamann

    Der gute Artikel mit der meiner Meinung nach richtigen Message „keine Sorge beim Verlinken“ und der Titel „ausgehende Links schaden nicht“ beißen sich leider ein wenig. Grund dafür ist, dass unser Gehirn das Wort „nicht“ nicht versteht und somit nur der Satz „ausgehende Links schaden“ im Gedächtnis der Leser verbleibt – was dann sogar den Linkgeiz noch weiter schüren könnte.

    Cheers

    • Safferthal

      „Grund dafür ist, dass unser Gehirn das Wort “nicht” nicht versteht“

      Interessante Aussage. Ist mir gar nicht bewusst. Aber so zu schreiben/reden sollte man wohl sowieso vermeiden. Erst schreibt man etwas negatives und dann verneint man das negative und dreht es ins positive. Warum nicht gleich positiv schreiben?

      • Martin O. Hamann

        Also bei mir ergibt -x + (+x) = 0. Mit anderen Worten, der Kommentar war eher neutral gemeint.

  14. Marcus Kitzmann

    Sehr guter Artikel, bis auf den ersten Satz: die Linkangst gibt es nicht erst seit Pinguin. Ich kämpfe auch bei den SEOs in meiner Agentur gegen diese Einstellung an. Man muss einfach mal die Scheuklappen ablegen, und das ganze aus der Sicht des Lesers sehen: Da, wo ein Link auf eine angesehene Website dem Leser weiterführende und relevante Informationen gibt, soll er gesetzt werden. Ein „normaler“ Internetuser sieht gute Links als Qualitätsmerkmal. Und genauso sehen die meisten Suchmaschinen das auch.

  15. Ernst

    Ist jetzt nicht so, daß nofollow und dofollow Links eher gleich für Google sind?

  16. Harald

    Hallo Martin,

    was im Gesamtkontext m.E. fehlt bzgl. nofollow ist der Aspekt der bezahlten Artikel. Wenn ein PR / Presseportal oder auch eine eigentlich gute Redaktionsseite mit gutem PageRank ganz oder überwiegend auf GELDWERTEM Vorteil (i.d.R- Bezahlung) aufgebaut ist, dann sollte man nofollow sehr wohl in Betracht ziehen (müssen)
    ( http://googlewebmastercentral-de.blogspot.de/2013/02/hinweis-zu-verkauften-links-die.html )
    zu“ Ein als nofollow ausgewiesener Link vererbt nichts. Aber: das sollte man eigentlich nur dann benutzen, wenn man sich unsicher ist, ob die verlinkte Seite eventuell schlecht ist.“

  17. Yves

    Also da bin ich mal ganz anderer Meinung. Man muss beim verlinken ziemlich aufpassen, was man verlinkt und sollte das nicht auf die leichte Schulter nehmen.
    Sieht man auch gut an Tauschprojekten die in jedem Artikel auf irgendwelche Webseiten verlinken. Die ranken so gut wie nie, selbst wenn darauf geachtet wird, das die Artikel ordentlich sind und die verlinkten Projekte halbwegs sauber.

  18. Daniel B

    Ich verlinke ehrlich gesagt so wie ich es möchte und mache mir da keine großen Gedanken über Google. Wenn ich der Meinung bin der Link passt hier hin, dann ist das so. Gerade wenn wir als Blogger über bestimmte gemeinsame Aktionen schreiben, gehört eine gegenseitige Verlinkung zum guten Ton. Man kann eben aus Mücken auch Elefanten machen und es übertreiben.

  19. Maria Dee

    Schön geschriebener Artikel. Es macht auch gar keinen SInn ausgehende Links abzuwerten, ausser sie führen zu unseriösen Seiten (Phishing- oder penalty-pages, etc.).

  20. Udo

    Im Umkehrschluss heißt das aber auch, wer nicht auf spammige Seiten verlinkt, sondern auf Wikipedia, sollte damit einen positiven Effekt erzielen.

  21. Manfred

    Guter Artikel!
    Problem ist meiner Ansicht nach immer die Messbarkeit. Ranking hoch oder runter?
    Man hat ja nicht nur einen Link!
    Welcher war jetzt gut oder schlecht?

  22. Faruk

    Ausgehende Links haben keine Vorteile, denn andernfalls könnte man zu PR 6+ Seiten verweisen und auf diese einfach Weise den eigenen Wert steigern…

  23. Olaf Meyer

    Hallo Martin,

    ich habe eben was interessantes gefunden: http://www.rebootonline.com/blog/long-term-outgoing-link-experiment

    Vielleicht kannst Du Deinen Artikel hier noch einmal aufgreifen und schreibst was Neues, wo Du die Ergebnisse der Studie mit einbaust?

    LG :-)

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Martin Mißfeldt

Autor: (Künstler, Firma DUPLICON Berlin) über Bilder, die Bildersuche im Internet sowie Bilder- und Video-Optimierung. Mehr

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