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Warum Google (Rank-Brain) Wikipedia zerstören wird

Wikipedia-Absturz (?)

Wikipedia-Absturz (?)

Wikipedia ist eine der größten Websites weltweit. Und Wikipedia dominiert die Googlesuche wie keine andere Seite. Beides scheint mir eng miteinander verzahnt, obwohl „Seo“ (Suchmaschinenoptimierung) für Wikipedianer ein Werk des Teufels ist. Dabei hat Wikipedia die Googlesuche mit Methoden und Tricks erobert, die man getrost als Suchmaschinenoptimierung bezeichnen könnte. Dennoch häufen sich die Indizien, dass Wikipedia als Projekt scheitern wird.

Zunächst ein Blick auf die ungeheure Dominanz von Wikipedia in den Suchergebnissen von Google (Quelle Sistrix).

Wikipedia Serp-Domination (Datenquelle: Sistrix)

Wikipedia Serp-Domination (Datenquelle: Sistrix)

 

Scheitern am Anspruch …

Wikipedia (Logo)

Wikipedia (Logo) Bildquelle: Wikipedia

Scheitern wird Wikipedia vor allem am eigenen, in sich widersprüchlichen Anspruch: „Eine freie Enzyklopädie“ will Wikipedia sein. Der Gedanke vom Gründer Jimmy Wales war ebenso idealistisch wie visionär. Das Internet bietet die Möglichkeit, dass sehr viele Experten auf einer gemeinsamen Plattform ihre Kenntnisse zusammentragen. Solange das Internet in den Kinderschuhen steckte, hat das auch geklappt – denn irgendwie waren alle ganz euphorisch und wollten dabei sein.

Inzwischen pubertiert dieses Internet -die Freude am Dabeisein weicht zunehmend materialistischen Gedanken. Wer profitiert eigentlich? Wer hat was davon? Wie lange kann sich das Projekt über Spenden finanzieren? Wie lange wird Google Wikipedia so weit vorne ranken?

Ich wage die These, dass der Erfolg von Wikipedia im Wesentlichen auf den guten Google-Platzierungen beruht. Doch der ist nicht in Stein gemeißelt, im Gegenteil, vieles spricht dafür, dass das bald vorbei ist. Dazu später …

Hierarchische Strukturen

Der Slogan „Freie Enzyklopädie“ suggeriert, dass jeder daran mitwirken könne. So war es ja auch am Anfang. Aber wie das so ist: wenn gutmeinende Menschen aufeinander treffen, ist Stunk programmiert. Denn natürlich entwickelten sich hierarchische Strukturen, um Fehler zu verringern und Spam zu verhindern.

„Hierarchische Strukturen“ sind aber das Gegenteil von „frei“.

Längst hat eine Elite von Administratoren die Wikipedia übernommen – und natürlich resultiert daraus viel Frust und Verärgerung bei denen, die abgekanzelt werden. (Siehe dazu auch Golem.de: „Content-Vandalismus, Drohungen und Beschimpfung„)

Strenge Regeln und Grundsätze

Dass diese „Überwachungsmentalität“ bei Wikipedia einziehen musste, hat auch viel mit dem vermeintlichen Spam zu tun. Denn natürlich scheint es folgerichtig, dass es in einer „freien Enzyklopädie“ auch einen Artikel über „mich“ oder „über meine Firma“ oder „über mein Produkt“ geben müsse. Um diesem Wildwuchs entgegenzuwirken, hat sich die Wikimedia-Foundation als Betreiberin sehr strenge Regeln und Grundsätze verordnet.

„Strenge Regeln“ sind aber das Gegenteil von „frei“.

Darin ist genau definiert, über wen oder was ein Artikel wann verfasst werden darf, wie der Artikel aufgebaut sein muss, auf welche Quelle man sich berufen darf etc. Wer sich nicht daran hält, fliegt. Zumindest die fraglichen Änderungen und Artikel. Dass man da nicht mehr so genau hinschaut und potentiell alle Seiten mit Werbebannern als „Spam“ eingestuft werden, habe ich selber erfahren müssen.

Und dann noch der Spam …

Wikipedia Links - heißes Eisen ...

Wikipedia Links – heißes Eisen …

Die Adminsitratoren haben nun nicht mehr nur mit den Wohlgesinnten zu kämpfen, sondern auch noch mit „Eigensinnigen“, die die Wikipedia als Marketing-Instrument verstehen. Wer sich ein wenig mit dem Internet beschäftigt, wird bemerken, dass es im Grunde für fast alle ein Marketing-Instrument geworden ist. „Wie kann ich es (zu meinem Vorteil) nutzen?“ ist die wichtigste Frage. Vollkommen legitim, würde ich sagen. Oder hat jemals jemand ein Schild am Eingang des Internets gelesen: „Betreten nur ohne Eigennutz!“ oder „Kein Zutritt für Geschäftetreiber!“

Es ist also nur logisch, dass massenhaft versucht wird, Wikipedia-Artikel mit eigenen Inhalten zu befüllen. Gegen all diese Änderungen kämpft ein weiteres Heer von Administratoren.

Warum mitmachen!?

Erfolgreich nix verdienen

Erfolgreich nix verdienen

Doch zurück zur Wikipedia: warum leisten eigentlich die aktuell befugten Redakteure diese ganze Arbeit? Geld bekommen sie nicht. Für die wissenschaftliche Reputation ist es ebenfalls kaum zu gebrauchen. Jeder Artikel in einer Fachzeitschrift ist für die Karriere hilfreicher als die Mitarbeit an einem Wikipedia-Artikel. Nein, es ist Idealismus. Der Gedanke, etwas Gutes für die Welt zu tun. Und hier kommt Google ins Spiel. Denn woran merken diese Redakteure, dass sie etwas Gutes tun? An den Google-Rankings. Wenn ein Artikel bei Google auf Platz 1 steht, dann bekommt er viele Leser – und dieser Besucher-Traffic ist für viele Redakteure quasi die ideelle Bezahlung. Hat sich doch gelohnt, die ganze Plackerei, wenn das nun täglich so viele Menschen lesen!

Bis jetzt funktioniert das System – noch.

Problem: Wissenschaftssprache

Leider hat sich aufgrund der zuvor genannten Einschränkungen hinsichtlich der „Freiheit“ ein grundlegendes Problem ergeben: die Artikel werden unlesbar. Änderungen und Erweiterungen gehen durch sehr wenige Nadelöhre, und diese Menschen haben zum großen Teil, auch aus systembedingtem Selbstschutz, eine unlesbare Sprache entwickelt. Es ist die Spezialistensprache, die nur noch Eingeweihte nachvollziehen können. Die „Enzyklopädie“ reift als solche und ist irgendwann nur noch für Experten benutzbar. Schon heute spürt man in vielen Artikeln den Spagat zwischen „leicht verständlich“ und „wissenschaftlich fundiert“.

Google liebt(e) Wikipedia

Kleiner Break: der Google-Algorithmus hat sich in den vergangen Monaten und Jahren stark verändert. Lange Zeit wurde gemutmaßt, ob es im Google-Algorithmus einen „Wikipedia-Bonus“ gäbe. Das ist natürlich Quatsch. Wikipedia hat nur lange Zeit exakt das gemacht, was Google gut fand. Oder war es anders herum: Google hat das für gut befunden, was Wikipdia vorgemacht hat?

  • Da war am Anfang die Keyworddichte, die bei Wikipedia stets hoch war, weil man ja in den meisten Fällen tatsächlich Artikel für das Keyword hatte.
  • Dann die interne Verlinkung: die ist bei Wikipedia – ganz im Sinne des Internets – extrem hoch. Das macht natürlich inhaltlich Sinn, war (und ist) aber auch für Google ein sehr wichtiges Qualitätssignal.

In der Folge schossen die Wikipedia-Artikel auf vordere Positionen. Und was passiert dann?

  • Schon oft habe ich dargestellt, dass natürliche Verlinkung vor allem durch Google-Rankings entsteht: was vorne ist wird verlinkt. Wer für einen Artikel Referenzen sucht, bedient sich sehr oft bei den ersten Google-Treffern. Das macht nicht viel Arbeit und kann nicht so falsch sein.
  • Mittlerweile ist Google dazu übergegangen, holistische Websites zu bevorzugen, also solche, die ein Thema sehr umfangreich und umfassend darstellen. Auch das hat sich bei der Wikipedia so entwickelt.

Man könnte also ketzerisch sagen: Wikipedia hat das beste Seo von allen betrieben. Oder war es anders herum: die Google-Entwickler haben den Algorithmus anhand der Vorgaben von Wikipedia verfeinert? Egal – in jedem Fall war beides miteinander verzahnt. Hier die Entwicklung der Sichtbarkeit in der Google-Suche (Datenquelle: Sistrix)

Sichtbarkeitsverlauf von Wikipedia (Daten von Sistrix)

Sichtbarkeitsverlauf von Wikipedia (Daten von Sistrix)

Bis Mitte 2014 eine Aufwärtstrend. Aber dann- der Umschwung.

Rank-Brain kippst Wikipedia aus

Google Rank-Brain

Google Rank-Brain

Google hat den Algorithmus in zwei wesentlichen Punkten geändert. Zum einen versucht Google verstärkt, die User-Intention zu erkennen. Was will der Benutzer? Warum sucht er gerade jetzt nach diesem Begriff bzw. nach dieser Suchphrase? Und zum zweiten ist der Algorithmus inzwischen selbst-lernen. Auf Basis künstlicher Intelligenz haben die Entwickler die Zukunft des Algos in seine eigenen Hände gelegt. Der versucht nun fleißig, zu erkennen, was der User will, und dann über Trial und Error so langsam das jeweils beste Ergebnis zu finden.

Beide Veränderungen haben zu einer Stagnation geführt und bereits einen Abwärtstrend eingeleitet. Denn Google erkennt, dass die Wikipedia-Artikel nur noch für eine sehr spezielle Zielgruppe interessant sind. Es wird langsam zu einen „Studenten-Lexikon“ – zwar umfassend und fundiert, aber eben kaum für jederman geeignet.

Die User-Intention wird (langsam) zu einem Absinken der Rankings bei Google führen. Und damit einher geht eine geringer werdende Verlinkung. Daraus resultieren geringere Besucherzahlen, die wiederum die Lust viele Redakteure sinken lässt. Es wird zu einem Abwärtsstrudel kommen. Am Ende steht dann tatsächlich eine gigantische Online-Enzyklopädie, die allerdings mangels Mitarbeiter nur noch rudimentär gepflegt werden wird.

Wikipedia als florierendes Online-Business?

Natürlich wird sich dieser Prozess über Jahre hinziehen, aber er hat mit den Änderungen am Google-Algorithmus begonnen. Wikipedia wird sich sehr bald fragen, ob man den idealistischen Anspruch aufrecht erhalten kann – oder ob man sich nicht doch den Bedingungen des Internet stellt: nichts ist umsonst. Ob es nun Werbung ist, oder ein Leseabo, läuft letztlich auf das Gleiche hinaus: Wikipedia wird auf Dauer nur überleben, wenn es sich zu einem wirtschaftlich agierenden Unternehmen macht. Wobei das aus urheberrechtlichen Gründen wohl kaum möglich ist.

So, und nun ihr? Zu pessimistisch? Wo sind Denkfehler, die ich übersehen habe?

Wikipedia-Absturz

Wikipedia-Absturz

Weiterlesen?

Kategorie: SEO Stuff   Autor: Martin Mißfeldt

23 Kommentare zu "Warum Google (Rank-Brain) Wikipedia zerstören wird"

  1. Marcel

    Jap, das kann ich mir auch sehr gut vorstellen. Vor allem das die meisten Artikel schon der speziell geschrieben sind. Es gibt eigentlich nur noch wenige Themen bei denen ich Wikipedia Artikel aufrufe. Ich überspring die lieber und rufe eine andere Webseite auf.

  2. Mirko

    Das Problem würde ich anderen überlassen. Es scheint mir für das eigene Marketing nicht sonderlich relevant zu sein, ob Wikipedia untergeht oder nicht. Vielleicht hast Du recht vieleicht aber auch nicht. Ich glaube das kann man schwer vorhersagen. Sicher ist, dass wenn Wikipedia sich nicht der Zeit anpasst, dann geht es sehr schnell unter. Das ist immer so.

  3. Olaf kopp

    Fuer mich gibt es keinen direkten zusammenhang zwischen dem sichtbatkeitsverlust von wikipedia und rankbrain. Viel mehr glaube ich dass immer mehr holistische inhalte in wikipedia manier produziert werden und das der grund ist.

    • Mißfeldt

      Du meinst, die Wettbewerber verbessern sich zunehmend und setzen Wikipedia (im Ranking) unter Druck. Stimmt, das ist auch denkbar und sogar wahrscheinlich. Die Frage ist, wie lange Google den holistischen Ansatz verfolgt. In vielen Fällen nervt es doch, wenn man erst die Browsersuche aktivieren muss, um die gesuchte Passage im Wiki-Artikel zu finden.

  4. Alex

    Ich mag Wikipedia sehr gerne, aber der Linkverkauf ist zum Kotzen. Gerade im Finanz- und Versicherungsbereich sieht man keine substanziellen Empfehlungen, sondern gekaufte Linkziele. Durch den Verkauf der Integrität wird sich Wikipedia in großen Teilen selbst zerstören.

  5. Roland

    Ich bin nicht unbedingt der Wikipedia-Freund, aber Vertrauen wird die Seite weiterhin genießen. Möchte man in einer Diskussion etwas belegen oder komplexere Zusammenhänge jemanden aufzeigen wird man immer nach einem Wikipedialink suchen, falls vorhanden und verlinken.

    Und sollte es zu einem „Gebildeten – Nachschlagewerk“ werden und am einfachen Mann vorbei schreiben so ist es dann halt das größte Nachschlagewerk wenn es um höherwertige Inhalte geht.

    Nein, Wikipedia ist nicht aufzuhalten was Vertrauen betrifft (was sicherlich nicht immer gegeben ist), Wikipedia ist wie früher das Bertelsmannlexikon im Bücherregal.

    Ich selbst füge, wenn ich Fachinfos suche bei meiner Suche gleich noch Wikipedia mit an.

    • Mißfeldt

      Stimmt, das Vertauen ist beim Otto-Normalverbraucher sehr hoch. Vielen von uns „Onlinern“ fällt es auch sicherlich leichter, Wikipedia-Artikel zu konsumieren. Aber wir sind eben schon alt. Und die nachrückende Generation hat ganz andere Nutzungs- und Wahrnehmungsgewohnheiten. Ich bezweifel, dass Wikipedia das bedient. Anders als Google, die sich dem (noch) anpassen kann. Der „selbstlernende Algorithmus“ ist dafür sicherlich gut geeignet.

  6. Christian Webber

    Ich teile nicht so ganz Deine Meinung, auch wenn ich nicht wirklich ein Fan von Wikipedia bin. Nach wie vor ist der Dienst meiner Meinung nach werbefrei, d.h der suchende User findet genau dass, was er an Informationen benötigt… Ohne Werbung… Ohne schnick Schnack. Und genau da stellt sich die Frage welche Alternativen es bei manchen Begriffen geben soll, die keinen wirtschaftlichen Hintergrund haben? Ich meine wer würde sich die Mühe machen und über Themen etliche Stunden recherchieren, das ganze auf eine qualitativ hochwertige Seite zu packen, um dann davon wirtschaftlich 0 zu profitieren?

    • Mißfeldt

      Hm, interessante Frage. Ich glaube, es gibt potentiell nichts, was sich im Internet nicht monetarisieren ließe. Vieles zwar nur in sehr geringen Umfang – aber aus Erfahrung weiß ich, dass die Zeit dann dafür sorgt, dass da doch etwas zusammenkommt.

  7. Reen

    Hey Alex, gib doch bitte einmal Beispiele für deine Behauptung, interessiert mich sehr.

    Auf welchen konkreten Seiten hast du gekaufte Links gefunden?

    Und im übrigen, wer verkauft denn Links? Das sind Autoren die Geld verdienen wollen. Also nicht die Wikipedia, sondern – ähm – geldgierige Autoren. Oder wir nehmen ein nicht so polemisches Adjektiv.

  8. Otto

    Ja, die Wikipedia ist auf dem absteigenden Ast. Ja, weil die Artikel unlesbarer werden. Und vor allem: Weil die selbsternannte „Hierarchie“ ambitionierte Autoren vergrault, so auch mich. Die sitzen wie Glucken auf den Artikeln, die sie sich angeeignet haben, und verteidigen sogar Rechtschreibfehler. Und sie entscheiden, was relevant ist und was nicht.

    Und nein, die Wikipedia wird überleben, dafür wird und muss Google sorgen. Woher bekommt Google sonst die Daten, um Anfragen direkt zu beantworten? Die Antworten sind nur deshalb so gut, weil sie zumeist aus der Wikipedia stammen.

    Abgesehen davon, wird hier offenbar „Freiheit“ mit !Anarchie“ verwechselt. Die Freiheit des einen hört da auf, wo dieses anderen beginnt. Und genau deshalb braucht Freiheit auch Regeln, sei es nun in der Wikipedia oder im normalen Leben (= Gesetze). Die Regeln der Wikipedia mögen überzogen und diskussionswürdig sein, ja, aber man braucht sie. Und es gibt gewaltige Unterschiede zwischen der (regelärmeren) englischen und der (regulierungswütigen) deutschen Wikipedia.

    Der Qualitätsanspruch der deutschen Wikipedia führt zu einem weiteren Problem: Wenn ein Artikel nicht auf Anhieb gelingt oder unvollständig ist, wird er gnadenlos gelöscht, keine Chance, ihn zu verbessern; keine Chance für andere, ihn zu verbessern und mitzuschreiben. In der englischen Wikipedia ist das gottseidank anders.

    • Mißfeldt

      ja, vielen Dank für den Kommentar.

      Natürlich profitiert Google sehr von Wikipedia. Schon jetzt hängt Wiki bereits am Google-Tropf. Die Frage ist, wie lange das so geht. Entweder wird Google sich andere, kostengünstigere Quellen suchen – entsprechende Tests laufen ja bereits, siehe: http://www.tagseoblog.de/googles-findmaschine-zeigt-meine-antworten
      Oder Google wird die Wikipedia übernehmen – passt ja ganz gut ins Konzept des „alles Wissen dieser Welt…“ :-)

      Außerdem: ja, der Hinweis mit der „Freiheit“ ist völlig richtig. Dieser Begriff ist im Zusammenhang mit dem Internet sehr vieldeutig und missverständlich. Natürlich braucht es klare Regeln und Hierarchien, wenn man potentiell mit vielen Leuten an einem Projekt arbeitet. Ich wollte nur andeuten, dass diese unklare Begrifflichkeit eine Ursache der Probleme ist.

      Und schließlich: genau, Qualität liegt im Kopf des Benutzers. Das Internet zeigt sehr deutlich, dass es keine allgemeingültigen Qualitätskriterien gibt, sondern eben nur zielgruppenspezifische.

      • Christian Ehlert

        Das ist ein sehr treffender Kommentar. Ih selbst kann das auch anhand meiner Webseite sehen, Links wurden auf der englischen Wikipedia von irgend jemanden gesetzt, bei der deutschen wurden sie egelöscht. Zudem habe ich Vorschläge auf der deutschen Wiki zu einem Thema gemacht, wo meine Seite sehr speziell dazu ist und auch als Link dazu passen würde. Zumal meine Seite unter den ersten 3 Suchbegriffen bei dem Thema ist. Die wiki lässt hingegen lieber tote Links drin als von mir eine Verbesserung anzunehmen. Diese ist zwar auch Eigennutz, aber auch gewollt den Artikel stark zu verbessern.

  9. SteveMoto

    Hallo Martin,
    ist ein bißchen „nur“ in eine Richtung gedacht.
    Warum soll es nur am Google-Algo liegen, dass die Sichtbarkeit von Wikipedia sich ändern kann?
    Könnte ja auch z. T. an Wikipedia selber liegen -> stagnierende Autorenzahl, -> sinkende Autorenzahl, -> schärfere Regeln für die Veröffentlichung von Artikel/Links.
    Können alles Faktoren sein, die unabhängig vom SEO-Gedanken, das Ranking im Google-Algo beeinflussen können (auch langfristig)…

    • Mißfeldt

      ja, klar. Ich habe das etwas überspitzt dargestellt. Ein wesentlicher Grund für die Stagnation ist sicherlich, dass es inzwischen kaum noch neue Artikel gibt, weil der umfang der zulässigen Begriffe abgearbeitet ist. Den Rückgang der letzten Monate kann das aber nicht erklären.

  10. Reen

    Könnte auch an der Bewertung von Sistrix liegen ;)

    Laut Similarweb sind die Besucher eher konstant. Was sagen den die anderen Tools, nicht unbedingt Seolytics :P

    • Mißfeldt

      naja, sprunghafte Veränderungen schon, aber der Rückgang auf die Dauer? Glaube ich eher nicht …
      Bei Searchmetrics sieht es ähnlich aus (von rund 19.500 auf aktuell 18.800 zurück gegangen seit Mitte 2014)

  11. Samuel

    Hallo Martin,

    interessanter Artikel. Ich denke aber nicht dass Google den Wasserhahn von Wikipedia komplett zuschnüren wird. Natürlich muss ein Text für einen Zimmerer anders geschrieben werden, als für einen Doktor. Die Schreibweise klafft da bestimmt Meilenweit auseinander. Aber das ist kein Grund, diese Seite gar nicht mehr zu verwenden. Warum die Sichtbarkeit zurück gegangen ist liegt bestimmt an deiner Idee. Ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass es mittlerweile sehr gute Websites gibt, die bessere Artikel schreiben wie zum Beispiel wiki und dadurch die Ranking Verluste zu verzeichnen sind.

  12. Christian Gerd

    Hallo Martin,

    aus der Entwicklung der Sichtbarkeit Wikipedias für Googlenutzer der letzten 2 Jahre gleich zu schließen, dass Wikipedia dem Untergang geweiht ist und zerstört wird – ja, ist eine sehr nette These :-) … du kommentierst schon selbst, dass es wohl etwas überspitzt dargestellt ist: Wikipedia ist ein internationales Schwergewicht (so wie Google natürlich auch), was Ottos Kommentar weiter oben indirekt schon preisgibt, so dass die positiveren Ausprägungen der einzelnen Ländervarianten sicher noch sehr langfristig einen Einfluss auf das Ranking und die Sichtbarkeit von Wikipedia auch in Deutschland haben wird – trotz tendenziell lokalisierteren Suchergebnissen. Dieser ganze Prozess ist außerdem so langfristig, dass ich mir vorstellen kann, dass die oben gezeigte Sistrixkurve irgendwann wieder nach oben zeigen wird – also quasi eher pendelt. Wie der Kurs einer soliden Aktie, die konjunktur- und marktbedingt auch immer schwankt, aber letztlich doch um eine nach oben weisende Chartlinie.

    Viele Grüße
    Christian

  13. Christian Ehlert

    Ich find den Artikel gut. Der langsame Absturz der Wikipedia im Googleranking läuft schon eine ganze Weile. Ab einen gewissen Punkt würde es dann zum Zusammenbruch kommen. Ich habe schon viele Seiten lange vor ihrem Tot einen absoluten Zusammenbruch gesehen. Zumindest bei Themen die mich interessieren, im Bezug auf Filmseiten. Bei meinem Thema ist der große Killer aber nicht mal Google selbst, sondern das Nutzerverhalten. Das Internet wird immer mehr mit dem Handy genutzt, apss verdrängen so langsam normale Desktop Webseiten oder die darauf ausgerichtet sind. So gesehen habe ich aktuell auch den Untergang von moviepilot, giga oder filmstarts, kinode und die kleineren von blu-raydisc schon vorausgesagt, so wie ich es bei kleinere Seiten schon vorausgesagt hatte, was dann auch nur ein Jahr später schon zutraf (z.B. cinefacts). Für die wiki kann durchaus das Selbe zutreffen, wo das Nutzerverhalten der größere Killer ist als das alleinige Google Ranking an sich. Natürlich ist auch beides miteinander verknüpft.

  14. Tobias

    Google macht sich die Wikipedia-Inhalte ja selbst zu eigen, indem für viele Suchbegriffe die kleine Infobox bereits die wesentliche Antwort liefert und ein Klick zu Wikipedia unnötig wird. So viel zum Thema: Schaffe eigene hochwertige Inhalte. ;-)

  15. Anne-Marie

    Da viele User „suchbegriff wiki“ eingeben, könnte Wikipedia doch noch etwas länger auf Seite eins bei Google zu finden sein.

    Denkbar wäre ein modernes Markenkonzept, mit Werbebotschaften, wie „suchbegriff wiki“, die dem User auch künftig das Auffinden vom passenden Wikipedia-Artikel erleichtern. Oder die interne Suche muss verbessert- und prominenter platziert werden.

  16. Jürg

    Eine interessante Sichtweise und wenn man es so betrachtet ziemlich logisch. Habe lange Zeit den Gedanken gepflegt, dass die Arbeit von Wikipedia schon sehr hochwertig ist und dem entspricht was Google sich vorstellt. Das es vielleicht anders herum sein könnte, ein neuer Einblick :).

    Ich selbst bin jetzt nicht so in der Thematik drin. Kann mir aber nicht vorstellen, dass Wikipedia irgendwann mal seinen Status verliert. Dazu ist die Plattform einfach zu groß und selbst wenn es zu „kleineren“ Einbrüchen kommt, ist Wikipedia heute ein gewaltiger Brand. Wie meine Vorrednerin schon geschrieben hat, schon heute sucht man doch schon mit „Keyword + wiki“. Das ist in den Köpfen einfach drin.

Martin Mißfeldt

Autor: (Künstler, Firma DUPLICON Berlin) über Bilder, die Bildersuche im Internet sowie Bilder- und Video-Optimierung. Mehr

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