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Phantastische Welten – Doodle für Jorge Luis Borges

Jorge Luis Borges Doodle

Jorge Luis Borges Doodle

Google ehrt den argentinischen Schriftsteller Jorge Luis Borges zum 112. Geburtstag mit einem Doodle auf der Startseite. Es handelt sich um ein phantastisches Doodle im wahrsten Sinne: ein weitreichender, ineinander verschachtelter Bühnenraum kombiniert verschiedene Welten zu einem großen Ganzen. So, wie es auch Borges in seinen Romanen getan hat. Nur, dass im Doodle natürlich noch das Google-Logo zu erahnen ist. Jorge Luis Borges wurde am 24. August 1899 in Buenos Aires geboren.

Jorge Luis Borges

Jorge Luis Borges

Der kleine Jorge Luis wuchs in einem bürgerlich und finanziell abgesicherten Elternhaus auf. Sein Vater war bereits schriftstellerisch tätig, und auch die Mutter förderte die kulturelle Interessen ihrer Kinder. Schon als Kinder lernte er neben seiner Muttersprache Spanisch auch English. 1914 zog er mit seinen Eltern in die Schweiz, wo er unter anderem Deutsch, Französisch und Lateinisch studierte. Seinem umfangreiches Wissen und sein feinfühliges Sprachgefühl entsprangen zahlreiche phantastische Erzählungen und Essays, in denen die Grenze zwischen Realität und Fiktion haarscharf fließend ist.

Das heutige Doodle greift diese Verschmelzung unterschiedlicher Welten auf und kombiniert sie zu einem gewaltigen Bühnenraum. Rechts im Vordergrund (da, wo das Google „l“ wäre) steht ein alten Mann mit Gehstock, der die Szenerie betrachtet. Mit etwas Phantasie erkennt man das Google Logo. Unten ein Video, dass das deutlicher zeigt.

Google Doodle für Jorge Luis Borges - phantastische Architektur, unendliche Welten

Google Doodle für Jorge Luis Borges – phantastische Architektur, unendliche Welten

Der Turmbau zu Babel stand Pate

Der Turmbau zu Babel von Pieter Bruegel d.Ä.

Der Turmbau zu Babel von Pieter Bruegel d.Ä.

Ich vermute, dass es sich um eine Anspielung auf die Borges-Erzählung „Der Turmbau zu Babel“ handelt. Zur Erinnerung: Die alt-testamentarische Geschichte handelt von dem Größenwahn der Babylonier, die einen Gott-geichen Turm bis in den Himmel bauen wollten. Gott bestrafte das, indem er die Menschen, die zuvor eine einheitliche Sprache hatten, nun zur Vielsprachigkeit verdammte. Der Bezug zum Vielsprachen-Talent Borges ist natürlich augenscheinlich. Im Doodle wirkt es, als hätte Gott den Menschen nicht nur verschiedene Sprachen, sondern auch verschiedene Architekturwelten zugewiesen. So als habe jede Sprache ihre eigene Welt. Links: eines meiner Lieblingsbilder ist „Der Turmbau zu Babel“ von Pieter Bruegel d.Ä.

Übrigens habe ich keine Ahnung, warum das Doodle so eine merkwürdige Außen-Form hat. Erinnert irgendwie an eine Brille. Vielleicht hat es damit zu tun, dass Borges im Alter von 55 Jahren sein Augenlicht verloren hat. Aber auch erblindet setzte er seine schriftstellerische Tätigkeit fort und verfasste noch zahlreiche bedeutende Werke.

Umberto Eco und Borges

Übrigens hat auch Umberto Eco in seinem Roman „Im Namen der Rose“ den argentinischen Schriftsteller verewigt. Nicht nur, dass er sich von Borges Roman zu seinem phantastischen mittelalterlichen Bibliothek-Turm in Labyrinth-Form inspirieren ließ, er nannte auch den Gegenspieler seiner aufgeklärten Hauptfigur William von Baskerville, den greisen und blinden Bibliothekar Jorge von Burgos.

Jorge Luis Borges zitiert Heinrich Heine


Jorge Luis Borges rezitiert Heinrich Heine

Um einen Eindruck von dem Menschen Borges zu vermitteln, habe ich bei youTube ein Video gefunden, in dem er auf deutsch ein Gedicht von Heinrich Heine rezitiert. Hier das gedicht:

Ich hatte einst ein schönes Vaterland.
Der Eichenbaum
Wuchs dort so hoch, die Veilchen nickten sanft.
Es war ein Traum.

Das küßte mich auf deutsch, und sprach auf deutsch
(Man glaubt es kaum,
Wie gut es klang) das Wort: „Ich liebe dich!“
Es war ein Traum.

 Vermischung von Realität und Surrealität

Borges (alt, mit Stock)

Borges (alt, mit Stock)

„Eines der Lieblingsstilmittel Borges‘ ist die Täuschung, das Spielen mit dem Leser, die Vermischung von Realität und Surrealität. Ein Beispiel hierfür ist die Erzählung Tlön, Uqbar, Orbis Tertius, in der verschiedene Realitätsebenen miteinander vermengt werden, wobei einerseits real existierende Personen genannt und zitiert werden, andererseits aber auch nichtwirkliche Elemente wie Realitäten behandelt werden. Dieses Stilmittel bringt Borges-Kommentatoren oft in Verlegenheit, denn es ist häufig nicht nachzuweisen, ob beispielsweise ein erwähnter Schriftsteller von Borges erfunden ist oder ob er real existiert hat, aber nur Borges selbst bekannt war.“ Quelle: Wikipedia

Jorge Luis Borges starb am 14. Juni 1986 im Alter von 86 Jahren in Genf.

Abschließend noch einmal zum heutigen Google Doodle. Im folgenden Video wird erkennbar, wie geschickt die/der Doodle-Zeichner/in die Architektur um das Google-Logo herumgebaut haben.

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Kategorie: Allgemein   Autor: Martin Mißfeldt

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10 Kommentare zu "Phantastische Welten – Doodle für Jorge Luis Borges"

  1. Sebastián

    Borges hat keine Romanen geschrieben, und zwar keinen Text, der Der Turmbau zu Babel heisst.

  2. Dominik Hafner

    Hi Martin,

    wie sind denn deine Erfahrungen bezüglich der Erscheinung eines „geklauten“ Bildes in der OneBox?

    Das von …e.files.wordpress.com/2009/07/jorge-luis-borges.jpg ist bei mir mittlerweile Plat 2 für tagseoblog.de…

    Letztens dauerte es bei mir gute 5 Tage, obwohl der Bot täglich kommt. Evtl. Glück mit dem Zeitpunkt?

    Grüße,
    Dom

  3. anna

    Not bad and very interesting.

  4. nordmarketing Group

    Ich bin ein großer Fan von fantastischen Welten, es faziniert mich, wie Leute früher gedacht gaben. Schöner Artikel, schön recherchiert!

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Martin Mißfeldt

Autor: (Künstler, Firma DUPLICON Berlin) über Bilder, die Bildersuche im Internet sowie Bilder- und Video-Optimierung. Mehr

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