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Google knüpft sich deutsche „Linktausch-Netzwerke“ vor

Es wird kommen ...

Es wird kommen …

Im deutschen Google-Webmasterzentrale-Blog erschien heute ein „Erinnerungsartikel“ für deutsche Seos und Webmaster. Darin geht es um das Thema „Linktausch“. Zwei Dinge sind daran interessant: zum einen die Begrifflichkeiten, zum anderen der Zeitpunkt. Zunächst zum Wording: Vor einigen Monaten ging es bei Google-Spambekämpfung überwiegend um Linkkauf und Linkverkauf. Nun heißt es Linktausch – auch wenn die beiden vorgenannten Methode ebenfalls dazu gehören.

Links Links Links etc...

Links Links Links etc…

Grundsätzlich geht es Google um „Spam-Bekämpfung“ – aber auch hier ist der Begriff sicherlich zwiespältig. Denn gerade in umkämpften Branchen sind es meist nicht Spam-Seiten, die sich mit gekauften oder getauschten Links versorgen. Es handelt sich teilweise um große Brands – oder um Seiten, die nicht nur auf guten Content setzen, sondern eben auch auf Linkbuilding. Denn viele Seos wollen sich nicht auf das Glücksspiel „Erkennt Google die Qualität meiner Seite?“ einlassen (Siehe: „Der Unterschied zwischen Meinung und Google„). Ein gutes Linkprofil (Erklärung) ist nach wie vor ein Erfolgsfaktor.

Linktauschprogramme = unnatürliche Links „in großem Stil

Das Prinzip der Empfehlung

Das Prinzip der Empfehlung

Letztlich geht es um „unnatürliche Links„. Die Google-Ergebnisse basieren auf unabhängigen Empfehlungen („natürliche Links„). Wer dieses Prinzip hintergeht, muss mit empfindlichen Strafen rechnen.  Die Ursache für unnatürliche Links nennt Google nun also „Linktausch“. Google versteht unter Linktausch folgende Verlinkungsmethoden, bei denen pageRank weitergeleitet wird (die also nicht mit „nofollow“ für den Googlebot unwirksam gemacht wurden) [Verkürzte Zusammenfassung der Google Richtlinien (Linktauschprogramme)]:

  • Kauf oder Verkauf von Links (für Geld oder Austausch von Waren oder Dienstleistungen)
  • Exzessiver Linktausch („Verlink auf meine Website und ich verlinke auf deine“)
  • Partnerseiten zu dem ausschließlichen Zweck der gegenseitigen Verlinkung
  • Artikel-Marketing im großen Stil
  • Verwendung automatisierter Programme oder Dienste zum Erstellen von Links zu Ihrer Website
  • Textanzeigen und Werbung
  • Links mit optimiertem Ankertext in Artikeln oder Pressemitteilungen, die auf anderen Websites verteilt sind.
  • Links von Verzeichnissen oder Lesezeichen-Websites geringer Qualität
  • Links innerhalb von Widgets
  • Weit verteilte Links in den Fußzeilen verschiedener Websites
  • Forumkommentare

Ich habe mal alles, was relativierend formuliert ist, kursiv gesetzt. Man sieht, dass Google an vielen Stellen unsicher ist. Wie Google einen „ausschließlichen Zweck“ der gegenseitigen Verlinkung erkennen will, ist rätselhaft. Was „in großem Stil“ bedeutet ist ebenfalls relativ. Und so weiter … Da bleibt viel Spielraum für freie Interpretation für den Algorithmus.

zwei Tweets von Matt Cutts aus den letzten Tagen

zwei Tweets von Matt Cutts aus den letzten Tagen

Deutschland im Visier der Google-Spam-Abteilung

Googles Blaue Briefe

Googles Blaue Briefe

Jetzt geht es den deutschen Seos an den Kragen! Das ist zumindest das, was man aus den letzten Tweets von Matt Cutts und dem aktuellen Blogpost lesen kann. Google ruft dazu auf, andere Websites, die Links kaufen oder verkaufen, aktiv zu melden. Einen Hinweis, dass man sich mit ungerechtfertigtem Denunziantentum strafbar machen könnte, gibt es nicht. Das Ganze lädt quasi dazu ein, die Wettbewerber erst mal ins Fadenkreuz zu rücken. Wie damals mit den blauen Briefen oder dem Disavow-Tool hofft Google, dass die Seo-Konkurrenz sich gegenseitig in die Pfanne schlägt.

Was ist (noch) Linkbuilding ??

Was ist (noch) Linkbuilding ??

Ich selber kaufe oder verkaufe oder tausche keine Links. Ich versuche es eher mit „Linkbaits„, die ich aber nicht im Seo-Sinne plane: im Prinzip sollte jeder Artikel potentiell als Linkziel für andere taugen, ein „Seeding“ mache ich nicht.

Ich habe jedoch bei meinen Recherchen schon so manches „Linknetzwerk“ analysiert. Ich kann zwar in keinem einzigen Fall beweisen, dass Links ge- oder verkauft oder getauscht wurden, aber es ist schon oft sehr offensichtlich. Letztlich muss man feststellen: pro-aktiver Linkaufbau  ist nach wie vor ein weit verbreitete Seo-Methode. Auch wenn viele Seos seit Monaten dazu aufrufen, Links aus solchen Netzwerken abzubauen – ich vermute, dass nach wie vor sehr viele der top-platzierten Websites in umkämpften Branchen ihre Altlasten im Keller haben.

Es wird kommen …

Linktausch Opfer - wenn man dem Sonnengott zu nahe kommt ...

Linktausch Opfer – wenn man dem Sonnengott zu nahe kommt …

Der aktuelle Blogpost ist daher vermutlich so eine Art letzter Warnung. „Es wird kommen. Rettet Eure Website!“ ist der Tenor … Oder ist es schon die Erklärung für dass, was und in den nächsten Tagen erwartet? Wenn Google auch nur ansatzweise das hält, was man jetzt androht, also: wenn auch nur zwei oder drei der großen Linknetzwerke in Deutschland platzen, dann dürfte das nicht unerhebliche Auswirkungen auf vieleRankings haben.

Und es ist jetzt schon klar: die großen Brands dürften wieder verschont bleiben – oder sehr schnell wieder da sein. Aber die kleinen und mittleren Wettbewerber, die bislang keine andere Wahl hatten, als über aggressives Linkbuilding (Glossar) irgendwie mitzumischen, die werden arg gebeutelt und für Monate von der Bildfläche verschwinden.

Btw: wenn ich einen „Follow-Blog“ hätte (Kommentar URLs nicht mir „nofollow“ ausgewiesen), dann würde ich das zügig umstellen. Denn die Gefahr, aus versehen als Linktausch-Partner-System erkannt zu werden, scheint mir nicht unerheblich.

Was meint ihr? Wieder nur Panikmache – oder die letzte Chance?

Die Welt hat sich verändert. Linktausch Partner - was nun?

Die Welt hat sich verändert. Linktausch Partner – was nun?

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Kategorie: Allgemein   Autor: Martin Mißfeldt

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17 Kommentare zu "Google knüpft sich deutsche „Linktausch-Netzwerke“ vor"

  1. Elke Greim

    Hallo Martin,

    herzlichen Dank für den guten Beitrag. Ich freue mich immer so ausgereifte Fachartikel zu lesen.
    Meine Kollegen (SEO Agentur) beraten ein Unternehmen, dem wurde im WMT mitgeteilt, dass Links aus dem eigenen Blog als manipulativ eingestuft werden. So ist es nicht zwangsläufig notwendig Links zu tauschen oder zu kaufen, um von Google manuell abgestraft zu werden.
    Eine rechtliche Handhabung gegen „Petzen“ gibt es, wenn vor dem Linktausch vertraglich „Vertrauen“ unterzeichnet wurde.
    Das einzige was mich am Artikel stört, ist der Satz, die Kleinen trifft es mehr als die Großen. Das finde ich überflüssig, denn mit Google konnten ganz viel Kleine ganz schnell groß werden.

    Viele Grüße
    Elke Greim

  2. Leander

    @Elke: Wie bitte? Links aus dem eigenen Blog sollen manipulativ sein? Also soll z.B. ein Unternehmen im eigenen Blog nicht auf die Produkte im eigenen Shop verlinken dürfen, wenn diese im Blog vorgestellt werden?
    Langsam wird es richtig irre…

  3. Lois

    Unsinnig von Google – Links haben fast voellig ihren Wert verloren – zB Freshness der url aber auch besonders bei der Domain ist ein viel maechtiger Faktor im Ranking bei Google. Das foerdert sicher die Grossen – aber zu Recht finde ich. Die Kleinen Webseiten koennen einfach nicht das an Publishing Arbeit machen wie die Grossen. Zudem sind sie einfach bescheuert – posten jeden Tag 5-10 Artikel auf Facebook und chaffen so fuer Facebook kostenfrei Inhalte anstatt dass sie den Artikel zuerst auf ihrer Webseite posten und dann auf Facebook.

  4. Jonas

    Hi Martin, nur kurz was dazu: „Denn viele Seos wollen sich nicht auf das Glücksspiel “Erkennt Google die Qualität meiner Seite?” einlassen (Siehe: “Der Unterschied zwischen Meinung und Google“). Ein gutes Linkprofil ist nach wie vor ein Erfolgsfaktor.“

    Das Problem: Wenn SEOs Webprojekte erstellen, kommt meistens nur irgendwas SEO-Optimiertes bei raus, richtig cooler Content weniger – jaja, gibt auch Ausnahmen ;-). Und wie bekommt man die Seite trotzdem zum Ranken? Eben, mit Links. Ich denke deine Brillenseite hätte auch ohne Linkbait gute Rankings erhalten, wahrscheinlich mit etwas mehr Geduld aber dann vielleicht auch ohne größere Schwankungen(?) …Es gibt einige Beispiele von Seiten, die ohne aktives Linkbuilding, oder generell nur mit einer Handvoll Links sehr gut dastehen und damit meine ich keine Five-Pager für unentdeckte Nischen…

  5. Steve

    Hallo,
    zu erst einmal kann ich es gut heißen, dass Google immer weiter an den Suchergebnissen feilt. Ich wurde bisher bei der Suche nie enttäuscht.
    Allerdings finde ich wie du auch, dass einige Punkte ziemlich schwammig formuliert sind. Woran erkennt denn Google nun ein Linknetzwerk? Sind zum Beispiel im privaten Bereich auch Blogparaden betroffen oder wie du sagst die Kommentare in Follow-Blogs? Leider wird man wohl die Auswirkungen abwarten müssen um etwas genaueres zu erfahren.

  6. Stephan

    „…Links aus dem eigenen Blog als manipulativ eingestuft werden“

    ROFL – ernsthaft?
    Demnächst dürfen wir bei internen Links nur noch die URL als Ankertext nehmen oder was?

    Grundsätzlich sollte Google mal an anderen Schrauben drehen, als den Ottonormal-Webmaster mit so nem unnützen Bullshit zu nerven.

    Warum werden die großen Online-Zeitungen als Linkverkäufer nicht mal komplett rausgehauen? DAS würde mit Sicherheit für ne ordentliche Schockwirkung sorgen.

  7. Thomas Wendt

    Und wieder werden die Verurteilten keine Möglichkeit auf Anhörung haben. Es ist doch klar, dass beim Abstrafen von Millionen Seiten auch Fehler passieren – das sind dann aber Kollateralschäden, die, wenn sie es versuchen, allenfalls Antwort von einem Textbausteinautomaten bekommen.

    Spam muss bekämpft werden und die entsprechenden Penalties sind sicher meist gerechtfertigt. Für die Fälle, wo sie es nicht sind, muss aber ein Mechanismus bestehen, der eine sorgfältige Prüfung mit sich bringt.

    So, wie das jetzt gelöst ist, zittern auch diejenigen, die ein gutes Gewissen mit Blick auf die Google-Richtlinien haben, vor jedem Update.

  8. Adrian

    Lustig.
    Direkt nach der Ankündigung ist meine Website global bei wichtigen Keywords um 3 bis 4 Plätze in den SERPs gestiegen.
    Zufall?
    Anscheinend sind tatsächlich mal minderwertige Sites raus geflogen. Ich reg mich dieses mal also nicht auf.

  9. Andrea Kleinert

    Langsam aber sicher möchte Google wohl selbst mehr am SEO-Geschäft verdienen, wie sonst ist es zu erklären, dass immer mehr Steine in den Weg gelegt werden. Zum Denunzieren aufzuforden sieht Big Brother Google ähnlich, aber warum fragen die nicht einfach bei der NSA nach, wg. Lintausch und -kauf.

    • Roland

      Das sehe ich auch so. Google ist ein Privatunternehmen dessen vorrangiges Interesse das Geld verdienen ist.
      Alles, aber wirklich alles von Google sollte unter diesem Gesichtspunkt betrachtet werden.

      Es würde Google nicht schaden wenn die mal 10% weniger vom Kuchen hätten. Dann wäre manches anders.

      Ok, ich will kein Wildwestinternet, aber ich will auch kein Googlenet wo Google bestimmt was gut ist und was auf den Scheiterhaufen kommt. Das hatten wir schon mal.

Martin Mißfeldt

Autor: (Künstler, Firma DUPLICON Berlin) über Bilder, die Bildersuche im Internet sowie Bilder- und Video-Optimierung. Mehr

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