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Webspam zieht nicht mehr? Von wegen…

Ganz einfach Spam !

Ganz einfach Spam !

Matt Cutts und sein Webspam-Team predigen Seiten Jahr und Tag, was man alles nicht machen sollte. Und mit ihnen ein ganzer Rattenschwanz von white-Hat Linkbuildern. Auch ich würde sagen: Massenhafte Blogkommentrtae sollten kein ausreichendes Linkprofil sein, versteckter Text ist ein Zeichen für unsaubere Inhalte, wenn 70% der Links nur ein bestimmtes Keyword im Ankertext (siehe Glossar) enthält, sollte das auffliegen und so weiter. Es gibt massenhaft Signale, dass eine Website spammy ist und / oder mit gekauften Links arbeitet. Nur leider: Google scheint das alles überhaupt nicht zu bemerken…

Heute habe ich in einer Anfrage im Webmaster-Forum ein wirklich verblüffendes Beispiel gefunden. Wenn ich im Folgenden diese Website mal auseinander nehme, dann nicht, um den Betreiber bloß zu stellen. Die Seite, um die es geht, hat zwar kein Impressum – aber es ist relativ leicht, den Betreiber zu ermitteln. Es ist nicht die einzige Seite, die recht gut zu funktionieren scheint. Aber wie gesagt: es geht nicht um den Betreiber, sondern darum, dass Google diese Spam-Methoden offenbar noch duldet bzw. überhaupt nicht erkennt…

Die zu untersuchende Site heißt handyblog.org. Sie rankt aktuell in der deutschen Googlesuche für das keyword „online casino“ (Google) auf Platz 11. Erstaunlich, oder? Handyblog -> online Casino…

Ich habe mir als erstes mal mit dem x4d.de/backlinkchecker ein paar der Links angeschaut. Hier mal ein Screenshot (ich habe den etwas gekürzt, fast alle Einträge sind vielfach vorhanden):

Keyword-Ankertext-Spam

Keyword-Ankertext-Spam

Keywordspam-Liste

Keywordspam-Liste

Eine längere Liste mit zahlreichen potentiellen Spamlink-Quellen ist hier als Screen zu sehen (achtet auf den Ankertext ;-)). Dass die Seite für das sehr lukrative Keywordonline Casino“ so gut rankt, liegt also offensichtlich an den Ankertexten. Und offenbar werden diese mitnichten herausgefiltert, wenn sie zu dominant sind. Und: es gibt zwar recht viele PageRank 6 und pageRank 5 Links, aber fast keiner ist „Nofollow“. Hmm, sollte da nicht eine ausgewogenes Verhältnis vorherrschen?

So richtig verblüffend wird es nun, wenn man mal die Links genauer anschaut. Erster Link: teachingenglish.org.uk (Britsch Council, BBC, Homepage PR 8), eine Art Blog-Seite, auf der man kommentieren kann, allerdings nur als dort angemeldeter User. Und beim durchrollen der Einträge fällt zunächst mal nichts auf. Wenn man dann aber den Quelltext bemüht, kommt folgendes heraus:

<div class="content">
    <p>The smaller screen version of Amarok is definitely great news.
    With more and more people on the go everyday, we work a great deal
    on our smaller devices. This will be most helpful.</p>
    <p id="clean-url" class="install">This online casino will make your
    eyes pop when you see all the gambling opportunities and the amount
    of the <a href="http://handyblog.org">online casino</a> payouts
    available to those who love gambling.</p>
</div>

Also: der Link steckt gar nicht in einer Profil-URL, sondern wurde irgendwie in den Kommentar-Text eingeschleust. Mit einer css-ID und eine Css-Klasse, die offenbar das Ganze versteckt. Es ist scheinbar ein Bug in dem System dort.

Das führt dazu, dass der Link für „normale Benutzer“ nicht zu erkennen ist. Aber für den Googlebot ist es ein astreiner PageRank-6 follow-Link.

Dieses System scheint eine Art Standard-Bug zu sein, denn nach der Methode wurden noch zahlreiche andere Links „gebaut“. Falls nun irgendjemand auf die Idee kommt, dass ich damit einen gut funktionierenden Trick aufgedeckt hätte: sorry, aber das ist doch zu billig. Und da ich so etwas nie machen würde, habe ich auch keine Scheu, das öffentlich zu machen. Es gibt wirklich elegantere Wege, um an gute Links zu kommen.

Matt Cutts Speedpainting

Matt Cutts Speedpainting

Anyway: auf jeden Fall ist es doch merkwürdig, dass Google das nicht durchschaut, oder? Ist doch eindeutig unsichtbarer Text. Und eine komplette Backlink-Struktur basiert darauf. Bei den sichtbaren Links – zumindest die mit hohem PageRank – liegt natürlich der Verdacht nahe, dass diese einfach gekauft wurden. Ich kann es natürlich nicht beweisen, aber es scheint mir sehr naheliegend zu sein. Welche Indizien will Google dann noch sehen, damit beim Bot der Linkkauf-Verdacht reift?

Fazit: Ich kann nur sagen, dass ich vom Googles Webspam-Erkennung echt enttäuscht bin. Das sind doch alles Punkte, von denen man denkt, dass Google sie längst im Griff hätte. Aber nein, offenbar nicht… Rand Fishkin hat Matt Cutts und seinem Team vor einigen Tagen in einen Artikel Hilfe angeboten „A Recommendation for Google s Webspam Team„. Ich würde sagen, das war verfrüht. Google sollte in Sachen Webspam erst mal bei den Basics anfangen…

Kategorie: SEO Stuff   Autor: Martin Mißfeldt

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30 Kommentare zu "Webspam zieht nicht mehr? Von wegen…"

  1. SEOPunk

    Komm vorbei, dann zeige ich Dir ganz andere Listen. Es ist alles nur einer Frage der Nachhaltigkeit. Grundsätzlich aber ist erstmal jeder Link ein Link. Scheiss auf Nofollow, Pagerank, Kommentar, versteckt oder sonst was. ;-)

  2. Andreas Kamleiter

    Wahnsinn was so alles geht. Hätte auch gedacht, dass Google da mehr dahinter her ist.

  3. Rene

    Ich merke das in meinem Bereich leider auch, dass das immer noch sehr stark zieht. Diese ganze Xrumer-Sch*** hievt etliche Seiten so dermaßen hoch in den Index und Google macht nix, das ist tierisch nervig aber Hauptsache sie haben nun einen Algo für „negatives Verlinken“.

  4. Bernd

    da fällt mir wieder der Satz ein:
    „if you just throw enough shit at Google, something will stick“

  5. Heiko

    Vor allen Dingen ist es interessant zu sehen, dass es gerade mal die letzten zwei Beiträge im ‚Blog‘ sind, die vom Thema abkommen, ein paar Links eingestreut, fertig ist das Süppchen. Ganz klar, bis Mrz17 gute Site – Übernahme / sonstiges – und nun Black. Aber immerhin nach 9 Monaten immer ‚trusty‘ – aber das bereinigt G manuell… irgendwann ;

  6. Nedim Sabic

    Ich hab in meiner BA unsichtbaren Text getesten und Google macht da keine Unterschiede ob es sichtbar ist oder nicht. Google kann noch immer nicht (oder will nicht) CSS lesen. Auf jeden Fall können sie noch immer nicht algorythmisch bestimmen was versteckt ist und was nicht. (viele Menüs müssen wegen der Animation visibility:hidden haben, da würde ja fast jedes Menü rausfliegen ;)

  7. Kai

    Wow, das ist echt mal ein sehr schönes Beispiel.

    Bin gespannt, wielange das noch gut geht…
    Derzeit steht die Seite bei mir für „online casino“ auf 11… ob die die Top10 noch packt?

    Eigentlich sollte man meinen dass längst ein Anchor-Text-Filter greifen müsste, wenn man sich die Linktexte so anschaut…

    Wirklich krass… Matt where are you? Vacation???

    Vielen Dank für’s Teilen Martin :)

  8. Maximilian

    hmm…dass google das alles nicht „erkennt“ glaube ich z.B. nicht wirklich…

    Laut google werden Spam-Seiten ja auch nicht unbedingt direkt „abgestraft“ (im Sinne einer negativen Bestrafung), sondern laut google werden Spam-Elemente einfach nicht gewichtet und „rausgefilert“.

    Auf der Page selbst kommen die Begriffe „online casino“ ziemlich häufig vor…title…Überschriften…text…

    Also 100%ig sicher, dass das Ranking allein von den spammy links herrührt, kann man sich eigentlich nicht sein, oder?

    Möglich, dass google den Großteil der Anchortext-Links einfach ignoriert und das Ranking über die vielen On-Page-Faktoren zustandekommt

  9. Jan-Ole

    @Maximilian

    Nur mit Onpage in die Top20 für „online Casino“? Da müsste schon mehr als sehrsehr guter Content hinterstecken ;-)

    Der Algo kann es einfach nicht. Punkt.

  10. Christian

    Webspam zieht und wird auch immer ziehen, so schnell und gut können Googles Maschinen gar nicht rechnen. Idealerweise spammt man aber nicht das Hauptprojekt sondern die parasites zu…
    Gerade beim Stichwort „Online Casino“ würde ich zwar wetten, dass dort extra ein Google Quality Rater für abgestellt wird, insofern wird die genannte Seite wohl nicht bei dem Keyword lange dort überwintern…

  11. Michael van Laar

    Ob on-page oder off-page. Bisher hat noch fast jeder meiner unregelmäßigen Spam-Tests (kenne deine Feinde) zumindest kurzfristig funktioniert. Wenn man sich nicht völlig dämlich anstellt, kriegt Google längst nicht so viel mit, wie immer behauptet wird. Ob das auf Dauer gut geht und ob man sowas in Kundenprojekten verwendet, steht auf einem ganz anderen Blatt.

    Aber insgesamt hat sich für mich gezeigt: Die regelmäßige Lektüre der einschlägigen Blackhat-Foren und natürlich auch das Ausprobieren der meisten Tools und der teilweise äußerst „kreativen“ Methoden schadet nicht, um auf dem Laufenden zu sein, was funktioniert und was nicht.

  12. Mediaroo

    Der Algo ist und bleibt eine Maschine. Quality Rater hin oder her… es bleibt eine Automatisation – und die kann meistens nicht denken sondern arbeitet ebenfalls ihr eigenen Algorithmen ab. Und wenn das da aus welchem Grund auch immer nicht greift hat der Betreiber (leider) Glück gehabt…

    Wobei ich die Methode schon ziemlich Black finde. Vor allem wundert mich wie man auf sowas überhaupt kommt, solch versteckte Klassen zu nutzen….

  13. Marcel

    Hi Martin,
    schön zu sehen, hatte eine ähnliche Theorie. Habe auch eine umfangreiche Studie Über Linktexte im Zusammenhang mit großen Brands und Moneykeywords gemacht, die ich dann am Sonntag veröffentliche. Mein Fazit wird wohl so ähnlich ausfallen wie deins ;-)
    BG, Marcel

  14. McGuillan

    Ich kann SEOPunk nur zustimmen, link ist link, mehr zählt nicht… Jetzt kann man halt wieder in die Diskussion, langfristig vs. kurzfristig Optimieren gehen, aber es gibt zahlreiche Beispiele, gerade in der Branche, dass Offensichliches Linkbuilding mehr als nur funktioniert…

  15. okseo

    Vielen Dank für diesen tollen Artikel. Da kann ich nur wieder den Hut vor der Mühe die Du Dir machst ziehen.
    Euer okseo

  16. Schulze

    Irre sache mit nem handyblog auf casino ranken, und Das mit comment links. Sehe das auch so: Google ist erstmal ne Maschine, die links zählt! Und erstmal nicht Mehr, Bis ein Mensch vorbeikommt und verbessert!

  17. Gretus

    Hallo,

    gut rankende Webseiten mit schlechter Verlinkungsstruktur gibt es unzählige. Google scheint nicht wirklich in der Lage, diese zu filtern ohne auch die allgemeine Qualität der Ergebnisse zu verschlechtern…

    Grüße

    Gretus

  18. Hannes

    Tja, da sieht man halt… nicht mal Google ist perfekt! Auch hier müssen noch ein paar Vorkehrungen gegen Spam getroffen werden.

  19. Sebastian

    Wow das ist ja mal echt derbe, auf so ne Idee würd ich gar nicht kommen Links unsichtbar im Kommentar einzubinden. Wie die Anderen vor mir schon geschrieben haben steckt hinter Google erst einmal ne ziemlich große Maschinerie, ausgebügelt wird das Ganze wohl erst nach und nach wenn Google selbst dazu lernt.

  20. Maximilian

    die Seite ist mittlerweile auf ca. Rang 40 abgerutscht…was meint ihr…hats google doch gerafft? oder steckt was anderes dahinter?

  21. Lili

    Ui, toller Artikel, und so ausführlich. Danke für deine Mühe!

  22. Anja

    Ich finde es gut, solche üblen Geschichten auch zu veröffentlichen. Danke dafür!
    Allerdings ist es wirklich beängstigend das soetwas noch so einfach funktioniert. Für einen SEO-Anfänger aber auch interessant, wenn man glaubt mit Webkatalogen und Bookmarks würde man schon spammen.

  23. AlsCastle

    @Maximilian:

    Wäre nicht das erst mal das ein Quality Rater durch externe Quellen auf eine Seite aufmersam wird ;-)

  24. Gordon

    Wiedermal ein sehr interessanter Artikel, Danke!
    Das solche Machenschaften noch funktionieren erlebe ich auch immer wieder..leider.. Handyblog.org ist jetzt zum Glück nicht mehr in den SERPs zu finden, das zeigt uns, dass die Google Quality Rater ihre Arbeit machen! Aber solange so etwas Eindeutiges vom Google Algorithmus nicht automatisch erkannt wird, wird es natürlich ausgenutzt..

  25. Martin

    Inzwischen rankt das Tierchen gar nicht mehr – oder irgendwo hinter Platz 200. Einerseits ja schön, wenn Google ab und an mal ein paar QRs über eine Seite schickt, andererseits aber irgendwie unfair, dass es so schnelle Reaktionen scheinbar immer nur bei den kleinen Projekten gibt.

  26. Muskeltom

    super analyse. ich wusste gar nicht, dass google „so dumm“ ist. aber schön finde ich, dass wie martin analysiert hat, dies scheinbar erkannt hat (wenn auch wohl eher manuell) und dies bestraft hat.

    aber man sieht auch bei dieser aktion, dass erfindungsreichtum nach wie vor honoriert wird. schlecht verdient hat er in dieser zeit sicher nicht. ;-)

  27. Andy

    Am Ende sollte die Vernunft mit natürlichem Linkaufbau siegen.
    Alles andere wird irgendwann zum Eklat!
    Tante G**gle wird sich dann auch irgendwann erkenntlich zeigen, wer hier sauber arbeitet und wer nicht…

    Gruß aus dem Norden
    Andy

  28. Volker

    Spätestens nach Googles Panda- und Pinguinupdates sollte auch dem letzten SEO klar geworden sein, dass Suchmaschinenoptimierung mit größter Umsicht praktiziert werden sollte.

Martin Mißfeldt

Autor: (Künstler, Firma DUPLICON Berlin) über Bilder, die Bildersuche im Internet sowie Bilder- und Video-Optimierung. Mehr

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