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Content-Qualität: der Unterschied zwischen „Meinung“ und „Google“

Waage: Ich vs. Google

Waage: Ich vs. Google

Im Zuge des Panda- und Pinguin-Updates wurden viele Seiten abgestraft, die es nach Ansicht der Autoren bzw. Betreiber überhaupt nicht verdient haben. Aus einschlägigen Foren und Blogs schallt ein vielstimmiges Klagelied: „Google ist so ungerecht! Meine Seite ist wirklich gut.“ In vielen Fällen scheint mir ein Sichtbarkeitsproblem vor allem ein Wahrnehmungsproblem zu sein. Sind die eigenen Seiten wirklich so gut wie man glaubt? Wer beurteilt im Seo-Kontext eigentlich Content-Qualität? Man selber?

Um überhaupt in den Google-Rankings eine Rolle zu spielen, reicht es nicht, Seiten zu haben, die „nicht schlecht“ sind. Es reicht noch nicht mal, eine „gute“ Seite zu haben. Man muss im Prinzip „die beste“ Seite haben (Karl Kratz hat das in seinem Vortrag auf der Campixx 2012 sehr schön thematisiert).

Dummes Gesicht machen :-)

Dummes Gesicht machen :-)

Die Diskrepanz zwischen der positiven Beurteilung der eigenen Seiten und einem schlechten Ranking bei Google muss nicht zwingend seine Ursache in einem schlechten Google-Algorithmus haben. Es könnte auch sein, dass man selber einfach ein falsche Sichtweise hinsichtlich der Content-Qualität hat. Es gibt einen Unterschied zwischen „der eigenen Meinung“ und „Google-Qualität„.  Man kann nicht erwarten, dass Google immer die persönliche Meinung widerspiegelt. Gerade als Suchmaschinenoptimierer sollte man diese beiden Ebenen („User“ vs. „Optimierer“) klar unterscheiden können.

Qualität ist, was Google vorne listet

Qualität

Qualität

Auf die Frage, was Qualität ist, gibt es aus Seo-Sicht eigentlich nur eine Antwort: Das, was bei Google vorne ist. Google nimmt keine Rücksicht auf Einzelmeinungen, Google interessiert sich nur für die Masse. Der Google-Algo arbeitet nicht willkürlich. Und er ist auch beileibe nicht dumm. Er basiert auf quantitativen Signalen, die Hunderttausende von Usern hinterlassen. Ich habe das hier bereits beschrieben: Google sucht nach Content-Qualität – aber wie? Das ist auch logisch, denn die Google-Ergebnisse sollen ja auch letztlich nur die Masse zufrieden stellen.

Nur das Beste ist gut genug

Das Prinzip der Empfehlung

Das Prinzip der Empfehlung

Die Google-Ergebnisse sind für Suchmaschinenoptimierer nicht nur ein „Feindesland„, das es zu erobern gilt, sondern auch ein Eldorado, wenn es darum geht, die eigene Zielgruppe zu verstehen. Auf dieser Basis kann man relativ gut heraus kristallisieren, was denn „das Beste“ für ein bestimmtes Keyword ist – indem man sich eben nicht nur eine Seite anschaut, sondern die Quintessenz aus den Top20 Ergebnissen herausfiltert. Die inhaltliche Analyse der ersten Suchergebnisse scheint mir unterschätzt zu sein.

Aber …

3 Seo-Methoden

3 Seo-Methoden

Im Zuge dieses Artikels hatte ich eine Unterscheidung von drei Seo-Methoden erstellt. Da der Artikel sonst zu lang geworden wäre, habe ich diesen Teil bereits gestern veröffentlicht. Neben der Methode „Accessibility„, die Basis für alles weitere ist, habe ich die zwei prinzipiell verschiedenen Wege „Content-Optimierung“ und „Backlink-Aufbau“ heraus kristallisiert. Google empfiehlt, sich auf die Content-Optimierung zu konzentrieren. Ganz aktuell dazu im Offiziellen Deutschen Googleblog: „Fünf häufige SEO-Fehler (und sechs gute Ideen!)„.

Leider weiß fast jeder, dass nur guter Content nicht ausreicht – selbst wenn es theoretisch der beste wäre. Denn im Ranking zählen nun mal die Backlinks. In Googles Welt bleibt es dem Zufall überlassen, welche dieser „besten“ Seiten sich letztlich durchsetzt. Im Laufe der Zeit werden sich für einige Seiten schon entsprechende Backlinks und Social-Signals einfinden. Aus Sicht eines Website-Betreibers ist das natürlich unbefriedigend. Denn anders als die Berufsbezeichnung vorgibt, geht es einem Suchmaschinen-Optimierer ja nicht darum, Google zu verbessern.

Linkbuilding reicht nicht

Links!

Links!

Pure Content-Optimierung macht nur dann Sinn, wenn man die Zielgruppe und speziell die „power-User“ erreichen kann, die das folgende „freiwillige Verlinken“ einleiten. Das kann sehr lange dauern, und es ist unsicher, ob es denn klappt. Es besteht ein hohes Risiko, dass sogar der beste Content irgendwo im Nirvana stecken bleibt. Das wissen viele Seos. Daher fokussieren viele oft auf das Linkbuilding. Zurecht, weil es wichtig ist, aber gleichzeitig doch zu Unrecht, weil man dabei die Content-Optimierung leicht aus dem Auge verliert. Die Content-Optimierung ist auch und gerade für Seos sehr wichtig, um glaubhaft zu bleiben. Mir persönlich würde es viel leichter fallen, einen schlechten Google-Algo zu kritisieren, wenn die abgewerteten Seiten, die angeblich so gut sind, auch tatsächlich gut wären :-)

Nun bin ich natürlich gespannt, wie ihr das einschätzt :-)

Weiterführende Artikel von anderen:

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Waage: Ich vs. Google (Meinung vs. Ranking)

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Kategorie: SEO Stuff   Autor: Martin Mißfeldt

Werbung von Karl Kratz:

26 Kommentare zu "Content-Qualität: der Unterschied zwischen „Meinung“ und „Google“"

  1. seo-diaries

    Bei deinem Fazit muss ich an sofort an Karl Kratz denken, mit der Aussage: „testen, testen, testen“. Nur so werden wir erfahren, ob wir wirklich guten Content erstellt haben. Eigentlich ist das auch ganz einfach, z. B. indem man den Text von einem oder besser gleich mehreren gegenlesen lässt. Wenn da keine Fragen auftauchen oder Verständnisprobleme, dann hat man zumindest schon mal einen guten Content. Bei dem dann nur noch das Finetuning kommen muss.

    Leider erlebe ich immer wieder, dass Texte oft nicht geprüft werden. Selbst wenn die Frage aufkommt „warum rankt man so schlecht“, wird eher der Blick auf die Links und die Keyword-Density gerichtet, statt sich die Qualität anzuschauen. Schade!

    • tagSeoBlog

      Der Artikel von Karl passt da in der Tat gut rein. Habe ihn oben verlinkt. Danke für den Hinweis.

  2. Malte

    Das Problem kennen doch alle noch aus der Schule. Der eine Lehrer findet den Aufsatz gut und der andere gibt dafür glatt ne 5.
    Wie sollte google denn die inhaltliche Qualität eines Beitrags messen? Gewinnt ein Beitrag an Qualität, weil ich besonders viele Fachtermina benutze? Oder ist mein Beitrag gut, weil ich in der Lage bin komplizierte Zusammenhänge einfach darzustellen.
    Welcher Beitrag hat dann die höhere Qualität? Ich denke das goolge dort noch einem Wunschdenken hinterher hinkt.

  3. Lord Lommel

    Man sollte sich halt nicht so in seine Seiten reinsteigern. Ranken ist wichtig. Dann hat man auch nicht das Problem, daß einen ein Update kalt erwischt. Im Gegenteil, man ist eher erstaunt, daß man sich so lange hält. Alles eine Frage der persönlichen Einstellung. Es geht ums Geschäft, nicht um Eitelkeit.

    • Miladin

      …gut „gebrüllt“ – auch wenn’s „sachte“ formuliert wurde!

      Nice one…

    • Miladin

      …mein alter Lehrmeister formulierte es wie oben beschrieben:

      „Alles eine Frage der persönlichen Einstellung!“

      Also „Who’s (W)Ain?!“ – wenn man darauf die Antwort findet, klappt’s auch mit der SEO…

    • Robin Brunold

      Kann man so sagen, wenn man pragmatisch denkt.

      Allerdings ist es schon so, dass Viele, die so etwas behaupten, es eher also Ausrede gebrauchen. Es wird so lange gespamt, bis sich Google weiterentwickelt hat und die Methoden abgestraft werden. Dann wird eine neue Methode entwickelt und weitergespamt, bis zum nächsten Update …

  4. Mario

    Also zusammengefasst: „Hört auf zu jammern“, richtig? :)

  5. Berliner Junge

    Super Artikel, endlich mal kein Google-Bashing, sondern schlüssig dargelegt, dass man immer erst einmal bei sich anfangen sollte. Was viele in dem Zusammenhang ja gern vergessen ist, dass man vielleicht mit seiner Seite abgerutscht ist, weil andere Seiten von Google vom Content her nach dem Pinguin (was ja ein klare Update zum Thema Content war) auf einmal besser als die eigene Seite bewertet wurden. Aber es wird häufig nur davon gesprochen, dass man selbst bestraft wurde und nicht davon, das andere vielleicht eher belohnt wurden. Ich z.B. habe zum Zeitpunkt der Updates ein Projekt neu übernommen. Wir sind mit dem Update einige Plätze nach hinten gerutsch. Jetzt, mit gut einem Monat Arbeit an dem Projekt muss ich sagen, ein Wunder, dass es nicht weiter nach hinten ging. Die Seite hat an extrem vielen Stellen inhaltliche Lücken und schlechte Texte aufzuweisen (gehabt), da muss halt erst einmal ganz viel Zeit in den Content gesteckt werden, bevor man sich wieder um den Linkaufbau kümmern kann. Wir sind halt ein wenig abgerutscht, weil die Konkurenz besseren, bzw. kompletteren Inhalt zu bieten hat(te).

  6. Reeny

    Meiner Meinung nach hat der Spruch „Content is King“ gerade nach dem neuen Pinguin echt gelitten. Was mir aufgefallen ist, Google steht jetzt neuerdings total auf Foren und Frage-Antwort Portale. Bei vielen Suchergebnissen stehen Foren auf Platz 1, während es in dem Thread 20 Antworten gibt, viel sinnloses unrelevantes geschrieben wurde und nur wenig nützliches verlinkt wurde. Ein Trend der mir gar nicht gefällt. Ich habe keine Lust als Nutzer mich durch 20 Antworten zu wühlen und am selber wieder selber Filtern zu müssen, was wirklich hilfreich ist und was nicht.

  7. Seb@argutus

    Da zeigt sich wieder, Content ist zwar King, aber dennoch nicht alles. Denn keinem Betreiber nutzt es, wenn der Content (aus seiner Sicht oder der anderer User) in der Versenkung verschwindet und nirgendwo verlinkt wird. Das eine oder andere Mal hat da sicher „Betriebsblindheit“ seine Finger im Spiel.

  8. Michael

    Toller Artikel! Sehe ich genau so! Ich hoffe das die Backlinks jedoch auf lange Sicht nicht mehr so eine deutliche Rolle spielen, wie sie es jetzt tun. Und darauf arbeitet Google meiner Meinung nach auch hin! Zumindest darauf das gekaufte Backlinks eben nicht mehr zählen…

  9. Hamza

    Direkt auf den Punkt gebracht. Nicht (nur) Content ist der King, sondern der Besucher.
    Im Grunde braucht man nur das zu machen, was Google auch immer wieder sagt: Erstelle eine Website für den Besucher – schliesslich richtet sich Google auch nach diesem.
    Im Grunde ist es so wie mit der Bild: Content Müll, Verkaufszahlen top. So tickt die Masse eben.

  10. Sasha

    Content ist natürlich der King und es gibt nicht sichereres, was die Webseite langfristig nach vorne treibt, aber die Texte müssen irgendwo verlinkt werden, damit die User überhaupt den Content finden können. Dazu gehört natürlich viel Arbeit. Penguin will uns zeigen welche Rolle die Social Media in der Zukunft spielt und es wurden die made-for-adsense Webseiten abgestrafft. Sie werden sowieso nicht gelesen.

  11. jan

    ich habe da so ein wenig ein Problem damit alles das zu glauben was der Cutts schreibt oder das was Google vorgibt, denn dann dürfte bei solchen Abfragen http://www.google.de/search?q=Dacheindeckung+mit+Harzer+Pfanne+Novo nicht solche Ergebnisse kommen, zb bausep unter den ersten 50 mehr als 30x?? haben die so guten Concent :)

  12. nobelio

    Wir würden uns über eine Seo-Analyse der Webseite http://www.nobelio.de durch die Experten hier sehr freuen. Feedbacks bitte an redaktion@nobelio.de

  13. Michael Blahm

    Danke für die Tipps, es ist schwer den Überblick zu behalten und vor allem etwas mit den Ergebnissen anzufangen wenn man kein Experte ist, aber mal sehn was ich damit anfangen kann für meine Seite über Kenia Safaris.

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  2. […] sollte sich bei der Beurteilung von Content-Qualität NICHT auf die eigene Meinung verlassen. Was aus Google-Sicht “wirklich guter Content“ ist, sieht man ganz einfach, wenn man sich zu einem Keyword die Top10 Ergebnisse durchliest und die […]

  3. […] Google mag also Infografiken an sich nicht. Nun kommt als weiterer Baustein ein aktuelles Zitat vom Matt Cutts hinzu. In einem sehr lesenswertem Interview mit Eric Enge im stonetemple hat er frei übersetz gesagt: “Links, die durch das Verteilen von Infografiken gesetzt werden, haben irgendwann [vielleicht] keinen Einfluss mehr.” Die Übersetzung der kompletten Passage kann man bei Gretus nachlesen. Matt bezieht das zwar nur auf solche Infografiken, die “schlecht recherchiert sind“, oder auf “themen-irrelevante Seiten führen“. Aber, hallo: das ist doch gerade der Witz. Das wird Google niemals analysieren können! Qualität ist immer nur, was Google aus User-Signaler ermitteln kann (siehe dazu). […]

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  8. […] Das neue WDF*p*IDF Tool von Karl Kratz bei Capt. Onpage.org implementiert leistet mir übrigens wertvolle Dienste. Ich glaube, es bringt nichts, damit eine “Keyword-Dens***” zu optimieren. Aber es ist sehr hilfreich, um zu schlussfolgern, was die Leute wohl interessiert. Man muss immer daran denken. die besten Seiten (aus Google Sicht) sind die, die oben stehen. Die konsequente Analyse dieser Top-Seiten ist daher unbedingt wichtig. Nur so lässt sich feststellen, was Google glaubt, was die User sehen wollen :-) Und Google kann das, glaube, ich besser, als vielen lieb ist. (Siehe auch: Content-Qualität: der Unterschied zwischen “Meinung” und “Google”) […]

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Martin Mißfeldt

Autor: (Künstler, Firma DUPLICON Berlin) über Bilder, die Bildersuche im Internet sowie Bilder- und Video-Optimierung. Mehr

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