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Wassily Kandinsky Doodle (2014)

Wassily Kandinsky Doodle

Wassily Kandinsky Doodle

[Aktuell: George Boole Google Doodle] … Google ehrt den weltberühmten Künstler Wassily Kandinsky mit einen abstrakten Doodle. Erstaunlich nur, dass exakt dieses Doodle bereits vor zwei Jahren gezeigt wurde. Damals allerdings am 4. Dezember 2012. Offenbar hat die Forschung ein neues Geburtsdatum ermittelt. Aber deswegen noch einmal exakt das gleiche Doodle? Ich nutze die Gelegenheit und kopiere einfach den Artikel von damals – es stimmt immer noch. Nur das Video habe ich aktualisiert :-) Bislang ist das Doodle nur in Neuseeland und Australien zu sehen, aber es gibt keinen Grund, es nicht auch hier zu wiederholen …

Wassily Kandinsky (1913)

Wassily Kandinsky (1913)

Was sich die Doodle-Zeichner da ausgedacht haben, ist im Grunde genommen falsch. Denn Kandinsy war der Vorreiter der abstrakten Malerei. Aber im Doodle kann man natürlich, so wie üblich, das Google-Logo identifizieren. Damit suggeriert Google, als würden in den Kandinsky Bildern „geheime Botschaften“ verschlüsselt sein. So wie eben die Google-Buchstaben. Aber das ist bei Kandinsky eben nicht der Fall. Abstrakt bedeutet: losgelöst von jeder Gegenständlichkeit, die aus der erfahrenen oder gesehen Welt entstammt.

Ehrlich gesagt: mich stört es nicht. Ich finde das Doodle schön, und Wassily Kandinsky wird vollkommen zurecht geehrt.

Er wurde vor 148 Jahren, am 16. Dezember 1866 in Moskau geboren. Nach seinen Pseudo-Studium (Rechtswissenschaft, Ökonomie und Ethnologie) brach seine künstlerische Leidenschaft durch und er ging 1896, im Alter von 30 Jahren, nach München. Dort studierte er zunächst bei Franz Stuck. Kandinsky war ein ausgesprochen geselliger Typ, denn Zeit seines Lebens beteiligte er sich an Künstlergruppen. 1911 gründete er gemeinsam mit Franz Marc und August Macke den „Blauen Reiter“ (u.a. August Macke, Franz Marc, Gabriele Münter), die international für Aufsehen sorgte. Die Bilder der beteiligten Künstler werden heute zu Rekordpreisen gehandelt.

"Der blaue Reiter" Bild von Wassily Kandinsky (1903) Quelle: Wikipedia

„Der blaue Reiter“ Bild von Wassily Kandinsky (1903) Quelle: Wikipedia

Während des 1. Weltkrieges ging Kandinsky nach Moskau zurück. Er kam jedoch mit dem dort vorherrschenden Konstruktivismus und dessen oppositionellen nationalistisch geprägten Realismus nicht klar. Der gesellige Kandinsky fand einfach nicht seine Bezugsgruppe :-)

Daher kehrte er 1921 wieder nach Deutschland zurück. Er folgte dem Ruf von Walter Gropius, der mit dem Bauhaus in Weimar etwas Neues, Großes auf die Beine gestellt hatte. Dort lehrte Kandinsky bis 1925, und anschließend am Bauhaus Dessau, bis die Nazis das Bauhaus schlossen. Kandinsky ging nach Frankreich. 1939 wurde er französischer Staatsbürger.

Am 13. Dezember 1944 starb Wassiliy Kandinsky in Neuilly-sur-Seine. Seine Werke und theoretischen Arbeiten waren prägend für zahlreiche Künstler des 20. Jahrhunderts.

Hier das Doodle:

Wassily Kandinsky - Google Doodle am 4. Dezember 2012

Wassily Kandinsky – Google Doodle am 4. Dezember 2012

Das Doodle ist offensichtlich von einem sehr berühmten Kandinsky-Gemälde inspiriert: Composition VIII  von 1923 (140 x 201 cm, Solomon R. Guggenheim Museum, New York). Auf dem Doodle erkennt man … zunächst mal nichts. Aber mit dem Wissen, dass es sich um ein Doodle handelt, sieht man dann doch, dass es sich um die Google-Buchstaben handelt. ich habe die mal drüber gelegt:

Wassily Kandinsky Doodle - "abstrakte" Google Buchstaben

Wassily Kandinsky Doodle – „abstrakte“ Google Buchstaben

Wie eingangs gesagt: Kandinsky s Abstraktion ist eine theoretische, die nicht Spezielles bedeutet. Es wäre also falsch, in den Originalen Kandinsky-Bildern nach verschlüsselten Botschaften zu suchen. Statt dessen sollte man sie so betrachten wie sie sind: als Farben und Formen, die sich auf einer Leinwand tummeln. In Abbildungen im Internet (oder auch Katalogen) ist nur schwer zu vermitteln, was sie eigentlich sollen: sie „bewirken“ etwas im Auge des Betrachters, sie lösten Emotionen aus, die – zumindest damals – noch vollkommen neu und fremd waren. Eine Neuschöpfung, die neue Gefühle und Gedanken provoziert. Wie jede Kunst ist auch die abstrakte Malerei der Weiterentwicklung von Theorien und Wahrnehmungsbedingungen unterworfen. Neben der unmittelbaren Erfahrung sehen wir heute in den Kandinsky-Gemälden sicherlich auch die kunsthistorische Bedeutung, die sie wie eine Aura umgeben. Kunst ist immer vielschichtig …

Und wie immer als Videoversion:


Quelle

Kleine Kunstgeschichte anhand von Google Doodles

Abschließend noch eine kleine Galerie mit „Künstler-Doodles“. Ich habe jeweils kurz dazu geschrieben, warum ich sie im Zusammenhang mit dem Kandinsky-Doodle sehe. Los gehts mit dem Doodle zu Ehren von Joan Miro. Seinerzeit gingen die Miro-Erben gegen das Doodle vor. Peinliche Sache, mehr für die Erben als für Google, finde ich. Übrigens ist Kandinsky auch erst 1944, also vor 69 Jahren gestorben. Und bei uns in Deutschland gilt der Urheberschutz genau 70 Jahre.  Google wird sich also hoffentlich vorher mit den Kandinsky Erben geeinigt haben :-) Egal, Miro ist sicherlich auch einer der großen abstrakten Maler des 20. Jahrhunderts.

Joan Miro Doodle (20. April 2006)

Joan Miro Doodle (20. April 2006)

Paul Cezanne lebte rund 50 Jahre vorher. Er war derjenige, die den großen Umbruch in der Malerei einleitete. Cezanne gilt als Vater der Moderne und hat die Basis für die abstrakte Malerei gelegt.

Paul Cezanne Doodle (19. Januar 2011)

Paul Cezanne Doodle (19. Januar 2011)

Kandinsky war ein Zeitgenosse von Pablo Picasso. Picasso hat zwar die Klassische Moderne geprägt wie kaum ein anderer – und dennoch nie wirklich abstrakt gemalt. In seinen Bilder bleibt der Inspirationsquelle stets als Teil der umgebenden Welt sicht- und spürbar.

Pablo Picasso Doodle (25. Oktober 2002)

Pablo Picasso Doodle (25. Oktober 2002)

Ein Wegbegleiter von Picasso und damit ebenfalls Zeitgenosse von Kandinsky war Juan Gris. Beide wirkten im Rahmen der „Französischen Moderne“:

Juan Gris Doodle (22. März 2012)

Juan Gris Doodle (22. März 2012)

Was Picasso für die Malerei, war Constantin Brancusi für die Skulptur. Auch er trieb die Abstraktion seiner Motive auf die Spitze, ohne sich jedoch je vom Gegenstand zu lösen (zumindest nicht theoretisch). Eines meiner Alltime- Lieblingsdoodles:

Constantin Brancusi Doodle (19. Februar 2011)

Constantin Brancusi Doodle (19. Februar 2011)

Kandinsky hatte wie gesagt großen Einfluss auf nachfolgende Generationen. Dazu gehört zum Beispiel das Doodle zu Ehren von Karel Appel (wurde nur in den Niederlanden gezeigt). Man rechnet Appel zum sogenannten „abstrakten Expressionismus“:

Karel Appel Doodle (25. April 2011)

Karel Appel Doodle (25. April 2011)

Piet Mondrian war auch Niederländer, der die Abstraktion in eine andere, viel kontruktivere Weise weitersponn. Hier das Mondrian-Doodle:

Piet Mondrian Doodle (1. März 2011)

Piet Mondrian Doodle (1. März 2011)

Und zum Schluss einen der ganz großen Künstler des 20. Jahrhunderts. Einer, der die Abstraktion in ihren Grundzügen konsequent weiter entwickelt hat und so zu, wie ich finde, genialen Bildern kam: Jackson Pollock.

Jackson Pollock Doodle (28. Januar 2009)

Jackson Pollock Doodle (28. Januar 2009)

Soweit der kleine Doodle-Exkurs in die Kunstgeschichte. Es gibt jemanden, der in dieser Reihe der „großen Abstrakten“ noch fehlt: Kasimir Malewitsch. Ich vermute, der bekommt auch bald ein Doodle :-)

Blaue Griaffe - frei nach Franz Marc (von mir)

Blaue Griaffe – frei nach Franz Marc (von mir)

Hier noch einige weiterführende Links:

Und natürlich nutze ich gerne die Gelegenheit, um auf meine Künstlerseite zu verweisen: www.martin-missfeldt.de

Kategorie: Allgemein   Autor: Martin Mißfeldt

10 Kommentare zu "Wassily Kandinsky Doodle (2014)"

  1. Bella

    Hallo Martin,
    das ist einfach mit dem Geburtsdatum, geboren wurde Wassily Kandinsky in Moskau, Russland, und da galt bis etwa zur Oktoberrevolution der julianische Kalender (keine Ahnung, wann genau, aber lange haben die nicht gewartet mit der Umstellung). Ein ähnliches Kuddelmuddel findet sich am 23. April mit Miguel Cervantes und William Shakespeare. Beide am 23. April 1616 gestorben, aber nicht am gleichen Tag, da in Spanien (da katholisch, selbstvertändlich) bereits der gregorianische Kalender galt, in England (nicht mehr Katholisch seit Heinrich VIII.) aber immer noch der Julianische.
    Also nix neue Forschung.
    Viele Grüße,
    Bella

  2. Jassica Bella

    HI Martin ,

    This is Mind Blowing Post , Great Logo Design For Doodle , 2014 I like it , Great POst , Thank You For Sharing me , My First Visit Your Blog i am Really impress your Post , Good WOrk ,

    Jassica

  3. Johannes

    Hey, die kleine Google Doodles Kunstgeschichte ist toll. Ansonsten stimme ich Bella zu, keine neue Forschung, schade eigentlich.
    Grüße

  4. eble

    Hallo Herr Missfeldt,

    eine sehr interessante Zusammenfassung. Für das ungeübte Auge ist es wirklich manchmal schwer, die richtigen Interpretationen in die Doodles herreinzulesen.

    Danke für diesen Beitrag.

    Eble

  5. Jonas

    Hallo Martin,

    endlich hast du mal weider ein Beitrag zu einem Doodle erstellt. Klar die Konkurrenz zu den großen Online-Magazinen ist größer geworden, da wird es immer schwerer auf Seite 1 zu landen.

    Was hältst du davon einmal die Suchbegriffe aus erfolgreichen Werbe-Spots für die Google-App abzugreifen?

    Dazu habe ich hier mal einen kleinen Beitrag geschrieben:

    http://www.ortenau-media.de/zeige-mir-bilder-von-pastinaken-wie-google-uns-beeinflusst

    • Mißfeldt

      Hi Jonas,
      ja, interessante Überlegung. Aber ob die Werbung so viel Traffic bringt, kann ich nicht beurteilen. Es ist auch fraglich, ob man heutzutage überhaupt noch schnell vorne reinkommt – wenn man keine News-Seite hat.
      Dir viel Erfolg.
      Gruß, Martin

  6. Mario Steuck

    Eine wundervolle Story! Was doch manchmal alles so hinter eine kleinen Grafik stecken kann. Leider haben die meisten Leute heute gar keine Zeit mehr um sich Gedanken zu machen .. Sehr schade, wie ich finde.Bin ja auch Grafikdesigner. Wünsche euch allen ein frohes Neues 2015

  7. Rafael

    Wahnsinn wieviel Künstler Doodles es schon gab. Lustig wären auch Doodle zu Designern….

  8. Christian

    Nette kleine Geschichte :) Wassily Kandinsky ist mein absoluter Lieblings-Maler. eble hat völlig Recht, für das ungeübte Auge ist es tatsächlich ziemlich schwer, die richtigen Interpretationen in die Doodles herreinzulesen.

Martin Mißfeldt

Autor: (Künstler, Firma DUPLICON Berlin) über Bilder, die Bildersuche im Internet sowie Bilder- und Video-Optimierung. Mehr

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